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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1€-Job: wie werde ich ihn wieder los?


Fuxia
17.06.2005, 12:32
Hallo Ihr,

seid 1. Mai habe ich diesen besagten 1 Euro Job. Ich habe mir diesen im
Job Center sogar ausgesucht und mich total gefreut, da das angegebene
Aufgabengebiet genau mein Wunschberuf und Umfeld und überhaupt ein
großes Ziel war. Jedenfalls habe ich mich wirklich gefreut und war sehr
motiviert.

Nun muß ich noch schnell dazusagen ich bin 21 Jahre alt und meine letzte
Erfahrung in einer Firma war 2002 im ersten Lehrjahr als Kauffrau für
Verkehrsservice, ich hatte dort nie eine Aufgabe, habe Busse geputzt um
etwas zu tun und nicht 8 Stunden täglich in diesem Büro zu sitzen und dort
einfach nur zu sitzen!!! es gibt für mich nichts schlimmeres und ich war
derzeit psychisch total am Ende, wahnsinnige Depressionen und Ängste.
Bis ich gekündigt habe.

So nun verging ja einiges an Zeit und ich habe viel mit selbstorganisierter
Tierschutzarbeit zutun und zwar Zuhause, der 1 Euro Job ist das eigentliche "Nebenbei"
nun jedenfalls komme ich dort hin und stelle fest dieser Verein ist
bereits voll bis oben hin und sie sagen mir auch noch ins Gesicht, dass
sie ich ein paar zuviele Leute vom Arbeitsamt schicken lassen haben!!!
Fazit: es sind jetzt statt 8 Stunden, 6 Stunden, kein fester Platz, kein
festes Aufgabengebiet, Angst, Angst und Angst. Ich habe kein
Wochenende mehr, Freitags habe ich bereits wieder Angst vor Montag.
Die letzten 3 Wochen war ich krank geschrieben, ich habe mir
vorgenommen solche Jobs die mich psychisch so umhauen von mir
zu halten aber nun steck ich wieder drin und kann nicht abhauen.

Was könnte ich tun? Was wäre wenn ich da nicht mehr hingehe?
Ich bin so abhängig von diesem Geld, ich war schonmal lange nicht
gemeldet und habe kein Geld bezogen, jetzt ist das aber total
wichtig wegen der Wohnung.

:-x

Ich muß noch sagen, ich bin nicht zu faul oder sowas, klar bin ich lieber
zuhause als dort aber wie gesagt nicht wegen des faul seins, ich wäre
lieber irgendwo, wo ich die 6 stunden richtig fett zu tun hätte und
wenigstens die zeit vergehen würde.

Vielleicht kann mir irgendjemand einen Tipp geben ich weiß wirklich
nicht was ich tun soll. Ich will da nichtmehr hin auch wenn ich auf
der anderen Seite noch so sehr diesen "vernünftigen Weg" nehmen will

ulysses
17.06.2005, 16:46
Hallo Fuxia,

gammeln ist schlimm. Aber in diesem Zusammenhang Angst zu verspüren wirft die Frage auf was für dich wirklich dahinter steckt.
Nicht entsprechen wahrgenommen oder gewürdigt zu werden ist sicherlich schlimm aber was verursacht diese Angst. Was befürchtest du ?

Ansonsten kann man nur ganz platt sagen: Hast es angefangen - steh' es durch. Wir können es uns nicht immer aussuchen. Es ist leider so ....
... und: So etwas kann man durchaus durchstehen.

Fuxia
17.06.2005, 16:59
naja wo die Angst herkommt weiß ich, sie ist das Resultat meines
bisherigen Lebens. Mich daran gewöhnen, werde ich nie können, denn
sie macht mich zu einem anderen Menschen, neben der Angst kann ich
nicht ich selbst sein, laufe eher wie ein verstörter Zombie dort rum
und habe das Gefühl eingesperrt zu sein, dann will ich nach Hause um
wieder ich selbst zu sein. Ich wäre dann auch überall lieber als dort,
weiß nicht ob man sowas durchstehen kann.

Das Hauptproblem ist ja die Nutzlosigkeit dabei, wenn ich den ganzen
Tag etwas richtiges zu tun hätte, würde die Zeit vergehen, ich wäre
an einem "sicheren Platz", meinem Arbeitsplatz, aber soetwas ist nicht
vorhanden. Der Chef ist absolut überfragt wenn ich nach Beschäftigung
frage oder es ist was total notdürftiges für ein paar Minuten, aber
irgendwie findet er immer Gründe und Geschichten, was ich da noch
alles tun könnte.. irgendwann. Die anderen 1 Euro Jobber und die
Leute vom Verein kloppen sich ja auch schon um die Arbeit.. das ist
so lächerlich.

Ich habe mit meinem eigenen Verein soviel zu tun, bin ein so motivierter
Mensch und ich brauche eine Aufgabe und dann noch diese Panik vor
den Situationen, der Atmosphäre und mir, ich wünschte ich könnte das
irgendwie durchstehen aber ich merk doch wie ich dabei verrückt werde :wut:

ulysses
17.06.2005, 17:15
Ich glaube du hast ein Problem mit dir selbst, nicht mit dem 1€-Job.

Kommst du zur Ruhe mußt du dich mit dir selbst beschäftigen. Dabei stößt du auf Problematiken die dir nicht gefallen. Angst ist aber etwas positives. Lerne mit der Angst umzugehen. Lerne zu verstehen was die Angst dir sagen will.

Akzeptiere dich selbst. Das soll heißen dass du dir bewußt machen muß wer und was du bist. Kannst du Dinge ändern dann beginne damit. Dinge die du nicht ändern kannst akzeptiere. Das erfordert eine Menge Mut.

Kannst du den Mut dazu aufbringen ? Nicht mehr weglaufen ?

Fuxia
17.06.2005, 18:34
Danke für deine Antworten, ich bin nicht sicher ob sie mir gefallen
aber das hatte ich ja nicht erwartet ;)
Ich setze mich seit Langem mit dieser Sache auseinander, ich weiß
inzwischen dass es höchstwarscheinlich auf Dauer überhaupt nicht hilft
wenn ich das jetzt hinschmeiße. Dennoch missfällt mir der Gedanke
da Montag wieder aufzutauchen sehr, so dass ich nicht einmal
garantieren kann ob ich das überhaupt hinkriege, die Angst ist schon
ein wesentlicher Konrollverlust, sie ist einfach momentan stärker als
meine Vernunft und der Wille.

Ich wüßte unbedingt noch gerne von den Konsequenzen, konkret was
auf mich zukommen würde wenn ich nicht mehr hingehe.
Kann mir das bitte noch jemand beantworten?

Betroffener
17.06.2005, 21:20
Das ist ganz einfach und rigoros.
Wenn Du unter 25 bist und möglicherweise noch keine abgeschlossene Berufsausbildung hast, passiert folgendes:

Vollsperre aller Leistungen.

Einfach nicht mehr hingehen ist also hier nicht die Lösung.

Besser - mit dem Sachbearbeiter oder Fallmanager reden und versuchen da eine Vereinbarung hin zu bekommen, das Du einen anderen Ein-Euro-Job bekommst, wo es auch Aufgaben gibt..

Das was man Dir dort gesagt hat - das zuviele Ein-Euro-Jobber angefordert wurden - kannst Du durchaus auch dem Fallmanager sagen.
Hintergrund: Die kriegen für jeden Ein-Euro-Jobber Geld vom Amt

Entweder Du arrangierst Dich und nimmst Dir jeden Tag was schönes zu lesen mit und nimmst auch die Aufwandsentschädigung mit

Oder Du stellst Dich (richtigerweise) quer und machst einen Termin mit Deinem Sachbearbeiter/Fallmanager und bringst das zur Sprache.
Von solchen "Arbeitsgelegenheiten" haben die im Amt auch nichts, weil es noch mehr Geldverschwendung ist als nötig.
Allerdings könnte es denen trotzdem unangenehm sein, weil sie nicht richtig geprüft haben - weil sich niemand gerne Fehler nachweisen lässt.

Fuxia
20.06.2005, 11:54
ich danke euch.

ich habe es heute tatsächlich nicht geschafft, zur arbeit zu kommen,
bis gestern mittag hab ich mir dies fest vorgenommen und war relativ
fit. dann passierte etwas, was mich total umgeworfen hat und ich habe
2 stunden mit meinem leben abgeschlossen. wirklich heavy.

ich weiß nun was ich heute tue, ich habe mich über anti depressive
informiert und möchte es nehmen, dazu gehe ich erstmal zum hausarzt
und nebenbei zur psyhotherapeuten um die ursachen etc. zu klären.

und wieder in die spur zu kommen, ich denke, dass ist wirklich
erstmal ein guter weg.

grüße, jesi

Betroffener
20.06.2005, 12:54
Hallo Fuxia Jesi,

ich weiss nicht, ober der Einstieg in die medizinisch verordnete Drogenwelt wirklich die Lösung ist - weil auch daraus massive Abhängigkeiten erwachsen können.

Meine Empfehlung hierzu würde eher in die auch von E.Schneider angesprochene psychosoziale Beratung gehen (was Du ja auch tun willst) und ggf. zusätzlich "stimmungsaufhellendes" aus der Homöopathie - aber keinesfalls die oft in die Abhängigkeit führenden chemische Keulen der Pharma-Industrie.

Bitte befrage Deinen Arzt bzw. Therapeuten explizit nach den oft sehr wirksamen homöopathischen Mitteln ohne Nebenwirkungen anstelle teurer Antidepressiva aus der Pharmaindustrie mit teilweise massiven Nebenwirkungen und der möglichen Langzeitabhängigkeit.

Viel Erfolg bei der Genesung wünscht

Fuxia
20.06.2005, 13:25
vielleicht hast du da recht, meine ärztin ist sowieso homöopathin und
wird mir daher das zeug auch bestimmt nicht geben wollen, dann
eher johanniskraut, mal sehen, auf jeden fall brauche ich irgendwas,
was neben der therapie die symptome bekämpft, damit ich wieder
einigermaßen klarkomme. :)

Biberzahn
20.06.2005, 14:11
Hallo Fuxia,

ich kann Dir auch nur raten zum einen Psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, und wenn schon Medikamente dann wirklich nur Pflanzlich. Johanniskraut und auch Baldrian können Wunder wirken, das kann ich bestätigen. Ich hatte keine so schwerwiegenden Probleme wie Du, aber der Stress in meinem letzten Job hat mich irgendwann einfach nicht mehr zur Ruhe kommen oder schlafen lassen.
Irgendwann ging garnix mehr und ich bin dann zu meinem Hausarzt und der hat mir dann zu den Pflanzlichen Medikamenten geraten. Und ich kann sie nur empfehlen.

Gruß
Biberzahn

Fuxia
28.06.2005, 21:56
Hallo Ihr,

nun bin ich auf erwähntem Wege, habe eine Psychotherapeutin gefunden,
eine homöopathische Ärztin die erstmal krankgeschrieben hat, mir
Opium gegeben hat und mich an eine Psychaterin verwiesen hat weil ich
doch "richtige Medikamente" nehmen soll, sie meint die Homöopathie kann
mir derzeit nicht helfen, das wär alles zu schwach für mich.. :?

Nun, da der Aufenthalt beim 1 Euro Job der große aktuelle Hauptauslöser
meiner Angst und Panikstörungen, wie den daraus resultierenden
Depressionen ist befindet die Therapeutin ganz direkt, ich sollte dort nicht
mehr hin und es sollte ein Weg gefunden werden dem Amt das zu
erklären dass ich da raus komme..

meine Fragen nun hier, da sie mir mehr nicht gesagt hat und mich das
sehr beschäftigt; hat jemand eine kleine Ahnung wie sowas laufen
könnte? Und ob es sehr schwer wird?

Und wenn ich dann von der Arbeit befreit werde und zeitweise für
arbeitsunfähig erklärt werde, bekomme ich dann kein ALG 2 mehr???
Muß ich dann zum Sozialamt?

Wäre schön wenn mir dazu noch jemand was sagen könnte.

Grüße, Jesi

Betroffener
28.06.2005, 23:20
Hallo Jesi Fuxia

Hallo Ihr,
nun bin ich auf erwähntem Wege, habe eine Psychotherapeutin gefunden,
eine homöopathische Ärztin die erstmal krankgeschrieben hat, mir
Opium gegeben hat und mich an eine Psychaterin verwiesen hat weil ich
doch "richtige Medikamente" nehmen soll, sie meint die Homöopathie kann
mir derzeit nicht helfen, das wär alles zu schwach für mich.. :?
Meine Meinung möchte ich hierzu nicht öffentlich kundtun.

Nun, da der Aufenthalt beim 1 Euro Job der große aktuelle Hauptauslöser meiner Angst und Panikstörungen, wie den daraus resultierenden Depressionen ist befindet die Therapeutin ganz direkt, ich sollte dort nicht mehr hin und es sollte ein Weg gefunden werden dem Amt das zu erklären dass ich da raus komme..

meine Fragen nun hier, da sie mir mehr nicht gesagt hat und mich das
sehr beschäftigt; hat jemand eine kleine Ahnung wie sowas laufen
könnte? Und ob es sehr schwer wird?
Was sind das alles nur für Ärzte und Therapeuten - natürlich müssen die Dir - wahrscheinlich nur gegen Geld - entsprechende Atteste ausstellen.
Leider kenne ich mich in diesem Bereich überhaupt nicht aus. Aber gerade die Psychotherapeutin sollte ganz genau wissen, wo es da lang geht.
Aber da Du nicht danach gefragt hast ...

Es gibt doch in Berlin auch öffentliche "Lebenshilfe" oder "Sozial-Problem" Telefonnummern. Mir fällt nur gerade nichts passendes ein. Halt doch - rufe einfach bei der Polizei an, die haben solche Nummern parat.
Dort könnten die Dir Adressen nennen, die Dir da weiter helfen können.

Und wenn ich dann von der Arbeit befreit werde und zeitweise für
arbeitsunfähig erklärt werde, bekomme ich dann kein ALG 2 mehr???
Muß ich dann zum Sozialamt?
ALG II bekommst Du, solange Du 3 Stunden täglich arbeitsfähig bist, nicht mehr als 6 Monate im Stück stationär behandelt werden musst, etc. Normale Krankschreibung reicht wohl nicht für einen Wegfall aus.

Ansonsten ist das Sozialamt angesagt. Die Regelsätze sind identisch, nur die Formulare etwas anders und die "Betreuung" intensiver.

Ich wünsche Dir viel Erfolg
P.s. Wie geht es Eurem Privat-Zoo?

Fuxia
28.06.2005, 23:37
Hm, vielen Dank dir, ich werde das weiter hinterfragen, ich wüßte ja
gerne wie das weitergeht, muß sagen die unbestimmtheit was den
antritt der arbeit betrifft ist einerseits nervig, andererseits lässt mich
das sehr aufatmen, da die panik ja wegfällt.

zum sozialamt möchte ich nur nicht, ich habe schreckliche erfahrungen
gemacht und bin so froh das alg2 vom arbeitsamt zu bekommen,
es wäre schlimm.

ich halte mich nciht für arbeitsunfähig, das ist verzwickt, ich würde
irgendwas ganz stumpfes machen können, wo ich am besten allein bin *g*
und mich nicht eingesperrt fühle.

ich hab nur angst die leute denken ich will urlaub, deshalb hab ich das
nicht weiter hinterfragt bei der therapeutin, und der ärztin schon gar
nicht, die war nicht sehr nett, mal schauen was die psychaterin sagt.

unseren tieren gehts gut, auch wenn es mir selbst für diese tätigkeit
zeitweise schon an kraft fehlt durch den ganzen ärger.

Fuxia
02.07.2005, 21:29
Heute kam ein Brief von der Arbeitsstelle, sie wünschen mir "gute Besserung" aber müssen mir mitteilen, dass sich nach 14 tägiger Krankschreibung die Vereinbarung mit dem Job Center löst :shock:

so einfach geht das und ich bekomme jetzt keine Probleme, da ich ja krankgeschrieben war!? wow ich kann es gar nicht fassen

Betroffener
02.07.2005, 22:42
Hallo Fuxia Jesi,

wie lange warst Du denn am Stück krank geschrieben und stand irgendeine für das Amt sichtbarer Hinweis drin, warum Du krank geschrieben bist?
Eigentlich dürfte da nichts von drin stehen.

Wenn eine längere Krankschreibung reicht, damit das Amt aufgibt, um nicht dem Träger auch noch Geld für nichts bezahlen zu müssen, wäre das doch immerhin mal für alle Ein-Euro-Job-Verweigerer einen Versuch Wert.

Ansonsten gute Besserung zum Prenzelberg
Und streichelt Eure Tiere - das beruhigt (beide Seiten)

anni
22.07.2005, 00:45
Hallo Fuxia!

Was deine Ängste betrifft, schau dich mal hier etwas um:

http://www.sozialeangst.de

Da gibt es auch ein nettes Forum![/url]