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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tipps für Bewerbungsschreiben?


madkong
02.01.2008, 01:15
Hallo zusammen,

da ich ja ein bischen Zeit habe, möchte ich meine Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand bringen. Kennt jemand ein gutes Buch oder hat Tipps? Denn bei mir ist es ein bischen schwieriger.

- Bin zu 50% Schwerbehindert wegen seelischer Krankheit auf unbegrenzte Zeit
- Mache demnächst eine Rehabilitation psychisch Kranker
- Bin seit 4 Jahren Arbeitslos
- Habe zweimal wegen pychischer "Entgleisungen" meine Arbeit verloren
- Bin chronisch paranoid Psychotisch, aber durch Medikamente anfallsfrei

Mich interessiert, was ich davon im Anschreiben und im Lebenslauf erwähnen soll, oder nicht. Ich will auf jedenfall einen Schwerbhinderten Arbeitsplatz. Will offen mit meiner Krankheit umgehen.

restart
02.01.2008, 07:33
Hallo,

du kannst bzw. solltest deine Behinderung nur beiläufig erwähnen. Zum einen um dir nicht vorwerfen lassen zu müssen, dass du damit das Zustandekommen einen Arbeitsvertrages bewusst verhinderst und zum anderen, damit du die möglichen Arbeitgeber nicht gleich vorher verschreckst.

Möglich wäre also so was wie: "Ich möchte darauf hinweisen, das ich auf Grund meiner Behinderung, gesonderte Förderungsmöglichkeiten durch die BA (oder ARGE) bestehen."

Den Rest solltest du erst im direkten Bewerbungsgespräch preisgeben, so du danach gefragt wirst.

StephanK
02.01.2008, 08:58
Wenn Du Dich nicht in einem ganz kleinen Betrieb bewirbst wird es (hoffentlich) eine Schwerbehindertenvertretung geben. Wenn es eine gibt, hast Du die Möglichkeit zu einer Art "Doppelstrategie", die in Deinem Fall vielleicht auch sinnvoll ist.
In Bewerbungsschreiben könntest Du auf konkrete Angaben zu Deiner medizinischen Vorgeschichte verzichten; die Schwerbehinderung solltest Du aber erwähnen.
Bei Vorstellungsgesprächen wird die Schwerbehindertenvertretung hinzugezogen; mit dieser kannst Du vertraulich reden (wird allerdings nicht immer angeboten, ggf. musst Du also darum bitten) und "reinen Wein einschenken". Natürlich sind nicht alle Schwerbehindertenvertreter/innen über psychische Krankheiten bestens informiert und in jeder Richtung vorurteilsfrei, aber auf eine gewisse Offenheit kannst Du schon zählen.

Im übrigen dürfte einiges auf Deinen Beruf und dessen Einsatzmöglichkeiten ankommen. Je nach Plötzlichkeit denkbarer "Entgleisungen" und deren konkreter Ausprägung musst Du halt auch an mögliche Sicherheitsprobleme denken, z.B. bei der Bedienung von Maschinen. Das gleiche gilt evtl. auch für die (dämpfende?) Wirkung Deiner Medikation. Das sind aber Dinge, die wohl besser in der Reha besprochen werden sollten.