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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Seelisch am Ende dank Personalberatung


Keoma
20.07.2007, 13:52
Vielleicht kann mir wer helfen, das wäre schön.

Folgende Situation herrschtbei mir: Am 01.April 07 wurde ich bei der Jobvermittlung quasi 'ougesourcet' und an einen privaten Personalvermittler überstellt, für ein halbes Jahr. Dieser hatte nun die Aufgabe, mich bei meinen Bewerberbemühungen zu unterstützen, mir Porto und Umschläge sowie Bewerbungsmappen zur Verfügung zu stellen bzw. zu erstatten. Zudem suchen sie gezielt für mich Stellen raus. Schon recht früh stellte sich raus, was für eine Person meine Personalberaterin (Frau B.) ist. Sie behandelt mich von oben herab, einmal bezeichnete sie mich wortwörtlich als "blöd". Jetzt sind es noch knapp zweieinhalb Monate, die ich mit der ertragen muss aber nun wird es wirklich ungemütlich. Ihren Bonus, für eine durchgeführte Statistikverschönerung (um nichts anderes geht es), sieht sie wohl davonfliegen und fährt harte Geschütze auf:

1) Die schreiben jetzt meine Bewerbungen, meine Unterschrift musste ich geben und die haben die eingescannt für Online-Bewerbungen. Dabei kann ich natürlich pro forma dem Versand an einzelne Firmen zustimmen oder ablehnen. In Wirklichkeit saß sie dort, überflog eine Seite mit Stellenanzeigen und legte mir mehr oder minder in den Mund, dass ich diesen oder jenen Job machen könnte. Die interessiert garnicht was für Bürojobs das sind, einer davon beinhaltet Telefonmarketing, wovon ich nicht den geringsten Schimmer habe, ich habe schon echt Angst von dieser Firma eingeladen zu werden.

Eigene Berwerbungsbemühungen werden von cimdata (so heisst die Firma) nur noch mit Briefmarken etc. unterstützt, wenn ich die vorher vorlege und die das abnicken, denn "sie wollen schließlch sehen wofür sie das Geld ausgeben" (O-Ton).

2) Sie macht mich runter wo es nur geht. Als ich sagte, ich hätte mich um Studienplätze beworben war ihre Reaktion mir klarzumachen, dass ich mit meinem Durchschnitt keine zu großen Hoffnungen haben sollte, da sich viele Leute, die viel bessere Noten haben auch bewerben.

Zudem ist alles, was ich gemacht habe, sinnlos. Das Abi, die Praktika, nichts davon interessiert Arbeitgeber, so wurde sie nicht müde mir zu erzählen. Im selben Gespräch hat sie aber dann später noch geschwafelt, dass sie mir, wenn garnichts klappt, ein Praktikum besorgen könnte. Merkt wer den Widerspruch?

3) Ich soll meine Bewerbungen jetzt dort unter 'Aufsicht' sozusagen schreiben.

Ich bin seelisch am Ende. Ich habe auch von anderen, die auch bei cimdata sind, Geschichten gehört. Einer wird jetzt in ein sechsmonatiges Praktikum gedrängt, zwei Monate davon bezahlt das Amt. Der Rest? Da gibt sich Frau B. zunächst geheimnisvollen Aussagen wie "Das sehen wir dann" hin.

Ich besitze 50% Schwerbehinderung, da ich an Multipler Sklerose leide UND weil ich depressiv bin. Die MS ist SEHR vom seelischen Zustand abhängig. Ich fühle mich am Ende und weiss echt nicht weiter. Die Frau schafft es, dass ich manchmal wünsche nicht geboren zu sein.

Hat irgendwer IRGENDWELCHE Tipps? Ob ich mich beschweren kann, was ich machen soll, wenn die mir Arbeit aufdrängt, für die ich schlicht nicht im geringsten qualifiziert bin?

StephanK
20.07.2007, 14:50
Dein Beitrag wirkt auf mich so, als ob für eine Zusammenarbeit mit dieser Vermittlungsfirma keine Basis mehr bestehen würde, weil Dein Vertrauen in deren Leistungen zerstört ist. Das ist eigentlich die Situation, in der man einen Vertrag kündigt - wenn man ihn denn selbst abgeschlossen hat.

Da Du das nicht hast, ist die Lage etwas anders. Wenn Du Dir den einschlägigen § 37 SGB III (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__37.html) anschaust siehst Du im dritten Satz des ersten Absatzes, dass Du der Zuweisung aus wichtigem Grund widersprechen kannst. Das ist zwar auf die Situation vor der Zuweisung hin formuliert, gilt aber meiner Meinung nach auch während der Zuweisung ("bis dass der Tod uns scheidet" gibt's ja nur bei der katholischen Kirche...).

Das heisst: Du müsstest zur Arbeitsagentur gehen (ich nehme an, Du beziehst Alg I; ansonsten natürlich zum Job-Center der ARGE) und erklären, dass Du der Zuweisung widersprichst und warum. "Wichtiger Grund" ist in der Rechtssprache die Formulierung für "unhaltbare Zustände", "dicke Hunde" und dergleichen, also das Ausmaß an "nicht-wie-es-sein-soll", das einem z.B. bei einem Mietvertrag zur fristlosen Kündigung berechtigt. Du solltest also schildern, was dort schief läuft und warum es nix bringt. Wahrscheinlich ist es dabei klug, wenn Du versuchst, persönliches Dich-verletzt-fühlen eher in den Hintergrund zu stellen und Dich bei Deiner Schilderung auf "harte Fakten" konzentrierst, also Dinge, bei denen objektiv klar wird, dass sie Deine berufliche Eingliederung nicht weiter bringen.

Keoma
20.07.2007, 15:19
Ich beziehe ALG II. Am 02. August habe ich den nächsten Termin bei meiner Fallmanagerin (oder wie immer die jetzt heißen mögen), mit der verstehe ich mich recht gut. Bis dahin werde ich meinen Fall mal etwas in die Sachlichkeit übertragen.

Danke für die Antwort.

arbeits_los
28.08.2007, 18:05
Hi,

Ich bin auch bei xxxxx und
meine Personalberaterin ist auch Frau B.
Seit 5 Monate erlebe ich immer das gleiche.
Sie bezeichnet mich als "blöd",schon 50 mal habe ich von ihr gehört,das ich
kein Hochdeutsch spreche und desswegen kann ich nur als Putzkraft arbeiten.
3 Monate hat gedauert bei cimdata bis ich meine Bewerbungsmappe fertig gehabt habe,danach habe ich
Stellenangebote bekommen -fast alle von andere Personalvermittlungen,oder Angebote die
nicht mein Bewerbungsprofil ensprechen.
Jetzt obwohl ich 3 Diplome als IT-Spetialist habe muss ich eine Putzstelle annehmen-
oder eine Praktikum.
UND ICH KANN NICHT ABSAGEN.
Schriftlich habe ich von ihr bekommen,ich MUSS alles annehmen und
ich kann nicht absagen-sonst ruft Sie die Arbeitsamt und und und...

Mir reicht ständig bedroht zu werden.:wut:

Als Hartz 4 hat man keine Rechte,oder?:patsch:

Dune_Lord
17.09.2007, 13:00
Hi,

Ich bin auch bei XXXXXX und
meine Personalberaterin ist auch Frau B.
Seit 5 Monate erlebe ich immer das gleiche.
Sie bezeichnet mich als "blöd",schon 50 mal habe ich von ihr gehört,das ich
kein Hochdeutsch spreche und desswegen kann ich nur als Putzkraft arbeiten.
3 Monate hat gedauert bei cimdata bis ich meine Bewerbungsmappe fertig gehabt habe,danach habe ich
Stellenangebote bekommen -fast alle von andere Personalvermittlungen,oder Angebote die
nicht mein Bewerbungsprofil ensprechen.
Jetzt obwohl ich 3 Diplome als IT-Spetialist habe muss ich eine Putzstelle annehmen-
oder eine Praktikum.
UND ICH KANN NICHT ABSAGEN.
Schriftlich habe ich von ihr bekommen,ich MUSS alles annehmen und
ich kann nicht absagen-sonst ruft Sie die Arbeitsamt und und und...

Mir reicht ständig bedroht zu werden.:wut:

Als Hartz 4 hat man keine Rechte,oder?:patsch:

Rechte hast du schon, genauer gesagt, das Recht, deine Pflichten zu erfüllen:)
So, nun aber ernsthaft. Würde mir jemand solche Dinge an den Kopf werfen, gäbe es von mir ein gepflegtes: "Ihr könnt mich mal..." und weg bin ich. Und wenn du dich jetzt fragst, ob man das kann und darf; ja, man kann. Ich hatte vor ein paar Monaten ein Vorstellungsgespräch bei einer Personalleasing-Firma. Angeboten war eine Stelle als Verkäufer in einem Elektronikmarkt, soweit erstmal nicht schlecht. Bis ich nach dem Gehalt fragte. Großer Fehler, sehr großer Fehler. Ich vernahm 3 € (in Worten drei), logischerweise brutto. Als ich mein Gelächter beendet und festgestellt hatte, daß dies kein Scherz war, sagte ich: "Machen Sie aus der drei eine sechs und wir haben eine Basis, machen Sie neun draus und wir kommen ins Geschäft." erhiehlt ich als Antwort, ich möge mir doch gefääligst mein 'Anspruchsdenken' angewöhnen. Nach einem erneuten Lachanfall stand ich auf und verließ mit den Worten: "Wenn Sie der Meinung sind, von Arbeit nicht leben zu können, ist das Ihr Problem. Meines ganz gewiss nicht. Daher betrachte ich dieses Gespräch als beendet. Ach, im Übrigen werde ich Ihr Unternehmen bei meinem Termin morgen im Jobcenter sehr lobend erwähnen."
Eine tiefer fallende Kinnlade habe ich noch nie gesehen. Das dieses Gespräch einen besonderen Platz beim Jobcenter-Termin erhielt, ist ja klar.
Also, nichts gefallen lassen, immer Contra geben. Nur darauf achten, nicht beleidigend zu werden. Im Zweifel auch mal jemanden mitnehmen, der einem den Rücken stärkt.

einsamer Wolf
17.09.2007, 20:06
Recht haste, die Leute währen sich viel zu wenig, oft auch aus Unwissenheit.Ich kann nur jedem den Rat geben, in so einem Fall sich zur wehr zusetzen.<O:p

Dune_Lord
30.10.2007, 15:57
Recht haste, die Leute währen sich viel zu wenig, oft auch aus Unwissenheit.Ich kann nur jedem den Rat geben, in so einem Fall sich zur wehr zusetzen.<o>:p</o>

Meine Rede. Oder, um es mit den Worten meines Vaters zu sagen: "Wer sich als Pfannkuchen gibt. wird auch als solcher gegessen."
Im Zweifel auch mal den einen oder anderen Vorgang öffentlich machen. Man macht sich ja keine Vorstellung, was so ein kleines "Das wird die Redaktion der BILD-Zeitung aber freuen" so alles bewirken kann.