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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ich und 1€-Job oder besser wie nicht?


resopal
17.05.2005, 17:21
Hallo,
ich habe ein paar fragen zu diesen 1€ jobs.
Ich habe vor einiger zeit auch einen angeboten bekommen, den ersten habe ich im prinzip abgelehnt mit begründung das die Entfernung zu weit wäre. Nun habe ich einen zweiten zugewiesen bekommen, dem ich aber auch noch nicht wirklich nachgekommen bin. Habe michbis jetzt auch noch nicht da blicken lassen bis auf einmal am Anfang, dann immer mal Krankschreiben, termine hier und da vorgeschoben. Da es so aber nicht ewig weiter gehen kann und ich aber diese Sinnlosigkeit nicht einsehe wollte ich mal fragen was für möglichkeiten man so hat.

Ich habe einen job auf 400€ basis und soll zusätzlich dann noch 20h auf 1€ machen und sehe da halt null sinn drin und fühle mich nur verarscht. Denn von dem Job auf 400€ Basis hab ich unterm Strich eigentlich nichts, ausser das gute Gefühl das ich zumindest davon mein leben ein wenig selbst bestreite und nicht ganz auf kosten andere lebe. MEhr geld habe ich dadurch nicht und dann wird mir das auch noch stressig gemacht das ich das mit dem 1€ job irgendwie regeln soll.

Ich habe mal etwas von einer Eingliederungsvereinbarung gelesen und das diese im Vorfeld schon getätigt werden soll. Sowas habe ich aber noch nicht zusehen bekommen.
Muss sie immer im Vorfeld gemacht werden? Oder gibt es da verschiedene Arten von 1€ jobs? Und was kann ich nun am besten machen, wie vorgehen?
MFG
timo

Betroffener
17.05.2005, 19:53
:welcome: Timo,

ja - es gibt unterschiedliche 1 Euro Jobs und weiterhin sollte vor der Vergabe von derartigen Maßnahmen immer die Eingliederungsvereinbarung abgeschlossen sein.

Bei den sogenannten mit öffentlicher Förderung wird eine Mehraufwandsentschädigung gezahlt, die nicht auf ALG II angerechnet wird, bei den anderen kommt je nach Freibeträgen und anrechenbaren Werbekosten irgendwas zwischen 35 € bis 65 € bei raus, der Rest wird auf ALG II angerechnet.

Sicher ist, daß bei vielen der sich inzwischen aufgebaute Trott wieder zugunsten einer etwas anderen Orientierung abgebaut wird und auch der Tunnelblick des "Keiner will mich" (temporär) etwas reduziert wird.

Das Problem liegt aber an einer ganz anderen Stelle - nämlich der Sinnhaftigkeit.

Diese soll ja bekanntlich zusätzlich sein und am 1. und 2. Arbeitsmarkt keine Jobs gefährden, was aber praktisch bei allen diesen Jobs der Fall ist, da in allen mir bekannt gewordenen Fällen dadurch vorhandene Personallücken aufgefüllt werden (z.B. in Kindergärten, bei Hilfsdiensten usw.) und weiterhin bei der Auwahl der Personen riesige Defizite vorhanden sind, sodass z.B. Drogenabhängige und Kinderhasser in Kindergärten für schwierige Fälle auf die Konder losgelassen werden.
Auch die Besten haben keine Chance auf Eingliederung, da eben nach Ablauf der Maßnahme schlicht andere Leute kommen usw. - hingegen sitzen viele ausgebildete KindergärtnerInnen arbeitslos zu Hause ...

Das ändert aber nichts am Problem, daß man sich schlecht dagegen wehren kann, wenn man kein Geld hat zur Überbrückung der Sperrzeiten und schon gar nicht ohne Eingliederungsvereinbarung.

Vielleicht interessieren Dich hierzu auch die folgenden Beiträge / Infos:

Ein Euro Jobber kämpft um sein Recht (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/viewtopic.php?p=4148#4148)
Rechtliche Maßstäbe für die Erbringung von Arbeitsgelegenheiten für Arbeitssuchende nach § 16 Abs. 3 SGB II (http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2005/Arbeitsgelegenheiten.html)

Fakt ist, daß sich hier jeder selbst mit den Windmühlenflügeln der verschiedenen Fronten aus einandersetzen muss.

Viel Glück.

resopal
18.05.2005, 01:38
Danke für die Antwort,
also Sperrzeit würde ja erstmal heissen 3 Monate lang 30%.
Darüber nachgedacht habe ich schon und verschmerzen könnte ich das sicher. Ich kriege vom Arbeitsamt eh nur 390€, den rest aus einem 400€ Job. 30€ abzug wären dann ja etwas um die 120€.

Was mir mehr Angst macht ist, halt eine 2te und eine 3te Sanktion und dann ganz ohne dem GEld das arbeitsamtes dazustehen und evtl. nicht
mal mehr versichert zu sein.

Was ich mir auch schon überlegt habe, ist einfach meinen 400€ job hinzuschmeissen mich auf den 1,5€(sind es hier bei uns) Job einzulassen. Dann hätte ich nicht den Stress zwei jobs unter einen hut zu kriegen und unterm Strich auch mehr geld für mich. Eigentlich will ich das nicht, weil das GEld was ich auf 400€basis verdiene kommt aus der freien Wirtschaft, damit finanziere ich mich halt selbst, zumindest schon mal zu einem Teil.
Manchmal frag ich mich halt, warum ich so doof bin das zu machen. Würde ich nur auf 1,5€ arbeiten hätte ich jeden Monat fast 200€ mehr inne Tasche und weniger stress, nur dann halt alles auf Staatskosten.
Diese Sinnlosigkeit soll mir mal jemand erklären.
Ich glaube ich bin nicht auf den Kopf gefallen, aber sowas verstehe ich nicht. :-x
Also falls hier leute vom arbeitsamt, politiker oder sonstige vertreter auch lesen und ihr den Mut habt, schreibt mich. Ich will mich wohl überzeugen lassen! Sofern man mit Euch reden kann.
Naja es ist spät, und bevor ich hier zu negativ werden und mein Frust hier auslasse lege ich mich lieber schlafen.
Mfg timo