Schneida
17.03.2005, 21:35
Hallo
Heute soll ich für meine Eltern schreiben.
Beide beziehen ALG2.
Vater, 49Jahre, Behinderung von 30% (Diabetes, Hüftgelenksarthrose beidseitig und noch etwas an der Wirbelsäule, was meiner Mutter aber nicht auf die Schnelle einfiel).
Mutter, 47Jahre, Behinderung von 25% (Herzinfarkt und dadurch erhöhtes Rückfallrisiko, muss spezielle Tabletten für den Bluthochdruck einnehmen und Stress aus dem Weg gehen, um keinen erneuten Herzinfarkt zu bekommen=.
Beide müssen nun ab 1.April einen EEJ, 1,25/Std, 30std/Woche, 4Tage/Woche, annehmen.
Müssen die Fahrkarten, da sie mit dem Bus zur Arbeit fahren müssen, selbst tragen, mit 59,50€/Person, also 119€ im Monat.
Zusätzlich müssen sie nun auch mehr Geld für die Ernährung ausgeben, da sie sich nun körperlich anstrengen müssen. Mutter rechnete mit 3Flaschen Wasser am Tag, mehr Essen. So kämen sie eigentlich teurer, als wenn sie zuhause wären. Denn meine Mutter sagte, zuhause isst sie weniger und trinkt auch weniger und wenn sie trinkt, dann meistens Kaffee, was sie aber auf der Arbeit nicht machen kann. So ist es auch, wenn ich zuhause bin esse ich acuh weniger, als wenn ich Arbeiten gehe und ich mich körperlich anstrenge.
Nun haben wir mal gerechnet, was sie so verdienen:
Also 1,25€ mal 30Std ergibt 37,50€ die Woche, das mal 4 (da vier Wochen) ergibt 150€ im Monat, das mal zwei, weils ja zwei Personen sind, ergibt 300€.
Nun, davon gehen allein 119€ Busfahrkarten ab, ergibt dann nur noch 181€, davon muss man nun aber ausgehen, da sie ja höhere Ernährungskosten haben, also mehr Wurst, Brot und Wasser verbauchen, haben sie am Ende vielleicht nur noch 50€ von dem Geld übrig.
Lassen wir aber mal die Ernährung beiseite.
Von den 181€ teilen wir die wahrscheinliche Stundenanzahl beider und kommen so auf einen Stundenlohn von noch circa 75Cent.
Meine Mutter empfindet das als Unverschämtheit!
Zumal beide körperlich behindert sind und eigentlich nicht körperlich arbeiten dürften, fühlt sie sich nun wie ein Leibeigener, der für einen Hungerlohn, das das wahrhaftig ist, arbeiten soll und will sich dagegen wehren.
Nun, große Chancen ohne Sanktionen hat sie eben nicht...
Dann hätte mein Paps Chance auf eine Arbeitsstelle, Problem ist, dass es in dem Betrieb (Gärtnerei) zur Zeit nicht so gut läuft und er sich so einen festangestellten Arbeiter nicht leisten kann.
Deswegen kann er meinen Vater, so gerne er es täte, nicht einstellen (mein Vater hat da letztes Jahr gearbeitet, auf 15Std/Woche) und nun muss mein Vater eben den EEJ annehmen, was er nicht so gerne macht, da er leidenschaftlicher Gärtner und LKW-Fahrer ist (liefert die Pflanzen in die diversen Handlungen und hat so Kontakt mit anderen Menschen und eben auch Pflanzen, was ihm sehr gefallen hat damals).
Nun wollte ich mal fragen, ob es da nicht so eine Färderung für Betriebe gibt, die neue Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, sich die ganzen Abgaben aber nicht leisten können, aber einen Arbeiter bräuchten, gerne einstellen würden und ohne die Abgaben auch leisten könnten.
Wisst ihr, was ich meine?
Meine Mutter sucht sich zusätzlich auch eine Stelle, hat aber schlechte Karten, da sie ja die letzten 16Jahre nur Kinder gehütet hat (auch keine Ausbildung hat), weil mein Vater damals noch recht gut verdient hat und so alleine super die Familie versorgen konnte.
Sie sucht eben auch und bewirbt sich (halt erstmal nur telefonisch, zum Nachfragen, ob überhaupt noch was vergeben wird), doch siehts halt düster wegen ihrem Alter aus.
Dann siehts noch so aus, sie bekommen demnächst einen Änderungsbescheid, gegen den wir, wenn wir recht haben, auch Widerspruch einlegen.
Und zwar wohnt meine Schwester zuhause, ist in der Ausblidung zur Krankenschwester verdient circa 700€, wenn ich richtig weiß sogar netto.
Nun, sie haben eine Wohnung mit 69qm, 3790,90€ Miete plus Nebenkosten (auch Treppenlicht enthalten und eben die normalen Nebenkosten), 58€ Gas (also Heizung) und bekommen zur Zeit (ohne Änderung des Bescheides, der Gasabschlag hat sich geändert, aber nicht viel) 936,59€ ALG2.
Wie wird das nun gerechnet? Wenn ich richtig weiß, muss doch jeder, da es drei Personen sind, 1/3 der KdU zahlen, wäre also pro Person doch dann ca. 142,96€ an KdU. Oder hab ich da jetzt einen Gedanken-/Rechenfehler...
Wenn es so ist, wie oben beschrieben, dann müssten meine Eltern also 311€+311€+285,92€ KdU (weil Gas wird ja auch geteilt, also wären das Gasmäßig 38,66€ plus 247,26€, also 285,92€ KdU), ergibt laut meiner Rechnung einen Betrag von 907,92€, plus Kosten für aufwändige Ernährung von 51,13€ ergibt dann einen Betrag von 959,05€, bekommen aber "nur" 936,59€. Haben die da vielleicht die Treppenhausbeleuchtung rausgerechnet? Wie hoch der Betrag für die Nebenkosten sind, wissen sie nicht, ist nirgendwo aufgelistet, ich sag aber meiner Mutter, die soll da mal nachfragen...
Meine Schwester tritt auch ihren Teil, also ca. 150€ im Monat ab, halt der Teil der Miete, der vom AA abgezogen wurde.
Meine Mutter ist froh, dass sie überhaupt was bekommt, so ist es ja nicht, aber sie regt sich grad tierisch auf, dass sie diesen Ausbeuterjob annehmen müssen, auch wenn sie gerne arbeiten gehen, aber für diesen Lohn, der kaum eine Unterstützung für sie darstellt, will sie eben das haben, was ihr auch zusteht und ich denke, da hat sie auch recht...
Wisst ihr vielleicht, was wir machen können? Hat der potenzielle Arbeitgeber von meinem Paps die Chance auf eine Förderung, weil er ja einen Arbeitsplatz schaffen kann/will, sich nur nicht die Aufwendungen leisten kann???
Haben meine Eltern die Chance, dem EEJ ohne Sanktion zu entkommen (ist halt eine reine Ausbeute) oder stehen da die Chancen eher schlecht???
Vor allen Dingen würde mein Vater es durch die Arbeit schaffen, aus dem ALG2 zu fallen und so würde er dem AA nicht mehr auf der Tasche liegen... Meine Mutter würde weiterhin Arbeit suchen...
MfG Eva
Heute soll ich für meine Eltern schreiben.
Beide beziehen ALG2.
Vater, 49Jahre, Behinderung von 30% (Diabetes, Hüftgelenksarthrose beidseitig und noch etwas an der Wirbelsäule, was meiner Mutter aber nicht auf die Schnelle einfiel).
Mutter, 47Jahre, Behinderung von 25% (Herzinfarkt und dadurch erhöhtes Rückfallrisiko, muss spezielle Tabletten für den Bluthochdruck einnehmen und Stress aus dem Weg gehen, um keinen erneuten Herzinfarkt zu bekommen=.
Beide müssen nun ab 1.April einen EEJ, 1,25/Std, 30std/Woche, 4Tage/Woche, annehmen.
Müssen die Fahrkarten, da sie mit dem Bus zur Arbeit fahren müssen, selbst tragen, mit 59,50€/Person, also 119€ im Monat.
Zusätzlich müssen sie nun auch mehr Geld für die Ernährung ausgeben, da sie sich nun körperlich anstrengen müssen. Mutter rechnete mit 3Flaschen Wasser am Tag, mehr Essen. So kämen sie eigentlich teurer, als wenn sie zuhause wären. Denn meine Mutter sagte, zuhause isst sie weniger und trinkt auch weniger und wenn sie trinkt, dann meistens Kaffee, was sie aber auf der Arbeit nicht machen kann. So ist es auch, wenn ich zuhause bin esse ich acuh weniger, als wenn ich Arbeiten gehe und ich mich körperlich anstrenge.
Nun haben wir mal gerechnet, was sie so verdienen:
Also 1,25€ mal 30Std ergibt 37,50€ die Woche, das mal 4 (da vier Wochen) ergibt 150€ im Monat, das mal zwei, weils ja zwei Personen sind, ergibt 300€.
Nun, davon gehen allein 119€ Busfahrkarten ab, ergibt dann nur noch 181€, davon muss man nun aber ausgehen, da sie ja höhere Ernährungskosten haben, also mehr Wurst, Brot und Wasser verbauchen, haben sie am Ende vielleicht nur noch 50€ von dem Geld übrig.
Lassen wir aber mal die Ernährung beiseite.
Von den 181€ teilen wir die wahrscheinliche Stundenanzahl beider und kommen so auf einen Stundenlohn von noch circa 75Cent.
Meine Mutter empfindet das als Unverschämtheit!
Zumal beide körperlich behindert sind und eigentlich nicht körperlich arbeiten dürften, fühlt sie sich nun wie ein Leibeigener, der für einen Hungerlohn, das das wahrhaftig ist, arbeiten soll und will sich dagegen wehren.
Nun, große Chancen ohne Sanktionen hat sie eben nicht...
Dann hätte mein Paps Chance auf eine Arbeitsstelle, Problem ist, dass es in dem Betrieb (Gärtnerei) zur Zeit nicht so gut läuft und er sich so einen festangestellten Arbeiter nicht leisten kann.
Deswegen kann er meinen Vater, so gerne er es täte, nicht einstellen (mein Vater hat da letztes Jahr gearbeitet, auf 15Std/Woche) und nun muss mein Vater eben den EEJ annehmen, was er nicht so gerne macht, da er leidenschaftlicher Gärtner und LKW-Fahrer ist (liefert die Pflanzen in die diversen Handlungen und hat so Kontakt mit anderen Menschen und eben auch Pflanzen, was ihm sehr gefallen hat damals).
Nun wollte ich mal fragen, ob es da nicht so eine Färderung für Betriebe gibt, die neue Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, sich die ganzen Abgaben aber nicht leisten können, aber einen Arbeiter bräuchten, gerne einstellen würden und ohne die Abgaben auch leisten könnten.
Wisst ihr, was ich meine?
Meine Mutter sucht sich zusätzlich auch eine Stelle, hat aber schlechte Karten, da sie ja die letzten 16Jahre nur Kinder gehütet hat (auch keine Ausbildung hat), weil mein Vater damals noch recht gut verdient hat und so alleine super die Familie versorgen konnte.
Sie sucht eben auch und bewirbt sich (halt erstmal nur telefonisch, zum Nachfragen, ob überhaupt noch was vergeben wird), doch siehts halt düster wegen ihrem Alter aus.
Dann siehts noch so aus, sie bekommen demnächst einen Änderungsbescheid, gegen den wir, wenn wir recht haben, auch Widerspruch einlegen.
Und zwar wohnt meine Schwester zuhause, ist in der Ausblidung zur Krankenschwester verdient circa 700€, wenn ich richtig weiß sogar netto.
Nun, sie haben eine Wohnung mit 69qm, 3790,90€ Miete plus Nebenkosten (auch Treppenlicht enthalten und eben die normalen Nebenkosten), 58€ Gas (also Heizung) und bekommen zur Zeit (ohne Änderung des Bescheides, der Gasabschlag hat sich geändert, aber nicht viel) 936,59€ ALG2.
Wie wird das nun gerechnet? Wenn ich richtig weiß, muss doch jeder, da es drei Personen sind, 1/3 der KdU zahlen, wäre also pro Person doch dann ca. 142,96€ an KdU. Oder hab ich da jetzt einen Gedanken-/Rechenfehler...
Wenn es so ist, wie oben beschrieben, dann müssten meine Eltern also 311€+311€+285,92€ KdU (weil Gas wird ja auch geteilt, also wären das Gasmäßig 38,66€ plus 247,26€, also 285,92€ KdU), ergibt laut meiner Rechnung einen Betrag von 907,92€, plus Kosten für aufwändige Ernährung von 51,13€ ergibt dann einen Betrag von 959,05€, bekommen aber "nur" 936,59€. Haben die da vielleicht die Treppenhausbeleuchtung rausgerechnet? Wie hoch der Betrag für die Nebenkosten sind, wissen sie nicht, ist nirgendwo aufgelistet, ich sag aber meiner Mutter, die soll da mal nachfragen...
Meine Schwester tritt auch ihren Teil, also ca. 150€ im Monat ab, halt der Teil der Miete, der vom AA abgezogen wurde.
Meine Mutter ist froh, dass sie überhaupt was bekommt, so ist es ja nicht, aber sie regt sich grad tierisch auf, dass sie diesen Ausbeuterjob annehmen müssen, auch wenn sie gerne arbeiten gehen, aber für diesen Lohn, der kaum eine Unterstützung für sie darstellt, will sie eben das haben, was ihr auch zusteht und ich denke, da hat sie auch recht...
Wisst ihr vielleicht, was wir machen können? Hat der potenzielle Arbeitgeber von meinem Paps die Chance auf eine Förderung, weil er ja einen Arbeitsplatz schaffen kann/will, sich nur nicht die Aufwendungen leisten kann???
Haben meine Eltern die Chance, dem EEJ ohne Sanktion zu entkommen (ist halt eine reine Ausbeute) oder stehen da die Chancen eher schlecht???
Vor allen Dingen würde mein Vater es durch die Arbeit schaffen, aus dem ALG2 zu fallen und so würde er dem AA nicht mehr auf der Tasche liegen... Meine Mutter würde weiterhin Arbeit suchen...
MfG Eva