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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kein 400 Euro-Job wegen ALG II


haribob
28.07.2007, 17:36
hä, was soll das denn? Ich bin jetzt vermutlich schon zum dritten mal (ein AG hat sich einfach nur nichtmehr gemeldet)
wg Bezuges von ALG2 für nen 400,-Euro-Job abgelehnt worden! :wut:

Ist das rechtens?

Codeman
28.07.2007, 19:48
Hallo haribob,

leider wird man da nicht viel machen können.Schließlich steht es einen AG frei wen er einstellt bzw. wen er befähigt dazu sieht den von ihm angebotenen Job als bester auszufüllen.

MfG
Codeman

haribob
28.07.2007, 20:12
Hallo haribob,

leider wird man da nicht viel machen können.Schließlich steht es einen AG frei wen er einstellt bzw. wen er befähigt dazu sieht den von ihm angebotenen Job als bester auszufüllen.

MfG
Codeman

und da sag einer, wir hätten keine zwei-Klassen-Gesellschaft....

Codeman
29.07.2007, 09:47
Hallo haribob,

das hat nichts mit Zwei-Klassen-Gesellschaft zu tun.Das Problem das du beschreibst,das der AG eine Stelle ausschreibt,du dich darauf bewirbst und er sich gar nicht mehr meldet,nicht mal die unterlagen zurückschickt,ist kein neues.Leider ist das gang und gebe.

Allerdings bleiben deine Unterlagen stehts dein Eigentum.Du kannst also vom AG verlangen,dir die Unterlagen wieder zurück zu schicken.

MfG
Codeman

haribob
29.07.2007, 10:28
das ist ja nicht das Ungeheuerliche. Dass ein AG sich nichtmehr meldet und meine Unterlagen nicht zurückschickt habe ich schon dutzengfach erlebt. Außerdem bewerbe ich mich als Informatiker ja immer online.

Die drei, die ich meine waren 400,- Euro-Jobs: bei einem stand schon in der Stellenanzeige, dass Arbeitslose nicht eingestellt werden, beim zweiten war ich sogar persönlich da und habe seinen Personalerfasssungsbogen ausgefüllt. Auf dem musste ich halt ankreuzen ALG2. Jetzt im Nachhinein scheint mir das der Grund, warum ich nichtmehr angerufen worden bin, um einen Probetag zu vereinbaren, wie die Sachbearbeiterin sagte. Vom dritten bin ich angerufen worden: Guten Tag.... beziehen sie Leistungen vom Jobcenter z.B. ALG2? "Ja." Dann hat sichs schon erledigt, auf wiederhören.

Und das sehe ich sehr wohl als zweitklassierung "Solche wie dich wollen wir nicht"

StephanK
29.07.2007, 11:43
Vom dritten bin ich angerufen worden: Guten Tag.... beziehen sie Leistungen vom Jobcenter z.B. ALG2? "Ja." Dann hat sichs schon erledigt, auf wiederhören.
Und das sehe ich sehr wohl als zweitklassierung "Solche wie dich wollen wir nicht"Äußerungen wie die von Dir zitierte finde ich allerdings auch ungeheuerlich! :shock:

Es scheint, dass der traditionell "schlechte Ruf" von Sozialhilfebeziehern mit der Angleichung der Leistungen auch auf die Alg II-Bezieher abgefärbt hat. Politik und Medien tun das ihre dazu, indem sie undifferenziert die Bezeichnung "Langzeitarbeitslose" synonym für Alg II-Bezieher verwenden, obwohl das oft gar nicht stimmt und oft fragwürdig ist. Im übrigen lässt die Dauer von Arbeitslosigkeit nur sehr begrenzt Rückschlüsse auf die Qualifikation zu.

So ungeheurlich diese Äußerung auch ist: die Anbahnung von Arbeitsverhältnissen ist fast rechtsfreie Zone. Es gibt das Verbot der Diskriminierung wegen des Geschlechts, aber wie wir wissen bewirkt dieses gut gemeinte Gesetz in der Praxis recht wenig (außer im öffentlichen Dienst). Das neue "Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz" verbietet Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität- aber nicht wegen Arbeitslosigkeit :mad:

Die (Bundes-) Regierung mach good will-Kampagnen, um Arbeitgeber dazu zu bewegen, mehr Azubis auszubilden und mehr Ältere einzustellen. In Bezug auf Arbeitslose gibt es nichts derartiges. Natürlich zielen die ganzen von der Bundesagentur finanzierten Bewerbungstrainings und Weiterbildungen darauf, die "Marktfähigkeit" von Arbeitslosen zu verbessern und das ist auch nicht falsch. Aber ich habe noch keinen Arbeitsminister erlebt, der auf einer Tagung eines Arbeitgeberverbandes mal laut und deutlich gesagt hätte: Ihr seit keine Götter, Ihr könnt nicht "Menschen nach eurem Bilde formen" sondern Ihr müsst schon mit denen auskommen, die eben da sind.

Stattdessen versucht die Politik es wie üblich mit Geld und etabliert mit dem neuen Job-Perspektive-Gesetz (ist noch "in der Mache", aber fast fertig) einen dauerhaft subventionierten Zweit-Arbeitsmarkt. Ob das eine Lösung ist?