Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weniger Arbeitskräfte in Deutschland
einsamer Wolf
08.09.2007, 13:29
Das kann ich beim besten willen nicht verstehen! Warum bildet man von seitens der Arbeitsagenturen nicht entsprechend dem Arbeitsmarkt aus?
Ist schon irgendwie eigenartig, kurz nach der Diskussion in Merseburg worin es über Arbeitskräfte die aus dem Ausland geholt werden sollen ging, Taucht urplötzlich dieser bericht der BA auf?
Angesichts der Tatsche, dass ich am 16 Juli eine Gerichtsverhandlung hatte wo es darum ging ob mir eine Weiterbildung bzw. Umschulung von seitens der BG genehmigt wird, kann ich hier nur mit dem Kopf schütteln. Ich wollte mich für den Arbeitsmarkt fit machen und dies wurde mir verweigert, weil man darin keinen Sinn sieht?
Ich verstehe die Welt nicht mehr, wo sind denn nur all die offenen Stellen?
:confused:
Als ich noch jung war...
Früher war es doch so das die Firmen ausgebildet & weitergebildet haben um hinterher, entweder für sich selbst oder für andere Firmen, ausreichend Menschen zur Verfügung zu haben. Zumindest meine ich mich dunkel daran zu erinnern...
Heute allerdings ist es eher so das die Firmen ausgebildete Leute suchen, jedoch nicht bereit sind selbst aus- & weiterzubilden, sondern dies dem Staat überlassen.
Ich frage mich, was soll das?
Warum glauben die Firmen plötzlich sie seinen selbst nicht mehr dafür Verantwortlich das es keine passenden Leute gibt?
Warum muss der Staat die Aufgabe der Firmen übernehmen passende Leute aus- & weiterzubilden?
StephanK
08.09.2007, 17:07
Warum muss der Staat die Aufgabe der Firmen übernehmen passende Leute aus- & weiterzubilden?Zwei Antworten, eine sehr simple und eine etwas differenziertere:
1) Aus- und Weiterbildung kosten Geld. Wenn man diese Aufgabe auf eine Einrichtung verlagern kann, die man zwar zur Hälfte mitfinanziert, dann spart man doch einiges. Also überlässt man das lieber der Arbeitsagentur.
2) Aus- und Weiterbildung sind aus der Sicht des einzelnen Betriebes Investitionen, die sich amortisieren müssen. Sie können sich dann amortisieren, wenn der entsprechende Mitarbeiter noch längere Zeit im Betrieb verbleibt und durch höhere Produktivitität die Kosten der Weiterbildung wieder "einspielt". Das lohnt sich z.B. bei teuer bezahlten Fachleuten mit unbefristeten Arbeitsverträgen, zumal wenn man sie an den Betrieb binden will. Bei nicht so hoch qualifizierten Kräften, die sowieso nur befristet beschäftigt werden (und dann nicht mehr erneut eingestellt werden, um zu vermeiden, dass der Vertrag ein dauernder wird), lohnt sich der mit einer Weiterbildung verbundene finanzielle Aufwand nicht - also überlässt man diese Aufgabe lieber der Arbeitsagentur.
Das ist ein praktisches Beispiel für die Entwicklung, die hier schon an anderer Stelle oft kritisiert wurde: rein betriebswirtschaftliches Denken ist kurzfristig (und oft auch kurzsichtig). Es führt zur Verlagerung von Kosten, die eigentlich dem einzelnen Betrieb zuzuordnen wären, auf die gesamte Volkswirtschaft (Fehlallokation) und damit zu Preisverzerrungen. Es ist genau umgekehrt, wie uns andauernd weisgemacht wird: Arbeitskraft ist zu billig, nicht zu teuer. Wenn aber etwas zu billig ist, dann investiert man nicht in seine Erhaltung, sondern wirft es weg und kauft was neues.
einsamer Wolf
09.09.2007, 13:38
Wenn die Arbeitsagentur entsprechend Fördern würde, dann wäre es aus meiner Sicht ja auch in Ordnung, aber das tun sie ja nicht. Und das ist es ja was ich daran Kritisiere, wenn die sich wenigstens mit den Firmen auseinandersetzen würden um herauszufinden welche Art von Arbeitskraft jetzt oder in Zukunft benötigt wird. Dann könnte man wiederum die vorhandenen Gelder gezielt einsetzen um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken in dem man Leute gezielt Aus- oder Weiterbildet. Stattdessen benutzt man die Gelder um die Menschen zu diversen Sinnlosen Maßnahmen zu schicken, was wiederum eine Zweckentfremdung dieser darstellt.
Eine Möglichkeit wie es richtig laufen könnte habe ich bereits erlebt, ich hatte vor zwei Jahren ein Vorstellungsgespräch in Dresden. Dort suchte eine Firma für entsprechende Unternehmen Leute, also so eine Art Vermittlung. Hierzu wurden die Bewerber eingeladen und sortiert. Dann wurden die Leute entsprechend den Wünschen der Firmen Aus- und Weitergebildet, mit der Vertraglichen Zusage, dass sie nach ihrer Aus bzw. Weiterbildung von den Firmen eingestellt werden. Bei mir ist es allerdings daran gescheitert, weil ich hierfür nach Dresden hätte ziehen müssen, dass ging zur damaligen Zeit nicht aus Familiären Gründen.
Aber was ich eigentlich damit sagen wollte, dass dies eine Zusammenarbeit war, wie sie doch eigentlich die ARGE auch machen sollte?
Warum wirkt man dem dann nicht effektiv entgegen?
claridge
10.09.2007, 10:55
Arbeitskraft ist zu billig, nicht zu teuer. Wenn aber etwas zu billig ist, dann investiert man nicht in seine Erhaltung, sondern wirft es weg und kauft was neues.
Und das ganze mit der vollen Unterstützung des Staates! Durch das Geld , das nach einem verurteilten Verbrecher benannt wurde, ist doch dieser Handlungsweise Tür u. Tor weit geöffnet worden.
Ich habe es doch jetzt selber erlebt: In meinem neuen Job 600,- Teuros weniger. Das auch nur weil ich nach H IV keinerlei Verhandlungsgrundlage hatte und mir eine Kürzung der Bezüge angedroht worden ist wenn ich diese Stellung nicht annehme!
Dann sind da noch die ewigen Befristungen der Arbeitsverträge. Damit werden die Mitarbeiter gefügig und arbeitswillig gemacht.
Hallo claridge,
arbeitswillig macht man so die Leute sicherlich nicht.Schlechte Bezahlung - miese Bedingungen.Alles Dinge,die die Leute nicht zur Glückseeligkeit anstacheln.
Hartz4 entzieht einen wirklich Verhandlungsgrundlage - ebend das ist so gewollt.Du sollst jeden noch so beschi*** Job annehmen,darfst aber keinerlei Forderungen stellen.
Ebend weil wir billig sind.Nach 3 Monaten arbeitslosigkeit wirft man dich doch schon auf dem Müll.Bewerbe mich jetzt sogar schon auf 400 euro Jobs und Teilzeitstellen.
Man ne,dieses land,es ist so zum kotzen.
MfG
Codeman
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