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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bundestrojaner, was wie wer wo wann


fragi
06.08.2007, 12:46
In die Frage, wie die umstrittenen Online-Durchsuchungen funktionieren, will die Zeitschrift Chip etwas Licht gebracht haben. Demnach ist die als "Bundestrojaner" bezeichnete Software eher eine Wanze, eine Software die direkt durch den physikalischen Zugriff auf dem Rechner der Zielperson installiert wird. Die Behörden müssen sich also einen direkten Zugang zum System verschaffen, z.B. in die Wohnungen eines Verdächtigen eindringen. [mehr (http://www.golem.de/0708/53901.html)]

Meine Kommentierung dazu:

Leute lasst euch nicht son schwachsinn erzählen...

Zuersteinma der Zugriff zuhause... was bringt das denen? Nichts! Dann können sie den PC auch gleich mitnehmen... Das einzige was dadurch erreicht wird ist zusehen mit wem man in Kontakt steht... Und was bringt das der Ermittelnden Behörde? Rein garnichts in dem Falle, da nehmen sie wie gesagt den Rechner eher mit.

Jetzt mal die "zwangsinstallation" per zugewiesenem "zwangsproxy"... Wie soll das laufen? schränkt man die rechte nur ein wenig ein, dann muss im Windoof entweder ein Ausführen als bzw unter Linux ein sudo durchgeführt werden. hierzu ist das passwort erforderlich... gibt der user das nun nicht ein gibts da keine chance.
Wenn man dazu noch den Useragent des Browsers ein bisschen "verfremdelt" wissen se nichtma ob se zur installation nun nen sh script oder ne exe schicken sollen, also auch totaler quatsch. Mal ganz von Checksummen abgesehen!

Mein Fazit:
Leute, lasst euch nicht verrückt machen... Das ist nur große rederei um nichts...
Entweder haben die Leute die das erzählen absolut keine Ahnung oder sie "tranen" sich dadurch nur :wut:

Betroffener
07.08.2007, 00:54
Na ja - CHIP hat sich mal wieder als im Tal der Ahnungslosen wohnend deklassiert.

Mit einem Boot-Datenträger kommt schon schon sehr, sehr weit voran und kann da einiges schädliche tun auf dem Rechner, was ziemlich unbemerkt bleiben dürfte (wenn die Datenträger nicht verschlüsselt sind).

Es wird auf jeden Fall gelogen, dass sich die Balken biegen - sowohl von der Begründung (Terrorismus und KiPo) als auch bezüglich der Durchführung.
Es geht um ganz andere Kontroll- und Überwachungsmechanismen, wie auch bei der PKZ (Personenkennziffer), die jetzt mit der neuen Steuernummer für alle eingeführt wird, dem Wegfall des Bankgeheimnisses wie auch mit der geplanten globalen Datenbank für das Einkommen jedes Erwerbstätigen, was die Arbeitgeber monatlich neu melden sollen. Da kann dann eine Vielzahl von Behörden drauf zugreifen. Schlussendlich werden alle Daten mit der PKZ verknüpft und aus Puzzelsteinchen ergeben sich plötzlich große, klare Bilder - erweitert durch die Vorratsdatenspeicherung und ähnlichem auch Meinungsbilder und auch das wer, wann und wo mit wem, hier und dort und weitergehend in Kürze was kommuniziert wird. Die Amis sind da mit Echelon seit Jahrzehnten mit dem Ohr weltweit an allem dran.

Der Online-Zugriff dürfte ganz anders laufen. Alleine wenn man sich die diversen aktuellen "Fernwartungstools" und "Desktopsharer" anschaut, dann kann einem nur schlecht werden ob der Möglichkeiten. Wenn sowas passend modifiziert wird und ohne Bestätigungen an der Oberfläche abzufordern und ohne sich zu melden arbeitet, merkt das niemand.
Da sind auch die meisten Firewalls und Router nicht gegen gewappnet.
Zwei Beispiele von vielen: TeamViewer und DeskShare. Arbeite gerne mit beiden.
Die brauchen nicht mal installiert zu werden und bei nur 250 KB fällt nicht einmal ein Download auf und die Dinger sind sofort aktiv, wenn sie über einen Provider zwangseingeschleust würden mit irgend einem Internetabruf.

Weiterhin gibt es fertiges für die Polizei in den USA zu erwerben.
Aber das eine schließt das andere nicht aus.

Es soll übrigens auch Mini-Kameras geben, die sofort beim Rechner hochfahren ein oder mehrere Bilder schiessen und per Email versenden. Da weiß man dann wer einen wann besucht hat :engel:

fragi
07.08.2007, 05:39
Mit einem Boot-Datenträger kommt schon schon sehr, sehr weit voran und kann da einiges schädliche tun auf dem Rechner, was ziemlich unbemerkt bleiben dürfte (wenn die Datenträger nicht verschlüsselt sind).War das nicht ERD-Commander?

Aber ne ganz andere Frage, wenn die mit dem Boot Datenträger kommen, wohin stecken die dann die Knoppix-Cd?
Oder wenn der USB-Stick nicht da ist, Bootet deren CD dann auch alleine?

Die Leute auf die sie es abgesehen haben wissen schon wie sie sich zu schützen haben, da ist leider die "Szene" immer einen Schritt weiter.

Das Beste Beispiel dafür war die belgische polizei und der Razorback-Server.
Kaum hatten sie ihn abgebaut zum mitnehmen, war alles was sie wollten schon verflüchtigt weils im Ram war :engel:

Die brauchen nicht mal installiert zu werden und bei nur 250 KB fällt nicht einmal ein Download auf und die Dinger sind sofort aktiv, wenn sie über einen Provider zwangseingeschleust würden mit irgend einem Internetabruf.Das wäre dann aber nur an ner html/php usw möglich. Für normale downloads gibts ja da md5 usw.
Und selbst bei den Seiten kann man ganz einfach nachziehen... was nicht relevant für die anzeigen ist, d.h bei html seiten z.b kein html quellcode ist, schneidet der Browser ganz einfach ab.
Da werden entsprechende "browserupdates" nicht lange auf sich warten lassen.

Am Besten finde ich ja die am Anfang diskutierte möglichkeit, Bugs in Betriebssystemen aus der "Szene" zu kaufen :wut:

Meiner Meinung nach wird der "Bundestrojaner" zu einer Waffe der Musikindustrie verkommen, um die bösen Filesharer (meine Skriptkiddies sorry) zu fangen :patsch:
Jemand der ein wenig versiert ist halte ich für aussichtslos, vorallem wenn da nen Cisco Router steht und ne gescheite Filterliste hat.
Alternativ nen gescheit eingerichteten Portblocker...

Betroffener
07.08.2007, 12:23
fragi,

hol Dir einfach mal DeskShare oder TeamViewer zum Testen (wenn Du zwei z.B. Windows-Rechner hast, geht das auch von einem zum anderen übers Internet ohne Installation). Für die *nixe gibt es sowas auch.

Dann kannst Du ja mal versuchen, die Teile mit Deinem Router oder was Du so verfügbar hast, zu blocken - wobei das die offiziellen Versionen sind, die sich aus Datenschutzgründen bewußt melden und fragen, was sie dürfen sollen. Es könnte auch andere Versionen geben ... (auch für die eigentliche Zielgruppe, die damit P2P-Netze mit diversen Hops über ausländischen Server realiseren könnte)

Zum Thema booten: Wenn kein Boot-Laufwerk da ist, geht es natürlich so einfach nicht. Aber üblicherweise wird das mit USB-Stick oder von CD/DVD funktionieren (wenns im BIOS nicht abgeschaltet ist und das BIOS nicht passwortgeschützt ist).

Um auf den Punkt zu kommen: Im Visier sind Frau und Herr Mustermann und kleine Eierdiebe (Ebäh, Paypal & Co.) mit ortsfesten Internetzugängen oder auch variablen Zugängen mit Notebooks - nicht aber die angeblich angepeilte Szene, die sich besser schützen kann und das auch tun wird - oder einfach ungeschützte Zugänge bei F. + H. Mustermann nutzen.
Auch was da gerade in Teilen des des Netzes von Hansenet (Alice) passiert ist, lässt tief blicken (wobei das praktisch überall möglich ist in modernen Netzstrukturen). Vielleicht ist da nur bei einer Mitlauscherei etwas ein wenig schief gegangen bei einem gewollten "Konfigurationsfehler"?

Wenn der Nachbar heimlich mitsurft (http://www.heise.de/newsticker/meldung/93054) und ausführlicher: in Nachbars Netz (http://www.heise.de/netze/artikel/93149)

Denn heutzutage besteht auch ohne Login beim Provider immer eine Ethernetverbindung zwischen Vermittlungsstelle und Rechner. Ein Thema, das viele Möglichkeiten öffnet.

Was man auf einer kleinen SD-Card im Hosenaufschlag (oder sonstwo) alles transportieren kann, ist reichlich.

fragi
07.08.2007, 13:15
hol Dir einfach mal DeskShare oder TeamViewer zum Testen (wenn Du zwei z.B. Windows-Rechner hast, geht das auch von einem zum anderen übers Internet ohne Installation). Für die *nixe gibt es sowas auch.Hab kein Windows, hab nen Class A Netz aus 3 Linux rechnen mit verschiedenen Distris...

Ich weiß ja nicht was die programme wollen, aber glaube trotzdem nicht daran dass sie mir was können. Ich hab meinem benutzerkonto mit dem ich angemeldet bin alle ausführrechte genommen, das heißt ich muss immer auf ausführen als ausweichen, denn ich kann nichtmal ne mp3 öffnen...
Das erhöht meiner ansicht nach die sicherheit aber ist halt auch nervig, weshalb ich mir nen paar mehr arbeitsflächen gebaut habe und per init.d über nen sh script die "nötigen" programme automatisch starten lasse (versteckt auf anderen arbeitsflächen).

Deshalb sehe ich nicht, dass egal ob ich das programm runterlade oder es sich mit runterläd starten könnte. ohne sudo kann es ebenfalls nicht in den autostart... oder ist hier ein Denkfehler drin?

Wenn kein Boot-Laufwerk da ist, geht es natürlich so einfach nicht. Aber üblicherweise wird das mit USB-Stick oder von CD/DVD funktionieren (wenns im BIOS nicht abgeschaltet ist und das BIOS nicht passwortgeschützt ist).Das Passwort könnte man auch umgehen... einfach kurz den betreffenden Jumper umgesetzt bzw kurz die batterie raus. Das problem wäre es fällt auf.
Für wirklich paranoierte user empfehle ich einfach die hdd im bios manuel einzurichten und wenn man weggeht einfach bei den Cylinders nen zahlendreher einzubauen... dann is nix mehr mit zugriff darauf und man kann das CD-Rom ruhig als bootlaufwerk lassen.

Denn heutzutage besteht auch ohne Login beim Provider immer eine Ethernetverbindung zwischen Vermittlungsstelle und Rechner. Ein Thema, das viele Möglichkeiten öffnet.Da kann ich nicht zustimmen, sorry da bin ich direkt vom Fach...

Es ist so, dass ohne Login eine Schicht 4 Verbindung bis zum Router / Modem besteht, und von Modem bis DSLAM eine Schicht 1 Verbindung.
Von DSLAM über Juniper bis zum POP läufts über VC (Virtuell Channels) in Glasfasern. Hier besteht auch eine Schicht 1 Verbindung, da jeder VC einem VP (Virtuell port) zugewiesen ist.
Den Pop kann man sich wie einen Domänencontroller vorstellen, der keine übergeordnete Schicht 4 Verbindung zulässt, solange man ihm nicht sagt wer man ist.
Zuhause ist es natürlich auch so, wenn die accesskontrolle nicht klappt auch jeder sich anmelden kann. Solche fehler sollten natürlich nicht passieren.
Ich erkläre mir das einfach mit der unfähigkeit der provider, die schon bei kleinsten Problemen an den Interconnections überlastet sind und nichtmehr weiter wissen. Das sage ich aus eigener Erfahrung. Da kann es gut passieren dass der pop falsch konfiguriert ist.
Durch die Schaltung am Hvt ist aber "vorverkabelt" zu welchem pop man gehört... daher kann man selbst wählen, ob man Qualität oder günsigen preis möchte.
Ne Subnetmask von 0 ist natürlich unschön, ich bestehe da schon auf die 255...

Was man auf einer kleinen SD-Card im Hosenaufschlag (oder sonstwo) alles transportieren kann, ist reichlich.Stimme ich zu, aber ich z.b hab keinen Cardreader und meine beiden ext. Usb Schnittstellen sind kaputt... da müsste man schon an die internen :engel:
Diskettenlaufwerk habe ich auch nicht und booten von CD abgeschaltet...
Bios hat nen passwort.
Meine HDD sitzt im wechselrahmen und neben dem pc steht nen kleiner "Tresor" :engel:
Ist das gut? hehe

Betroffener
07.08.2007, 14:23
@fragi,

ich schrieb von heutzutage :engel:

Das Telekomnetz basiert (noch) weitgehend auf ATM - das ist aber zumindest in dem zweiten Artikel gut beschrieben. Bei den NGN - die sich immer weiter ausbreiten - ist das vollständig anders.

Oder kannst Du mir erklären, warum auch bei Telekom DSL-Anschlüssen gerne und oft nach dem sync insbesondere die Modems und Router fröhlich auf der Netzanzeige blinken? Was läuft da über die Leitung speziell bei Modems, die üblicherweise als Konverter und Ethernet-Bridge arbeiten?

Durch die Schaltung am Hvt ist aber "vorverkabelt" zu welchem pop man gehört... daher kann man selbst wählen, ob man Qualität oder günsigen preis möchte.
Ne Subnetmask von 0 ist natürlich unschön, ich bestehe da schon auf die 255...
Und genau da könnten die Regierungsschnüffler bestens ansetzen meines Erachtens als "Man-in-the middle" - was das übliche und einfachste Vorgehen wäre.

Deine Restriktionen sind selbst für *nix-Anwender etwas sehr herbe - finde ich. Aber Updates vom Distri wirst Du zulassen - oder? Und dann schliesst sich der Kreis wieder, da das mit root-Rechten läuft.

Ich arbeite unter Windows ausschließlich als Benutzer und bei Ubuntu ist das eh der Standard.

Wobei ich immer die Frage in den Raum stelle, was soll warum und mit welchem Aufwand gegen welche Eindringlinge, Störenfriede etc. geschützt werden?

Es nutzt absolut nichts, wenn an einer Stelle massiver Aufwand betrieben wird und an anderer Stelle einfach zugänglich ein offener und unbenutzter Port am Switch ist oder das zusätzliche WLAN Lücken hat. Man kann sich also auch teuer zu Tode schützen und hat trotzdem noch zig Löcher. Es kommt doch vielmehr darauf an, die wirklich sicherheitsrelevanten Teile zu finden und zu schützen. Nicht ohne Grund haben div. Firmen und Behörden-PC weder USB noch CD/DVD noch Floppy, dafür können die Admins die Rechner meist übers Netz booten (was auch nicht ganz ohne ist, wenn das Netz selber irgendwo kompromittiert ist).

Sicherheit ist relativ und auch immer eine globale persönliche und/oder Firmen-Policy, die regeln soll, was gehen darf und was absolut nicht gehen darf (auch unter Einschluß der Benutzer - denn die sind meist das schwächste Glied).
Auch die Wiederherstellungsoptionen sind extrem wichtig.

Das ganze möglichst abgestuft nach festzulegenden Prioritäten. Denn die meisten Firmen sind heutzutage spätestens nach einer Woche platt, wenn zentrale Systeme im ERP- und CRM-Bereich nicht funktionieren. Leider wissen das die wenigsten Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände, wo die wirklichen Knackpunkte ihres Business liegen.

Wenn sich die Putzkolonnen nächtens die unter Tastaturen oder in Schubladen plazierten Logins notieren würden, könnte das schon ganz schön haarig werden. Vielfach machen die auch im EDV-Herzen - im Serverraum - regelmäßg sauber. Da ist dann ganz schnell und unbemerkt mal was gut versteckt anzustöpseln, um von Ferne den Traffic mit zu loggen.

Ach ja - obige Tools konnte ich in div. Firmen mit guten Firewalls problemlos remote nutzen - zur "Freude" der Admins.

Zur Überwachung an sich fällt mir immer das amerikanisch/kanadische Echelon (http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon) ein, mit der die halbe Welt belauscht und ausspioniert wird.

fragi
07.08.2007, 14:44
Oder kannst Du mir erklären, warum auch bei Telekom DSL-Anschlüssen gerne und oft nach dem sync insbesondere die Modems und Router fröhlich auf der Netzanzeige blinken?

Ich kenn das so, wenn das Modem dem user sagt es sei sync, dass es das noch nicht ist. Es zeigt damit nur es hat "verbindung"... an den Netztakt angeglichen ist es damit noch nicht, und das folgt erst noch...
Wenn deine Lampe blinkt sagt es ja nur es ist traffic, ob nen bit oder mehr weiß man da ja nicht...
Meines erachtens blinkt das um mit dem netztakt sync zubleiben, da ja nen Modem kein taktgeber ist :engel:

Das Telekomnetz basiert (noch) weitgehend auf ATM - das ist aber zumindest in dem zweiten Artikel gut beschrieben. Bei den NGN - die sich immer weiter ausbreiten - ist das vollständig anders.
Das ist widerum ne Qualitätsfrage...
Ich wiederum finde in der Fehlersuche / Eingrenzung die ich betrieben habe die ATM Technik nicht so schön, aber die SDH Technik auf der sie aufsetzt perfekt... das ist aber ne geschmacksfrage...
Es kommt hier aber für die bestehende verbindung nicht auf das ATM Netz an, sondern auf die Technik der DSLAM's (bei Telekom meist die alten ECI, laufen wunderbar mit den alten ECI Modems) und die Pop-Knoten...

Wenn der Pop nicht richtig konfiguriert ist, dann lässt er dich immer rein, egal ob angemeldet oder nicht. Das würde heißen du bist so lange strom auf deinen Anlagen ist immer Online...

Wenn dazu noch der Fehler der falschen Subnetzvergabe kommt und nicht jeder sauber in seinem eigenen Netz sitzt hat man in seinem Wan noch nen LAN :sdagegen:

Aber Updates vom Distri wirst Du zulassen - oder?
Autoupdates habe ich ausgemacht, und den kernel werd ich gar nichtmehr updaten, da dadurch immer mein Cups abgeschossen wird... ds wieder herzurichten ist mir zu nervig, und da ich nicht vor habe das system zu verändern, führe ich keine updates mehr durch... (es sei denn sie sind wirklick sicherheitsrelevant und mit meiner alten kernelversion vereinbar)...

Leider wissen das die wenigsten Inhaber, Geschäftsführer und Vorstände, wo die wirklichen Knackpunkte ihres Business liegen.
Stimmt, ist halt so, selber die dicken gehälter, aber an den "fachkräften" wird gesparrt.

Wenn sich die Putzkolonnen nächtens die unter Tastaturen oder in Schubladen plazierten Logins notieren würden, könnte das schon ganz schön haarig werden.
Da würde ich dann eher auf Masterpasswort setzen...
In vielen Firmen wenn nicht sogar allen ist doch das ins Schreibtisch legen des Logins verboten oder täusche ich mich da? Denke da nur an den Datenschutz :)



Bin persönlich echt mal auf mehr einzelheiten zu dem bundestrojaner gespannt, vor allem wie ich gelesen hab dass sie per Gesetz die Firewall-programmierer wie Norten sogar Microsoft dazu bringen wollen, in der deutschen Version den Trojaner zu "übersehen"... Da scheint nicht viel verstand dahinter zusein...

Deine Restriktionen sind selbst für *nix-Anwender etwas sehr herbe - finde ich

Da ich noch nicht allzulange auf so einem System bin (hatte vorher nen "schlchteres") sind immer noch die Ängste da, dass genau dieser sicherheitslöcher ausgenutzt werden. Daher die vorsorge in dieser Richtung mit den rechten...

ALN - Robot
22.08.2007, 07:02
http://www.tagesspiegel.de/feed/images/tslogo.png

Wie kommt ein Trojaner auf den Rechner von Verdächtigen? Das BKA sucht nach der richtigen Technik für die Online-Durchsuchung.

Weiterlesen... (http://www.tagesspiegel.de/2362828)

fragi
22.08.2007, 11:41
Das lässt sich schon wenigstens besser lesen als das von Chip...

Am Besten find ich:
Innenminister Wolfgang Schäuble sagt übrigens von sich selbst, er öffne „grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails“. Könnte ja sein, dass sich ein Trojaner dahinter verbirgt.

Vielleicht sogar sein eigener Bundestrojaner weil er selber im Verdacht ist? :sensationell:

ALN - Robot
03.09.2007, 08:40
http://www.arbeitslosennetz.de/images/stories/Zeitungen/n24.gif

Grünen-Innenexperte Beck sieht die Pläne zur heimlichen Durchsuchung von Privatcomputern Einführung mit großer Sorge. Dabei wäre es Zeit für eine ganz andere Debatte, sagte er auf Netzeitung.de.

Weiterlesen... (http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=147872)

Seebarsch
03.09.2007, 18:06
Hinsichtlich der Bundestrojaner bin ich immer noch der festen Überzeugung, dass die grossen Brüder von jenseits des Teiches aus Bushitanien mit Sicherheit über die Quellcodes der einschlägigen Softwarefirmen incl. diverser Verschlüsselungsprogramme verfügen.
Im Rahmen der Terrorismusbekämpfung werden diese dann im Rahmen diverser Tauschgeschäfte mit Sicherheit auch weiter gegeben.

Vor einiger Zeit schwirrte in der Presse mal eine Nachricht herum, dass wegen der Unsicherheit der Windowsprogramme die gesamte Bundesverwaltung intern auf LINUX umgestellt werden sollte.

Der Bundestrojaner wird mit Sicherheit, in welcher Form auch immer, kommen!
:wut:

fragi
04.09.2007, 06:59
Vor einiger Zeit schwirrte in der Presse mal eine Nachricht herum, dass wegen der Unsicherheit der Windowsprogramme die gesamte Bundesverwaltung intern auf LINUX umgestellt werden sollte.Der Behördendesktop (http://de.wikipedia.org/wiki/Beh%C3%B6rdendesktop) :-o

Wollte mir den immer schonma ziehen und in der VM laufen lassen um ne mir anzuschauen... das mache ich jetzt auch mal... den lad ich mir gleich runter...
Vielleicht ist der ja gleich mit Bundestrojaner infiziert :)

-> 4 std downloadtime (2,2GB) DSL 1000

Der Bundestrojaner wird mit Sicherheit, in welcher Form auch immer, kommen!Richtig, sich aber an meiner alten kernelversion die Zähne ausbeissen... vorausgesetzt er wird mir per mail zugestellt und ich öffne ihn...

Hinsichtlich der Bundestrojaner bin ich immer noch der festen Überzeugung, dass die grossen Brüder von jenseits des Teiches aus Bushitanien mit Sicherheit über die Quellcodes der einschlägigen Softwarefirmen incl. diverser Verschlüsselungsprogramme verfügen.WIe gut dass ich ne Hardwarefirewall habe...
Mit den Verschlüsselungen ist es so ne Sache... Windoof ist eh müll, daran ändert auch ne verschlüsselung nichts... geht man beim Boot mitm erd-commander ran, hats gelitten...
AUf Unix ebene ist es allerdings anders... aufgrund der vielen verfahren und der sicherheit des systems wirds hier schwer :)

Trish
04.09.2007, 22:49
Hier mal was lustiges zu diesem nicht lustigen Thema

http://img410.*ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT**ZENSIERT*/img410/3452/datenef6.jpg

fragi
05.09.2007, 07:26
ich finde in dem Bild fehlt noch was... die rechtsfolgenbelehrung :engel:

Aber: Über ein Exploit wird der Trojaner nie kommen... da gibts genug was dagegen spricht

ALN - Robot
07.09.2007, 10:11
http://www.tagesschau.de/image/header_logo.gif

Die Innenminister von Bund und Ländern beraten heute über die vereitelten Bombenanschläge und möglichen Konsequenzen daraus. Ein wichtiges Thema dabei dürften die Pläne für Online-Durchsuchungen sein. Die Union drängt auf eine Einführung, die SPD will ein Verfassungsgerichtsurteil abwarten.

Weiterlesen... (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID7427846_REF1,00.html)

fragi
21.09.2007, 11:39
Nicht nur bei schweren Straftaten, sondern auch bei unbequemen Fußballfans kann sich der rheinland-pfälzische CDU-Chef Christian Baldauf den Einsatz des sogenannten "Bundestrojaners" vorstellen.

Quelle: Wormser Zeitung (http://www.wormser-zeitung.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=2976294)
:patsch:

StephanK
21.09.2007, 11:57
Auch wenn das nur die Äußerung eines Provinzpolitikers ist zeigt sie beispielhaft, was für ein Giftfass man damit aufmachen würde und wie das Gift in den Boden einsickert und sich dann dort weiter verbreitet.

Es ist immer das gleiche Spielchen: Wegen einer Gefahr, die als sehr groß eingeschätzt wird, sagen bestimmte Politiker: Bürgerrechte hin oder her, aber dafür muss man eine Einschränkung hinnehmen. Kaum ist diese Einschränkung eingeführt, wuchert sie weiter, weil "ganz plötzlich" anderen Leuten einfällt, dass diese und jene Überwachungs- und Einschränkungsbefugnis ja auch ganz praktisch wäre, um anderen (weit geringeren) Gefahren etwas entgegenzusetzen.

Wenn Freiheit in kleinen Stückchen eingeschränkt wird ist das nicht besser als wenn man sie in großen Brocken entreißt.
:mymind:

fragi
21.09.2007, 12:06
Auch wenn das nur die Äußerung eines Provinzpolitikers ist zeigt sie beispielhaft,

wie es weitergeht und was fachleute schon lang vorhersagen... es wird nicht bei einer "waffe" zur Terrorabwehr bleiben.

Wenn Freiheit in kleinen Stückchen eingeschränkt wird ist das nicht besser als wenn man sie in großen Brocken entreißt.

Ich kann leider nur sagen, solang es das Volk mit sich machen lässt :sdagegen:

ALN - Robot
02.10.2007, 00:30
Koalition ohne Konsens: Union und SPD bleiben bei den seit Wochen umstrittenen Streitthemen Online-Durchsuchungen und Finanzierung eines Pflege-Urlaubs weiter auf der Suche nach einer für beide Teile gangbaren Lösung.

Weiterlesen... (http://us.rd.yahoo.com/dailynews/rss/search/alg+ii/SIG=12ic211lc/*http%3A//www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Grosse-Koalition;art122,2391607)

fragi
05.10.2007, 09:03
Wen interessiert wie es momentan im "United Kingdom" läuft, sollte mal in folgende Quelle (http://www.lightbluetouchpaper.org/2007/09/30/time-to-forget/) schauen...

Kurz gesagt, dort gibt es schon eine Art Onlinedurchsuchung.

Jetzt wirds zum Gesetz, dass user ihre "verschlüsselung" dem Staat offenlegen muss, ansonsten ins Gefängnis kommen.

So wirds bei uns sicherlich auch laufen kommt die Onlinedurchsuchung durch. Danach kommt das Entschlüsselungsgesetz. Wer nicht offenlegt hat was zu verbergen und kann dann auch Verdacht in den Knast...

Jedenfalls werden die politiker es versuchen. Ich hoffe ja auf durchsicht der Verfassungsschützer, dem BVerfG.

ALN - Robot
10.10.2007, 07:51
http://www.arbeitslosennetz.de/images/stories/Zeitungen/n24.gif

Das Bundesverfassungsgericht befasst sich mit der umstrittenen Online-Durchsuchung. Auf dem Prüfstand ist das Verfassungsschutzgesetz von Nordrhein-Westfalen, mit dem die Fahndungsmethode per Gesetz erlaubt ist.

Weiterlesen... (http://www.n24.de/politik/article.php?articleId=157551)

fragi
26.10.2007, 08:10
Die Datenschützer von Bund und Ländern haben vor heimlichen Online-Durchsuchungen gewarnt und ein Vorgehen mit Bedacht angemahnt. [mehr (http://www.heise.de/newsticker/meldung/97976)]


Ähnlich sei es beim Verfahren zum Kontenabruf gewesen, das ursprünglich habe helfen sollen, Geldströme von Terroristen aufzudecken. "Heute haben jedes Finanzamt und die Sozialbehörden Zugriff auf diese Daten. Ohne die Begründung Terrorbekämpfung wäre diese Abfragemöglichkeit aber überhaupt nicht durchsetzbar gewesen."

Also ist der Terrorismus Schuld daran, dass die BA die Konten abfragt? /ironie aus

Betroffener
26.10.2007, 12:53
Wir reden hier eigentlich von altem Wein in neuen Schläuchen.

Denn abgehört, mitgeschnitten und überwacht wird schon seit Urzeiten

Echelon (http://de.wikipedia.org/wiki/Echelon)

Nur die Polizei darf es halt offiziell (noch) nicht.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang:

"Weltweiter Lagerverkauf" der TK-Vorratsdaten befürchtet (http://www.heise.de/newsticker/meldung/97962)
Das erinnert zum einen an die Vorschläge, Daten an die Wirtschaft zu verkaufen, zum anderen stehen damit diese ziemlich intimen Daten weltweit zur Auswertung zur Verfügung.

NRW-Innenminister: Verfassungsschützer spähten keine privaten Computer aus (http://www.heise.de/newsticker/meldung/97982)
Was sofort die Frage hochpoppen lässt: Arbeiten "Terroristen gewerblich oder als Firma?

Auch interessant:
EU: Der Weg zum Geheimdienststaat (http://futurezone.orf.at/it/stories/223854/)
Der neueste Stand zu ETSI und Rasterfahndungsplanung über auf Vorrat gespeicherte Daten.

Firmware-Trojaner in Routern / ETSI-Dokumente (http://home.arcor.de/emuleplus/artikel/firmwaretrojaner.htm)

Europäisches Rechtshilfeabkommen verabschiedet (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/8/8204/1.html)
Artikel aus 2000 !! Hier geht es auch um den Austausch gesammelter Bürgerdaten.

Insgesamt gesehen handelt es sich bei den Überwachungsthematik um nichts eindeutig deutsches, sondern um die weltweite globale geplante Überwachung der Bürger und deren Durchsetzung.
Schon 1998 bei der Verabschiedung von ETSI-Papieren für Abhörschnittstellen wurde deklariert, dass man die Begrifflichkeiten: Terrorismus, Kinderpornographie usw. benutzen solle - und genau das war dann auch das vordergründige Thema zur Begründung der der Einführung der Bürgerüberwachung allerorten.

Das stellt sich immer deutlicher dar, wenn man mehr zu den Hintergründen vordringt.

Dazu stellt sich dann die Frage: Wer hat etwas davon und wozu dient die ständig komplettierte und perfektionierte Überwachung tatsächlich?

Wieviel plutokratischer sollen EU und USA noch werden?

Betroffener
15.11.2007, 19:18
Das ist wieder mal der Oberhammer, was sich das Trio Kauder, Ramsauer und Struck hier für ihre Fraktionen von den Lobbyisten der Telcos haben aufschwatzen lassen.

Entwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Entschädigung von Telekommunikatonsunternehmen für die Heranziehung im Rahmen der Strafverfolgung (TK-Entschädigung-Neuordnungsgesetz - TKEntschNeuOG) (http://dip.bundestag.de/btd/16/071/1607103.pdf)

Ein sehr interessantes Dokument, in dem die Kostenansätze für einzelne Abfragen definiert werden. Liest sich wie eine typische Telekompreisliste (und aus der Ecke dürfte die "Preisliste" wohl auch kommen). Da dürfte auch dem letzten klar werden, warum die Telcos immer nur am Rande auf dei Rechtsstaatlichkeit hinwiesen, dafür aber vehement die Kosten der VDS und der staatlichen Abfragerei mit hjedem Mal hochgetrieben haben.

Also ist jede Dienstleistung beschrieben und (hoch) gepreist (minimal 17 € pro Datensatz ohne Zusatzleistungen), es wird sogar von Aufwendungen für eine "Rasterfahndung" in den Datensätzen geschrieben (hatte die das BVerfG nicht verboten?)

Auch interessant erscheint die Frage, ob der deutsche Staat auch für die Anfragen von ausländischen (Geheim-)Diensten aufkommen muss (Cyber Crime Abkommen) oder dürfen die da umsonst in den VDS-Daten surfen und Rasterfahnden?

Und strafbehandelte Störer dürfen dann natürlich die Kosten der "Zeugengebühren" übernehmen.
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hib-Meldung 301/2007, Datum: 15.11.2007

Koalition: Telekommunikationsunternehmen leistungsgerechter entschädigen

Recht/Gesetzentwurf

Berlin: (hib/BOB) CDU/CSU und SPD planen eine leistungsgerechte Entschädigung von Telekommunikationsunternehmen für die Überwachung des Telefon- und Faxverkehrs und für die Erteilung von Auskünften über Bestands-, Verkehrs- und Standortdaten. Die beiden Regierungsfraktionen haben dazu einen Gesetzentwurf (16/7103 (http://dip.bundestag.de/btd/16/071/1607103.pdf)) vorgelegt. Dazu soll das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG) geändert werden. Zur Begründung schreiben die beiden Fraktionen, durch die in den letzten Jahren erheblich gestiegene Anzahl von Maßnahmen zur Telekommunikationsüberwachung würden die Unternehmen in immer stärkeren Maße in die Aufgaben staatlicher Stellen eingebunden. Die Entschädigung würde von den Unternehmen zu Recht als "nicht angemessen" kritisiert. Diesem Zustand solle abgeholfen werden.
Quelle (http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_301/04)

Betroffener
18.11.2007, 00:21
Und noch ein Nachtrag - ganz frisch und mehr als nur interessant:
Es geht ums abhören von z.B. verschlüsselten Skyoe-Telefonaten durch einen Trojaner direkt auf einem PC während der Verbindung.

Sehr interessant, wie sich die Bundesregierung aka Innenministerium sich da die Rechtslage vorstellt - denn offensichtlich wird das bereits durchgeführt und soll "ganz anders sein" als der "Bundestrojaner". Interessant auch die Unterscheidungen zu noch nicht versendeten Mails und dem Recht.
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hib-Meldung 291/2007, Datum: 12.11.2007

Regierung: Quellen-TKÜ ist nicht notwendig Grundrechts-Eingriff

Inneres /Antwort
Berlin: (hib/SUK) Die Installation eines Programms zur so genannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) auf einem fremden Computer führt nach Ansicht der Bundesregierung "nicht zwangsläufig" zu einem Eingriff in Artikel 13 des Grundgesetzes, der die Unverletzlichkeit der Wohnung schützt. Dies schreibt sie in ihrer Antwort (16/6885 (http://dip.bundestag.de/btd/16/068/1606885.pdf)) auf eine Kleine Anfrage der FDP (16/6694 (http://dip.bundestag.de/btd/16/066/1606694.pdf)). Zum einen müsse sich der betroffene Rechner nicht unbedingt in einer durch das Grundgesetz geschützten Wohnung befinden. Zum anderen führe auch die Tatsache, dass es zu einer Erfassung innerhalb einer Wohnung geführten Telekommunikation kommen kann, ebenso wenig zu einem Eingriff in Artikel 13 wie eine "herkömmliche" Telekommunikationsüberwachung, die mit Hilfe eines Telekommunikationsunternehmens durchgeführt wird. Eine andere Bewertung könne "lediglich dort geboten sein, wo für die Installation des entsprechenden Programms auf dem in einer durch Artikel 13 GG geschützten Wohnung ein physisches Betreten der Wohnung gegen den Willen des Wohnungsinhabers erfolgt". Auf die Frage der Liberalen, wodurch sich die Quellen-TKÜ von der Online-Durchsuchung unterscheide, verweist die Regierung darauf, dass bei diesen beiden Maßnahmen "lediglich die Technik der Vorgehensweise ähnlich" sei. Durch programmtechnische Vorrichtungen bei der Quellen-TKÜ sei von vornherein sichergestellt, dass eine "über den Überwachungszweck hinausgehende Online-Durchsuchung nicht möglich ist". Mit den Maßnahmen der Quellen-TKÜ solle auf Daten eines bereits begonnenen und noch nicht abgeschlossenen Telekommunikationsvorgangs zugegriffen werden. Diese Daten solle die Online-Durchsuchung gerade nicht erfassen. Die Notwendigkeit zur Quellen-TKÜ ergebe sich in der Regel nur dann, wenn die klassische Telekommunikationsüberwachung wegen der Kryptierung der Inhalte scheitere.
Quelle (http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_291/09.html)

Betroffener
18.11.2007, 17:16
Und noch mehr Nachträge:

SPD will Grundrecht auf Informationsfreiheit im Internet einführen
Heise Online vom 18.11.07

SPD-Politiker planen eine Verfassungsänderung, um ein Grundrecht auf Informationsfreiheit im Internet einzuführen, berichtet die Tageszeitung Die Welt. SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz sagte: "Das Internet ist ein neuer Raum der Freiheit, der im Grundgesetz nicht vorkommt. Die Menschen gehen dort gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Betätigungen nach, sie kommunizieren und informieren sich. Es ist unsere Aufgabe, diese Ausübung von Bürgerrechten gegen staatliche Eingriffe zu schützen.“

Angeblich steht neben anderen führenden SPD-Mitglieder auch Justizministerin Brigitte Zypries der Idee eines solchen Kommunikationsrechts "aufgeschlossen" gegenüber. Die SPD könnte damit versuchen, wieder ein wenig Land im Hinblick auf die Wahrung von Bürgerrechten zu gewinnen, nachdem sie etwa die Vorratsdatenspeicherung und viele andere Erweiterungen der staatlichen Überwachung unterstützt hat.

Möglicherweise spekuliert man darauf, dass das Bundesverfassungsgericht der Online-Durchsuchung eine strikte Abweisung erteilt. So will sich die Justizministerin nach Angaben der Welt erst nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit von Online-Durchsuchungen zu der Möglichkeit einer Verfassungsveränderung äußern.Grundrechte wie die Unverletzlichkeit der Wohnung oder das Fernmeldegeheimnis seien, so hatten sich die Verfassungsrichter bereits geäußert, dem Internetzeitalter nicht angemessen.

Nach Klaus Uwe Benneter stünden alle Rechtspolitiker der Sozialdemokraten hinter dem Vorstoß für ein neues Grundrecht. Sebastian Edathy (SPD), der Vorsitzende des Innenausschusses, erklärte, dass es dabei nicht nur um die Rechtmäßigkeit der Online-Durchsuchung, sondern etwa auch um die Rechtmäßigkeit der Praxis gehe, die IP-Adressen der Besucher von Webseiten der Bundesregierung zu speichern. Mit einem Kommunikationsgrundrecht müsse der Bürger nicht mehr fürchten, bei Einkäufen im Internet oder beim Surfen auf der Suche nach Informationen vom Staat überwacht zu werden. (fr/Telepolis)
Quelle (http://www.heise.de/newsticker/meldung/99160)

Die Leserkommentare sind sehr skeptisch bis kritisch bei Heise Online und
die politische Gegenstimmen dazu kommt natürlich prompt:

Petra Pau: Eins geht nur, SPD - Informations-Freiheit oder Online-Überwachung

Pressemitteilung der Linken vom 18.11.07

Berlin (ots) - Bundesinnenminister Schäuble hat die
Forschungsarbeiten für heimliche Online-Untersuchungen wieder
aufnehmen lassen. Dazu erklärt Petra Pau, stellvertretende
Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Innenausschuss:

Dieser Sündenfall mit Vorsatz geht auf das Konto der SPD. Die
Forschungsmittel für die umstrittene Online-Untersuchung waren
gesperrt. Sie konnten im Bundestag nur mit Zustimmung der SPD
freigegeben werden.

Das wiederum zeigt: Auch die SPD ist grundsätzlich für die
Online-Untersuchung. Denn eine Tat, die man nicht will, bräuchte man
auch nicht vorzubereiten.

Das wiederum steht im krassen Gegensatz zu der Ankündigung des
SPD-Kollegen Wiefelspütz, ein Grundrecht auf Informationsfreiheit im
Internet zu verfassen. Eines geht nur: Informations-Freiheit oder
Online-Überwachung.
Quelle (http://www.presseportal.de/pm/41150/1086494/die_linke)

Wo Frau Pau Recht hat, hat sie Recht.

Betroffener
23.11.2007, 23:24
Sehr interessanter (und vor allem auch ausgewogener) Artikel in "Die ZEIT" vom 22.11.07 von Martin Klingst

Auch die Kommentare dürften wieder interessant sein.

Innere Sicherheit: Die rote Linie (http://www.zeit.de/2007/48/Sicherheit?page=all)
Terrorismus und Lauschangriff, al-Qaida und Online-Durchsuchung: Wie der Rechtsstaat die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit wahren kann.

weiterlesen ... (http://www.zeit.de/2007/48/Sicherheit?page=all)

Wolf100
24.11.2007, 00:42
Der "Bundestrojahner" und die neuen Polizeigesetze geben lediglich die Angst des Staates vor dem Bürger wieder.

Hätten die Staatsorgane nicht so viel Angst vor dem eigenen Volk, bräuchte es dieser Erfindung nicht. Vielmehr sollten die Gewählten darüber nachdenken, ob nicht einiges schief läuft!

Betroffener
24.11.2007, 03:10
Hätten die Staatsorgane nicht so viel Angst vor dem eigenen Volk, bräuchte es dieser Erfindung nicht. Vielmehr sollten die Gewählten darüber nachdenken, ob nicht einiges schief läuft!
Du mißverstehst da offensichtlich etwas.

Die haben darüber nachgedacht und deswegen wollen die das - wirklich. Und zwar in der ganzen EU! :wut:

Schon mal den "neuen" EU-Reformvertrag gelesen, über den überhaupt nicht mehr abgestimmt werden soll?

Ein Jürgen Habermas (mag man über ihn denken wie man will) meint dazu:
Die Europäische Union sei ein Elitenprojekt, welches über die Köpfe seiner Bürger hinweg installiert worden sei und erhebliche demokratische Defizite habe, sagte Habermas. „Und der Vertrag von Lissabon beseitigt die inneren Probleme der EU nicht.“ Er besiegele und zementiere die „abgehobene und elitäre Politik“ und das „Vorrecht der Regierungen, über das Schicksal Europas hinter verschlossenen Türen zu entscheiden“.
Fern jeder Vision (http://www.zeit.de/online/2007/48/habermas-spd) DIE ZEIT vom 23.11.2007

Schlußendlich spielt sich in Deutschland und auch in den anderen EU-Ländern so ziemlich das Gleiche ab. Was national scheitern könnte, wird hinterrücks über die EU eingetütet und durchgedrückt (und sei es im "Hinterzimmer" Fischereiausschuss).

fragi
12.12.2007, 11:36
Der Sicherheitsexperte Hartmut Pohl hat in der Computer Zeitung davor gewarnt, deutsche Behörden verschwiegen die Gefahr durch geheime Sicherheitslücken. So habe der Bundesnachrichtendienst (BND) auf dem Schwarzmarkt für Sicherheitslücken das Wissen über solche Exploits eingekauft und damit diese Schattenwirtschaft unterstützt.

Quelle: Computer.T-online.de (http://computer.t-online.de/c/13/67/39/08/13673908.html)