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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bär


Upsala
24.05.2006, 21:40
Ein Bär! War in Bayern!?
Ein britischer Versicherungsunternehmer will den Braunbären nun retten und Schäden durch das Tier in Höhe von bis zu 1,5 Millionen Euro bezahlen. "Wir wollen verhindern, dass der Bär abgeschossen wird", sagte Simon Burgess, Geschäftsführer von British Insurance. Die Versicherung würde jeden entschädigen, bei dem der Bär künftig Schaden anrichte, erklärte Burgess.
Er habe im Radio von der Abgeschussgenehmigung gehört und sei empört gewesen. "Der Bär ist ein wunderschönes Tier und ihn zu töten wäre eine Schande», so Burgess weiter. Mit dieser Art Haftpflichtversicherung wolle er einen Anreiz liefern, den Bären lebend einzufangen.
Ich weiß nicht wie vielen Kunden der Unternehmer das Fell über die Ohren gezogen hat um eine solche Summe für das Leben eines Bären zu bieten. Aber ein Freund der Bären scheint er zu sein.
Quelle (http://www.n24.de/boulevard/nus/index.php/a2006052412014063395)

Marylou
26.06.2006, 15:38
Tja und nun ist der arme Bär tod. Einfach abgeknallt....

Das ist schon recht eigenartig, denn als er noch nicht zum Abschuss freigegeben wurde, waren die angeblichen Jäger zu blöd, um ihn aufzuspüren.

Nach der Abschussfreigabe gestern, wurde er schon ein paar Stunden später erschossen und es war nicht möglich ihn zu betäuben?? :-x

Ich finde es einfach nur eine grosse Sauerei und mir tut der Bär wirklich leid.

Gruss Marylou

Die Ägypter
26.06.2006, 15:54
:cry: Schliesse mich inhaltlich an die Meinung der Vorschreiberin an...

Seebarsch
27.06.2006, 18:13
Der Bär zeigte ja auch ein äusserst asoziales Verhalten !
Konnte der sich nicht eine Arbeit suchen und sein Fressen im Konsum kaufen ? Zudem war er auch noch ohne Wohnsitz und hatte wahrscheinlich sogar noch nicht einmal eine Postadresse und einen Personalausweis !
So ein asoziales Verhalten muss in unserer geregelten Gesellschaft nun einmal sanktioniert werden.
Bei einem Bären bedeutet das den finalen Aufhebungsbescheid, eh Abschuss !
:-x :-x :-x

Upsala
27.06.2006, 22:50
Leider steht das Ganze jetzt unter Funny Things!
Ich dachte eine solche Prämie würde Bruno das Leben retten. Mordlust sitzt wohl noch tiefer als Geldgier.

StephanK
27.06.2006, 23:14
Ich glaube nicht, dass das so viel mit Mordlust zu tun hätte.
In Abständen kommt immer mal wieder so etwas auf. Vor einigen Jahren gab es einen ähnlichen Medien-Hype, weil Wölfe aus Polen in die Lausitz gewandert waren.
Wirkliche Wildtiere, die sich ihre Beute holen, sind wir nicht mehr gewöhnt und können das von ihnen ausgehende (sehr begrenzte) Risiko anscheinend nicht mehr ertragen - es sei denn, sie gingen auf zwei Beinen.

Upsala
28.06.2006, 07:22
Klar geht das fett durch die Medien. Nun gibt es statt eines „Problembären“ einen „Problemminister“. Und ob die Abschußerlaubnis womöglich gegen die bayerische Verfassung, das Washingtoner Artenschutzabkommen, das Bundesartenschutzgesetz, das Bundestierschutzgesetz, das Jagdrecht und das bayerische Naturschutzgesetz verstößt, hätte man eigentlich auch vorher prüfen müssen.
Und die Mordlust sehe ich trotzdem. Der Bär wurde mehrfach lebend fotografiert und es bestand keine Gefahr als er erschossen wurde. Also hätte man ihn auch betäuben können, wie jeden Löwen den man in den Tierpark oder ein Reservat verfrachtet.

Lesenswert finde ich auch den Epilog für Bruno (http://www.zeit.de/online/2006/26/epilog-fuer-bruno?page=1). Hier ein Zitat:
Denn ein solcher Protagonist ist Bruno, der Bär, in den vergangenen Wochen geworden, in denen sich die Nation mit dem Risiko anfreundete, das ein Jürgen Klinsmann in die Arenen der Aufmerksamkeit zurückholte – das Risiko, also das Spiel mit ungewissem Ausgang, das Spiel, das Spaß macht, allen Planwirtschaftlern zum Hohn. Und während sich auf dem Platz, in den Stadien, die mühsam domestizierte Spezies Mann noch von Foul zu Foul rempelt, hat ein verhaltensauffälliger Fastwilder in Bayern die Sittenwächter auf den Plan gerufen, die ihn schließlich erschossen: nicht gesellschaftsfähig. Als wäre das Risiko, auf Bayerns Landstraßen überfahren zu werden, nicht signifikant größer, als durch Bruno ein trauriges Ende zu finden. Der Tod durch den Bären gehört in Deutschland eben nicht zu den vielen hingenommenen Todesarten. Der Bär ist das Risiko, das keiner mehr eingehen will.

No risk no fun! :engel:

StephanK
28.06.2006, 07:46
Und die Mordlust sehe ich trotzdem.Nenn es meinetwegen Mordlust. Irgendein "muss-weg"-Instinkt wird jedenfalls bei manchen Menschen sehr massiv geweckt, und ich denke, dass er sehr viel mit Beutekonkurrenz zu tun hat. Bei einem Bären wird das nicht so deutlich (obwohl er sich gelegentlich an Nutz- (Schafe) oder Beutetiere (Rehe) des Menschen heranmachen mag, aber dieser Aspekt wird überdeckt von einer medial gepushten Angst man könne womöglich selbst Meister Petz' Opfer werden, die dann noch durch eine krude Tierpsychologie geschürt wird, indem man ein Tier zum "Problembären" erklärt. Natürlich löst man Wanderungsbewegungen von Tieren aus, wenn man ihren Lebensraum und damit ihre Nahrungsgrundlage beschneidet. Wir kennen das von den Kröten. Aber die haben nix bedrohliches....

Deutlicher war die Sache mit der Beutekonkurrenz vor ein oder zwei Jahren, als eine Diskussion über eine angebliche "Überpopulation" von Kormoranen aufkam. Die Sport- und die Berufsfischer gingen in ungewohnter Einigkeit auf die Barrikaden, um Abschusserlaubnisse für diese "Raubvögel" zu erwirken.

Zuviel Natur ist uns Zivilisationsmenschen offenbar suspekt - und sei's nur, weil wir gelegentlich daran erinnert werden, dass jeder immer auch gefressen werden kann.

efge
28.06.2006, 11:33
Ich will nicht alle Jäger über einen Kamm scheren, aber es gibt dort wahrlich „durchgeknallte“ denen man durchaus „Mordlust“ unterstellen kann. Hier in unserer Gegend finden sich unter großem Halali immer wieder „Jäger“ ein, die Jahr für Jahr Hasen jagen. Geniesst Meister Langohr nicht auch Artenschutz?!
] Und ob die Abschußerlaubnis womöglich gegen die bayerische Verfassung, das Washingtoner Artenschutzabkommen, das Bundesartenschutzgesetz, das Bundestierschutzgesetz, das Jagdrecht und das bayerische Naturschutzgesetz verstößt, hätte man eigentlich auch vorher prüfen müssen.
Hoffe, dass den Verantwortlichen saftig auf die Finger geklopft wird.

Vor einigen Jahren verirrte sich eine Elchkuh aus Finnland via Polen nach Schleswig-Holstein. Ein durchgeknallter Jäger schoss sie ab. Warum ein planzenfressendes Tier eine derartige Gefahr darstellte, weiß bis heute keiner.

In sich ein Trauerspiel. Erst nahm man den Tieren den Lebensraum weg und der klägliche Rest wurde dann ausgerottet. Nachdem Luchse, Wölfe und Braunbären auch in Deutschland „verschwunden“ waren, bemüht man sich heute einige Populationen wieder anzusiedeln. Im Harz tummeln sich schon wieder erfolgreich einige Luchse. Beim Wolf und Braunbären hört der Spaß jedoch auf und Urängste überfallen die Menschen. Wo soll denn ein Braunbär noch hin, nachdem sein Lebensraum besiedelt wurde und der Rest der Landschaft touristisch erschlossen wurde? Nun müssen die „armen, gerissenen Schafe“ herhalten, um den Abschuss des Bären zu rechtfertigen.
Dabei gab es auch in Deutschland in den vergangenen Jahrhunderten guten Schutz der Schafherden vor Wölfen, Bären und auch Wilderern. Dieser Schutz hieß „Herdenschutzhund“. In vielen europäischen Länder und der Türkei wird diese Hunderasse auch heute noch erfolgreich von Schäfern eingesetzt. z.B. der Kangal in der Türkei, der Kuvasz in Ungarn, der Pyrenäenberghund in Frankreich und der Maremmano in Italien. Diese Hunde leben in den Herden und beschützen die Schafe vor Angriffen und dabei kann es durchaus vorkommen, dass der Hund auch einen ausgewachsenen Bären tötet (auch das Gegenteil kann der Fall sein).
Da wir aber in einer überzivilisierten Welt leben in der wir keinen Platz für andere Artgenossen zulassen, erfreuen wir uns lieber, wenn wir Meister Petz im Zoo begaffen können und ein „Oh, wie süß!“ über unsere Lippen huscht.

StephanK
28.06.2006, 12:04
"Oh, wie süß" - damit hast Du gerade im Fall des Bären ein Zusatzproblem auf der psychologischen Ebene angesprochen: Wir alle sind mit dem Teddybär-Klischee aufgewachsen, mit niedlichen Bären auf Milchdosen, in Tüten voller Gummibären oder mit Baloo aus der dysneyverkitschten Dschungelbuch-Verfilmung. Das Bewusstsein dafür, dass Bären sog. Raubtiere sind, ist dahingeschwunden - und um so größer sind Entsetzen und Ingrimm, wenn ein realer Bär sich erdreistet, diesem Klischee nicht zu ensprechen.

danek0r
05.07.2006, 11:17
ja, das wird gerade diesbezüglich sehr oft vergessen. das ist nicht winnie puh!
das ist ( war ) ein sehr gefährliches raubtier, für den nicht nur n schaf, sondern auch n mensch ne sehr leichte beute ist. ( solange er kein gewehr hat )
aber anstatt den umzulegen hätte man ( ratz fatz ) den bären auch betäuben können. ein bayrischer wildpark hatte sich doch angeboten das tier unentgeltlich einzusammeln und bei sich aufzunehmen.

aber das liegt wohl irgendwo in der natur des menschen.
leichteste lösung = beste.

efge
07.07.2006, 15:44
Der Bär lebt!!!

Kurt Beck ist kein Bär, sondern ein Hamster
http://www.jungewelt.de/2006/07-05/043.php

und

Streit um „Titanic“-Titelbild
http://www.ksta.de/html/artikel/1149702711867.shtml

Upsala
15.07.2006, 23:35
Quelle (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,426904,00.html)
Nun soll auch die Mutter von Bruno dran glauben, weil der Mensch versagt hat. :patsch: