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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Alleinerziehende Mutter - Nachtarbeit als Wachschutz?


Annasusanna
20.02.2008, 10:33
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und bräuchte mal Hilfe.

Mir ist von einer Frau erzählt worden, die 2 schulpflichtige Kinder hat. Das Alter der Kinder ist ca. 11 und 13 Jahre. Die Frau ist alleinerziehend und bekam ALGII. Nun wurde ihr eine Stelle in einer Wachschutzfirma vermittelt. Dort muß sie 4 Nächte pro Woche in ihrem privaten Pkw auf dem Parkplatz eines Großmarktes sitzen und Wache halten. Als Unterstützung hat sie einen Hund dabei, der aber lt. ihrer Aussage mehr Angst hat als sie. Ihr ist es unheimlich die ganze Nacht da auf dem Parkplatz. Es ist kalt und vor allem ihre beiden Kinder sind allein zu Hause. Wenn sie morgens nach Hause kommt, weckt sie ihre Kinder, alle frühstücken zusammen, die Kinder gehen zur Schule und sie selbst schläft. Weil ihr aber Stunden fehlen, muß sie Sonntags vormittags auch noch Wachdienst machen. Ihre Kinder sind also wieder alleine.

Wenn sie diesen Job nicht angenommen hätte, dann wurde ihr angedroht, das ALGII zu kürzen. Sie verdient jetzt aber bei dem Wachdienst noch weniger als sie ALG II bekommen hat. Noch dazu die täglichen Fahrten mit dem Pkw in dem sie dann die ganze Nacht sitzt.

Ist ihr denn so eine Tätigkeit überhaupt zuzumuten? Was kann sie denn dagegen tun wenn man ihr mit Geldkürzungen droht? Sie ist selbst wohl recht ängstlich den Behörden gegenüber, weiß sich selbst nicht zu helfen.

Ich kenne die Frau zwar nicht persönlich, aber kann nach den Erzählungen die Situation kaum ertragen, möchte dieser Frau unbedingt helfen. Habe mich in die Lage der Kinder versetzt und fände es schrecklich 4 Nächte pro Woche alleine zu sein, ohne Mutter.

Wer kann mir denn da Infos geben was man der Frau raten kann.

Danke und LG
Annasusanna

Roady
20.02.2008, 11:11
Hmm, was die rechtliche Seite vom Amt her angeht keine Ahnung, allerdings sehe ich noch ne ganz andere Möglichkeit um da rauszukommen.

Mit ihrem eignen Auto muß sie schon mal garnix dienstlich machen, weder es im Dienst einsetzen, noch darin nen Hund der Wachfirma beherbergen.
Ergo der erste Schritt dem Chef mitzuteilen, dass sie Ihr Auto dazu nicht mehr einsetzen wird - soll er ihr nen Firmenwagen stellen.

- Dann das nächste Thema Wache auf dem Parkplatz eines Großmarktes - da frage ich mich doch gibt es dort Toiletten falls man mal muß und wie sieht es mit ner Unterkunft zum aufwärmen aus ?

- Nächster Punkt Unterweisung nach § 34a GewO ggfs. mit Sachkundeprüfung (weil Parkplatz evetl. zum Bereich des öffentl. Verkehrs gehört) absolviert und bestanden ?

- wie siehts mit der Bezahlung aus und in welchem Bundesland spielt sich das ab, Sitz der Firma

- Ist die Firma im BDWS ? Wenn ja am besten bei Verdi Mitgliedschaft beantragen und den entsprechenden Tarifvertrag mal mit dem was im Arbeitsvertrag und auf dem Lohnzettel steht abgleichen (alternativ kann ich Dir auch gerne für sie ne URL zu nem Forum für Wachleute geben in dem auch Verdi-Leute online sind, die sich speziell mit dieser Branche auskennen)

Es gibt reichlich Wachfirmen, die mit der Unwissenheit ihrer Mitarbeiter gutes Geld verdienen und sich von ARGEN und Co. billiges Personal zuweisen lassen - aber ganz schnell die Füße einklappen, wenn sie merken das sie Gegenwind bekommen.
Also nicht unterbuttern lassen und wenn sie unbedingt in nem Bewachungsunternehmen tätig sein möchte, dann gibt es genügend Firmen in denen sie im Tagdienst am Empfang irgendwo im Trockenen arbeiten kann und auch gutes Geld verdient.
Frag mich sowieso was fürn Chef mitten in der Nacht Frauen auf nem Parkplatz einsetzt, hätte es in den Wachfirmen in denen ich bisher tätig war niemals gegeben.

Annasusanna
20.02.2008, 11:32
Hallöchen,

danke erstmal für die Antwort. Also soweit ich weiß, wurde diese Prüfung nach §34a absolviert und bestanden.

Die Frau möchte garnicht im Wachschutz arbeiten, aber war eingeschüchtert von der ARGE wegen Geldkürzung. Darum hat sie den Job angenommen. Aber sie hat Angst auf dem Parkplatz.

Soweit wie ich gehört habe, stehen ihr die Räume des Großmarktes NICHT zur Verfügung, da sie ja einen Hund dabei hat und sie den Markt mit ihm nicht betreten darf. Ganz genau weiß ich das aber nicht weil ich mit ihr selbst noch nicht sprechen konnte. Möchte dies aber schnellstmöglich tun.

Ich finde es wirklich schlimm, mit welchen Mitteln heutzutage bei der ARGE gearbeitet wird um Leute in Arbeit zu vermitteln, auch wenn jedem klar sein müßte das die Tätigkeit eigentlich unzumutbar ist.

Bundesland ist Berlin. Bezahlung weiß ich nicht genau. Aber das ist ja auch nicht das Hauptproblem. Das Problem ist die Nachtarbeit und ihre dann unbeaufsichtigten Kinder. Was wäre denn wenn den Kindern was passiert oder die nachts was anstellen. Bekommt sie dann womöglich noch Schwierigkeiten wegen Vernachlässigung der Aufsichtsprlicht???

:confused::confused::confused:

Roady
20.02.2008, 12:10
Schon klar, nur wenn sie schon dazu genötigt wird in dem Job zu arbeiten, dann sollte doch wenigestens für diese Zeit die Bezahlung inkl. aller Zuschläge wie Nachtzuschlag, Objektzuschlag und Dackellenkerzuschlag (Hund) stimmen, oder ?
Und genau da würde ich anpacken, bevor ich mir nen Kleinkrieg mit der Arge liefern würde, der unter Umständen einiges an Zeit dauern kann.
Deshalb ja auch der Hinweis in Sachen Verdi, die Chefs reagieren streckenweise garnicht so glücklich, wenn der Mitarbeiter nicht mehr so unwissend ist, oder sich gar die Gewerkschaft mit einmischt.
Die sagen sich nämlich wir finden an jeder Ecke 10 neue die keinen Plan haben und sich verkackeiern lassen, anstatt sich lange mit nem unbequemen MA rumzuärgern.
Deine Bekannte würde nichts machen, was eine Sperre rechtfertigen würde seitens der Arge wenn sie im Job auf Ihr Recht pocht und deshalb von ihrer Firma die Kündigung bekommt.
Sie darf ja nur den Job als ALG II Bezieherin im Normalfall nicht ablehnen auch wenns untariflich ist, nur bedeutet das noch lange nicht, dass die Firmen sich deshalb alles erlauben können. ;-)

Der nette Nebenpunkt dabei, sie würde vermutlich in ganz Berlin keinen Job mehr bei nem Bewachungsunternehmen bekommen im Anschluß, weil sich die Jungs nämlich alle untereinander kennen und auch austauschen.

Sammy1
20.02.2008, 14:47
[/quote]Bekommt sie dann womöglich noch Schwierigkeiten wegen Vernachlässigung der Aufsichtsprlicht???[/quote]

Genauso sehe ich das auch. Wenn da was passiert, will keiner mehr was davon wissen. Aus dem Grund würde ich als Erstes zum SB gehen und er müsste mir das schriftlich geben, dass er ihr das Geld kürzt, wenn sie den Job nicht annimmt.

Als nächstes würde ich zum Teamleiter gehen und ihn nach seiner Adresse fragen da ich die Kinder abends zu ihm bringen möchte damit die Kinder jemand haben, die sie beaufsichtigen und wenn er das nicht möchte, würde ich ihm erklären, dass ich zum Jugendamt gehen würde und die Öffentlichkeit einschalten werde.

Da fehlen einem echt die Worte.

VIERZEHNNOTHELFER
20.02.2008, 16:01
Jugendamt ist eine sehr gute Idee, sie kann ihre Kinder nicht
nachts allein lassen.