Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Komme wg. Krankheit im neuen Job nicht klar!
Hallo zusammen.
Ich bräuchte Bitte eure Hilfe.
Ich (35) habe seit 15 Jahren Rheuma (mit 60% G.d.B),
und habe zusätzlich psychische Probleme (Angstzustände,Zukunftsängst,
Denke zu negativ, übervorsichtig,depressiv = Aussagen lt. Psychotherapeut).
Nun habe ich einen neuen Job angefangen, da meine Arbeiststelle zuvor
betr.bedingt gekündigt wurde.
Ich tu mir im neuen Job wahnsinnig schwer.
Bin mit den Gedanken nicht bei der Arbeit sondern bei der Krankheit,Zukunft
etc.
Ausserdem hat sich mein Rheum sehr verschlechtert. Habe ständig Schübe.
Ich muß damit rechnen, dass ich den Job während der Probezeit verliere!
Ich hab dem AG nicht mitgeteilt, dass ich Schwerbehindert bin (nicht sichtbar),da ich nicht gefragt wurde.
Hätte ich es gesagt, hätte ich den Job sicher nicht erhalten.
Lt. Anwalt hab ich das auch nicht sagen müssen.
Mein Problem:
Ich möchte mich wieder "Arbeitsfit" machen.
Mich wieder auf die Arbeit konzentrieren. Weg von Angst,Nervosität etc.
Ausserdem möchte ich auch meine rheumatische Krankheit in den Griff
bekommen.
Beides neben dem neuen Job schaff ich nervlich nicht.
Es geht für mich um sehr viel. Habe Angst, dass ich nicht mehr richtig
in den Arbeitsmarkt komme, und dadurch noch tiefer heruntergezogen werde (ALG,Hartz4...)
Meine Frage.
Mein Rheumatologe würde mich (wenn ich wirklich während der Probezeit wg. meiner Probleme gekündigt werde) in die Rheumaklinik einweisen.
Anschl. Reha. Das würde so ca. 4-8 Wochen dauern.
In dieser Zeit würde ich Krankengeld beziehen.
Bräuchte mich nicht mit dem ARbeitsamt rumärgern, da ich ja nicht
arbeitsfähig bin!
Aber ich möchte auch etwas für meine Psyche tun.
Sprich, mal wieder klar im Kopf, weg noch Angst, grübeln etc.
Würde die Möglichkeit bestehen, dass mich mein Psychotherapeut
nach der Rheumabehandlung weiter krankschreibt, um auch diese Probleme in den Griff zu bekommen?
So könnte ich dann hoffentlich im ganz neuen Job mit weniger Problemen
starten.
PS: Bitte versteht es nicht falsch. Ich möchte niemanden Schaden (Staat)
etc. War bisher noch nie arbeitslos!
Danke
Anja
Hallo Anja,
Würde die Möglichkeit bestehen, dass mich mein Psychotherapeut
nach der Rheumabehandlung weiter krankschreibt, um auch diese Probleme in den Griff zu bekommen? wieso nicht? das muss der arzt verantworten... ich würde nachdem du 6 Wochen dort gearbeitet hast sowieso die möglichkeit der Krankschreibung nutzen...
Allerdings wäre eine Kombinierte gut... das können die Fachärzte nicht, sondern nur der Hausarzt. So würde ich auch vorgehen, dass die krankenkasse von Anfang an sieht, dass 2 probleme bestehen.
So kannst du erst das eine und dann das andere Abhaken... Die Ergebnisse der Befunde müssten ja auch beim Hausarzt vorliegen.
So wäre meine Empfehlung!
StephanK
13.10.2007, 17:05
Hallo Anja,
es ist sehr schwer, ja fast unmöglich, Deine Frage zu beantworten, ohne Dich zu kennen, denn sehr viel kommt auf Dich selbst an.
Ich kann nur widerspiegeln, wie das von Dir geschriebene auf mich wirkt und wo ich Prioritäten und auch Probleme sehe - aber meine Grundlage ist natürlich sehr dünn.
Du hast eine chronische Erkrankung. Es geht also nicht um das, was man landläufig unter "wieder gesund werden" versteht, sondern eher um Bewältigungsstrategien und das Ausloten dessen, was "trotzdem" möglich ist (und vielleicht auch um die Erweiterung dieses Raumes). So wie ich Deinen Beitrag lese beschäftigt Dich dieser Themenkomplex derzeit auch sozusagen hauptberuflich.
Gleichzeitig hast Du psychische Probleme, derentwegen Du auch in Behandlung bist und die bestimmt in einer Wechselbeziehung zu den körperlichen stehen.
Ganz von außen betrachtet (also von meinem Blickwinkel aus) sieht das so aus, dass Du damit eigentlich komplett ausgelastet bist. Du schreibst selbst, dass Du wieder "arbeitsfit" werden wollest, und das bedeutet gleichzeitig, dass Du es nach Deiner eigenen Einschätzung jedenfalls momentan nicht bist.
Wie ein Wieder-Einstieg in's Berufsleben gestaltet werden sollte, hängt sehr davon ab, was für ein Typ Mensch Du bist. Es gibt Menschen, die - um eine geläufige Floskel zu gebrauchen - "wachsen mit den an sie gestellten Anforderungen" und müssen dann auch gefordert werden. Ebenso gibt es Menschen, bei denen man die Anforderungen, die man an sie stellt, sehr sorgfältig dosieren muss, weil sie mit Überforderung nicht gut umgehen können und statt eine Überforderung abzuwehren sich abstrampeln, bis sie nicht mehr können. (Natürlich sind das holzschnittartig grobe Typisierungen; beides schließt einander nicht aus und beides gibt's in unendlich feinen Abstufungen.)
Ich weiß es nicht, ahne aber, dass Du tendenziell eher zum zweiten Typus gehörst und deswegen die Überforderung durch einen neuen Arbeitsplatz schon voraussiehst. Das ist keine gute Voraussetzung, um "ganz normal" in einen neuen Job einzusteigen. Mir scheint, das für Dich besser verträgliche Modell wäre, Schritt für Schritt wieder einzusteigen, d.h. abgestuft mit wachsender Arbeitszeit. So etwas lässt sich organisieren, wenn der Arbeitgeber mitspielt. Der formale Weg dafür führt über die Förderung Schwerbehinderter (so dass dann dem Arbeitgeber die Schwerbehinderteneigenschaft auch nicht verborgen bleiben kann).
Zu Deiner konkreten Frage nach der Krankschreibung anschließend an die Rheuma-Therapie: nein, der Psychotherapeut kann das nicht (es sei denn, er wäre gleichzeit Arzt). Krankschreibungen sind dem Arzt vorbehalten.
Wenn die Möglichkeit dazu besteht, wäre es vielleicht auch nicht verkehrt, die psychische Problematik auch während der rheumatologischen Rehabilitation anzugehen. Ich weiss nicht, ob die Reha-Einrichtung schon fest steht; wenn ja, schau vielleicht mal, welches Angebot es dort gibt; wenn nein, wäre es vielleicht ein zusätzliches Auswahlkriterium für eine Einrichtung, dass sie auch eine psychotherapeutische Begleitung anbietet.
Hallo.
Ich (36) habe 21Jahr am Stück bei einer Firma gearbeitet!
Nun hat diese Firma geschlossen. Wurde betr.bed. gekündigt.
Bin Schwerbehindert, und habe große körperliche und geistige Probleme.
Habe nach Kündigung sofort neuen Job gefunden.
Doch komme ich überhaupt nicht zurecht!
Mich hindern vorallem meine psychischen Probleme im Job.
Bin zu 60% Schwerbehindert. Sieht man mir jedoch nicht an.
Meine Frage:
Wie geht es bei mir weiter, wenn ich wg. meinen körperlichen und psychischen
Problemen keinen Fuss mehr im Job fasse?
Also, wenn ich während der Probezeit entlassen werde?
Wenn dies einige Mal passiert, sieht mein Lebenslauf sehr schlecht aus!
Ich muß noch gut 25Jahre bis zur Rente arbeiten!
Doch wie soll ich das schaffen?
Vorzeitige Rente reicht zum Leben nicht!
Nach 1 Jahr ALG1 rutsch ich in H4!
Das wird mich sicher noch tiefer psychisch fertig machen.
Was soll ich tun?
Hat jemand damit Erfahrung?
Danke
frank
StephanK
25.11.2007, 17:00
Hallo Frank (:?: - bisher hattest Du mit "Anja" unterschrieben...),
Deine Situation ist wirklich nicht einfach und ich muss auch ganz klar sagen, dass die Möglichkeiten eines solchen Forums hier an Grenzen stoßen.
Ich kann mich deswegen auch nur recht allgemein äußern.
Auch ein Job, in dem Du Probleme hast, ist besser als kein Job. Deswegen wäre die erste Überlegung, ob es möglich wäre, den derzeitigen Job so zu gestalten, dass Du damit zurecht kommst. Wenn es in Deinem Betrieb eine Schwerbehindertenvertretung gibt, solltest Du Dich an diese wenden und Deine Schwierigkeiten ganz offen ansprechen.
Das Problem, dass man mir meine gesundheitlichen Einschränkungen nicht ansieht, kenne ich aus eigener Erfahrung. Da hilft leider nur, daran zu erinnern, wenn man überfordert wird. Das ist nicht angenehm (und innerhalb einer Probezeit kann es einem leider den Job kosten), aber manchmal unumgänglich. Es ist immer noch besser, z.B. zu signalisieren dass man für eine bestimmte Aufgabe mehr Zeit braucht oder mehr Ruhe oder irgendwas anderes als den Eindruck zu hinterlassen, man bewältige die Aufgabe überhaupt nicht.
Wegen der psychischen Problematik bist Du bereits in ambulanter Behandlung. So was dauert nun mal. Ich weiss nichts über deren Ansatzpunkte und Ziele. Vielleicht sind die Ziele recht allgemein gehalten und breit gefächert; also ist es vielleicht möglich, sie spezieller auf Deine berufliche Situation und die Probleme zuzuschneiden, die Du damit hast. Das solltest Du mit Deinem Therapeuten besprechen.
Viel mehr kann ich nicht anbieten. Bei solchen Fragestellungen stoßen die Möglichkeiten eines Forums wie diesem leider an Grenzen.
Vielleicht magst Du Dich an den nächstgelegenen Integrationsfachdienst für Behinderte (http://db1.rehadat.de/rehadat/Reha.KHS?BNL=BAYERN&SORT=A16&State=340&Db=5&Dok=0&OptDisp=false&Index=-1&Reset=0&ART=Integrationsfachdienst) wenden und mit den Fachleuten dort abzuklären versuchen, welche Möglichkeiten bestehen.
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