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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Statistik: Depression und Suizid seit Hartz IV


Seelöwe
14.04.2006, 20:10
Vor ein paar Wochen habe ich ein Interview miterlebt, in dem u.a. die Frage an den Leiter einer psychosomatischen Kliník gestellt wurde:

Frage: " Haben Sie seit der Einführung von Hartz IV festgestellt, dass sich die Zahl der Patienten mit Depressionen erhöht hat oder die Suizidrate gestiegen ist ? "

Antwort: " Nein "

Wenn ich mich so umsehe und lese, kam mir bei dieser Antwort der Satz in den Sinn :

" Glaube nur einer Statistik die du selbst gefälscht hast. "

Gibt es hierüber Informationen?

StephanK
14.04.2006, 20:35
Ich denke, dass es darüber keine Informationen gibt. Ärzte und Psychotherapeuten erfassen zwar die Anamnese (medizinische Vorgeschichte) ihrer Patientinnen und Patienten, wozu oft auch deren soziale Situation gehört, aber diese Informationen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Die gesetzlichen Krankenkassen wissen, ob/daß ein Mitglied Alg II-Empfänger ist, dürfen dieses Merkmal meines Wissens aber nicht mit Diagnosen verknüpfen (Datenschutz). Die epidemiologische Forschung hat sich schon bei vielen Krankheiten und Krankheitsgruppen gewünscht, diese Daten verknüpfen zu können, sich aber - von bestimmten spezialgesetzlichen Ausnahmen (Krebsregistergesetz) abgesehen - bisher mit diesem Anliegen nicht gegen die Anliegen des Datenschutzes durchsetzen können.

foxy43
15.04.2006, 17:45
deine frage ist absolut richtig :sad: nur wer ist bereit über dieses thema frei zu reden ?ich kann nur aus meiner sicht sagen:so krank anfällig für alles war ich in meinem ganzem leben noch nicht.schlaf störungen,durchfälle die sind nun chronich.unkonzentriert.angst-was kommt nun... und so weiter ich schäme mich sehr keiner aus der familie weiss das wir hartz empfänger sind.mit wem soll mann reden?der arzt?wie auch immer es dazu kam-verständnis-zuhörer bekomme ich nur hier im netz.foxy

TommyHB
21.04.2006, 01:28
deine frage ist absolut richtig :sad: nur wer ist bereit über dieses thema frei zu reden ?ich kann nur aus meiner sicht sagen:so krank anfällig für alles war ich in meinem ganzem leben noch nicht.schlaf störungen,durchfälle die sind nun chronich.unkonzentriert.angst-was kommt nun... und so weiter ich schäme mich sehr keiner aus der familie weiss das wir hartz empfänger sind.mit wem soll mann reden?der arzt?wie auch immer es dazu kam-verständnis-zuhörer bekomme ich nur hier im netz.foxy

Ich bin auch der Meinung das genau das Problem und die Wirkungen weniger interessieren werden. Nur wenn es Medienwirksam wird, dann besteht auch Interesse. Ich denke da an Fälle wie das "abfackeln" der eigenen Wohunng... usw. welche interessant sind, aber nicht für die gesamten Betroffenen sondern nur um Auflagen bestimmter Blätter zu steigern und Einschaltquoten.

Sicher ist das es vielen Menschen sehr schlecht geht. Ich war erst vor zwei Tagen bei meinem Hausarzt und der sagte mir, er habe bereits schlimmere Fälle vor sich gehabt als ich es sei. Damit wollte dieser nicht meine Probleme runterspielen sondern mir in gewisser Weise Mut machen. Ich rede sehr offen in meinem Bekannten- und Freundeskreis über Hartz IV das sogenannte ALG II und ich merke auch das man sehr interessiert nachfragt. Und gerade weil ich darüber rede, kann ich auch Missverständnisse bei diesen Menschen ausräumen, die da immer noch denken, die ALG II Empfänger würden doch gut leben, bekommen alles usw. usw., wir kennen die üblichen Parolen.

Dazu stehen, dass es einem dreckig geht um es einmal sehr krass zu sagen, zeigt einem aber auch, wo die wirklichen "Freunde" sind. Und ich denke gerade die Familie sollte wissen, was mit einem los ist. Denn genau das zu verheimlichen ist meiner Meinung dann auch die Ursache des "Krank" werdens. Weil ich meine das jeder Tag mit einer "Selbstlüge" beginnt, nämlich geheim zu halten nicht am Rande des Abgrundes zu stehen. Das kann meines Erachtens nur für eine bestimmte Zeit gut gehen.

Sicher wirst du sagen oder denken, diese Sprüche kenne ich alle. Ich kann nachvollziehen wie es dir geht, aber sich im Netz zu verstecken bringt dir nichts. Du tauchst ab in die Anonymität obwohl es dich real gibt... für dich, deine Familie, Freunde und Bekannte.