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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ablehnung von Jobangeboten


CoderboyPB
22.06.2006, 08:09
Habe am 29.Mai ein Stellenangebot von der Arge zugeschickt bekommen.
Dabei handelte es sich um eine auf 6 Monate befristete Anstellung im Rahmen eines PROJEKTS.

So weit, so gut ...

Nur jetzt kommt der Hammer: Beginn der Anstellung: 1. Juni (!!!) ... (Nein, das ist KEIN Scherz ...)

Tätigkeit bzw. Voraussetzung: C++ und SVGML (SVGML ist eine auf XML basierende Sprache zum erstellen von *.svg Graphiken)

Gerade im Bereich der IT-Berufe gibt es eine Fülle an Teilgebieten, die man unmöglich alle abdecken kann. Natürlich kann ich als ausgebildeter Fachinformatiker C++, aber SVGML war mir bis zu jenem Tag kein Begriff, bzw ich hatte mich damit noch nicht auseinander gesetzt.

Da auch meine C++ Kenntnisse derzeit nicht gefordert werden, ruhen natürlich auch diese und bedürfen in so einem Fall einer Auffrischung.

Nun muss man aber kein Programmierer sein, um sich klar zu machen, dass das nicht in 2 Tagen zu bewältigen ist (Wiederholung und Erlernen einer neuen Programmiersprache).

Da es sich um eine PROJEKT-ARBEIT handelt, wird man mir auch nicht die Zeit zum Einarbeiten geben können, Projekte sind komplett durchgeplante Workflows.

Aus diesen genannten Gründen habe ich natürlich von einer Bewerbung abgesehen, da dieser Schuss nur nach hinten losgehen konnte ...
(Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck ...)

Genauso habe ich es auch der Arge mitgeteilt, habe das auf der Rückseite des 'Feedback'-Formulars so ausführlich dargelegt.

Nun meine Frage:
Gilt das jetzt als abgelehnter Job ?
Also meiner Auffassung nach ist es kein abgelehntes Angebot, da das ganze Angebot von vorne herein NICHT REALISIERBAR war.

Kennt sich da jemand aus ?

PS: Inzwischen lerne ich SVGML. Ob ichs mal wieder brauchen werde weiss ich nicht, aber wenn, dann will ich besser vorbereitet sein, wobei es demnächst etwas anderes sein wird ... Aber ich habe es ja eingangs schon gesagt: Man kann nicht alles abdecken ...

StephanK
22.06.2006, 08:55
:welcome: Coderboy,
zwei Antworten:

Antwort 1 vom halbwegs vernünftig-pragmatisch denkenden Menschen ohne Fachkenntnisse

Na jaaa, natürlich ist es Aufgabe gerade von arbeitslosen Fachleuten, ihre Fachkenntnisse aktuell zu halten, und wenn er das nicht tut, dann ist der Job deswegen noch lange nicht unzumutbar. Aber chancenlos scheint eine Bewerbung wirklich zu sein, also wäre es Unsinn, ihm jetzt irgendwelche Sanktionen aufzubrummen.

Antwort 2 vom sehr peniblen Sachbearbeiter, auch ohne Fachkenntnisse

Auf Stellenangebote muss er sich bewerben, wenn sie zumutbar sind. Darauf, ob eine Bewerbung große Chancen hat, kommt es nicht an. Zumutbar ist für Alg II-Bezieher praktisch alles, und über Fragen der Einarbeitung muss er sich mit dem Arbeitgeber auseinandersetzen, das ist nicht mein Bier.
Er hat sich also nicht beworben, und ob seine Gründe vorgeschützt sind oder nicht kann ich nicht wirklich beurteilen, aber für mich hört es sich so an. Also: Kürzung des Alg II, der soll merken, wie hart die Zeiten sind.

Ich schreibe das so, damit Dir klar wird, wie sehr das von Einstellungen und auch subjektiven Sichtweisen geprägt ist. Welcher Richtung dein/e Sachbearbeiter/in zuneigt, weiss ich nicht - aber davon wird die Reaktion abhängen. "Abgelehnt" ist im übrigen alles, was Dir vorgeschlagen wird und wo Du Dich nicht bewirbst - warum auch immer...

PS: Inzwischen lerne ich SVGML.Machst Du das im Selbststudium?
Besser wäre es natürlich, wenn das im Rahmen irgendeines Kurses liefe, mit dessen Abschluss Du ein Zertifikat in Händen hieltest.
Du könntest die Sache zum Anlass nehmen, bei Deiner ARGE nach Weiterbildungsmaßnahmen zu fragen - am besten in der Art, dass Du Dir selbst aus der KURSNET-Datenbank der Arbeitsagentur etwas heraussuchst und konkret nach einer Kostenübernahme-Zusage fragst.

CoderboyPB
22.06.2006, 19:49
@ StephanK:

Danke für deine wirklich schnelle Antwort. Hatte gar nicht damit gerechnet, so schnell eine Antwort zu bekommen, deswegen habe ich eben erst gelesen.

Was deine Rückfragen angeht:
Ja, ich lerne das in Eigenregie, wie ich eigentlich fast alles mir selbst beigebracht habe.
Zertifikate habe ich lediglich über Softwareentwicklung (Java), sowie über einen erfolgreich absolvierten Programmierkurs (C, C++), welche ich beide im Rahmen meines Mathematikstudiums an der Uni Paderborn erworben habe.

Im Rahmen meines Studiums habe ich schon weitaus anspruchsvollere Programme geschrieben, als manch ein Fachinformatiker in mehreren Jahren Berufsleben.

Von daher hat mir die Berufsausbildung zum Fachinformatiker nicht wirklich viel gebracht - außer halt das Zertifikat einer abgeschlossenen Berufsausbildung ...

Naja, leider ist es inzwischen ohne Wert, da die IHK durch völlig falsche Prüfungsschwerpunkte diesem Beruf (Ich meine den Lehrberuf) in der Wirtschaft einen ganz schweren Stand verschafft hat:
Durch eine gleich schwere Bewichtung des BWL-Anteils in der Abschlußprüfung kann man 'Programmierer' werden, OHNE Programmieren zu können ...
Man muss dafür lediglich in BWL fit sein und ein paar Multiplechoice-Aufgaben (Prüfungsbögen der Vorjahre sind verfügbar) auswendig lernen.

Was ich immer befürchtet habe ist leider schon eingetreten, noch bevor ich im Berufsleben Fuß fassen konnte:
99 % aller Firmen schreiben Entwicklerstellen NUR noch an Akademiker oder Hochschulabsolventen aus ... :-x

Und eine Wiederaufnahme meines Studiums (habe 75 % aller Scheine des Mathematik Diploms) ist leider auch nicht mehr drinn (Danke ihr CDU-Schweine für die Studiengebühren ... !!!)

Nun ja, dann soll der Staat halt für mich zahlen, wenn er schon meine Chancen zerstört. Würde auch lieber fest im Berufsleben stehen und meinen Lebensstandart etwas besser gestalten, aber das liegt ja leider nicht in meiner Hand ... :sad:

Deine Idee mit den bezahten Kursen ist zwar nicht schlecht, aber dafür gibt es in Deutschland zu viel Bürokratie und zu viele Formulare um sowas zu beantragen. Bin froh über jeden Tag den ich da nicht auftauchen muss, und die mich in Ruhe lassen. Helfen können die mir eh nicht :-(

Seebarsch
22.06.2006, 20:13
Aus dem Bereich des Alg 1 ist mir bekannt, dass die blosse Nichtvorstellung zum Eintritt einer Sperrzeit führt, es sei denn das Stellenangebot war nicht zumutbar.
Es ist in diesem Bereich mittlerweile sogar höchstrichterlich abgesegnet, dass nicht einmal das konkrete Einstellenwollen des Arbeitgebers vorliegen muss. Allein die Tatsache der Nichtvorstellung reicht.

Vermutlich werden dann unsere Richter an Alg 2 Bezieher noch härtere Massstäbe anlegen.

In solchen Fällen sollte man immer dem Vorschlag nachkommen und dem Arbeitgeber die Probleme und Fakten offen schildern.

Dass sich der Vermittler mit solchen "Fehlvermittlungen" natürlich die Kontakte zu dem Arbeitgeber "kaputtmacht" , interessiert wohl niemanden.
:twisted: :evil: :twisted:

StephanK
22.06.2006, 21:47
Deine Idee mit den bezahten Kursen ist zwar nicht schlecht, aber dafür gibt es in Deutschland zu viel Bürokratie und zu viele Formulare um sowas zu beantragen. Bin froh über jeden Tag den ich da nicht auftauchen muss, und die mich in Ruhe lassen. Helfen können die mir eh nicht :-(Ich will Deine Haltung nicht kritisieren - aber verstehen kann ich sie nicht so recht.
Klar sind diese Verfahren reichlich bürokratisch und eine wirklich unterstützende Haltung habe ich bei der Arbeitsagentur bisher leider auch eher als Ausnahme dank besonders engagierter Mitarbeiter erlebt.

Andererseits: Du willst, dass Beitrags- und/oder Steuergelder für Deine persönlichen Berufsperspektiven ausgegeben werden. Dann solltest Du Dich auch nicht grundsätzlich dagegen wehren, wenn man sich das genau anguckt. Ob das immer in adäquater und fachkundiger Weise geschieht mag man bezweifeln, aber Du hast auch Einfluss darauf, denn Du kennst die Anforderungen in Deiner Branche im Zweifel besser als ein Vermittler der Arbeitsagentur und kannst erklären, wie der Hase läuft und warum Du meinst, den Kurs XYZ zu brauchen. Das ist vielleicht anstrengend, aber Geld ranschaffen ist das meistens... :mymind:

CoderboyPB
23.06.2006, 06:30
Aus dem Bereich des Alg 1 ist mir bekannt, dass die blosse Nichtvorstellung zum Eintritt einer Sperrzeit führt, es sei denn das Stellenangebot war nicht zumutbar.
Es ist in diesem Bereich mittlerweile sogar höchstrichterlich abgesegnet, dass nicht einmal das konkrete Einstellenwollen des Arbeitgebers vorliegen muss. Allein die Tatsache der Nichtvorstellung reicht.


Oha ...

Mir war ja schon vorher bewusst, dass das Vorgehen gegenüber uns Hartz IV - Verbrechern ... äh ... ich meine Empfängern verschärft werden soll, aber andererseits hatte ich aber dennoch auch FAIRNESS erwartet ...

Naja, das war dann wohl naives Wunschdenken ...
OK, jetzt ist es eh zu spät.

Mal abwarten, ob, bzw. was nun kommt. Habe auf jeden Fall, sollte es wirklich hart kommen, einen guten Anwalt. Aber ich hoffe das der nicht nötig sein wird. Habe nämlich eigentlich wenig Lust auf irgendwelche Konfrontationen, aber wenn es sein muss, um meine Rechtsansprüche geltend zu machen, dann werde ich diesen Schritt auch notgezwungen gehen.