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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ALG II-Kürzung durch Jobcenter


Flori
23.05.2005, 18:57
Hallo,

tut mir leid, dass ich meinen Einstand im Forum gleich mit einer Frage/Problem beginnen muss:

Ich bin alleinerziehende Mutter (23 Jahre) und lebe mit meinem Sohn (15 Monate) leider von ALG II.

Heute erhielt ich ein Schreiben des Jobcenter, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich drei Monate lang 10 % weniger ALG II erhalte, da ich einer Einladung ins Jobcenter nicht Folge geleistet habe. Zugleich erhielt ich einen Bescheid des Sozialamtes, in dem diese 10%-ige Kürzung mit Rechtsmittelbelehrung wiederholt wurde.

Ich habe wirklich keine Einladung zum Jobcenter erhalten, sonst wäre ich hingegangen.

Allerdings ist dem Sozialamt auch bekannt, dass ich keinen Menschen für die Betreuung meines 15monatigen Sohnes habe.

Was soll ich tun, da ich das Geld dringend brauche?

Vielen Dank für jede Information.

Mit freundlichem Gruß

Flori

Betroffener
23.05.2005, 19:32
:welcome: Flori,

das braucht Dir nicht leid zu tun.

Was ich jedoch nicht verstehe, daß Du von 2 Stellen gleichlautende Post erhältst. Was hast Du bei ALG II Bezug + ggf. KdU mit dem Sozialamt zu schaffen?

Einziger rationaler Hintergrund für das zweite Schreiben könnte die Rechtsbehelfserklärung sein - denn ohne diese ist das nicht wirksam.
Da üblicherweise 30% abgezogen werden, scheinen die sich aber entweder auch nicht so ganz sicher zu sein - oder aber das ist die "soziale" Komponente wegen des Kleinkindes.

Rein rechtlich gibt es kaum eine Chance.

Da aber gerade in letzter Zeit offensichtlich viel Post verloren gegangen ist, (siehe auch hier: http://www.arbeitslosennetz.de/forum/viewtopic.php?p=7234#7234)
würde ich mir den Spiegelartikel an Deiner Stelle ausdrucken, mitnehmen und vor Ort mit Deinem Kind unterm Arm (solltest Du dorthin immer mitnehmen - das beschleunigt manches) Stein und Bein schwören, das Du keine Post bekommen hast und gegen den Kürzungsbescheid Widerspruch einlegen (und das am Besten vor Ort mit dem Kind auf dem Arm), damit die das möglichst ohne Wartezeit und sofort wieder zurücknehmen.

Post landet immer wieder mal in einer vollkommen falschen Gegend, im falschen Briefkasten und dann oft (gelesen) im Müll oder wird gelegentlich auch mal massenhaft durch Kriminelle aufbereitet und entsorgt. Und auch auf den Ämtern verschwinden immer wieder die Anträge. Wieso sollte das bei deren Ausgangspost nicht auch einmal vorkommen?

Hier hilft nur selbstbewußtes, sicheres und überzeugendes Auftreten (mit dem Ausdruck des Spiegelartikels), da Du ja auch keinerlei Grund für eine Verweigerung hast (obwohl die Dich überlicherweise in den ersten 36 Monaten in Ruhe lassen sollten).

Viel Glück und Erfolg

Flori
23.05.2005, 21:20
Hi Betroffener,

vielen lieben Dank für die Begrüßung, Deine Antwort und den Hinweis auf den Spiegel-Artikel. Das ist sicher ein gutes Argument, zumal ich ja wirklich keine Einladung bekam.

Mit Deiner Vermutung zu den beiden Schreiben hattest Du übrigens recht. Beim Jobcenter-Brief fehlte die Rechtsmittelbelehrung, bei der Mitteilung des Sozialamtes (Bescheid) war es vorhanden.

So, nun werde ich Deine Tipps umsetzen und sobald ich -hoffentlich eine positive- Antwort des Amtes habe, melde ich mich wieder.

Schönen Abend noch.

Mit liebem Gruß

Flori :-)