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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ideologische und herrschaftliche Hintergründe der „1-€-Jobs


Betroffener
22.08.2007, 00:37
In den NachDenkSeiten (http://www.nachdenkseiten.de) wurde der folgende Artikel von Christian Girschner veröffentlicht. Der recht lange Artikel ist zwar ziemlich schwere Kost, zeigt aber klar die hinter den "Reformen" stehende Ideologie und Zielrichtung auf, prangert die aktuelle Praxis an und zeigt, wie diese in Zukunft weiter entwickelt werden soll.

Sehr interessante Lektüre.
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Ideologische und herrschaftliche Hintergründe der „Ein-Euro-Jobs“ (http://www.nachdenkseiten.de/?p=2574)

Die Ein-Euro-Job-Ökonomie ist ein gigantisches Wohlfahrtsprogramm für die Beschäftigungsträger, privaten Arbeitsvermittler und für die finanziell ausgebluteten Kommunen, aber vor allem für die sozialen wie kulturellen Träger und Wohlfahrtskonzerne darstellt. Diese eignen sich die Arbeitsleistungen der Erwerbslosen kostenlos sowie die bundesstaatlich mitgesponserten „Verwaltungspauschalen“ für die Beschäftigung der Erwerbslosen gewinnbringend an.

weiterlesen (http://www.nachdenkseiten.de/?p=2574)

fragi
22.08.2007, 05:49
Im weitesten Sinne, jedenfalls für die Sozialen Einrichtungen kann man doch sagen, dass es billige Zivis sind...

Ob an die Stelle nicht sogar Sozialversicherungspflichtige Jobs tretten könnten sei mal dahingestellt...

Upsala
22.08.2007, 22:39
Tatsächlich sehr lang. Für so manchen 1-Euro Jobber zu lang, denke ich. Und soll er jetzt auch noch raten, wer überall dahinter steckt. Der Autor nennt nur „Spitzenpolitiker“, „Kapitalagenten“ oder „Wohlfahrtsverbände“.

Deshalb sind die >Ein-Euro-Jobs< nicht das endgültige Instrument in der >aktivierenden< Arbeitsmarktpolitik, vielmehr das vorläufige Experimentierfeld für die noch kommende Einführung der Verpflichtung der Erwerbslosen zur bedingungslosen Zwangsarbeit für Staat und Kapital. Mir wäre lieber er würde einen Weg heraus beschreiben.

Betroffener
22.08.2007, 23:05
@stupido,

wie soll der Author das tun?

Seine Zielrichtung war, die langfristige Planung und benutzte Methodik aufzuzeigen und anzuprangern, die zu der sich gezielt verändernden sozialen Landschaft in Deutschland geführt haben und die sich immer weiter verschärfen soll - zumindest nach der Meinung bestimmter Kreise, die am anderen Ende des Einkommensbereiches sitzen und nur davon profitieren.

Denn auch diese nur drei heutigen Meldungen sind nur kleine Einzelbausteine im grossen Puzzle:

Hartz-IV-Job - Baywatch in Flensburg (http://www.focus.de/jobs/branchen/hartz-iv-job_aid_130136.html)
Simone Herrschildt ist arbeitslos und fast täglich am Strand. Die 38-Jährige ist eine von 18 Strand-Rangern, die an den Flensburger Stränden im Einsatz sind.

So wenig Arbeitslose wie zuletzt 1993 (http://www.ftd.de/politik/deutschland/242467.html)
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) erwartet im kommenden Jahr die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1993. In einer Prognose geht das BA-eigene Forschungsinstitut von durchschnittlich 3,44 Millionen Erwerbslosen aus. Der leichte Konjunkturdämpfer schade dem Arbeitsmarkt kaum.

Koalition senkt Arbeitslosenbeitrag auf 3,9 Prozent (http://www.ftd.de/politik/deutschland/242593.html)
Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) hat eine Senkung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung von 4,2 auf 3,9 Prozent auf den Weg gebracht. Obgleich bereits von der Großen Koalition vereinbart, ist der Schritt brisant: Denn der Bund stiehlt sich teilweise aus der Arbeitsförderung für Hartz-IV-Empfänger.

In allen Meldungen geht es um die typische manipulative Verbreitung von Halbwahrheiten und teilweise echten Lügen, die verschleiert sind.

Da wird von 3,44 Mio Arbeitslosen geschrieben, aber (fast) jeder weiss, dass es lt. der BA Statistik derzeit knapp 8,5 Mio Leistungsempfänger gibt (mit seit 2005 stetig steigender Tendenz) und rund 1,5 Mio auch von Hartz IV und Sozialgeld ausgestossene, die aus verschiedenen Gründen überhaupt nichts bekommen.
Diese Diskrepanz ist sogar dem Managermagazin bereits im Mai 2007 aufgefallen:

Aufschwung ohne Hartz-Empfänger (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,480848,00.html)
Auszug: "Von denen, die Arbeitslosengeld I oder II beziehen, registriert die Bundesagentur nur 54 Prozent als arbeitslos", erklärt Paul M. Schröder, Arbeitsmarktexperte am Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe, gegenüber manager-magazin.de.

Auch sehr interessant - die Auswertungen der BA Daten bei www.jJahnke.Net (http://www.jJahnke.Net)
Arbeitslos im Juni 2007 (http://www.jjahnke.net/arbeitjun07.html)

Da sieht man sehr gut, wie da bei den Statistiken und den Darstellungen geschummelt wird.

Upsala
22.08.2007, 23:47
[wie soll der Author das tun?/quote]
Namen, Zahlen, Daten und Fakten genau benennen? Ist vielleicht nicht einfach, aber nur so geht’s.

[quote]In allen Meldungen geht es um die typische manipulative Verbreitung von Halbwahrheiten und teilweise echten Lügen, die verschleiert sind.
Eben darauf wollte ich hinaus.

Betroffener
23.08.2007, 01:01
Aber die vielen Fußnoten hast Du Dir schon angeschaut?

einsamer Wolf
24.08.2007, 12:55
Meiner Meinung nach drückt er genau das aus was uns in Zukunft blühen wird, alleine die Tatsache das darüber diskutiert wird den Zugang für ALG II Empfänger an den Sozialgerichten einzuschränken, ist doch bereits beweis genug für die Richtigkeit seines Artikels.
Alleine die Klageflut vor den Sozialgerichten gegen Hartz IV drückt doch aus, dass was mit der Hartz IV Reform nicht stimmen kann. Anstatt man sich in der Politik Gedanken darüber macht was das sein könnte. Nein dann lieber werden die Rechte noch ein wenig mehr eingeschnitten um somit die Betroffenen Mundtot zu machen.
Sein Artikel mag zwar etwas lang sein, aber immerhin bekommt man mal einen Einblick in das Komplexe System des ganzen.

ratsuchende
24.08.2007, 18:51
Hallo!

Das System ist eigentlich nicht komplex, wenn sogar ich die Schweinereien verstehe, die ablaufen und die, die noch weiter beabsichtigt sind.

Wenn man dann in der örtlichen Presse lesen muß, wer sich nichts zu schulden kommen läßt, dem passiert auch nichts, kommt mir das kalte Grausen!

Stufe 1:Ich bin kein Jude (Ausländer), also werde ich auch nicht verfolgt, mir passiert also nichts, die anderen sind doch selber schuld.

Stufe 2: Ich bin kein Kommunist (Alg-2-empfänger), also werde ich nicht verfolgt, mir passiert also nichts, die anderen sind doch selber schuld.

Stufe 3: Ich bin kein Sozialist (Geringverdiener), werde also nicht verfolgt, mir passiert also nichts, die anderen sind doch selber schuld.

Stufe 4: Ich halt lieber den Mund, vielleicht falle ich irgendwann in eine mir unbekannte Kategorie, derer, die selber schuld haben.

Stufe 5: Schon hat man die schönsten Verhältnisse, wo Menschen wieder geknechtet werden können, alle halten den Mund und hinterher will es keiner gewesen sein.

Der Beitrag und die Richtung, die hier in D eingeschlagen wird, sind gefundenes Fressen für Verschwörungstheoretiker. Wer steckt denn hinter der ganzen Entwicklung?

Wieso muß es eigentlich unzählige Foren wie dieses hier geben für alle denkbaren Themenbereiche. Die Leute, die in den Ämtern sitzen, werden von unserem Geld bezahlt und haben gefälligst für die Bürger da zu sein. Das gilt für die Politiker genauso. Eine ganz schön tolle Sache, wir zahlen und andere (wer?) schaffen an, was mit uns passiert!!!

Woanders wird wenigstens in schöner Regelmäßigkeit gestreikt und demonstriert, auch wenn das im deutschen Fernsehen nicht gezeigt wird. Warum wohl? Damit wir nicht auf dumme Gedanken kommen...

Codeman
24.08.2007, 19:57
Tja wer sind die Nutzniesser und Wegelagerer der Neuzeit die davon profitieren ?

Als erstes sicherlich die Regierung,dann die Wirtschaft egal ob mit caritativen Hintergrund oder nicht,sowie die BA als Institution,die Argen und Optionskommunen,ja ganze System lebt von Verschleierung und Ausbeutung einzelner.

Alle diese Verbände,Vereine,Behörden und Institutionen profitieren von der Ware Mensch,von kostenlosen Ausbeuten und einen faktischen Umsonst-arbeiten.

So wer also soll helfen diese Handaufhalter aus dem Land zu jagen ? Fangen wir mal bei den Parteien an.Bestimmt nicht CDU und FDP.Die Grünen und die SPD,na ja.Lobenswert ist es ja,dass die SPD einen gesetzlichen mindestlohn vorschlägt,aber dann muss man auch,um wirkung zu erzielen,jegliche Fronarbeit unter 7,50 euro die stunde verbieten.

So lange wie man leute für 1-euro die stunde bekommt,wird dieser mindestlohn unterlaufen werden.

Also was tun ? Hier hilft nur eins - revolution,aber mit wem ? Die meisten Deutschen sind schon so verblendet,dass sie das glauben was ihnen die politik erzählt.Aber wer würde denn großflächig auf die Straße gehen ? Ganz Westdeutschland kann man wohl abhaken.Ich würde da eher schon Potenzial im Osten sehen.Diese Leute wissen zumindest wie man sich gegen einen Unrechtsstaat durchsetzt,allerdings muss wohl erst noch der Druck im Kessel Bundesrepublik ansteigen.

Ihr seht also,so lange wie das Volk nicht auf die straße geht wird das nichts - und bevor das was wird,wird unser schäuble die bundeswehr schon im inneren einsetzen können.Die Herrschenden tun alles um Ihre Macht aufrecht zu erhalten und auszubauen.

Notfalls schiessen auch Deutsche auf Deutsche.So dämlich sind wir.

Getreu dem Motto: Ihr da oben - wir hier unten

MfG
Codeman

Upsala
29.08.2007, 00:15
Aber die vielen Fußnoten hast Du Dir schon angeschaut? Klar, hat aber ein Weilchen gedauert.;-)