Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Es wird immer schlimmer in Deutschland
Hallo,
da guck ich gerade Fern und was hört man? Ein junge Frau hat ihr Baby umgebracht, weil sie Angst hatte, ihren Job zu verlieren. :cry: Es kann doch nicht sein, daß jemand auf so eine Idee kommt...
Irgendwie wird es hier in Deutschland immer schlimmer. Mittlerweile planen mein Lebensgefährte und ich schon, auszuwandern. Wenn einer von uns Beiden etwas in "unserem neuen" Land gefunden hat, wollen wir los. Ein ehemaliger Kollege wird uns begleiten, da auch er keine Perspektive mehr hier sieht.
Leider habe ich bei meinem letzten Gespräch bei meiner Salesmanagerin (ist wohl das gleiche wie ein Fallmanager) den Fehler gemacht, ihr davon zu erzählen. Sie wollte sofort wissen, wann wir denn los wollen. Ich sagte ihr, daß wir dann abhauen, wenn einer von uns dort einen Job gefunden hat. Sie wollte aber unseren "Rahmenplan" wissen. Ich sagte ihr, daß wir planen, bis spätestens Sommer 2007 weg zu sein. Sollte einer von uns jedoch vorher hier etwas finden, bleiben wir. Wenn wir früher dort etwas finden, gehts früher los, sollten wir bis dahin nichts gefunden haben, bleiben wir noch hier. Sie schrieb dann sofort auf, daß wir nächstes Jahr im Sommer auswandern. Dazu habe ich jedoch (noch) nichts unterschreiben müssen. Nicht, daß uns da nächstes Jahr ein Strick draus gedreht wird... Man kann ja hier nie wissen. :?
Was passiert eigentlich, wenn einer von uns etwas findet und wir für ein paar Tage ins Ausland müssen, um eine Wohung zu besichtigen, den Vertrag zu unterschreiben...? Gibt es dann mecker, weil wir dem "Arbeitsmarkt" nicht zur Verfügung stehen? Oder wird in solchen Situationen "Sonderurlaub" gestattet?
Wir hoffen, daß wir dort schnell etwas finden und dieses immer seltsamer werdende Land verlassen können...
Liebe Grüße
Heike
Hallo Heike,
die Gedanken mit dem Auswandern hatte ich auch schon, und wer weiß wenn sich wirklich mal was tolles ergibt.
Sie schrieb dann sofort auf, daß wir nächstes Jahr im Sommer auswandern
- so froh sind sie Euch los zu werden, daß sie es gleich schriftlich festhalten müssen. ( bei Nichteinhaltung der Auswanderung wird dann vielleicht mit Sanktion gedroht?)
- aber wie ich hörte gibt das Amt sogar die Mittel dazu um einen im Ausland gelegenen Arbeitsplatz zu fördern b.z.w. anzubahnen, und da gehören dann auch die Reise- Umzugskosten dazu, die Euch das Amt dann erstattet. Mecker wird es in keinem Fall geben.
bitte um Bestätigung, Dementierung.
MfG
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StephanK
10.05.2006, 18:30
Was passiert eigentlich, wenn einer von uns etwas findet und wir für ein paar Tage ins Ausland müssen, um eine Wohung zu besichtigen, den Vertrag zu unterschreiben...? Gibt es dann mecker, weil wir dem "Arbeitsmarkt" nicht zur Verfügung stehen? Oder wird in solchen Situationen "Sonderurlaub" gestattet?Als Alg II-Empfängerin unterliegst Du nicht der "Anwesenheitspflicht" wie beim Alg I-Bezug, d.h. es gibt keine ausdrückliche Verpflichtung, für die "Vermittlungsbemühungen" des Alg II-Trägers erreichbar zu sein. Dennoch solltest Du mitteilen, dass Du von dann bis dann wegen auswärtiger Arbeitsuche nicht erreichbar bist.
Als Alg II-Empfängerin unterliegst Du nicht der "Anwesenheitspflicht" wie beim Alg I-Bezug, d.h. es gibt keine ausdrückliche Verpflichtung, für die "Vermittlungsbemühungen" des Alg II-Trägers erreichbar zu sein. Dennoch solltest Du mitteilen, dass Du von dann bis dann wegen auswärtiger Arbeitsuche nicht erreichbar bist. Das würd ich mir gern auf der Zunge zergehen lassen. Wo steht denn das jetzt geschrieben und warum hocke ich hier noch?
Allerdings habe ich auch von den Unterstützungsbemühungen der Argen gehört, wenn es ins Ausland geht. Auch mal beim Europaservice der BA (www.europaserviceba.de) nachforschen.
StephanK
11.05.2006, 08:39
Das würd ich mir gern auf der Zunge zergehen lassen. Wo steht denn das jetzt geschrieben und warum hocke ich hier noch?Es steht eben nirgends - und im Verhältnis zu staatlichen Institutionen bist Du nur zu etwas verpflichtet, wenn es gesetzlich festgelegt ist. Im Bereich des SGB III ist es anders: In § 118 Abs. 1 SGB III heisst es Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit haben Arbeitnehmer, die
1. arbeitslos sind, (...) und in § 119 Abs. 1 SGB III Arbeitslos ist ein Arbeitnehmer, der
(...)
3. den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).Präzisiert wird das in § 119 Abs. 5 Nr. 2 SGB III: (5) Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur Verfügung, wer
(...)
2. Vorschlägen der Agentur für Arbeit zur beruflichen Eingliederung zeit- und ortsnah Folge leisten kann
Eine entsprechende Vorschrift fehlt im SGB II. Eine ausdrückliche Verpflichtung besteht also nicht.
ABER sozusagen durch die Hintertür besteht sie praktisch dennoch, denn nach § 59 SGB II ist die Vorschrift über die allgemeine Meldepflicht (§ 309 SGB III) entsprechend anzuwenden, d.h. auf Aufforderung musst Du bei Deiner ARGE antanzen und bekommst im Fall des Nichterscheinens eine 10 %ige Kürzung des Alg II aufgebrummt (§ 31 Abs. 2 SGB II) - außer, Du organisiert Deine Hintergrund-Logistik so perfekt, dass Dein persönliches back office Dich rechtzeitig über die "Vorladung" informiert und Du es schaffst, rechtzeitig bei Deiner ARGE einzuschweben.
@stephanK
Dank dir für die ausführliche Beschreibung! :sad:
Hallo,
da bin ich ein paar Tage nicht online, und schon sind so viele Antworten da :P
Vielen Dank für die Interessanten Infos. Natürlich werden wir dem Amt bescheid geben, wenn wir einige Tage unterwegs sein werden. Schließlich will man ja kein Risiko eingehen.- Auch, wenn meine Mutter eh täglich in unsere Wohnung muß, wenn wir weg sind. Zum Blumen gießen, Fische füttern und Postkasten leeren :wink: "Back Office" würde also funktionieren *g*
Unterstützung der Argen, wenn man ins Ausland will? Gut zu wissen :mrgreen: Im Moment sind unsere Hauptbeschäftigungen: Sprache lernen (mit Englisch kommt man zwar auch überall klar, aber die Landessparche sollte man schon etwas beherrschen) und Job im Ausland suchen. An nächster Stelle stehen erst die Bemühungen, hier Arbeit zu finden (Muß man ja, wenn man keine Sperre riskieren will und vielleicht findet sich ja doch noch ein Job in unseren deutschen Landen... Allerdings haben wir da recht wenig Hoffnung). Auf jeden Fall verdoppeln wir so unsere Chancen auf einen Job. Mal sehen, ob diese Bemühungen nicht bald Früchte tragen werden.
Liebe Grüße
Heike (die nun wieder eine neue Perspektive sieht)
Ich finde einen solchen Fall, gibt es auch unter ähnlichen Bedingungen in Österreich, derSchweiz und anderen Ländern.
Was mich viel mehr besorgt ist dass die Kinderarmut in Deutschland eine traurige Rekordmarke erreicht hat, so gesehen, die Steuer- und Rentenzahler von morgen wachsen teils in Armut auf. Tja und sowas wird ja gerne im politischem Rahmen unter den Tisch gekehrt.
Für mich und meine Freundin ist ja so schon hart genug, Kinder wären was tolles aber nicht unter Hartz4 Bedingungen. 160,- € für ein Kind? Dass reicht ja nicht mal für eine Woche aus.
Mir sind Fälle bekannt, wo Väter& Mütter ihre Kids nicht zum Arzt schicken bei Krankheit weil sie die 10,- € nicht bezahlen wollen/können und mit dem kommenden Optimierungsgesetz wird es auch eher noch schlimmer.
Die Streichung des Kindergeldes ab 25 ist besonders für die Studenten ein Tiefschlag sondergleichen. Dazu noch Studiengebühren und ein BaFöG was das Geld von ALG2 noch unterbietet um 100-200 € finde ich erschreckend.
(Sollte ich was falsch dargestellt haben, korrigiert mich :-) )
Hallo Kobold,
ja, da hast Du recht. Wir würden auch gerne eine gemeinsames Kind haben. Aber bei unserer derzeitigen finanziellen Situation ist das leider nicht möglich.
Mein Lebensgefährte hat bereits einen Sohn. Er lebt bei seiner Ex-Frau. An den Wochenenden ist er meist bei uns. Selbst das kostet schon Geld, was wir eigentlich kaum haben. Zusätzlich gibt es noch Ausgaben, an denen wir uns beteidigen (Geburtstagsfeier, Klassenfahrten, neues Bett...). Natürlich sind wir dazu nicht verpflichtet, aber es ist genauso der Sohn meines Lebensgefährten, wie der Sohn seiner Ex-Frau. Und man kann ja nicht alles nur auf sie abschieben...
Wenn wir dazu noch ein eigenes gemeinsames Kind hätten, wo wir alle Ausgaben komplett alleine tragen müssten... Das funktioniert mit ALGII gar nicht. Und da wundern sich die Politiker über die geringe Geburtenrate :wut:
Liebe Grüße
Heike
Seebarsch
16.05.2006, 17:30
Für Handwerker, techn. Berufe und Personen aus dem Pflegebereich mit guten Englischkenntnissen sind zur Zeit Australien und Kanada up to date.
Die haben selbst in den Zeitungen inseriert um entsprechende Auswanderungswillige zu bekommen.
Mein Tipp:
Im Internet mal schauen, wo das nächste australische oder kanadische Konsulat ist und mit denen direkt Verbindung aufnehmen !
8) :dance: 8)
Forumadmin
16.05.2006, 17:33
Wer nicht ganz so weit weg möchte, was den Umzugswilligen im fremden Land erwartet,
beschreiben wir hier in unserem
kleinen Ratgeber zum Thema "Arbeiten in Europa"
Arbeiten in Europa (http://www.arbeitslosennetz.de/index.php?option=com_content&task=category§ionid=31&id=188&Itemid=105)
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