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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Totale Kontrolle nicht mehr fern


Faustus
05.02.2008, 20:52
Schlapphüte fordern Ausweispflicht für Internetcafés

aus dem Bereich Wissenswertes

Vor vier Monaten wurden im Sauerland drei Terrorverdächtige festgenommen. Zum Leidwesen deutscher Verfassungsschützer kamen die entscheidenden Hinweise zur Ergreifung von ausländischen Geheimdiensten. Nach Informationen des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR) fordern deutsche Verfassungsschützer daher nun eine Ausweitung ihrer eigenen Befugnisse.
Wer´s glaubt wird selig
Ausweispflicht und Handyortung

Laut SWR haben die Verfassungsschützer von Bund und Ländern für eine aktuelle Beratungsrunde ein 14-seitiges Arbeitspapier vorbereitet, in dem die Probleme der Operation im Sauerland detailliert aufgelistet werden. Deutsche Verfassungsschutzbehörden sollen in die Lage versetzt werden, vergleichbare Sicherheitsgefahren selbst aufdecken zu können, ohne auf ausländische Hilfe angewiesen zu sein.

Bei der operativen Arbeit fordern Verfassungsschützer daher eine Erweiterung der Befugnisse. Wohnraumüberwachungen sollen erleichtert und unabhängig von der Polizei möglich sein. (Dazu müsste diese „Spannerbaggage“ permanent und Flächendeckend in deutschen Wohn und Schlafzimmern gegenwärtig sein, ansonsten wäre es eher Zufall – fänden die mal etwas heraus) Online-Durchsuchungen (http://www.dslteam.de/news/artikel/24707) stehen ebenfalls auf der Wunschliste der Geheimdienstler. Für Besucher von Internetcafés könnte bald die anonyme Nutzung des Internets (http://www.dslteam.de/news/artikel/23051) beendet sein. Denn das Arbeitspapier schlägt die Einführung einer Ausweispflicht für Surfer in Internetcafés und Callshops vor. Verwiesen wird dabei auf Italien, wo einer Ausweiskopie eine eindeutige Benutzer-ID für die Zeit der Nutzung des Internetcafés zugewiesen wird. Doch damit noch nicht genug: Auch der Standort von Handybesitzern soll jederzeit in Echtzeit geortet werden können, um schnelle Zugriffe zu ermöglichen.
Um das durchzuziehen bedarf aber einen enormen Aufwand an Personal. Irgendwie ist das schon pervers das man die zusätzliche virtuelle Person in seinem Schlafzimmer auch noch zusätzlich finanzieren muß. Dieser Staat und seine „Schmarotzer“ können mich bald mal


Widerstand regt sich

Wie nicht anders zu erwarten stoßen diese Pläne, wie schon bei der Debatte um die Vorratsdatenspeicherung (http://www.dslteam.de/news/artikel/28100), auf Widerstand. Einige Bundesländer wie etwa Hamburg, Bremen oder Hessen haben Bedenken angemeldet. Der Zugriff der Geheimdienste auf die polizeilichen Datenbank INPOL sei nicht erforderlich. Die Verwischung von geheimdienstlichen und polizeilichen Tätigkeiten wird kritisiert.


Und die Politik liefert nur ein Scheingeschnatter, bis alles endgültig ist, und verstummt dann.

Roady
06.02.2008, 07:43
Von mir aus können die meine auf mich registrierte Simkarte gerne jederzeit orten, liegt eh nur bei mir im Regal.
Für was gibt es Telefonkarten vom Türken an der Ecke, werden nicht auf einen selbst registriert und wenn man sie nimmer braucht, wirft man sie einfach weg.
Und solange es W-Lan gibt, wer braucht da überhaupt ein Internetcafe ?

fragi
06.02.2008, 09:05
Und solange es W-Lan gibt, wer braucht da überhaupt ein Internetcafe ?

Hehe, mal ab von dieser Irnoie... :)

Wie gut dass ich nur "kabelgebundene" Netze bei mir aufbaue!

Wollt ihr mal wissen wer ich bin?

-> 218.240.xxx.xxx (laut Abfrage beim whois wohne ich in Russland!)

Und warum? Ganz einfach, weil ich bei meiner Kommunikation einfach Rechner X zwischengeschaltet habe...

Der Proxy leitet die Daten des Clients zum Server weiter, wodurch der Server die IP-Adresse (http://de.wikipedia.org/wiki/IP-Adresse) des Clients nicht auslesen kann.
Quelle: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Proxy_%28Rechnernetz%29#Funktion_von_Proxy-Servern)

Das heißt, der Backbone-Router kann nicht loggen wo ich hinsurfe (sieht nur die Dauerverbindung zum Proxy) und die Seite auf der ich surfe weiß gar nicht dass ich da bin...

Ich finde dieses Gesetz eh im ganzen so klasse:
Kind fragt Zypries: “Nennen Sie uns doch mal ein paar Browser.” Zypries fragt Mitarbeiter: “Browser - Was sind denn jetzt nochmal Browser?”
Quelle: netzpolitik (http://www.netzpolitik.org/2007/kinderreporter-fragen-politiker-nach-dem-internet/)
Hier kann man sich das Interview auch runterladen und anschauen !?

Getreu dem Motto: " Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten"

Trish
06.02.2008, 16:44
Ich finde dieses Gesetz eh im ganzen so klasse:

Quelle: netzpolitik (http://www.netzpolitik.org/2007/kinderreporter-fragen-politiker-nach-dem-internet/)
Hier kann man sich das Interview auch runterladen und anschauen !?

Getreu dem Motto: " Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten"

Und der erstaunte Blick das ein Kind eine HP selbst gebaut hat :loll:

Ach ja, ich hab mir seinerzeit Teile meiner alten HP von einem, zu der Zeit, 12 Jährigen bauen lassen (PHP mit Datenbankanbindung).:razz:

Hartzbeat
07.02.2008, 13:16
@ all zur Information:
Entscheidung zur Onlinedurchsuchung rückt näher
[...]Am 27.02.2008 wird man in Karlsruhe das Urteil über die vielkritisierte Maßnahme sprechen.

Eine Justizministerin und ein Innenminister, die sich öffentlich in die Haare bekommen und jede Menge absurd anmutender Ideen, wie denn die Onlinedurchsuchung nun funktionieren soll - während ein BKA-Präsident mantrahaft wiederholt, dass die Onlinedurchsuchung sein muss, während sie einerseits gegen versierte Terroristen helfen, andererseits aber genau für diese ungeeignet ist da sie sich leicht entziehen können.

Wenn am 27.02.2008 ein hoffentlich sehr klares Urteil gesprochen wird, wird es wohl wieder heissen: wir benötigen die Onlinedurchsuchung dennoch. Wir benötigen also eine Verfassungsänderung. Same procedure... Quelle (http://www.heise.de/tp/blogs/5/102894)

Hartzbeat
12.02.2008, 15:13
„Die Bundesregierung konkretisiert ihre Pläne für ein zentrales Bundesmelderegister. In dieser Datenbank sollen deutlich mehr
Informationen über die rund 82 Millionen Einwohner Deutschlands gespeichert werden als heute in den Meldestellen. So sieht es ein Referentenentwurf des Bundesinnenministeriums zum Meldegesetz vor…“
(Artikel von Philip Banse vom 07.02.2008 )
(Quelle: heise-news) (http://www.heise.de/newsticker/meldung/103157)

Hartzbeat
14.02.2008, 16:45
Schlappe für Berlins Schlapphüte - Verfassungsschutz unterliegt Sozialforum: Verwaltungsgericht gesteht Geheimdienstopfern verwehrtes Auskunftsrecht zu.
(Bericht von Harald Neuber 04.02.2008 )

Das Urteil könnte weitreichende Folgen haben: Am vergangenen Mittwoch gab das Berliner Verwaltungsgericht einem politischen Aktivisten im Streit gegen den Verfassungsschutz des Landes Recht. Der Sozialwissenschaftler Wilhelm Fehse war wie andere Mitglieder des Berliner Sozialforums (BSF) über einen längeren Zeitraum hinweg observiert worden. Als die Beschattung publik wurde, verweigerte der Geheimdienst den Geschädigten pauschal Einsicht in die Akten. Zu Unrecht, wie das Gericht nun feststellte.[...]

(Quelle: heise-news) (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27207/1.html)

Hartzbeat
15.02.2008, 15:39
Großer Online-Lauschangriff?
(Aus einem Bericht von Burkhard Schröder 28.01.2008 )
Die aktuellen juristischen Gutachten zur "Online-Durchsuchung" sind sich in zwei Fragen einig: Technisch ist sie kaum machbar, und gegen sie sprechen schwer wiegende verfassungsrechtliche Bedenken.

Der Dritte Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat schon vor einem knappen Jahr die "verdeckte Online-Durchsuchung" verboten. In Kürze wird entschieden, ob die Verfassungsbeschwerde gegen deren bisher einzige juristische Ermächtigungsgrundlage, das nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzgesetz, Erfolg haben wird.

Der Begriff "Online-Durchsuchung" kommt im Text (des Urteiles) gar nicht vor. Die Idee, die Strafverfolger und die Behörden würden auf privaten Rechnern heimlich Software installieren können, war eine Erfindung der Medien [...] Unter "Zugriff" kann man verstehen, mit Hilfe technischer Mittel den Rechner eines Verdächtigen - ohne dessen Wissen - über einen bestimmten Zeitraum zu überwachen, auch ohne dass die dazu notwendige Software "online" implementiert werden müsste. Das ist ohnehin noch nie erfolgreich geschehen, trotz gegenteiliger Meldungen in den Medien, und auch äußerst unwahrscheinlich, da sich jeder dagegen mit einfachen Mitteln schützen könnte... - die Unverletzlichkeit der Wohnung nach Artikel 13 Absatz 1 des Grundgesetzes und den so genannten "Kernbereichsschutz" privater Lebensgestaltung. Interessant ist der Aufsatz Buermeyers vor allem deshalb, weil er beweist, dass das Bundesverfassungsgericht seine bisherige Rechtsprechung über den Haufen werfen müsste, erlaubte es das, was dem Bundesinnenministerium vorschwebt ...
Noch abwegiger ist zum Beispiel die These, derjenige, der sich des Internet bediene, wüsste, dass sein Computer "hierdurch vielfältigen Angriffen durch Würmer usw." ausgesetzt sei. Der Nutzer nehme das somit in Kauf, öffne sein System selbst und begebe sich damit in die "Sozialsphäre", die keine "Wohnung" mehr sei.[...]

Für die Online-Durchsuchung heißt das: Da es keine technischen Möglichkeit gibt, auf einem Rechner vorab "private" Daten, die unter diesen "Kernbereich" fallen, von denen zu trennen, für die das eventuell nicht zutrifft, verbietet sich der Einsatz heimlicher staatlicher Schnüffel-Software sogar bei Keyloggern. [...] Das Bundesinnenministerium verweigert über den technischen Hintergrund jede Auskunft. Man tut also so, als ob das möglich sei. Und da das Bundesverfassungsgericht nur über das Verfassungsschutzgesetz eines Bundeslandes befinden will, macht man einfach so weiter, als gebe es die vergangene und aktuelle Rechtsprechung gar nicht. Der Verdacht drängt sich auf, dass man in Schäubles Haus schlicht keine Ahnung hat, wie man das gewünschte polizeiliche "Hacken? bewerkstelligen will. Nur völlig unerfahrene Computernutzer sind durch die wolkigen Formulierungen zu beeindrucken, Terroristen vermutlich nicht.[...][/quote]
(Quelle: heise-news) (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27154/1.html)