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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hallo ich bin der Neue...!


Blazter
14.03.2006, 11:53
"Hallo, ich bin der Neue...!"

So oder so ähnlich dürfte es demnächst öfter erklingen, wenn es um Arbeitslose geht.

Ich möchte mich vorstellen:

Mein Name ist Manuel S., ich bin 31 Jahre alt, Netzwerkadministrator, Programmierer und DTP'ler und bin Harz-Empfänger. Ich hasse Behörden und Erbsenzähler wie die schwarze Pest, aber ich versuche, mit ihnen auszukommen.

Mich zu beschreiben geht leicht: Wenn ich merke, dass mich eine Behörde nur aus Spass am schikanieren in die Knie zwingen will, gehe ich schlicht lieber in's Gefängnis, als mich der Schikane zu beugen.

Ich habe viele Freunde, die mir aber bisher nur helfen konnten, "das schlimmste zu verhindern". Das ich beruflich nicht auf den grünen Zweig komme, laste ich aber nur mir selbst an und niemandem sonst.

Im Moment habe ich mich mit dem Arbeitsamt Koblenz angelegt.

Das ging so (für die, die noch Puste haben):

____________________________________

Ich komme auf's Arbeitsamt, sogar noch BEVOR ich den Mietvertrag für die Wohnung in KO unterschrieben habe. Sehr löblich, oder?
Der Mann dort fragte mich, ob ich Harz empfange oder ob ich vor kurzem arbeiten war. Ich sagte ihm, ich bin Harz-Empfänger. Er gab mir ein "Arbeitspaket" und machte Notizen im Computer.

Zwei Tage später ein Anruf: "Herr S., sie müssen PERSÖNLICH vorsprechen, sonst gibt es kein Geld!". Ich, völlig baff, noch mal hin. Dort sate man mir dann, dass ich hätte im ersten Stock vorsprechen müssen. Auf meine Frage hin, WOHER ich das denn wissen sollte und warum in Gottes Namen da unten ein Portier sitzt, zuckt man nur mit den Schultern.
Ich hätte ja eher erwartet, dass man auf irgendeinen gelben Zettel an der Wand zwischen tausend anderen verwiesen hätte auf dem steht: "HarzIV: bitte im ersten Stock vorsprechen", aber nicht mal das.

Ich habe, vorsorglich, alles benötigte bereits dabei und alle HarzIV-Unterlagen säuberlich ausgedruckt in der Tasche. Ich stehe an. Eine halbe Stunde später gibt man mir am Schalter eklig kopiertes Material in die Hand auf Umweltpapier. Das gleiche, was ich auch dabei habe in Hässlich und unausgefüllt, und dazu einen Termin für meinen Berater. "Jojo" trällere ich und düse mit dem Material ab.

Ich führte daraufhin einige Gespräche, weil man mir mitteilte, dass ich erst ab dem x.ten gemeldet bin, weil ich da erst am (richtigen) Schalter war. Der Portier hat mich plötzlich nie gesehen zuvor. Wie nett.

Ich bin schon wieder geladen und auf Hundertneunzig.

Meine Beraterin erweist sich nun als die grösste Erbsenzählerin, die mir je begegenet sein soll (halt, das nehme ich zurück. schlimmer geht's immer).

Sie erkennt meine sauber ausgedruckten Unterlagen nicht an, weil die Unterschrift des jenigen vom Schalter fehlt, die wohl auf den "hässlichen" Unterlagen drauf sind. Ich solle sie bitte von Hand ausfüllen und mich gleich wieder melden.

"Nö."

"Nö?"

"Nö."

Ich habe Stolz. Ich gebe vorbildliche Unterlagen ab und nur wegen einer kleinen Unterschrift mit Datumsangabe setze ich mich keine 20 Minuten in's Foyer. Es wäre um ein vielfaches sinnvoller, die Unterschrift zu holen.

Jedenfalls bekam ich zu hören, dass man nicht mit mir diskutieren wolle und die üblichen Sprüche. Ich habe mich dann breit treten lassen und die erste Seite ausgefüllt und auf den Rest von meinen Unterlagen gelegt.

Sie kommt wieder von ihrem Plauschtermin und sagt: "Oh oh, so gemicht. Wenn das mein Chef sieht. Nein, füllen Sie das bitte richtig aus!". Ich sage ihr, dass ich es verstehe, wenn sie unbedingt ihre Unterschrift drauf haben will, aber das ich es nicht verstehe, wenn es auch noch "schön" aussehen soll.

Neben der Dame sass ein Mann, der war sehr nett. Der hat immer wieder nett auf mich eingeredet. Ich glaube, damit hat er schlimmeres verhindert. Ich war kurz vor'm explodieren.

Ich habe tatsächlich alles ausgefüllt und meine "vorbildlichen Unterlagen" (das war das erste, was die Dame sagte, als sie die Unterlagen sah) wieder mit nach Hause genommen. Wofür kann man sich den Kram eigentlich im Internet ausdrucken? Macht doch eh keinen Sinn.

Es ist nur eine Kleinigkeit bisher und ich bin schon auf Zweihundert.

Weiter im Text: Nun will die Dame, dass mein Vermieter so eine Bescheinigung unterschreibt.

"Nö."

"Nö?"

"Nö."

Gleiches Spiel. Ich will meinem Vermieter nicht unbedingt unter die Nase reiben, dass ich Harz-Empfänger bin. Ich habe mich schon auf der Strasse gesehen und diesmal wurde ich laut! Ich sagte der Dame, dass ich in Bad Ems KEINE Bescheinigung abgeben musste. Warum hier?

"Wir haben mit Bad Ems nichts zu tun! Bei uns ist das so und ende!"

Als ich ihr klar machte, dass sie dann dafür verantwortlich sein wird, dass ich auf der Strasse sitze (der Vermieter kann innerhalb von XY vom Vertrag zurücktreten und das hätte er auch tunlichst gemacht) und wenigstens noch 10 Minuten ein Drama veranstalten musste und den Chef sprechen wollte, kam sie von einer Kollegin wieder mit einer anderen Lösung:

Ein Wohngeldantrag sieht ähnlich aus und beinhalte alles, was sie bräuchte!

Gut. Ich besorge auch dieses.

Ich bedanke mich und verlasse das Haus, voll guter Dinge, dass ich den Sch..... endlich von der Backe habe.

Denkste! Es soll noch Wochen dauern, bis man mir Geld überweist.

Ich hatte zuletzt mehrmals angerufen und denen mitgeteilt, dass man mir das Gas abstellt, wenn nicht bald was kommt. Ich bin RUNINIERT und mein Vermieter guckt auch schon sehr schräg. Mir gehen die Ausreden aus. Ich verlange den Chef ans Telefon. Der sagt zu mir nur: "Ich kann nicht mehr, wie arbeiten. Aber so, wie ich das sehe, fehlt eh noch was in ihren Unterlagen!". "WAS???" schreie ich, "das ist doch nicht ihr ernst??? Das sagen sie mir JETZT???". Er würde sich drum kümmern und "Ende". Mehr gäb's dazu nicht zu sagen.

Ich gehe auf's Sozialgericht. Der Mann dort verlangt noch das ein oder andere an Unterlagen und ich mache einen Termin für Nachmittag, um das Nötige zu tun, damit ich Geld bekomme.

Am gleichen Nachmittag kommt ein Anruf von der ArGe Koblenz. Der Chef vom Chef. Er will mit mir reden, wegen Gas abstellen und Miete und so weiter. Am Ende des Gespräches sagte er mir, dass er es "direkt" bearbeitet. Ich sage ihm daraufhin, dass ich "nicht" zum Sozialgericht gehen werde und mich sehr freue, dass ich Geld zum Leben zur Verfügung gestellt bekommen werde.

Es kam. Ich habe das Geld.

Gestern kam ein Schreiben, dass ich eine Eingliederungsvereinbarung abschliessen soll. Jetzt am Donnerstag. So ein Zufall.

Ich bin so weit unten, dass ich bereit bin, auch was anderes zu tun. Ich bin im Gespräch mit einem Stukkateur. Prima. Eine IT-Fachkraft, die auf einer Baustelle rum turnt. Naja. Jeder ist seines Glückes Schmied. Verwunderlich ist nur, dass mir die Agentur für Arbeit noch NIE einen Job hat zukommen lassen. Kein Anruf. Kein "Tip". NULL Bemühungen um Arbeit für mich. Und das, obwohl ich angemeldet habe, dass ich auch "was anderes" probieren würde.

Staatsauftrag verfehlt!

Besagter Stukkateur sagt zu mir: "Das Arbeitsamt soll mich mal anrufen". Ich rufe eben auf der AfA (Das müsste eigentlich "AdE" heissen: Agentur der Erbsenzähler") an und gebe das durch. Antwort: "Wieso soll ich anrufen? Der kann doch MICh anrufen! Geben sie ihm einfach meine Nummer!". Und "umgehend" danach kommt: "Und WIR sehen uns am Donnerstag Herr S.!".

Könnte es sein, dass man sich gekränkt fühlt bei der AfA Koblenz und jetzt "meinen Hintern" in einer Eingliederungsvereinbarung haben will?

Ich werde das natürlich NICHT unterschreiben. Klar. Ich werde die Dame am Donnerstag höflich fragen, ob sie sich einmal bemüht hat, Arbeit für mich zu finden. Denn bisher haben wie uns, und das ist eine Frechheit, nicht ein einziges mal um mich als Fackkraft unterhalten!

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Ich wollte mich übrigens in Bad Ems selbständig machen, aber man wollte eine Bestätigung einer Unabhängigen Stelle über mein Konzept. Nach wochenlangem Hickhack habe ich erfahren, dass diese Stellungnahme generell nicht möglich ist, weil die IHK keine für Harz-Empfänger abgibt. Steuerberater geben auch keine, weil sie Angst haben, sie müssen hinterher für irgendwas gerade stehen (wow, Steuerberater schlagen Geld aus, weil sie Angst vor einem Amt haben. Arbeitsamt = Finanzamt? Demnächst ebenfalls Exekutive?). Wirtschaftsprüfer sind unbezahlbar für einen Harz-Empfänger. Wortlaut der (netten) Dame von der IHK: "Das ist ein Spiel, was das Arbeitsamt gerne spielt!".

In Koblenz fragte ich, ob das Spiel dort auch gespielt würde. Antwort: "Keine Ahnung, wovon sie sprechen?! Ich hatte noch keinen Fall mit Unterstützungsgeld!".

Auch darüber ist bis heute kein Wort mehr verloren worden. Aber mich in eine "Eingliederungsvereinbarung" stecken wollen.

Da danke ich aber!

_________________________________________________

Ich hoffe, ich habe euch nicht zu sehr genervt. Ich weiss, dass es Tausende gibt, die am Boden zerstört sind, weil die Erbsenzähler auf ihren Breitärschen sitzen und Leute schikanieren, die ihnen nicht in den Arsch kriechen. Ich möchte mich aber auch gleichzeitig bei allen Beamten und Nicht-Beamten entschuldigen, die ihre Arbeit mit Herz machen (ein Appell an den Mann, der neben meiner Beraterin sitzt. Sehr nett und sympathisch der Mann!) und darauf aus sind, Existenzen zu schaffen, als aus purem Spass und Machtgier zu zerstören.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Liebe Grüße,
M. S.

Die Ägypter
14.03.2006, 16:16
Hi und Willkommen!!!

Nach deinem Bericht weiß ich jetzt wieder, warum ich Anträge, Folgeanträge und überhaupt alles, was mit der ArGe zu tun hat, schriftlich per Einschreiben/Rückschein dorthin gelangen lasse...

Das kostet zwar Geld, ist allerdings nervenschonend... und Anrufe bei der ArGe... vergiss es... Zwar kann man sich Telefonnotizen anfertigen (sollte man auch....) aber Beweiskraft.... naja....

Blazter
14.03.2006, 17:05
Danke sehr :)

Also, ich werde mir den Antrag am Donnerstag zunächst erst einmal mit nach Hause nehmen und einer rechtsberatung vorlegen. So lange wird die Dame vom Amt wohl warten müssen. Ich sehe allerdings schon ihre Worte vor mir: "Sie MÜSSEN das unterschreiben. JETZT! Sonst sperre ich sie auf der Stelle!".

Ich gehe einfach mal davon aus, dass ich am Donnerstag Nachmittag erneut auf dem Sozialgericht bin.

Übrigens habe ich meinem neuen, potentiellen Arbeitgeber durchgegeben, dass doch ER bitte anrufen solle, weil das Amt das so wolle. Antwort: "Wie bitte? ICH soll mich darum bemühen und das Arbeitsamt anrufen? Ich habe besseres zu tun, hier stellen sich ständig Leute vor. Für so was habe ich keine Zeit. Auf wiederhören!".

Tzja. Ich habe das meiner Arbeitsberaterin (klingt fast schon ironisch) durchgegeben. Sie sagte: "Warum stellt der sich so an?". Auf meine BITTE HIN, mal wenigstens anzurufen und zu versuchen, mir den Job zu verschaffen für den SIE noch keinen Finger krumm gemacht hat ( -> Aber das fertige Formular für die Eingliederungsvereinbarung da liegen haben) sagte sie nur: "Ich weiss aber nicht, ob ich das heute noch schaffe!".

Vermutlich hat sie morgen frei und hat damit einen Aufschub bis Donnerstag. Ich unterstelle der Dame langsam, dass sie in keinster Weise daran interessiert ist, mich zu vermitteln. Ich glaube, sie will Machtspielchen mit mir treiben, weil sie es nicht verkraftet hat, dass ich mich bisher durchgesetzt habe.

Wenn sich die Dame diese Woche nicht wenigstens "ein wenig" dafür einsetzt, dass ich den Job bekomme, sondern mir statt dessen weiter Steine in den Weg legt, werde ich auf das Sozialgericht gehen und Klagen. Es kann nicht sein, dass deren blöde EV wichtiger ist, als mir einen Job zu besorgen!

More to come....

gazelleklaus
14.03.2006, 21:03
Hi Blatzer,

das Spiel geht ganz einfach. Wenn Du alle Trainingsmaßnahmen, Profilings und unnötigen Kurse mitgemacht hast, dann wird man versuchen Dich irgendwo unterzubringen. War bei mir genauso. Eine Woche vor Ablauf der letzten TM; bei der ich nicht mal 1 € bekam; hatten sie plötzlich mehr Zeit sich um meine Belange zu kümmern.
Jetzt habe ich einen Job, keinen guten aber wenigstens bin ich dieses Ges... von der Arge los.

Irgendwann wird mal einer Amok laufen...... :kotz:

Blazter
14.03.2006, 22:06
Es sieht fast so aus, als wäre das unterbringen "im eigenen Hause" (Trainingsmassnahmen, Profilings und unnötige Kurse) sehr viel einfacher, als sich um das zu kümmern, wofür die Damen und Herren bezahlt werden: Arbeit zu vermitteln! Und weil die "Zwangs-Kunden" auf diese Art genauso aus der Statistik fallen, nimmt man den Weg, des geringsten Widerstandes.

Man sollte die ArGe mal daran erinnern, dass sie einen Staatsauftrag hat und dass wir kein Vieh sind. Die Damen und Herren in der ArGe sollten für UNS da sein und nicht umgekehrt. Eine gesunde Fachkraft, die arbeiten will, sollte AUF HÄNDEN zur Arbeit getragen werden.

Man wird behandelt, wie ein Problem, statt wie eine Chance.

Upsala
14.03.2006, 22:19
Also, wenn ich das hier so lese, drängt sich mir der Verdacht auf, das dort doch etwas unter der Hand verdient wird, mit diesen internen Vermittlungen. :? :shock:

Blazter
14.03.2006, 23:18
Ich glaube, ich will gar nicht wissen, was wirklich läuft. So lange man die Kirche im Dorf lässt, ist das alles auch nicht wichtig. Aber jetzt wird der Staat deren mit dem grossen Los gegenüber angreifend. Aber allzuoft wird ein Forum zum Sammelbecken von Heulern und notorischen Gegnern. Deswegen spekuliere ich auch gar nicht, was in den Ämtern "dunkles" getrieben wird.

Leider brauchen wir uns nur noch an Fakten zu halten und haben es gar nicht mehr nötig, zu spekulieren. Wir haben, ich behaupte das einfach mal, sicher weit über 8 Millionen Erwerbslose und jeder neu hinzukommende muss durch den Strudel der Bürokratie. Egal, ob er vorher jahrelang treu eingezahlt hat OHNE zu hinterfragen. Wieso tut er es dann jetzt?

Upsala
14.03.2006, 23:30
Also das mit der „Kirche im Dorf“ ist schön und gut, aber München ist eine Großstadt. Außerdem ist HartzIV nicht wirklich alt und dort bereichern sich mittlerweile so viele Geschäftemacher, daß mich nichts mehr wundert. Was soll man denn noch hinterfragen, wenn man über Nacht einige Gesetzesnovellen präsentiert kriegt und sich morgens die Augen reibt. Oder vor lauter Arbeit nicht an Arbeitslosigkeit und seine Tücken denkt. :oops:

gazelleklaus
15.03.2006, 01:49
@Blatzer
Zitat:
Die Damen und Herren in der ArGe sollten für UNS da sein und nicht umgekehrt. Eine gesunde Fachkraft, die arbeiten will, sollte AUF HÄNDEN zur Arbeit getragen werden.

Welche Arbeit denn ???

Wenn es genug Arbeit gäbe, hätten die Argen auch mehr Zeit für die einzelnen AL.

Blazter
15.03.2006, 10:09
Moment mal. Allein die Einführung von Hartz hat mehr als eine halbe Milliarde gekostet und was auch sonst noch an "unnötigen" Kosten produziert wurde, geht auf keine Kuhhaut.

Bund und Länder sind absolut UNFÄHIG. Man nimmt einfach mal ein paar Millionen und probiert aus: Hmmm, war wohl doch nicht so gut. Mal was anderes probieren! Wie jetzt? Andere Job-Vermittlungen sind wesentlich erfoglreicher? Kaufen wir uns doch einfach da ein, weil wir es selbst nicht hinbekommen haben. Okay, wir hatten das Hundertfache ausgegeben, aber DAS WEISS JA KEINER!

Was unser Staat an Geld verheizt, würde SICHER ausreichen, um genug geschultes Personal in den Arbeitsagenturen zur Verfügung zu stellen. Aber man ist ja viel zu sehr damit beschäftigt, das Modell WIEDER umzustrukturieren.

Dass ich mich jetzt hier über einige wenige Mitarbeiter in Koblenz brüskiere, ist sicher nicht zu verallgemeinern. Jedoch steigt die Zahl der "arroganten" Mitarbeiter, denn in den ArGen wird von oben eingeprügelt, dass die Arbeitslosen daran schuld sind, dass sie so viel zu tun haben.

Nur wenige von den Sachbearbeiter(innen) hat sich sicher Gedanken gemacht, dass ihre höchsten Chef's vielleicht die Fehler machen könnten. Wer sägt schon an dem Stuhl, auf dem man sitzt...?!

Aber man darf sich nicht mehr alles gefallen lassen. Das nimmt ja überhand langsam.

gazelleklaus
15.03.2006, 20:28
Du hast im großen und ganzen Recht.
Das diese ganze Sch... von ganz oben kommt, dürfte mittlerweile jedem klar sein.
Es bringt uns aber auch nicht weiter, uns darüber aufzuregen wie schlecht das System ist.
Was helfen würde sind kreative realistische Vorschläge, wie es besser gemacht werden kann.
Ich wage zu behaupten, daß keiner einen Arbeitsplatz findet, wenn er wartet bis vom Amt was kommt.

Zitat Blatzer:
Nur wenige von den Sachbearbeiter(innen) hat sich sicher Gedanken gemacht, dass ihre höchsten Chef's vielleicht die Fehler machen könnten. Wer sägt schon an dem Stuhl, auf dem man sitzt...?!

Mit dem Sägen hast Du 100% Recht, aber daß die SB sich keine Gedanken machen glaube ich nicht. Kenne einen von den Wegelageren persönlich. Er ist gerade zum Amtmann befördert worden. 8)
Und sicher nicht weil er so gut zu den AL war.
Trotzdem ist er intelligent und macht sich seine Gedanken. Aber wie gesagt, nicht der Ast auf dem er sitzt.

@ graefin zahl
Entschuldige bitte das böse W-Wort

Blazter
21.03.2006, 17:50
Und weiter geht's:

Das war ein farbenfroher Tag, ich muss schon sagen.

Heute Morgen war der zu erwartend ereignisreiche Tag, an dem ich meine Eingliederungsvereinbarung abgeben sollte. Die Dame war ja schon nicht so recht begeistert, dass ich überhaupt die Frechheit besaß, die Unterlagen zur Durchsicht mit nach Hause zu nehmen. "Sie können das doch hier in Ruhe lesen", sagte sie.

Naja, nachdem ich sie davon überzeugt hatte, dass ich sehr wohl gerne eine Rechtsberatung darüber schauen lassen möchte, hat sie mir einen neuen Termin gegeben.

Der war heute morgen. Neun Uhr. Dachte ich jedenfalls.

Ich stand an der Tür und bekam einen ernsten Blick zugeworfen: "Der Termin war um Acht Herr S.!". "Oha, verzeihung. Ich hatte mir Neun Uhr notiert!".

Sonst schicken sie einem für jeden Scheiss diese "Einladungen nach §59 SGB".

Die Dame sagte mir dann, ich könne in einer Stunde wieder kommen, dann hätte sie Zeit. Immerhin wollte sie mir kein Geld kürzen, wegen irgendwelcher Verspätungen, ich war überrascht.

Ich sagte ihr, dass ich einen Termin bei meinem "vielleicht-Chef" habe, der auf die Unterlagen bezüglich der Eignungsfeststellung/ Praktikum wartet. "Dann kommen sie nach dem Termin wieder zu mir!".

Ohne die Unterlagen? Prima. Aber was habe ich für eine Wahl?! Also ich los zu meinem potentiellen neuen Chef, der seine Termine extra so gelegt hat, dass er Zeit für mich hat. Ich scheine enien guten Eindruck zu machen, immerhin.

Der fand das gar nicht witzig, dass ich ohne Unterlagen da stand und ihm sagte, dass ich wieder weg muss, um die Unterlagen zu holen. Aber ich erklärte ihm auch, dass es ein Mißverständnis war und bis hier hin war eigentlich nur zu bemängeln, dass sie mir die Unterlagen nicht sofort mitgeben konnte. Aber dass bei ihr alles nach (ihrem) Gang laufen muss, habe ich ja schon merken dürfen.

Endlich der grosse Augenblick. Sie zeigt mir den Praktikumsvertrag mit der Fahrtkostenberechnung etctera und winkt hinterher mit einem Eingliederungsvertrag. Ich nehme den, den ich mit nach Hause genommen habe aus der Tasche und sage:

"Ich bin nicht so Recht einverstanden damit. Ich bin IT-Spezialist und bin trotzdem bereit, auf einer Baustelle zu arbeiten. Die Aussichten für diese Arbeit sind da. Ferner haben Sie sich noch keinen Deut für mich eingesetzt und mit mir geredet, wollen mich aber schon in irgendwelchen Vereinbarungen sehen!"

"Natürlich haben wir schon über sie geredet!" antwortet sie schnippisch.

Sie meint wohl die 5 Minuten, wärend dessen sie ganz verboten auf ihren PC geguckt hat um mir dann zu antworten: "Ist leider nix da im Moment". Ich glaube, die Dame hat nicht so recht verstanden, was ich Hauptberuflich bisher gemacht habe?!

Ich sagte ihr dann jedenfalls, dass ich das nicht unterschreiben möchte. Alles, was im Vertrag festgehalten ist, erfülle ich sowieso zur Zeit und da ich mich auf dem Weg zu einer festen Arbeitsstelle befinde, halte ich die Vereinbarung für unsinnig.

"Dann kürze ich ihnen das Geld um 30%!".

Ruuuhig Brauner. Immer langsam mit den jungen Pferden.

"Ich sagte ja nicht, dass ich das NICHT unterschreibe! Ich habe mir nur gedacht, dass sie so etwas sagen würden und habe etwas vorbereitet!"

Ich reiche ihr die Dokumente, die sie mir zur Einsicht mit nach Hause gegeben hat. Auf der EGV steht auf dem Unterschriftsblatt: "Meine Unterschrift ist nur mit der beigefügten Erklärung vom xx.03.06 gültig. Diese Erklärung habe ich bei Frau XYZ abgegeben."

In der Erklärung stand dann:

_______________________________
ich behalte mir alle Rechte einschließlich Schadensersatz gegenüber allen staatlichen Stellen und Maßnahmeträgern vor (Art.34 GG und § 839 BGB), sollte diese Eingliederungsvereinbarung rechtswidrig oder verfassungswidrig sein.
Ausserdem weise ich ausdrücklich darauf hin, dass ich die getroffenen Vereinbarungen unter dem Druck der Androhung von Leistungskürzungen und meinem ausdrücklichen Protest einhalten werde und ich keinen Einfluss auf die Form und den Inhalt der Eingliederungsvereinbarung hatte bzw. diese nicht berücksichtigt wurden. (Art.12 GG Pkt. 1-3).
_______________________________

Daraufhin sagte sie "Sie unterschreiben mir DAS hier und Ende!" und zeigt auf eine neue EGV. Ich sagte der Dame höflich, dass ich nicht eine EGV mit zur Einsicht nach Hause nehme, um dann wieder eine ANDERE zu unterschreiben. Dann kam wieder der Satz: "Dann kürze ich ihnen das Geld um 30%!". Sie war recht flott mit dieser Drohung. Die ging ihr leicht von den Lippen.

"Dann notieren Sie doch wenigstens die zwei Sätze auf der neuen EGV, die besagen, dass ich...." - "Nein, sie unterschreiben mir jetzt das hier!".

"Gut" sage ich, "dann machen sie, was sie machen müssen. Ich will jetzt was produktives tun. Geben sie mir bitte die Unterlagen für das Praktikum. "Sie unterschreiben das jetzt hier oder ich kürze..." - "Geben sie mir die Unterlagen für das Praktikum!" habe ich sie unterbrochen.

"Sie bekommen von mir gar nichts mehr!".

Es ist kaum zu glauben, aber die Dame hat die Unterlagen eingepackt und fort geräumt. Wenn sie sich mit mir streitet, worum auch immer, ist das eine Sache. Aber sie hat mir schon genug Steine in den Weg gelegt, endlich ARBEITEN GEHEN ZU DÜRFEN und jetzt zieht sie mir den letzten Strohhalm vor der Nase weg.

Ich habe ihr gesagt, dass wir das jetzt anders regeln werden. Ich bin gegangen. Dann habe ich meinen "eventuell-Chef" angerufen und mich hundert mal entschuldigt, weil ich immer noch keine Unterlagen habe. Ich habe ihm die Sachlage erklärt und er zeigte sich verständnisvoll. Gott sei Dank. Er sagte so was wie: "Junge, normalerweise würde ich so einen Fackelzug nicht mitmachen!".

Prima. Also, wenn ich keinen Stein im Brett hätte, wäre das Arbeitsamt dafür verantwortlich zu zeigen gewesen, dass ich die Arbeit nicht bekommen hätte! DAS wäre doch was für die Medien.

Ich bin auf's Sozialgericht. Dort hatte mich die Geschäftsführerin am Wickel. Die sagte, dass sie einstweilige Rechtsmassnahmen ergreifen wird, aber sie bat mich, in ihrem Namen zum GF der ARGE zu gehen, um genau dieses zu vermeiden. Das tat ich dann auch.

Dort hat sich nun ein netter Herr um mich gekümmert. Er war Teamleiter oder so was. Er gab mir umgehend meinen Prakitkumsvertrag mit. Wegen der EGV und der Sache, dass ich nicht "anstaltslos" unterschreibe, werde ich morgen einen Termin beim Chef bekommen. Der wird sich mit mir unterhalten. "Wegen der Kürzung machen sie sich mal keine Sorgen. Kümmern sie sich nur darum, dass sie diesen Job bekommen!".

DAS sind doch mal warme Worte! Mehr wollte ich doch gar nicht.

Ich nehme meine Taufe vorerst zurück und mache aus der "Gemeinschädlichen Agentur gegen Arbeit (Gaga)" eine "AfA-mH (mit Hoffnung)".

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, was der Chef mit mir ausmachen wird. Ich bin mal gespannt. Ich hätte fast gesagt: "Schlimmer kann's nicht mehr werden!", aber die Erfahrung zeigt: Tiefer geht's immer!

Jedenfalls bestehe ich auf eine(n) andere(n) Arbeitsberater/in. Den Fackelzug mache ich nicht mehr mit.


Sorry, dass es so lange geworden ist :)

gazelleklaus
21.03.2006, 21:40
Recht so.

Oder wie war das mit der Demokratie? 8)

Mona_Lisa
23.03.2006, 14:31
Also sorry, aber beim Lesen der Beiträge (von Blazter) fällt mir doch sehr der extrem aggressive Unterton auf. Hier mal ein paar Zitate: Ich hasse Behörden und Erbsenzähler wie die schwarze Pest, aber ich versuche, mit ihnen auszukommen.
Mich zu beschreiben geht leicht: Wenn ich merke, dass mich eine Behörde nur aus Spass am schikanieren in die Knie zwingen will, gehe ich schlicht lieber in's Gefängnis, als mich der Schikane zu beugen.
Im Moment habe ich mich mit dem Arbeitsamt Koblenz angelegt.
Ich bin schon wieder geladen und auf Hundertneunzig.
Meine Beraterin erweist sich nun als die grösste Erbsenzählerin, die mir je begegenet sein soll
Ich war kurz vor'm explodieren.
Und das alles in einem Post. Alleine der Eingangssatz: "Ich hasse Behörden und Erbsenzähler wie die Pest" sagt schon alles. Keiner geht gerne auf's Arbeitsamt, und es gibt auch viel zu meckern. Wenn man aber von vornherein schon so eine aggressive Grundhaltung hat, ist es klar, das da nichts bei 'rauskommt.

Und dann ist mir noch dies aufgefallen:
Ich bin so weit unten, dass ich bereit bin, auch was anderes zu tun. Ich bin im Gespräch mit einem Stukkateur. Prima. Eine IT-Fachkraft, die auf einer Baustelle rum turnt. Naja. Jeder ist seines Glückes Schmied.

Man sollte schon wissen, was man bieten und was man fordern kann. Ich kann deinen genauen Hintergrund nicht beurteilen, aber IT-Fachkraft, na ja, falls das irgendso 'ne komische Weiterbildung war, dann ist das nichts. Systemadministratoren werden auch nicht gerade viel gesucht. Wenn man dann noch keine Berufserfahrung in den Bereichen (oder generell) hat, dann muss man auch ein paar Abstriche machen. Es gibt viele Leute mit guten Berufserfahrungen, die wirklich viel bieten können, die aber trotzdem keinen Job finden. Es ist normal, vom Weg abzuweichen.

Diese unangebrachte Arroganz "....eine IT-Fachkraft, die auf einer Baustelle 'rumturnt.....", die ist leider völlig fehl am Platz.

Mit dieser Haltung wirst du es schwer haben.

Codeman
23.03.2006, 17:32
Hallo Mona_Lisa,

kann dem dir geschriebenen Posting nicht zustimmen.Ich finde,dass Blazter genau das richtige macht - er wehrt sich gegen diese Willkür.Er bringt dies wahrscheinlich nur in diesem Ton rüber.

Ich muss Blazter mein tiefsten Respekt aussprechen und sagen: Gut so ! Diese arroganten SB´s muss man da packen wo es weh tut - Dienstaufsichtsbeschwerde (bleibt in den akten) und gleich zum Vorgesetzten.Zur Not auch in die Presse (BILD,regionale Zeitungen,Sozialgericht).

So was muss public werden!

Drücke dir weiterhin die Daumen für deinen Feldzug gegen diese SB !

MfG
Codeman

Blazter
23.03.2006, 19:48
Codeman: Richtig! Ich war und bin ungehalten und das zeige ich auch. Eigentlich zeugt es von Grösse, wenn man Ruhe bewahrt. Aber manchmal geht das einfach nicht mehr so einfach, wie man sich das vorstellt.

Aber es war und ist dumm von mir, immer gleich "aufbrausend" zu sein. Und von wegen Arroganz: Ich HABE Berufserfahrung und ich denke mal, dass ich es verdient hätte, das man wenigstens VERSUCHT, mich in meinem Beruf unterzubringen. Aber who cares. Es gibt Tausende mit meiner Story. Steht auch nicht wirklich zur Debatte, wie ich finde.

Ich habe aber auch direkt ein Update zu der Story:

Ich hatte den Termin wahr genommen um 7.30 in der Hoffnung, den Erhebungsbogen für das Praktikum abgeben zu können, damit ich um 8.00 Uhr beim Arbeitgeber sein kann. Die nette Vorzimmerdame vom Chef sagte dann: "Herr S. ich kann Sie leider nicht gehen lassen. Sie müssen erst mit ihrem Teamleiter sprechen. Das ist wichtig!". Ich sagte der Dame, dass mein vielleicht-Chef mit Sicherheit keine Störung mehr duldet. Er hatte einfach zu viele davon. Das ist das Ende des Jobs!

"Es tut mir Leid Herr Stürz, das ist sehr sehr wichtig!"

*tieferseufzer*

"Rufen Sie bitte Herrn A. an und sagen Sie ihm das!"

Ich möchte es diesmal nicht mehr so in die Länge ziehen und fasse mich kürzer: Herr A. war überhaupt nicht angetan. Ich sah den Job davon flattern.

Das Gespräch mit dem Teamleiter war dann teils teils. Eine Dreiviertelstunde lang haben wir uns angeschnauzt mit leicht erhöhter Lautstärke und die letzte Viertelstunde war Produktiv. Ich habe einige Änderungen in die EGV bekommen und war zufrieden und er konnte mir dann auch erzählen, dass er keinen einzigen geschulten Mann bzw. Frau da hat und alle seit einem Jahr auf, wenigstens, eine Weiterbildung warten. Ach ja: Und die Software ging "mal wieder" nicht. Völlig unterbesetzt wären alle Ämter und trotzdem würde Budgets gekürzt.

Er war stinksauer.

Dann sagte er, dass er es nicht in Ordnung fände, was mit den unter 25-Jährigen passiert, denn da würden wieder alle, wie in einer Fabrik, am Fliessband über einen Kamm geschert und abgearbeitet nud so wird erneut aus einer guten Idee ein billiges Theaterstück der Politik.

Der Mann wurde mir immer symphatischer. Er sagte dann noch was von den noch zu erwartenden Änderungen und dass diese, seiner Meinung nach, endgültig zu weit gingen.

Ich habe mich sogar breit treten lassen, die Arbeitsberaterin zu behalten (ich nehme an, es hätte an ihrem Stolz gekratzt - der wohl eh durch mich schon leicht angekratzt war). Tzja, die Mitleids-Tour zieht bei mir.

Am Ende war es dann wohl eher, dass meine Änderungen durch gingen und endlich mal jemand "versucht" war, sich mit mir zu einigen, statt mir "Friss oder Stirb" an den Kopf zu werfen.

Trotzdem kam ein Schreiben rein, dass mir 30% gekürzt wurden. Ich werde die tage mal anrufen, ob das noch Gültigkeit hat und ob ich, wenn auch nur proForma, Widerspruch einlegen sollte. Ja, ich denke, das wär generell gut...

Ach so: Als der Teamleiter noch mal Herrn A. anrief, sagte der: "Ich habe von dem ganzen Mist die Schnauze voll. Er soll Montag noch mal vorsprechen. Diese Woche nicht mehr." *klick*

Tza, ob es ein gutes Ende nehmen wird oder nicht..... Ich halte euch natürlich auf dem laufenden.

Die Ägypter
23.03.2006, 21:12
Diese unangebrachte Arroganz "....eine IT-Fachkraft, die auf einer Baustelle 'rumturnt.....", die ist leider völlig fehl am Platz.

Mit dieser Haltung wirst du es schwer haben.

Hallo Mona_Lisa,

machen wir uns doch nichts vor... er/wir wird/werden es mit jedweder Haltung schwer haben...

Was glaubst du wohl, auf wieviel Begeisterung ich stoße, wenn ich meinen 2-jährigen Spielhallenservicekraft-Ausflug zu erklären versuche? Der war übrigens freiwillig (damals gab es noch kein Hartz IV); ich wollte halt nicht so lange arbeitslos sein - und im kfm. Bereich oder als Sekretärin war nichts zu bekommen... und dann dachte ich natürlich, dass ich damit meine Flexibilität unter Beweis stelle.... Pustekuchen!

Und so bleibt mir neben dem Klingeln in den Ohren (von den Spielautomaten) als bleibende Erinnerung... auch noch die Gewissheit, von potentiellen Arbeitgebern in meinem erlernten Beruf nicht mehr ernst genommen zu werden, wenn meine "Kinderbetreuungsschonfrist" beendet ist....

Ich kann jeden verstehen, der sich gegen einen etwaigen beruflichen Abstieg so lange wehrt, wie es eben geht.... "runter" geht es trotzdem noch schnell genug!

Eine die sich fragt, ob es in 1,5 Jahren auch Kindergärten für Schichtdienstleistende AN gibt.... (sonst war es das nämlich für alle Zeiten)

@Blazter.... bleib in der Sache hart!

Upsala
23.03.2006, 23:52
Servus Blazter!

Was Kristin dort schreibt möchte ich unbedingt unterstützen.
Ich hatte heute ein Kreuzverhör bei der ArGe, bei dem ich von zwei Fallmanagern (ein/e Sachbearbeiter/in wurde auch immer erwähnt, also eigentlich drei Leute) ins Visier genommen wurde. Ich kann da noch ruhig bleiben, aber verstehe dich durchaus.
@ MonaLisa
Wenn du eine berufliche Qualifizierung (z.B. IT-Fachkraft) hast und heute Klos putzt trag es mit Würde, aber glaub nicht du kommst wieder hoch.


:sad:

Codeman
24.03.2006, 07:07
Hallo Blazter,

stimme stupido zu.Lass dich nicht unterkriegen.Deine Story ist wieder einmal das leuchtenste Beispiel dafür wie inkompetent die SB´s sind.Ich kann an diesen Leuten kein gutes Haar lassen.

Mir ist wegen diesen Fuzzies auch schon einmal beinahe meine Lehrstelle flöten gegangen weil die es für wichtiger hielten,meine anträge zu verschlampen und gezielt Falschinformationen zu verbreiten.

Ich hoffe ferner,dass dein zukünftiger Chef,sollte er es nach all diesen Eskarpaden werden,mit dir zufrieden wird.Wenn das nicht zustande kommt,dann würde ich deswegen an die Öffentlichkeit gehen.

Gut geeignet für so was ist

Monitor
Frontal21
plusminus

So weit ist es schon gekommen,dass die jobcenter zu arbeitsverhinderungsstätten verkommen!

Nein danke! Man muss sich aktiv,so wie du es tust,gegen diesen Mist wehren der da abläuft.

Ich warte schon auf HartzV und HartzVI

MfG
Codeman

StephanK
24.03.2006, 07:16
Ich warte schon auf HartzV und HartzVIDie werden zumindest nicht mehr so heissen - dieser Herr hat sich gründlich genug selbst diskreditiert :|

Ich fürchte leider auch, dass Kristin das richtig einschätzt. Flexibilität wird zwar erwartet, aber sie scheint überwiegend eine Einbahnstraße zu sein, oder besser gesagt eine "Einbahntreppe". Deswegen schrecke auch ich davor zurück, etwas komplett Fachfremdes zu machen.

Codeman
24.03.2006, 08:10
@StephanK

Deswegen schrecke auch ich davor zurück, etwas komplett Fachfremdes zu machen.

Ebend.Das fängt schon mit der Bezahlung an!
Man kriegt nie das selbe geld wie in seinen erlernten beruf!
Von was soll man denn da leben?

@Blazter

Ist das Praktikum bezahlt oder ist das wieder so ne Schose: Kommen sie doch mal ein paar Tage Probearbeiten?

PS: war was denn nun so wichtig?

MfG
Codeman

Blazter
25.03.2006, 10:50
Ich habe den ersten Schritt geschafft! Ich war gestern mit auf der Baustelle! Ich hatte drei Kreislaufkollapse. War wohl etwas zu viel Elan *grins* Tzja, ist was anderes, 12 Stunden am PC zu sitzen. Egal, weiter geht's! Mir tun die Knochen weh, Himmel Hilf. Ich bin froh, dass Wochenende ist :D Ich darf das der ARGE gar nicht erzählen, sonst haben die wieder einen Paragraphen zur Hand, der mich von der selbst ausgesuchten Arbeit fern hält.

Normalerweise war der Job ja hinfällig, aber mir kam zugute, dass der "jetzt-schon-wahrscheinlicher-Chef" Probleme mit seiner Buchhaltung hatte. Tzja. Ein bisschen Gemurmelt, ein bisschen auf der Tastatur rumgeeiert und in einem mal einen Virenscanner und eine Application-Firewall installiert, Spybot drüber laufen lassen, XP-Antispy und so weiter. Ihr kennt die Prozedur ja. Mann, war der Mann happy :) Und sind wir doch ehrlich: Dafür braucht's keinen Spezialisten, das kann meistens sogar z.B. der "Neffe". Aber die Leute werden schlauer. Vermutlich war der Neffe bereits schon mal am Produktionssystem :D

Ich werde einige Freizeit-Projekte stärker aufleben lassen nun, denn mit dem gedanken, ich könnte mich finanziell fangen, habe ich mehr Kraft, als als Arbeitsloser.

Aber der Hauptgrund, warum ich so nun so Fachfremde Arbeiten verrichte ist hauptsächlich, weil mir diese verfluchten Behörden und die ARGE so gehörig auf die Nerven gegangen sind, dass ich beinahe Krank darüber geworden bin! Insofern muss ich das Hartz-Konzept als vollen Erfolg für die Politik(er) ansehen: Früher oder später wird es uns die Leute zur Arbeit bringen, weil Arbeitslose so stark Diskriminiert wurden, dass sie in die Arbeit, statt in Alternativen flüchten. Ich bin eurer Meinung: Das Konzept geht nicht auf!

Sätze wie: "Es ist keine Arbeit da, also was sollen wir dann vermitteln" sind für die Hose! Ganz klar!

Es werden hunderte von Millionen in ein "Konzept zur zwanghaften Arbeitsvermittlung" investiert und trotzdem werden Leute gestrichen.

Darf ich euch was zeigen? Ich tu's einfach mal.

Der Mann hier ist ein hervorragender Medienpsychologe und Web-Mensch: xxxxxxxxxx

Und wenn ihr euch dort mal ein paar Regeln über das Verhalten der Kunden im Internet angesehen habt, geht mal auf http://www.arbeitsagentur.de !

Ich habe mich bereits zwei mal beim AA beworben in dieser Sache. Ich bekam nicht mal Antwort! Lol. Freie Marktwirtschaft hat bei den auf Internet umgeschulten Beamten nichts verloren, die KÖNNEN ZU VIEL und verdienen trotzdem weniger.

'Tschuldigung, der Gaul geht wieder mit mir durch.

Das ist das, woran ich mich stosse. Es wird so viel geld "verheizt", dass wir besser von dem Geld unsere Renten aufgebessert hätten und hätten alles so gelassen, wie es war und höchstens auf dem Arbeitsamt hie und da ein paar Modernisierungen durchgeführt und Leute eingestellt.

Allein die Logo-Änderungen und das Umbenennen in "Arbeitsagentur", damit es nicht mehr mit einem "Amt in Verruf kommt"??? Kann man so in einem das Spriessen der Zeitarbeitsfirmen legalisieren?

Ist unseren Politikern langweilig? Haben die immer noch zu viel Steuergelder zum verprassen zur Verfügung?


Ich möchte sagen, dass es sinnvoll wäre, wenn wir uns mit den Sachbearbietern zusammentun. Ich glaube, das ist der Weg nach vorn. Die bekommen auch Auflagen gemacht bis zum ohnmächtig werden und die Einstellung, die man uns entgegenbringt, wird denen "anerzogen". Es sind aber viele dabei, die kühlen Kopf bewahren und das alles ebenfalls nicht in Ordnung finden. Die trauen sich aber nicht, den Mund aufzumachen, sonst stecken sie in der gleichen Mühle, wie ihre Kunden!

Die dickbäuchigen Politiker, die einfach so, entgegen jeder betriebswirtschaftlichen Logik, mit Geldern herum experimentieren, obwohl sie NULL Ahnung haben, die müssen WEG! Wenn die sich die Taschen gefüllt haben nud in Deutschland der Knoten platzt, verschwinden die nach Australien, Kuba, Kuala Lumpur oder sonst wo hin und wir streiten uns mit den übrig gebliebenen, armen Schweinen um die Reste.

Dann werden wir aber die, leider auch manchmal von mir, so verhassten Sachbearbeiter an unserer Seite haben. Klingt theatralisch? Denkt mal nach :)


Ich möchte noch meine persönliche Meinung kund tun:

Wir sollten uns an Arbeitslose gewöhnen. 20% und mehr werden wir alle noch mitbekommen, davon bin ich felsenfest überzeugt. Die wirtschaftliche Entwicklung steigt logarithmisch an und mit dem Vorwärtskommen der Wirtschaft steigt die Effektivität pro Mann. Wir sollten uns eine friedlichere Möglichkeit ausdenken.


Als erstes müssen wir aufhören, die Politiker zu wählen, die uns niedrige Arbeitslosenzahlen versprechen und auch bereit sind, für ihr Wahlversprechen über Leichen zu gehen!

Das war mein Wort zum Samstag!

Blazter
25.03.2006, 10:59
Codeman: Na, ich denke mal, ich werde zunächst wohl meine maximalen 100,- EUR einstreichen dürfen und wenn ich mich gut anstelle, bis jetzt scheint's ganz gut zu klappen, werde ich mal auf 400,- EUR-Basis arbeiten.

In Zukunft hoffe ich ganz einfach, dass ich eingestellt werde. Einen kompletten Sommer auf dem Bau mitzumachen heisst für mich, dass ich finanziell wieder auf den Damm komme und ich werde mich natürlich ständig umsehen nach einem IT-Job. Ich möchte auch mal wieder Urlaub machen und, naja, mal sehen: Vielleicht finde ich ja im Urlaubsland einen Job in der EDV ? :)

Ich habe das Glück, dass ich in meiner Freizeit "Vorzeigeprojekte" ausarbeiten kann und so nie wirklich aus meinem Beruf komme. Andere können das nicht so einfach und ihc kann verstehen, dass sie sich mit Händen uns Füssen wehren, etwas zu machen, was ihnen eigentlich nicht liegt.

gazelleklaus
25.03.2006, 12:19
@ Blatzer

herzlichen Glückwunsch.
Ein Anfang ist gemacht und ich hoffe der Rest gelingt Dir auch. :D