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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umschulungsantrag trotz psychologischer Gutachten abgelehnt


sabby
18.10.2007, 16:57
Hallo,

Ich kämpfe nun schon seit einem halben Jahr um die Finanzierung einer Umschulung. Ich habe meinen Bürojob im Mai diesen Jahres gekündigt weil ich es psychisch in diesem Beruf nicht mehr aushalte. Aufgrund eines Gutachtens vom Hausarzt habe ich auch keine Sperre des Arbeitlosengeldes bekommen. Ich war dann auch mehrmals beim Psychologen, der mir nach einigen Sitzungen ein Gutachten ausgestellt hat. Es beschreibt, dass ich nicht mehr im Büro arbeiten kann und das auch nicht therapierbar sei. Nach dem Antrag auf eine "Umschulung" (ich habe übrigens auch schon einen Umschulungsplatz in meinem Traumberuf sicher, den ich im Januar 2008 antreten könnte), schickte mich der Sachbearbeiter zum Psychologischen Dienst. Nach zwei Gesprächen mit der Psychologin und einem Test, befürwortete auch diese eine Umschulung. Ich sollte dann danach noch zum Amtsarzt der prüfen sollte, ob ich den körperlichen Ansprüchen in dem neuen Beruf auch gewachsen wäre. Da ich bis heute keinen Termin erhalten habe, rief ich heute meinen Sachbearbeiter an, der mir mitteilte, dass er gestern das Gutachten vom Amtsarzt erhalten habe (bei dem ich nie war) und der meint, dass ich eine Therapie machen sollte um wieder in den alten Beruf einsteigen zu können!!! Ich bin fix und fertig mit den Nerven! Ich erklärte dem Sachbearbeiter, dass ich keine Therapie will und diese auch nichts nützen würde, aber er meinte, er könne nichts machen, weil der Amtsarzt das so entschieden hätte! Trotz drei Gutachten (Hausarzt, Psychologe und Psychologischer Dienst der AfA) will man mir diese Umschulung nicht bewilligen! Ich verstehe das nicht! Soll ich jetzt monatelang eine Therapie machen, die eh nichts bringt, um mich dann wieder im Büro zu bewerben, wo ich doch nach dieser ganzen Sache niemals mehr eine Stelle bekommen würde!?

Was kann ich tun? Kann ich Widerspruch einlegen? Das Problem ist, dass ich ja nur noch zwei Monate Zeit habe... Ich bin völlig verzweifelt...


Liebe Grüße
Sabby

StephanK
18.10.2007, 17:18
Ich nehme an, dass Du mit "Umschulung" eine von der Arbeitsagentur zu finanzierende Weiterbildung meinst. Wie Du § 77 Abs. 1 SGB III (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__77.html) entnehmen kannst, ist das eine "Kann-Leistung", also eine Leistung nach Ermessen. Es besteht also kein Rechtsanspruch auf diese Leistung, sondern nur darauf, dass die Arbeitsagentur ihr Ermessen fehlerfrei ausübt.

Warum die Arbeitsagentur nun dem Amtsarzt eher folgt als ihrem eigenen psychologischen Dienst weiss ich auch nicht. Allerdings scheint mir das noch eine endgültige Entscheidung zu sein, denn was Du von dem Gespräch mit dem AA-Sachbearbeiter berichtest ist nur dessen Wiedergabe der amtsärztlichen Stellungnahme. Warte also vielleicht erst mal ab, bis es eine wirkliche Entscheidung gibt - auch wenn das Abwarten Dir schwer fällt. Man wird dann eher einschätzen können, ob die Entscheidung Angriffspunkte bietet oder nicht.

sabby
18.10.2007, 17:46
Danke für die Antwort. Ja, ich meine diese Weiterbildung, nur selbst beim Arbeitsamt wird noch von "Umschulung" gesprochen.
Na ja, der Sachbearbeiter meinte halt, dass er nichts machen kann wenn der Amtsarzt dagegen ist. Wobei ich gehört habe, dass der Sachbearbeiter letztendlich entscheidet. Klar ist es eine Kann-Leistung. Aber was ist denn für den Staat günstiger, die Therapie mit weiterhin andauernder Arbeitslosigkeit oder die Umschulung, die ich in zwei Monaten beginnen könnte...

StephanK
18.10.2007, 18:02
Na ja, der Sachbearbeiter meinte halt, dass er nichts machen kann wenn der Amtsarzt dagegen ist.Eine negative Stellungnahme des Amtsarztes macht es für ihn sicherlich schwieriger, positiv zu entscheiden. Andererseits hat er ja die positive Stellungnahme des hauseigenen psychologischen Dienstes im Rücken.
Wenn es noch eine Möglichkeit gibt, mit dem/der Vorgesetzten zu reden, solltest Du sie nutzen. Allerdings ist das ein bisschen ein diplomatischer Drahtseilakt, weil der/die Vorgesetzte natürlich den Sachbearbeiter nicht bloßstellen kann und auch nicht wird. Wenn Du das versuchst, dann vermeide es also, über den Sachbearbeiter zu schimpfen und appeliere nur an den Weitblick und die Erfahrung des Vorgesetzten und frag ruhig mal, warum man anscheinend dem Amtsarzt, der aus zweiter Hand urteilt, mehr traut als dem eigenen psychologischen Dienst.

Seebarsch
18.10.2007, 18:25
Hallo zusammen,
hallo sabby,
vom Gesamtablauf her ist zu sagen, dass der Amtsarzt keine Entscheidung trifft, sondern nur eine Empfehlung gibt.
Die Entscheidung, ob die Umschulung genehmigt wird oder nicht, trifft der zuständige Arbeitsvermittler der Agentur. Der kann sich dann auch nicht hinter der Entscheidung des Arztes verstecken, sondern muss nach eigenem Ermessen entscheiden.
Man könnt hier natürlich den formellen Weg über Widerspruch etc. gehen. Da hier aber die Zeit drängt, würde ich persönlich, mit allen notwendigen Unterlagen, den vorgesetzten Teamleiter des Vermittlers aufsuchen und dort eine Klärung versuchen.
Wenn das ein verständiger Mensch ist, das sind schon die meisten, wird er die Entscheidung des Vermittlers auch korrigieren, ohne dass er dabei den Vermittler bloss stellt.
In deinem eigenen Interesse solltest du versuchen, die Sache möglichst schonend zu erledigen!
Gruß und viel Erfolg!
:engel:

sabby
19.10.2007, 19:34
Hallo, es ist doch wirklich ein Hammer dass der Vermittler behauptet er könne aufgrund des Gutachtens vom Amtsarzt nichts für mich tun. Wo er mir sogar im Erstgespräch sagte, dass wenn die Psychologin das OK gibt, dem Ganzen nichts mehr im Wege stünde. Ich war heute nochmal bei meinem Neruologen, der mir jetzt ein weiteres Gutachten ausstellen wird, welches besagt, dass auch eine Therapie nichts bringt. Damit werde ich dann zu meinem Sachbearbeiter gehen. Wenn das auch nichts bringt, werde ich weitere Schritte einleiten. Überlege sogar damit an die Presse zu gehen.

Liebe Grüße
Sabby

StephanK
20.10.2007, 10:47
Damit werde ich dann zu meinem Sachbearbeiter gehen.Wirklich? Dir haben jetzt zwei Leute empfohlen, besser den Teamleiter anzusprechen!

sabby
20.10.2007, 15:23
Ja, ich werde wohl erst nochml versuchen mit dem Bearbeiter zu sprechen. Sollte ich bei dem wieder auf taube Ohren stoßen, werde ich mit dem Teamleiter sprechen. Kann man da eigentlich auch ohne Termin auf ein Gespräch hoffen? Weil Termine vergeben die gerne für Wochen später...

StephanK
20.10.2007, 15:32
Betr. Termine: das ist oft schwierig, aber mit Geduld, Sitzfleisch und einer geschickten Ansprache der/des Vorzimmerdame/herrn geht es oft doch. Meiner Erfahrung nach ist es oft auch geschickt, gleich zu Dienstbeginn "auf der Matte zu stehen".

sabby
20.10.2007, 15:34
Super, danke! Ich werd`s versuchen. Hoffentlich klappt es...

sabby
20.11.2007, 22:53
Wollte nur eben verkünden, dass es bei mir mit der Rehamaßnahme ENDLICH geklappt hat! Kämpfen lohnt sich wohl doch manchmal! :) Ein großes Dankeschön für die hilfreichen Antworten!

StephanK
21.11.2007, 09:24
Es freut mich, dass Deine Ausdauer sich ausgezahlt hat und ich wünsche Dir, dass die Reha-Maßnahme den von Dir gewünschten Erfolg bringt! :)

Seebarsch
21.11.2007, 20:28
Hallos abby,
herzlichen Glückwünsch.
Viel Spass und Erfolg bei der Maßnahme!
Immer schön hartnäckig bleiben!
:sensationell: