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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mal die Arge von Innen betrachtet


Heike34
05.07.2006, 10:35
Hallo,

eine Nachbarin arbeitet bei einer Arge in einer Nachbarstadt. Was sie erzählt...

Sie ist im Erziehungsurlaub gewesen und hat den Wechsel vom Sozialamt zur Arge also nicht persönlich mitbekommen. Letzten Herbst hat sie wieder angefangen zu arbeiten. Als Teilzeitkraft.- Die Arge wollte sie allerdings gar nicht mehr haben. Also hat sie sich über einen Anwalt wieder bei der Arge "eingenistet". Als sie an ihrem ersten Arbeitstag dort hin kam, wußte niemand etwas mit ihr anzufangen. Sie sollte sich dann zu den Kollegen setzen und ihnen zuschauen. Das Zuschauen dauerte bis zum Frühling :shock: Dann wurde sie als Springer eingesetzt und war auch ganz zufrieden damit.

Als sie dann vor fast 3 Wochen zu ihrem Vorgesetzten ging, weil sie für einen Fall seine Unterschrift benötigte, wunderte er sich, daß sie noch da war. Er erklärte ihr, daß sie bereits einen Tag vorher in eine andere Abteilung versetzt worden wäre. :shock:

Also schnappte sie sich ihre Sachen und ging in die neue Abteilung- die nur aus einer Person bestand. Vier Tage wurde sie dann in einem Gebiet unterwiesen, mit dem sie noch nie zu tun gehabt hat. Danach hat sie ihren schon lange genehmigten Urlaub angetreten. Da die Kollegin in der neune Abteilung jedoch letzten Freitag ihren letzten Arbeitstag hatte, ist die Abteilung zur Zeit unbesetzt. Meine Nachbarin konnte ihren Urlaub jedoch nicht verschieben, da die Tagesmutter ihrer Tochter nun Urlaub macht.

Die Nachbarin hat schon Panik vor nächster Woche, da das Gebiet, in dem sie nun tätig ist, von niemand anderem Kompetenten bearbeitet wird und sie auch gerade mal Basiswissen hat (mehr ist nach vier Tagen wohl auch nicht drin).

Soviel mal zu der internen Arbeitsweise der Argen. Da wundert man sich, wieso sie es nicht schaffen, die Arbeitslosen richtig zu "verwalten" und es stellt sich heraus, daß sie dort selbst nicht wissen, wer wann wofür zuständig ist... :?

Liebe Grüße
Heike

StephanK
05.07.2006, 11:03
Ein interessanter Einblick...
Nicht, dass ich die offensichtlichen Versäumnisse der Geschäftsführung dieser ARGE entschuldigen wollte, aber wie soll eine Geschäftsführung wirklich führen (bzw. Personal leiten), wenn das Personal zum großen Teil kein eigenes ist, sondern aus "Leiharbeitern" von AA und Gemeinde oder Landkreis besteht?
Aus meiner Sicht ist das nur ein weiterer Beleg und ein weiteres Beispiel dafür, dass die ARGEn Fehlkonstruktionen sind, die letztlich nicht gut funktionieren können.

Der Bundesrat wird am Freitag eine Resolution verabschieden, in der er wieder mal die komplette Kommunalisierung der Betreuung Langzeitarbeitsloser fordert (mit Ausnahme des Reha-Bereiches, also der Vermittlung Schwerbehinderter). Ich halte davon nix, aber fast bin ich schon geneigt zu sagen: alles andere ist besser als die "Missgeburt" ARGE... :?

Heike34
05.07.2006, 12:24
Ich halte davon nix, aber fast bin ich schon geneigt zu sagen: alles andere ist besser als die "Missgeburt" ARGE... :?

Ja, viel schlimmer kann es kaum kommen, aber selbst wenn es nur ein bisserl schlimmer kommt... Daran will ich gar nicht denken. :?

Duncan
05.07.2006, 13:11
Wie die Betreuung Arbeitssuchender geregelt ist, ist mir eigentlich ziemlich schnuppe! Wichtig wäre es, dass die ihre Strukturen auf die Reihe kriegen und Verantwortlichkeiten festlegen. Aber so lange wie daran immer wieder herumgedoktert wird oder eine völlige Änderung der Strukturen in Aussicht gestellt wird, ändert sich garantiert nichts, denn man will ja flexibel bleiben. :patsch: Wie kann so ein Konglomerat aus ARGEn, Optionskommunen und "Jeder-macht-sein-Ding" überhaupt was auf die Reihe bringen???! :-x