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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungsbericht Bewerbungstraining


Codeman
13.09.2007, 15:32
Heute Tag 1

8.00 vermeintlicher start - dozent ist da wartet aber noch auf nachzügler (de facto pause)

8.30 start,weil dozent sagt,wir müssen was tun

9.00 fiktive geschichte eines menschen analysieren,den es nicht gibt und an ihn ein profiling durchführen

9.10 pause

9.30 aufschreiben der eigenschaften des menschen

9.50 pause

10.20 beratung mit anderen gruppenmitgliedern über diesen fiktiven menschen

11.00 mittagspause

12.10 eigenes profiling beginnen - stärke/schwäche

13.00 pause

13.30 vorbereitung auf morgen

14.00 schluss

Werde morgen weiter berichten , was noch spanndenes auf mich wartet !

MfG
Codeman

StephanK
13.09.2007, 15:50
ich hoffe, dass Du im Selbst-Profiling als eine Deiner Stärken angibst "Ich kann Leerzeiten effizient für mich nutzen." :razz:

fragi
14.09.2007, 06:59
Ich würde dahinschreiben "Ich kann über unzulänglichkeiten anderer besonders hinwegsehen (seit heute)" :)

Ansonsten wars jawohl verschwendete Zeit... Oder machste jetzt selbst schon das profiling für die Einglv? :wut:

Codeman
14.09.2007, 15:09
@stephan,

ja so ähnlich.

@fragi , dieser träger da erstellt nen profiling für mich und schickst das dann an die arge.....son quatsch

Tag 2

8.00 Start

8.00 - 8.20 Pause (warten auf nachzügler)

8.20 - 9.00 Vervollständigung unseres Profiling

9.00 - 9.15 Pause

9.15 - 10.00 Anschauen unserer Bewerbungsunterlagen

10.00 - 10.20 Pause

10.20 - 14.00 Ausfüllen eines Kompetenztestes (zu dem kompetenztest gehörten unter anderen die fragen: Ist ein internet explorer ein browser ? und -> Wie nennt man das Gerät zum Einscannen von Bildern ? UND Wie lautet die Hauptstadt von Frankreich

Auf Grund meines überdurchschnittlichen Wissens war ich bereits mit beantwortung der Fragen um 11 Uhr fertig.Mittagspause war von 12.15 Uhr bis 13.00 Uhr.Also schlug mein Dozent vor ich solle doch im internet nach stellenangeboten suchen.

Gesagt getan - computer ging,maus ging,tastatur ging,monitor ging - internet ging nicht.

Also habe ich effektiv von um 11.00 Uhr bis um 14.00 Uhr Pause gemacht :sensationell: in dem ich mich auf meinen stuhl gesetzt habe und däumchen gedreht habe.

Mein Dozent lobte mich noch,ich sei ein pfiffiges kerlchen und aus seinen mund solle das schon was heissen,konnte mir aber auch nicht weiter helfen.

Mfg
Codeman

fragi
14.09.2007, 15:25
Oh mein gott... naja:

Wie nennt man das Gerät zum Einscannen von Bildern

Ich hätte alle Antworten durchgestrichen und Druntergeschrieben, dass es ein gerät zur optischen Datenerfassung ist ...

Ist ein internet explorer ein browser ?

Alles durchgestrichen und "der von Microsoft, der ist sch..." hingeschrieben


Hoffe ich muss zu sowas nicht hin, würde da mit meinem Wissen so auftrumpfen und die Leute lächerlich machen, dass sie sich bei mir bedanken und dann sagen ich brauche nichtmehr hinkommen...

Mein Dozent lobte mich noch,ich sei ein pfiffiges kerlchen und aus seinen mund solle das schon was heissen,konnte mir aber auch nicht weiter helfen.
Den hätte ich mal gefragt ob er überhaupt pfiffig genug ist, einschätzen zu können in wie weit nicht sogar meine intelligenz die seine übersteigt...

Kann dazu nur eins sagen wie am Anfang: Oh man!

StephanK
14.09.2007, 15:32
Ich habe es selbst schon ganz ähnlich erlebt und finde es sehr ärgerlich, wieviel Geld und Zeit dadurch verschwendet wird.
Natürlich ist es so, dass die ARGE auch Kunden hat, bei denen man wirklich nichts voraussetzen kann. Deswegen wäre es sinnvoll, den ersten Tag für Tests zu nutzen und dann die Leute je nach Vorkenntnissen in zwei oder drei Gruppen einzustufen. Das würde zwar mehr Lehrkräfte erfordern, aber man könnte die Kurse jedenfalls für die "obere(n)" Gruppe(n) deutlich straffen und vor allem verkürzen. Wahrscheinlich würde das auch finanziell unter'm Strich Einsparungen bedeuten und vielen Leuten viel Langeweile ersparen.
Warum zum Kuckuck macht man so was nicht?

fragi
14.09.2007, 15:35
Warum zum Kuckuck macht man so was nicht?

Weil hier Leute die aufmüpfig werden gebrochen werden...

Zitat:
Mein Dozent lobte mich noch,ich sei ein pfiffiges kerlchen und aus seinen mund solle das schon was heissen,konnte mir aber auch nicht weiter helfen.
Den hätte ich mal gefragt ob er überhaupt pfiffig genug ist, einschätzen zu können in wie weit nicht sogar meine intelligenz die seine übersteigt...

Umformulierung.... Ob er die Fragen nachher wenn alle weg sind mit seinem Antwortbogen kontrolliert...?

Codeman
14.09.2007, 16:00
Glaube langsam auch das ich in der Arge als aufmümpfig gelte.Erst mein Bewilligungszeitraum von 2 Jahren,jetzt son Training.Ich meine mir isses doch egal ob ich da 2 wochen absitze oder nicht.Die Leute da sind ganz ok,die Dozenten wissen auch hartz4 ist scheiße und geben auch einen tips und so wie man die behörde dazu kriegt einen nicht nur im nacken zu sitzen.

Ich finde es bloss shice,dass ich die meiste Zeit nur rumsitze und nichts mache,weil das niveau so niedrig ist.Ich meine ich weiss doch selber was mir fehlt: Berufserfahrung.Das wusste ich aber auch schon vorher.

MfG
Codeman

Tommi NRW
18.09.2007, 10:59
Vor Kurzem hatte es mich ja auch mal wieder erwischt und ich musste ebenfalls zu einem dieser Sinnlos-Seminare.
Das meine Bewerbungsunterlagen in Ordnung sind, wurde nach deren Sichtung am zweiten Tag festgestellt.
Befreit wurde ich trotzdem nicht und musste die Zeit dort absitzen.
Wahrscheinlich bin ich auch zu unbequem für meine ARGE und habe mir damit diesen Freiheitsentzug eingehandelt.:D
Eine Internetverbindung gab es dort auch nicht.
Das macht wohl auch keinen Sinn, weil bei vorhandenem Internetanschluß die Gefahr bestünde, dass jemand womöglich eine Stelle fände.

Ich habe es selbst schon ganz ähnlich erlebt und finde es sehr ärgerlich, wieviel Geld und Zeit dadurch verschwendet wird.

Das ist der Punkt, der auch mich besonders ärgert.
Im Fall einer Seminarteilnehmerin muss die ARGE jetzt sogar wieder tiefer in die Tasche greifen, weil die Dame dank Seminar ihren € 400.-- Job verloren hat und nun wieder vollen Leistungsbezug benötigt.:patsch:
Diesen Job zu bekommen hatte sie viel Mühe gekostet und sie ist verständlicher Weise sehr frustiert darüber, wie ihr die ARGE diesen Arbeitsplatz kaputt gemacht hat. Um einen neuen Teilzeitjob will sie sich nicht mehr bemühen, was ich sehr gut verstehen kann.
Das man aus einem Arbeitsverhältnis geholt werden kann um an einem Bewerberseminar teilzunehmen, war mir bis dahin noch nicht bekannt.
Ist das überhaupt rechtens?

Gruß Tommi

fragi
18.09.2007, 11:04
Ist das überhaupt rechtens?

Kommt ganz auf die Situation an :( (rechtsfreierraum :wut:)
Siehe hier (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/showthread.php?t=56042)
als Beispiel... such mal 400€ Jobs in Verbindung mit EEJ's über die Suche, da findeste ne Menge!

StephanK
18.09.2007, 12:06
Kommt ganz auf die Situation an (rechtsfreier Raum)Das sehe ich anders. Ein "rechtsfreier Raum" ist es nicht, denn jeder Alg II-Bezieher ist gesetzlich verpflichtet, alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit ausschöpfen (§ 2 Abs. 1 Satz 1 SGB II). Gleichzeitig und gleichrangig gilt " 2 Abs. 2 Satz 2 SGB II: "Der erwerbsfähige Hilfebedürftige muss aktiv an allen Maßnahmen zu seiner Eingliederung in Arbeit mitwirken, insbesondere eine Eingliederungsvereinbarung abschließen." Zu den Eingliederungsmaßnahmen gehören auch Bewerbungstrainings. Schließlich gibt es auch noch § 2 Abs. 2 Satz 1 SGB II: "Erwerbsfähige Hilfebedürftige und die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen haben in eigener Verantwortung alle Möglichkeiten zu nutzen, ihren Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln und Kräften zu bestreiten."

Es ist also kein rechtsfreier Raum, sondern es fehlt eine klare Vorrangregelung, ob eine gering bezahlte Arbeit vorgeht oder Eingliederungsmaßnahmen, auch wenn sie die Fortführung der gering bezahlten Arbeit unmöglich machen. Das ist vom Gesetzgeber auch so gewollt, weil es vom Träger (ARGE oder kommunaler Träger) entschieden werden soll. Diese Entscheidungen sind allerdings oft sehr fragwürdig.

fragi
18.09.2007, 12:09
Es ist also kein rechtsfreier Raum, sondern es fehlt eine klare Vorrangregelung, ob eine gering bezahlte Arbeit vorgeht oder Eingliederungsmaßnahmen, auch wenn sie die Fortführung der gering bezahlten Arbeit unmöglich machen. Das ist vom Gesetzgeber auch so gewollt, weil es vom Träger (ARGE oder kommunaler Träger) entschieden werden soll. Diese Entscheidungen sind allerdings oft sehr fragwürdig.

ich sage "rechtsfreier Raum", weil die ARGE alle entscheidungen nur zur ihren gunsten auslegt...
Möchten sie das man nen Bewerbertraining oder dergleichen macht, gilt Satz 1 nicht.

Möchte man selbst eine Fortbildung machen, zeigen sie auf Satz 1...

So gehts ja nicht... wenn man da nicht klar argumentiert fällt jede entscheidung gegen einen aus... wenn nicht sogar dann...!
Der Begriff "rechtsfreier raum" sollte nur in weitesten sinne sagen, dass man sich darauf nicht verlassen kann.

StephanK
18.09.2007, 13:06
ich sage "rechtsfreier Raum", weil die ARGE alle entscheidungen nur zur ihren gunsten auslegt...Was ist "zu ihren Gunsten"?
Der Alg II-Träger ist insofern in einer ganz ähnlichen Situation wie der Alg II-Bezieher. Aus beider Sicht geht es um eine Prognose, was längerfristig chancenreicher ist.

Es kommt vor, dass jemand aus einem Mini-Job in ein Vollzeit-Arbeitsverhältnis "rutscht", das ihn aus der Bedürftigkeit herausbringt, sei es beim gleichen Arbeitgeber, sei es bei einem anderen, der die Erfahrungen aus dem Mini-Job als Pluspunkt wertet; genau so kommt es vor, dass ein Mini-Job eine Sackgasse ohne jede Entwicklungsmöglichkeit ist, die keinen Weg aus der Hilfebedürftigkeit heraus bahnt.

Es kommt vor, dass Leute aus Eingliederungsmaßnahmen heraus eingestellt werden und so aus der Bedürftigkeit herausfinden - und mindestens genau so oft kommt es vor, dass Eingliederungsmaßnahmen relativ wirkungslos "verpuffen" und die Chancen auf einen Job nicht verbessern.

Diese Prognose ist mit großen Unsicherheiten behaftet. Ich sehe es schon so, dass die Alg II-Träger die positiven Wirkungen von Trainingsmaßnahmen oft überschätzen; hinzu kommt, dass sie in ihren Eingliederungsbilanzen immerhin darauf verweisen können, "etwas getan zu haben" und nicht nur "passive Leistungen" (= Alg II) erbracht zu haben. Auf der anderen Seite kann man wohl nicht darüber hinwegsehen, dass Alg II nicht als Dauersubventionierung von Niedriglöhnen gedacht ist (das wird erst in den nächsten Monaten Gesetz werden, und dann außerhalb vom Alg II), also während des Alg II-Bezuges die Verpflichtung weiterbesteht, alle Möglichkeiten zur Beendigung oder Verringerung ihrer Hilfebedürftigkeit auszuschöpfen (§ 2 Abs. 1 Satz 1 SGB II).

Fraglich ist dabei nur, ob der Alg II-Träger wirklich dazu befugt ist, jemanden dazu zu zwingen, seine Hilfebedürftigkeit zu vergrößern (was er durch die Kündigung eines Mini-Jobs tut, der zeitlich mit einer Eingliederungsmaßnahme nicht unter einen Hut zu bringen ist). Wer seinen Mini-Job kündigt, um an einer Eingliederungsmaßnahme teilnehmen zu können, handelt eigentlich entgegen seiner gesetzlichen Verpflichtung, seine Hilfebedürftigkeit zu verringern. Das ist aber - rein gesetzlich betrachtet - durch die Verpflichtung zur Teilnahme an der Eingliederungsmaßnahme gerechtfertigt, d.h. es darf deswegen keine Sanktion ausgesprochen werden.
Der Alg II-Träger lädt sich dadurch allerdings eine gesteigerte Verantwortung auf. Ob die Alg II-Träger sich dessen immer bewusst sind darf wohl bezweifelt werden.

Codeman
24.09.2007, 19:00
Tag 3

Start 12 Uhr

12-13 Uhr Pause

13- 14 Uhr Pause

von 14 - 18 Uhr Pause

Tag 3 fertig

Ich konnte während dieses Tages mich gut mit meinen Nachbarn verständigen.Er scheint jemand zu sein,der keine freundin hat,weil er sich ständig irgendwelche p***-sites und youtube videos anschaute.Ein anderes pfiffiges Kerlchen,spielt Mario Kart.Nach ungefähr 1 std. war er schon im Champion-Modus.

Was gab es noch schönes zu erleben ? Auf der Arge erzählte man mir,max. 10 personen in einer gruppe.Ja,heute waren es 25 und die pcs haben nicht mal für alle gereicht.Achso ich habe dann doch so gegen 16 uhr ne bewerbung geschrieben.Das erfreute meine Dozentin sehr,weil ich so ziemlich der einzige war,der das getan hat.

Während andere alle 5 min eine raucherpause einlegten sowie ein anderer gleich von 16-18 uhr verschwunden blieb,war ich wohl eine angenehme abwechslung für die dozentin.

Morgen werd ich sie mal ansprechen,wann ich denn nun endlich meine individuelle betreuung bekomme.Schliesslich wollte man mir ja was zum Thema Telefonbewerbung erzählen,sowie was zum Thema Vorstellungsgespräch....

Ich berichte morgen weiter.

MfG
Codeman