Die Ägypter
20.03.2006, 08:49
Warum wollen wir keine Kinder? Warum suchen wir immer neue Ausreden? Warum töten wir Ungeborene? Christoph Keese über die selbstverliebte Wohlstandsgesellschaft
Jede Generation begeht ihre Irrtümer und Fehler. Was die Generationen des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu verantworten haben, ist bekannt, ebenso, was man den 68ern zuschreiben muß. Nun sollte sich eine neue Generation der Debatte über ihre Fehler stellen.
Wir, die in den 50er, 60er und 70er Jahren geboren wurden, sind die Generation der großen Lebensverhinderer. Die Fakten sind unübersehbar und katastrophal. 1964, im geburtenstärksten Jahrgang nach Kriegsende, kamen in Deutschland (West und Ost) 1,357 Millionen Kinder zur Welt. Der Überschuß der Geburten über die Todesfälle betrug 487 000. Ganz ohne Einwanderer wuchs die Bevölkerung in einem einzigen Jahr um fast eine halbe Million Menschen. Während der gesamten 60er Jahre nahm die Zahl der Deutschen allein durch den Geburtenüberschuß um 3,8 Millionen zu.
Völlig anders sieht die Lage heute aus. 2004 kamen erstmals weniger als 700 000 Kinder zur Welt, wie diese Woche bekannt wurde. Aus einem Geburtenüberschuß ist ein Defizit von rund 120 000 geworden. Die Zuwanderung gleicht den Kindermangel nicht mehr aus. Seit 2003 nimmt die Bevölkerungszahl ab. Im ersten Schwundjahr lag der Verlust erst bei 5000 Einwohnern, 2004 waren es schon 31 000. Dieser Rückgang ist schon für sich allein genommen ein Problem. Zwangsläufig wird die Wirtschaft ihre Kapazität verringern müssen. Jahr für Jahr werden die Umsätze im Inland sinken, auf absehbare Zeit heißt die alles beherrschende Frage, wie die Kosten noch weiter zu drücken sind.
Man kann diese Entwicklung nicht mit dem Hinweis abschütteln, das Land falle doch lediglich auf den Stand früherer Jahre zurück. Statistisch gesehen ist das zwar richtig. Derzeit leben in Deutschland 82,5 Millionen Menschen, zur Zeit der Wiedervereinigung waren es 80 Millionen, 1960 sogar nur 73 Millionen. Doch es ist nun einmal ein entscheidender Unterschied, ob ein Land schrumpft oder wächst. Wachsen heißt errichten, Schrumpfen zerstören.
....
Zum Schrumpfen kommt die Überalterung. Seit den 90er Jahren leben in Deutschland mehr Menschen über 75 als Kinder unter sechs Jahren. Dieses Verhältnis ändert sich deutlich zugunsten der Alten. Im Jahr 2050 kommen auf jeden Erstkläßler drei Greise. Es ist gut, daß die Lebenserwartung steigt, für Männer auf 80 Jahre, für Frauen auf 85. Allein, es fehlen die jungen Menschen. Auf 100 Menschen im Erwerbsalter kommen nach der mittleren Prognose des Statistischen Bundesamtes 2050 etwa 78 Rentner. Wir, die wir das zu verantworten haben, bleiben also bis zum Tod weitgehend unter uns.
Wir zeugen nicht nur ungern Kinder, wir treiben sie auch noch gern ab. Vergangenes Jahr wurden 124 000 Kinder während der Schwangerschaft getötet. Die Zahl der Abtreibungen lag höher als das Geburtendefizit. Sprich: Hätten wir die abgetriebenen Kinder zur Welt gebracht, wäre die Bevölkerung nicht geschrumpft. Nur drei Prozent der Abtreibungen geschahen laut Statistischem Bundesamt aus medizinischen oder kriminologischen Indikationen. 97 Prozent, also 120 000 Kinder, starben, weil ihre Eltern sie nicht wollten und nach einem Beratungsgespräch den Tod ihrer Tochter oder ihres Sohns für die bessere Wahl hielten als ein Leben mit ihnen. Fast die Hälfte der abtreibenden Eltern hatte zuvor keine Lebendgeburt. Daß dies vor allem verzweifelte Teenager in echter sozialer Not sind, ist ein Gerücht: Zwei Drittel der Abtreibungen werden von Eltern im Alter zwischen 18 und 34 Jahren veranlaßt.
Quelle und vollständiger Artikel (Achtung: drei Seiten) (http://www.wams.de/data/2006/03/19/862124.html)
Schon heftig.... :sad:
Meinungen?
Jede Generation begeht ihre Irrtümer und Fehler. Was die Generationen des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu verantworten haben, ist bekannt, ebenso, was man den 68ern zuschreiben muß. Nun sollte sich eine neue Generation der Debatte über ihre Fehler stellen.
Wir, die in den 50er, 60er und 70er Jahren geboren wurden, sind die Generation der großen Lebensverhinderer. Die Fakten sind unübersehbar und katastrophal. 1964, im geburtenstärksten Jahrgang nach Kriegsende, kamen in Deutschland (West und Ost) 1,357 Millionen Kinder zur Welt. Der Überschuß der Geburten über die Todesfälle betrug 487 000. Ganz ohne Einwanderer wuchs die Bevölkerung in einem einzigen Jahr um fast eine halbe Million Menschen. Während der gesamten 60er Jahre nahm die Zahl der Deutschen allein durch den Geburtenüberschuß um 3,8 Millionen zu.
Völlig anders sieht die Lage heute aus. 2004 kamen erstmals weniger als 700 000 Kinder zur Welt, wie diese Woche bekannt wurde. Aus einem Geburtenüberschuß ist ein Defizit von rund 120 000 geworden. Die Zuwanderung gleicht den Kindermangel nicht mehr aus. Seit 2003 nimmt die Bevölkerungszahl ab. Im ersten Schwundjahr lag der Verlust erst bei 5000 Einwohnern, 2004 waren es schon 31 000. Dieser Rückgang ist schon für sich allein genommen ein Problem. Zwangsläufig wird die Wirtschaft ihre Kapazität verringern müssen. Jahr für Jahr werden die Umsätze im Inland sinken, auf absehbare Zeit heißt die alles beherrschende Frage, wie die Kosten noch weiter zu drücken sind.
Man kann diese Entwicklung nicht mit dem Hinweis abschütteln, das Land falle doch lediglich auf den Stand früherer Jahre zurück. Statistisch gesehen ist das zwar richtig. Derzeit leben in Deutschland 82,5 Millionen Menschen, zur Zeit der Wiedervereinigung waren es 80 Millionen, 1960 sogar nur 73 Millionen. Doch es ist nun einmal ein entscheidender Unterschied, ob ein Land schrumpft oder wächst. Wachsen heißt errichten, Schrumpfen zerstören.
....
Zum Schrumpfen kommt die Überalterung. Seit den 90er Jahren leben in Deutschland mehr Menschen über 75 als Kinder unter sechs Jahren. Dieses Verhältnis ändert sich deutlich zugunsten der Alten. Im Jahr 2050 kommen auf jeden Erstkläßler drei Greise. Es ist gut, daß die Lebenserwartung steigt, für Männer auf 80 Jahre, für Frauen auf 85. Allein, es fehlen die jungen Menschen. Auf 100 Menschen im Erwerbsalter kommen nach der mittleren Prognose des Statistischen Bundesamtes 2050 etwa 78 Rentner. Wir, die wir das zu verantworten haben, bleiben also bis zum Tod weitgehend unter uns.
Wir zeugen nicht nur ungern Kinder, wir treiben sie auch noch gern ab. Vergangenes Jahr wurden 124 000 Kinder während der Schwangerschaft getötet. Die Zahl der Abtreibungen lag höher als das Geburtendefizit. Sprich: Hätten wir die abgetriebenen Kinder zur Welt gebracht, wäre die Bevölkerung nicht geschrumpft. Nur drei Prozent der Abtreibungen geschahen laut Statistischem Bundesamt aus medizinischen oder kriminologischen Indikationen. 97 Prozent, also 120 000 Kinder, starben, weil ihre Eltern sie nicht wollten und nach einem Beratungsgespräch den Tod ihrer Tochter oder ihres Sohns für die bessere Wahl hielten als ein Leben mit ihnen. Fast die Hälfte der abtreibenden Eltern hatte zuvor keine Lebendgeburt. Daß dies vor allem verzweifelte Teenager in echter sozialer Not sind, ist ein Gerücht: Zwei Drittel der Abtreibungen werden von Eltern im Alter zwischen 18 und 34 Jahren veranlaßt.
Quelle und vollständiger Artikel (Achtung: drei Seiten) (http://www.wams.de/data/2006/03/19/862124.html)
Schon heftig.... :sad:
Meinungen?