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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : seit März regiert das chaos


timmy1979
30.09.2007, 22:10
Hallo zusammen...

ich habe wie die meisten hier ein ziemlich großes problem

und hoffe dass mir hier vielleicht geholfen, oder ein guter rat gegeben wird.

Info:
ich: umschüler 28 jahre

freundin: arzthelferin 29 jahre

wohnen seit fünf jahren zusammen

Problemmatik:

ich bekam bis einschließlich februar 354 euro.

dann ganz plötzlich ohne eine schriftliche mitteilung bekam ich kein geld mehr.
nachdem ich mehrere male im märz da gewesen bin ( wurde immer wieder vertröstet das geld ist in 3 - 5 tagen auf dem konto... )
im april dann wurden immerhin mal 141 euro überwiesen.
ich wöchentlich da und wurde immer nur vertröstet,
es werde sich jemand um das problem kümmern.

dann im mai kam endlich mal jemand mit der wahrheit ans licht...
mir wurde gesag, ich wurde überprüft und meine freundin verdiene zu viel und müsse für mich aufkommen... Schock

sie verdient 1100 euro netto
292 euro miete
102 euro gas/strom
gez ...
riester rente 50 euro
bausparvertrag 50 euro
halbjährig 300 euro kfz versicherung sowie 120 euro hausratversicherung
...

im juni bekam ich dann endlich einen schriftlichen bescheid
das mir mtl. 143 euro zustehen.

ich habe 10.7.07 widerspruch eingelegt,
das meine freundin weder willens noch in der lage ist mich finanziell zu unterstützen. zudem wurden in den berechnungen lediglich miete, strom/gas mit einbezogen. sämtliche anderen ausgaben interessierten nicht.normal?

das chaos ist perfekt
mein ohnehin schon überzogenes konto ist jetzt hoffnungslos leer
freundin mit über 800 euro in der kreide...
ich stehe kurz vor dem rauswurf...

ich bin wöchentlich bei der agentur
und werde immer nur belogen und hingehalten...
mein leben ist ein einziges chaos...
ich habe kein geld ... wie kann es sein dass die mir eine umschulung für 17.000 euro bezahlen aber nicht mein butterbrot vor der arbeit?

ich weiss nicht mehr weiter...

ich wäre für ein paar nützliche tips
sehr sehr dankbar!!!


entschuldigt bitte die rechtschreibfehler ...

vielen dank

Betroffener
01.10.2007, 01:28
Tja - da hat wohl die Gesetzesänderung vom 01.08.06 bezüglich der Zwangsverheiratung in die Bedarfsgemeinschaft voll zugeschlagen.


(3a) Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen
und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Personen
1. länger als ein Jahr zusammenleben,
2. mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben,
3. Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder
4. befugt sind, über Einkommen oder Vermögen der anderen
zu verfügen.


Dann wird das Einkommen einer mit Dir lebenden Person entgegen den Regeln im Bürgerlichen Gesetzbuch auf Dein ALG II angerechnet. Großartig Chancen sich gegen diese Vermutung zu wehren, gibt es kaum - nur die Trennung.

Allerdings scheint bei der Einkommensanrechnung noch einiges im Argen zu liegen - denn Deine Freundin kann da auch Freibeträge geltend machen für die KFZ-Versicherung, die 30 € Pauschale und auch den Einkommensfreibetrag. Das sollte sich aber aufschlüsseln lassen.

Ganz grob gesagt sieht Euer Bedarf so aus:

624 € (90% von 2x 347 € für beide Erwachsene)
292 € Kosten der Unterkunft (wird hälftig aufgeteilt)
-------------------------------------------------
916 € Gesamtbedarf für Euch beide

Dagegen läuft dann das Einkommen Deiner Freundin nach Abzug der Freibeträge, sodaß für Dich noch ganze 143 € rauskommen.
Das würde bedeuten, daß das Einkommen Deiner Freundin auf 773 € Netto heruntergerechnet wurde.

Immerhin bist Du darüber krankenversichert - denn sonst hättet ihr das auch noch an der Backe.

Siehe auch hier in der FAQ (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/faq.php)

einsamer Wolf
01.10.2007, 12:18
So traurig wie es ist, aber dir wird wohl nur die Trennung bleiben oder der Zug vor dem SG.

Zitat:
ich habe 10.07.07 Widerspruch eingelegt,
das meine Freundin weder willens noch in der Lage ist mich finanziell zu unterstützen.

Das ist ja das Problem, man kann es nicht beweisen, wer kann schon die Gedanken deiner Freundin lesen?
Bei mir war es genau das gleiche, nur hat meine damalige Mitbewohnerin es gar nicht so weit kommen lassen und hat der ARGE ihre Einkünfte nicht mitgeteilt. Mein Widerspruch das es sich um keine EG handelte wurde nicht anerkannt und abgewiesen. Nach dem ich dann noch mal Versucht habe in einem Persönlichen Gespräch meine Sachbearbeiterin vom Gegenteil zu überzeugen. So wurde ich gleich freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen ihnen das Gegenteil zu beweisen. Das war mir, wie in deinem Fall aber nicht möglich, da ich wohl schlecht in der Lage war, die Gedanken oder das Empfinden meiner Mitbewohnerin glaubhaft dar zustellen. Wie auch? Man hat mir dann geraden aus zu ziehen. Was ich dann auch tun musste, da genau wie in deinem Fall sie nicht willens war mich Finanziell zu Unterstützen. Selbst eine eiderstattliche Versicherung von ihr, hätte die ARGE nicht vom Gegenteil überzeugen können.

Mit der Tollen Beweislast umkehr, hat man den ARGE n Tür und Tor geöffnet.:wut: