Die Ägypter
17.03.2006, 00:27
Bundeszeugungswochen
Zynische Betrachtungen des Online-Magazins "Sperre" aus Münster:
1. Für die ganz Kleinen wird das Erziehungsgeld abgelöst vom Elterngeld. Das ist konsequent, denn auch die Elternzeit hieß früher Erziehungsurlaub.
Im Prinzip ändert sich das Geld für die Besserverdienenden, denn denen blieb ab dem siebten Monat oft nur wenig oder gar nichts von dem Erziehungsgeld, weil ihr Einkommen zu hoch war. Das maximale Erziehungsgeld war mit 300 Euro in der Regel viel geringer als das Einkommen vor der Geburt des Kindes.
Künftig sollen Arbeitnehmerinnen zwei Drittel ihres Nettolohns monatlich bekommen, bis zu 1800 Euro. Damit rentiert sich ein Kind natürlich viel besser. Ob damit das berufliche Fortkommen der jungen Mutter gesichert ist, steht auf einem anderen Blatt; was interessieren den Arbeitgeber die 1800 Euro, wenn ein Oberziel der Abbau von Personal ist?
Genaues steht jedenfalls noch nicht fest beim Elterngeld, es soll aber so sein (hoffentlich!), dass die Menschen mit geringem Einkommen oder Arbeitslose nicht ganz leer ausgehen, im Gespräch ist eine Mindestsumme in Höhe des bisherigen Erziehungsgeldes (300 Euro im Monat).
2. Die Kosten der Kinderbetreuung sollen steuerlich besser abgesetzt werden können. Also wenn das Kind aus dem Gröbsten heraus ist und in einen Kindergarten geht oder von einer Tagesmutter betreut wird, dann kostet das natürlich.
Diese Kosten können die Steuern mindern. Einen man steuerlich absetzen, die ersten Euros muss man allerdings komplett selbst tragen und wenn es zu teuer wird, dann hilft der Staat auch nicht mehr mit Steuerersparnis. Da werden künftig die Grenzen verschoben, schon bei geringen Betreuungskosten kann man Steuern sparen.
Wer allerdings wenig Kosten hat, verdient meist auch wenig und zahlt vielleicht gar keine Steuern. Und wer viel verdient, hat die Kinderfrau vielleicht schwarz beschäftigt, und da hilft die Steuerersparnis gar nichts.
3. Die Ganztagsbetreuung von Schulkindern kommt flächendeckend. Die Einsparungen bei Hartz IV werden weitergegeben in die Grundschulen, damit diese für die Kinder von Berufstätigen Ganztagsbetreuung anbieten.
Das Niveau ist schlecht, es wird viel mit Honorarkräften, geringfügig Beschäftigten und Ein-Euro-Jobbern und nur wenig mit festangestellten ausgebildeten Erziehern gearbeitet. Die bisherige Betreuung im Hort war deutlich besser finanziert, und indem man diese einspart, sparen Kommunen und Land ein zweites Mal.
Die Ganztagsschule ist noch gar nicht richtig am Start, da plant die Stadt Münster schon die erste Gebührenanhebung, gleichzeitig soll Personal eingespart werden.
Und hier hört es noch nicht auf, es wird schöner und besser für Kinder in Deutschland. Es ist ein Märchen.
Quelle und weitere Infos (http://www.muenster.org/sperre/)
Zynische Betrachtungen des Online-Magazins "Sperre" aus Münster:
1. Für die ganz Kleinen wird das Erziehungsgeld abgelöst vom Elterngeld. Das ist konsequent, denn auch die Elternzeit hieß früher Erziehungsurlaub.
Im Prinzip ändert sich das Geld für die Besserverdienenden, denn denen blieb ab dem siebten Monat oft nur wenig oder gar nichts von dem Erziehungsgeld, weil ihr Einkommen zu hoch war. Das maximale Erziehungsgeld war mit 300 Euro in der Regel viel geringer als das Einkommen vor der Geburt des Kindes.
Künftig sollen Arbeitnehmerinnen zwei Drittel ihres Nettolohns monatlich bekommen, bis zu 1800 Euro. Damit rentiert sich ein Kind natürlich viel besser. Ob damit das berufliche Fortkommen der jungen Mutter gesichert ist, steht auf einem anderen Blatt; was interessieren den Arbeitgeber die 1800 Euro, wenn ein Oberziel der Abbau von Personal ist?
Genaues steht jedenfalls noch nicht fest beim Elterngeld, es soll aber so sein (hoffentlich!), dass die Menschen mit geringem Einkommen oder Arbeitslose nicht ganz leer ausgehen, im Gespräch ist eine Mindestsumme in Höhe des bisherigen Erziehungsgeldes (300 Euro im Monat).
2. Die Kosten der Kinderbetreuung sollen steuerlich besser abgesetzt werden können. Also wenn das Kind aus dem Gröbsten heraus ist und in einen Kindergarten geht oder von einer Tagesmutter betreut wird, dann kostet das natürlich.
Diese Kosten können die Steuern mindern. Einen man steuerlich absetzen, die ersten Euros muss man allerdings komplett selbst tragen und wenn es zu teuer wird, dann hilft der Staat auch nicht mehr mit Steuerersparnis. Da werden künftig die Grenzen verschoben, schon bei geringen Betreuungskosten kann man Steuern sparen.
Wer allerdings wenig Kosten hat, verdient meist auch wenig und zahlt vielleicht gar keine Steuern. Und wer viel verdient, hat die Kinderfrau vielleicht schwarz beschäftigt, und da hilft die Steuerersparnis gar nichts.
3. Die Ganztagsbetreuung von Schulkindern kommt flächendeckend. Die Einsparungen bei Hartz IV werden weitergegeben in die Grundschulen, damit diese für die Kinder von Berufstätigen Ganztagsbetreuung anbieten.
Das Niveau ist schlecht, es wird viel mit Honorarkräften, geringfügig Beschäftigten und Ein-Euro-Jobbern und nur wenig mit festangestellten ausgebildeten Erziehern gearbeitet. Die bisherige Betreuung im Hort war deutlich besser finanziert, und indem man diese einspart, sparen Kommunen und Land ein zweites Mal.
Die Ganztagsschule ist noch gar nicht richtig am Start, da plant die Stadt Münster schon die erste Gebührenanhebung, gleichzeitig soll Personal eingespart werden.
Und hier hört es noch nicht auf, es wird schöner und besser für Kinder in Deutschland. Es ist ein Märchen.
Quelle und weitere Infos (http://www.muenster.org/sperre/)