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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : IW liefert Argumente für hohe Mindestlöhne


Betroffener
18.11.2007, 17:02
Anders kann man diese Trendstudie eigentlich kaum verstehen, zumal - wie immer - nicht klar ist, welche Inhalte die Gruppe der "oberen drei Zehntel" der deutschen Haushalt haben. Nur die Haushalte (welche Haushalte? auch die der bekannten Milliardäre und Millionäre?) das wirklich sind, wird verschwiegen.

Aber wenn es so ist, wie das IW (als Arbeitgeberinsitut) es beschreibt - dann gibt es kaum bessere Argumente für Mindestlöhne sehr deutlich über den 4,50 € des anderen Lobbyisten Bert Rürup. Genau das würde die vom IW gezeigten Lücken schliessen und Transferleistungen erheblich reduzieren.

Aber so war es wohl nicht gemeint vom IW - sondern sollte wohl eher die drei Zehntel auf die sieben Zehntel aufhetzen - oder?
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IW-Trends 4/2007,
gefördert von der infor-media-Stiftung - Gemeinnützige Stiftung für
Gesellschaftswissenschaften und Publizistik Köln.

Umverteilung - Starke stützen Schwache

Köln (ots) -

In Deutschland finanzieren vor allem die einkommensstarken
Haushalte den Sozialstaat - und bekommen so gut wie nichts aus den
Transferkassen zurück. So zahlen die oberen drei Zehntel der
Haushalte mit den höchsten Einkommen aus Erwerbstätigkeit, Vermögen,
Vermietung und Verpachtung 61,9 Prozent aller Steuern und Abgaben und
erhalten im Gegenzug 10,7 Prozent aller Transferleistungen -
angefangen von Kindergeld über ALG II bis hin zu Renten. Umgekehrt
erhält das einkommensschwächste Drittel fast 60 Prozent aller
Transferzahlungen und schultert nur 5 Prozent aller Steuern und
Sozialabgaben. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des
Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die auf Zahlen der
Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2003
aufsetzt.

Danach müssen zum Beispiel die Haushalte mit den höchsten Einkommen
von im Schnitt 10.100 Euro im Monat fast die Hälfte ihres Salärs in
Form von Einkommenssteuern und Sozialabgaben an den Staat abführen,
nämlich 4.450 Euro. An staatlichen Zuwendungen fließen ihnen aber
nur 270 Euro zu. Haushalte am unteren Ende der Einkommenspyramide
dagegen, die gerade einmal gut 700 Euro im Monat verdienen, zahlen
zwar zusammen mit ihrem Arbeitgeber 380 Euro in die Kassen der
Sozialversicherung - sie erhalten vom Staat jedoch knapp 2.000 Euro
an Geldtransfers.

Nicole Horschel, Jochen Pimpertz, Christoph Schröder: Auswirkungen
der monetären Umverteilung in Deutschland, in: IW-Trends 4/2007,
gefördert von der infor-media-Stiftung - Gemeinnützige Stiftung für
Gesellschaftswissenschaften und Publizistik Köln.

Pressekontakt:
Gesprächspartner im IW: Dr. Jochen Pimpertz, Telefon: 0221 4981-760,
Christoph Schröder, Telefon: 0221 4981-773, Nicole Horschel, 0221 4981-768

Quelle (http://www.presseportal.de/pm/51902/1083219/institut_der_deutschen_wirtschaft_koeln_iw_koeln)