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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unternehmen: Allianz streicht massiv Stellen


ALN - Robot
22.06.2006, 16:16
http://www.tagesspiegel.de/feed/images/tslogo.png (http://www.tagesspiegel.de)

Der größte deutsche Versicherungskonzern streicht in Deutschland insgesamt fast 7.000 Stellen. Rund
5.000 Arbeitsplätze sollen bei der Allianz selbst wegfallen, weitere
2.480 bei der Tochter Dresdner Bank.

Der Artikel zur Meldung hier... (http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/nachrichten/allianz/67170.asp)

efge
22.06.2006, 16:25
Dafür schnellten an der Frankfurter Börse die Kurse der Allianz noch oben.
Feines "Spiel" :mad:

Betroffener
22.06.2006, 22:08
Damit hat dann der Konzern Deutsche Bank schon fast soviel Menschen von der "Arbeit befreit" zu Lasten des ihn liebevoll umsorgenden Staates wie demnächst bei VW, Opel und Daimler-Chrysler, Siemens-Nokia und Bayer-Schering anstehen.

Alles Konzerne, die kaum Steuern zahlen, aber Subventionen kriegen und dem Staat noch zusätzlich mal locker weit über 100.000 Arbeitslose an den Hals hängen.

Und die Allianz wird nur der Anfang sein. Wenn die es vormacht, ziehen die anderen schnell nach.

Die Südwest Presse hat da einen guten Kommentar zu verfasst am 22.06.06:
Ulm (ots) - Die Allianz als Marktführer steht unter besonderer
Beobachtung: Einerseits der der Öffentlichkeit, andererseits der der
Konkurrenz. Für die einen ist nur schwer zu verstehen, dass trotz
steigender Gewinne gleich mehrere Tausend Arbeitsplätze gestrichen
werden müssen. Die Begründung ist nicht so ganz lupenrein: weil, wie
es heißt, die Marktanteile sinken. Richtiger wäre, weil die hohen
Renditevorgaben des fix auf den Kapitalmarkt blickenden Vorstands
nicht erfüllt werden.

Für die anderen sind die Schritte des Branchenprimus so etwas wie das
Leitmotto. Wenn er vorangeht, folgen andere bald nach. Das lässt für
das Versicherungsgewerbe und dessen Beschäftigte nichts Gutes
erahnen. Ob das Vorgehen ein gutes Beispiel und deshalb
nachahmenswert ist, muss sich freilich erst zeigen.

Denn die Allianz geht ein hohes Risiko ein. Sie läuft Gefahr, mit den harten
Einschnitten ihr Image zu beschädigen. Und sie hat das Risiko, dass
Kunden und frustrierte Mitarbeiter bei der Umsetzung der neuen
Struktur nicht mitziehen und dass zwar die wirtschaftlichen
Ergebnisse kurzfristig stimmen, aber die Zufriedenheit und damit auch
der langfristige Erfolg auf der Strecke bleibt.

Schließlich murrt auch der Außendienst gewaltig auf, seit der
Versicherungsriese seiner eigenen Organisation über das Internet
Konkurrenz macht. Unruhige Zeiten bei der Allianz, traurige für viele
Mitarbeiter.

Aber mit Deutschland geht es ja bergauf - die Wirtschaft ist ja laut Herrn Sinns ifo und Zimmermans DIW "in guter Stimmung".

Schauen wir mal, wie die Stimmung nach WM und Urlaubszeit im Herbst aussieht. Der Kommentar der Stuttgarter Nachrichten vom 21.06.06 bringt es ziemlich gut auf den Punkt:
Stuttgart (ots) - Merkel droht die Debatte langsam, aber sicher
aus dem Ruder zu laufen. Die Kanzlerin findet nicht mehr den
richtigen Ton. Ihre Beschwörung, die Deutschen zeigten als großartige
WM-Gastgeber, welches Potenzial in diesem Land steckt, dürfte
spätestens nach dem großen Finale ins Leere gehen, wenn aus den
großartigen Gastgebern wieder nur abgezockte Steuerzahler werden.

Zudem lässt Merkels Übertreibung, Deutschland sei ein Sanierungsfall,
darauf schließen, wie einfallslos und zerstritten Schwarz-Rot vor
jenem Berg von Problemen steht, den Union und SPD in dem
zurückliegenden Vierteljahrhundert - erst unter Helmut Kohl, dann
unter Gerhard Schröder - selber angehäuft haben.

In dem Zusammenhang erscheint mir auch folgender Artikel in die Die Zeit vom 22.06.06 recht interessant:

Generation Jetzt (http://www.zeit.de/2006/26/01-leit-2-26?page=all)
Deutschlands neue Spitzenmanager setzen sich radikal von ihren Vorgängern ab. Ein Beispiel für die Politik? Von Uwe Jean Heuser