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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was passiert, wenn ich hier kündige?


Kathi1970
05.06.2007, 13:54
Hallo Leute, ich hoffe hier kann mir jemand weiterhelfen.

Kurz zu meiner Lage:
ich bin alleinerziehend, 3 Kids in Kiga und Grundschule und arbeite seit einem Jahr Vollzeit.

Zu Anfang war der Vater der Kids noch hier und hat sich an der Betreuung beteiligt. INzwischen ist er im Ausland, gezahlt hat er nie, UVG läuft bald aus.

Ich verdiene nicht viel und arbeite auch Abends und am Wochenende.
Das Geld reicht nicht, Schulden sammeln sich an, bis Mahnbescheid inzwischen.
Das liegt vor allem an den horrenden Kinderbetreuungskosten, die ich nicht mehr finanzieren kann.

Nun habe ich ein anderes Angebot, aber 800km von hier, bessere Arbeitszeiten UND mehr Geld. Ich würde gern kündigen aber dabei gibt es ein Problem:
1. ich brauche einen Monat Zeit ohne Job um Umzug, neue Schule, Kiga, Babysitter etc.. zu regeln. Den Umzug kann ich mir eigentlich nicht leisten.

Was passiert, wenn ich hier kündige?
Bekomme ich den einen Monat überhaupt irgendeine Unterstützung, wenn schon nicht ALGI dann doch II?

Ich bin physisch und psychisch total fertig und kann so nicht mehr weitermachen. Der neue Job wäre eine große Chance, doch weiter mein Geld zu verdienen.

Ein Anruf bei der ARGE, die sagen, ich darf nicht kündigen. Leider wird mein AG sich nicht darauf einlassen, mir zu kündigen....Aber mindestens die Kids hätten doch Anspruch auf Unterstützung oder? Bleibt ja immer noch das Problem, dss ich hier mein Geld im Voraus kriege (also 3. juni für Juni) und im neuen Job erst Ende des Monats. Insgesamt also zwei Monate zu überbrücken...
Weiß jemand einen Rat?????

StephanK
05.06.2007, 16:36
:welcome: Kathi,
wenn Du tatsächlich seit einem Jahr vollzeitig arbeitest müsstest Du einen Anspruch auf (das "richtige") Arbeitslosengeld erworben haben. Schau also bitte mal genau nach, ob Du 360 Arbeitstage zusammenbringst und beantrage dann, wenn es so weit ist, ggf. Arbeitslosengeld bei der Arbeitsagentur.

Wenn Du von Dir aus kündigst tritt eine Sperrzeit von zwölf Wochen ein. Sie kann auf die halbe Zeit ermäßigt werden, wenn die zwölf Wochen eine besondere Härte bedeuten würden, wofür in Deinem/Eurem Fall einiges zu sprechen scheint. Härtefall-Entscheidungen sind aber immer sehr einzelfall-bezogen, so dass ich nur auf diese Regelung hinweisen, aber nicht vorhersagen kann, ob Du mit sechs Wochen "davon kommen" würdest. Jedenfalls denke ich, dass Du Dich im Fall des Falles darauf berufen solltest.

Während einer Sperrzeit kannst Du sozusagen ersatzweise Alg II beantragen. Dieses würde - Sanktion bleibt Sanktion... - um 30 % abgesenkt, allerdings nur der auf Dich selbst entfallende Anteil, d.h. es gäbe für Dich selbst nur € 242 und für die Kinder zusammen € 624, plus Miete, wenn und soweit sie angemessen ist.

Für den ersten Monat im neuen Job kannst Du / könnt Ihr Alg II als Darlehen erhalten, was dann allerdings am neuen Wohnort neu beantragt werden muss.

Die ganze Aktion wird leider einigen Papierkrieg mit der Sozialbürokratie bedeuten, aber das ist leider unumgänglich.

Trotz dieser Hindernisse wünsche ich Dir einen guten Start in den neuen Job!

Kathi1970
05.06.2007, 17:32
Das klingt ja gar nicht so schlecht...
Die ARGE will mir leider nichtmal einen Termin geben zur Beratung....typisch....
Im Internet bleibt man ja gern etwas anonym, deswegen habe ich eine INfo noch nicht gegeben: ich gehe in den Süden, aber ins benachbarte Ausland. Zum 30.8. will ich kündigen. Zum 1.10. trete ich die neue Stelle an. Im September werden wir noch hier unsere Wohnung haben und gemeldet sein und nebenbei den Umzug stückweise machen (ein Umzugsunternehmen kann ich mir nämlich nicht leisten...). D.H. ich werde tageweise auch abwesend sein und etwa eine Woche vor Stellenantritt die Kids mitnehmen. Ä'ndert das was an der Situation mit der ARGE?

Ich verstehe ja die Regeln, aber für mich gibt es keine Alternative. Die nächsten WOchen bin ich in Kur und glaube, es wäre kein Problem, auch vom Arzt bescheinigt zu bekommen, dass dieser jetztige Job unzumutbar für mich ist.