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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weniger Geld und das seit Monaten...


seilow
19.06.2005, 18:40
...bisher in der Summe ca. 1600,- EUR !!

Die Verwaltung des Unvermögens zum Schaden der Betroffenen/Bedürftigen ist m.E. tatsächlich Methode und die Art und Weise Sozialreformen in unserem Land voranzubringen.

In meinem Fall wurden vom 01.01.2005 an Untervermietungseinnahmen einmal als Minderung meiner Wohnungskosten und ein zweites Mal als Einkommen angerechnet bzw. abgezogen.

Ende Januar reichte ich deshalb einen auch für die Sachbearbeiterin nachvollziehbar begründeten Widerspruch gegen meinen ersten ALGII-Bescheid ein. Dessen sofortige Bearbeitung wurde mir zugesagt zudem die Agentin mir auch gleich eine Entschuldigung für diesen Fehler (Getrenntheit der Eingabemasken für einerseits "Kosten für Unterkunft und Heizung" und andererseits "Einkommen") gab, somit war ich damals noch im Reinen.

Ende Februar zog mein damaliger Untermieter aus was ich zeitgleich mittels "Veränderungsmitteilung" (Vorlage incl. Kündigungsschreiben ...ziehe zum Ende Februar aus...) dem Amt kund tat. Also ab 01.03.2005 keine Einnahmen aus Untervermietung mehr welche mir bis dahin noch doppelt abgezogen wurden.

Daran hat sich bis heute leider nichts geändert :-x

7 Wochen nach Abgabe der "Veränderungsmitteilung" bekam ich Post von der ARGE allerdings nicht die erhoffte Bearbeitung meines Widerspruchs oder der Veränderung.
Weit gefehlt, jetzt wurde ich befragt ab wann ich denn nun keine Einnahmen aus Untervermietung mehr erziele und erfragt ob ich nicht wieder neu untervermietet hätte. Nicht ohne mich darauf hin zu weisen, dass ab 01.10.2005 das Überschreiten der "Mietobergrenze" meinerseits nicht mehr bezahlt würde. Aus früheren Zeiten gewohnt dergleichen Anfragen telefonisch erledigen zu können stellte ich fest, dass die bis dato geltende Rufnummer "vorübergehend nicht erreichbar" sei und nach einiger Recherche eine 01801er Nummer die neue war (wohlgemerkt eine einzige für ca. 11000 evtl. Betroffene :shock: )

Wie zu erwarten war kein Durchkommen möglich, immer besetzt, zudem "Rückruf bei Besetzt" bei diesen kostenpflichtigen Nummern nicht funktioniert. Also ein FAX an die noch erreichbare frühere FAX-Nr. mit der dringlichen Bitte um Weiterreichung/Bearbeitung, der Information "noch keine weitere Untervermietung" und der Nachfrage was bzw. ob bei Überschreitung der Mietobergrenze überhaupt etwas bezahlt würde.

Zwischenzeitlich bekam ich den Vordruck zum "Antrag auf Fortzahlung" dessen Einreichung ich als Gelegenheit nutzte, nun per Einschreiben, nochmals um Bearbeitung zu "flehen", seit meinem Widerspruch waren 16, seit der Veränderungsmitteilung 12 Wochen vergangen.

Nun sind weitere 4 Wochen verstrichen ohne Reaktion von Amts wegen. Die Bemühungen seitens der Stadt (Verbündete im Rahmen der ARGE) mir etwas "hinzuverdienen" zu können z.B. als Friedhofsaufsicht (bin langzeitarbeitsloser Dipl. Ing.) gehen derweil unvermindert weiter (um das, was ich zuwenig bekomme, auf 1,- EUR-Basis zu verdienen müsste ich eine 80 Std. Woche annehmen, 30 sind nur erlaubt, hinzuverdient habe ich dann allerdings auch noch nichts).

Um meine eingangs getroffene Aussage zu überprüfen hier eine kleine Umfrage zur Häufigkeit der Einbehaltung von zustehenden ALGII-Geldern für Bedürftige seitens der Behörden.

Ich kann mir nicht denken ein Einzelfall zu sein oder doch ?

mfG

StephanK
19.06.2005, 22:47
Hallo Seilow und :welcome:
mit Null-Reaktion der ARGE auf bestimmte Anliegen habe ich auch so meine Erfahrungen, aber wenigstens keine, die mich Geld gekostet hätten. Ebenso habe ich lernen müssen, dass telefonischer Kontakt nichts bringt oder gar nicht möglich ist.
Es waren auch mal "Fallmanager" und/oder persönliche Ansprechpartner angekündigt worden, bei denen es kein Ausweichen in ein "bin nicht zuständig" geben sollte - aber das scheint alles nicht zu funktionieren.

Es scheint wirklich nur auf dem Weg zu funktionieren, dass man persönlich Präsenz und nötigenfalls Hartnäckigkeit zeigt. Ohne das diskrimierend zu meinen: altgediente Sozialamtskunden wissen das schon länger...

Biberzahn
20.06.2005, 10:59
Hallo Seilow,

dieses ganze Szenario in ähnlicher Form hab ich auch schon durch. Ich hab mir die Hacken wund gelaufen um immer persönlich beim Amt vorzusprechen. Ständig war ich bei einem anderen Sachbearbeiter, wobei keiner so richtig kompetent war, und musste immer von neuem meine Geschichte erzählen. Mein Antrag wurde damals abgelehnt, ich hab Widerspruch eingelegt und dann gewartet, gewartet und gewartet. Da waren dann noch einige anderer Dinge und das hat sich dann letztendlich so aufgestaut das mir nach 5 Monaten der Kragen geplatz ist. Ich habe ein E-Mail an meine zustängige Arbeitsagentur geschickt, aufgelistet was ich mir u.a. für Frechheiten anhören musste von den Mitarbeitern, das man telefonisch nicht durchkommt usw., das meine Geduld jetzt ein Ende hat, ich einen Anwalt eingeschaltet habe und das eine Kopie des Schreibens direkt als E-Mail an die Agentur in Nürnberg geht. Drei Tage später hatte ich meinen Bewilligungsbescheid und die Nachzahlung für die letzten Monate.
Also, ich kann Dir nur raten "schweres Geschütz" aufzufahren :-) So ein Wink mit dem Anwalt wirkt manchmal ware wunder.
Wichtig ist das Du hartnäckig bleibst und Dich nicht abwimmeln lässt.

Ich wünsch dir viel Erfolg dabei.

Gruß
Biberzahn

loreley
29.07.2005, 20:32
Hallo,

die vorausgegangenen Postings lesen sich ja einheitlich herrlich! Muss auch meinen Senf dazugeben:

Der "Betroffene" ist mein 18 jähriger Sohn (Gymnasium 12. Klasse)...Er musste ja einen eigenen Antrag auf ALG II stellen, da er wie gesagt schon 18 ist...Die Antragsbearbeitung ging relativ zügig und der Bewilligungsbescheid war nach ca. fünf Wochen da. Auch die Zahlungen kamen pünktlich - bis zu dem Zeitpunkt, als er sein Konto wechselte.
Der Wechsel fand Anfangs des Monats Mai statt - sofort am selben Tag noch schriftliche Eingabe bei der AA...Ende Mai das erstemal kein Geldeingang - sofort telef. versucht nachzuhaken - erfolglos!
Insgesamt sind jetzt drei eMails rausgegangen und sicher fünf Telefonate mit ständig wechselnden Beratern gewesen - zwei persönliche Besuche im Juli vor Ort (dafür musste er sich vom Unterricht befreien lassen, weil die AA nur morgens für's gemeine Fussvolk aufmacht) brachten bis auf einen Haufen Gesülze eines Sachbearbeiters ("Ach - jetzt weiß ich wo daaas Problemchen liegt...") Geldeingangstechnisch gar nix...
Mittlerweile hat er auch schon seinen Folgeantrag abgegeben - genau einen Tag nach mir - bloß mein Bewilligungsbescheid ist schon da und auf seinen wird er wohl warten bis in die nächste Steinzeit - genauso wie auf sein rückständiges Geld...

Sehr tragisch das Ganze auch noch, da auch er, wie seine anderen vier Geschwister keinen Unterhalt vom Kindsvater bekommt und mein Sohn wegen der Volljährigkeit ja nicht mehr in meiner Bedarfsrechnung auftauchen darf...Diese Geld fehlt natürlich ganz furchtbar bei uns allen...

Tja - mal schauen, was die nächste Woche sooo noch bringt!

Grüße

Loreley