Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 24 jahre, Zukunft ungewiss
TestAmenT
05.07.2006, 14:55
Hallo erstmal!
Es ist sehr angenehm das es so ein Forum gibt wie dieser.
Ich stehe so ziemlich ratlos da. Ich bin nun 24 jahre alt und habe bereits eine ausbildung zum verkäufer hinter mir. Dieser ausbildung war auch nur eine notlösung, da ich nichts anderes gefunden habe. Jetzt habe ich die ausbildung abgeschlossen und seit etwa einen jahr arbeitslos.
Nun möchte ich eine zweite ausbildung(metal) beginnen und hab mich auch schon beworben, jedoch ohne erfolg. Im übrigen war mein Berufsschul zeugnis nicht sonderlich berauschend, jediglich 4 im noten durchschnitt.
Ich frage mich nun was ich den für möglichkeiten hätte, falls ich für diesen jahr keine stelle mehr bekommen würde, den weiter arbeitslos möchte ich nicht bleiben.
Um mehr auf den punkt zu kommen: Was könnte ich tun, um bessere chancen zu bekommen für einen ausbildungs platz im nächsten jahr?
Praktikum? Weiterbildung? vllcht sogar schule?
Darüber hinaus habe ich mal gelesen, das angeblich (ältere) menschen die schon volljährig sind, schwerer einen ausbildungsplatz bekommen, weil dann irgendwelche gesetzlichen regelungen sich verändern zum lasten des arbeitgebers. Stimmt das?
freue mich auf anregungen, ratschläge, befehle, tatsachen und sonstiges!
mfg
Tim
StephanK
05.07.2006, 15:57
:welcome: Tim,
natürlich kann ich Deinem Beitrag nur relativ "dürre" Rahmendaten entnehmen, aus denen ich besser keine weitreichenden Überlegungen ableiten sollte. Jedenfalls macht mich eines sehr skeptisch, nämlich dass Du mit 24 noch mal eine komplett neue Ausbildung anfangen willst. Es klingt blöd, wenn ich, der ich fast doppelt so alt bin wie Du, das schreibe, aber: Du bist dann etwa 27, und das ist für einen Berufsanfänger, wenn er nicht gerade einen Doktortitel und zwei Jahre Auslandsstudium hinter sich hat, einfach zu alt.
Ich weiss nicht, warum Du in Deinem erlernten Beruf keinen Job findest. Vielleicht wäre die erste Überlegung doch besser die, wo genau die Probleme liegen? Jedenfalls erschiene mir das logischer als sich in eine neue Ausbildung zu stürzen.
- Hat der "Notlösungs"-Charakter des Verkäuferberufs dazu geführt, dass Du die Ausbildung recht lustlos gemacht hast?
- Haben die bescheidenen Berufsschul-Noten damit zu tun oder bist Du einfach nicht "der Typ für's theoretische"? (Dieses Problem würde dann bei einer zweiten Ausbildung erneut auftreten!)
- Ist der Metallberuf, an den Du denkst, "zukunftssicher" (so weit man davon heute noch reden kann) oder läufst Du Gefahr, dass sich auch das als Sackgasse erweist?
Ein Praktikum schadet nie, obwohl es oft nichts als un- oder extrem schlecht bezahlte stinknormale Arbeit ist.
Wenn Du mit dem Verkaufen nicht schon völlig abgeschlossen hast, könnte das ein Weg sein, der Dir die Chance auf eine reguläre Stelle in Deinem erlernten Beruf eröffnet.
Darüber hinaus habe ich mal gelesen, das angeblich (ältere) menschen die schon volljährig sind, schwerer einen ausbildungsplatz bekommen, weil dann irgendwelche gesetzlichen regelungen sich verändern zum lasten des arbeitgebers. Stimmt das?Es kann sein, dass die Ausbildungsvergütungen dann höher sind. Andererseits gelten die Bestimmungen über den Jugendarbeitsschutz nicht mehr für Volljährige. Deswegen gibt es aus betrieblicher Sicht sowohl Dinge, die dafür, als auch solche, die dagegen sprechen. Ich denke, dass das viel mit individuellen Einstellungen und Erfahrungen von betrieblichen Ausbildern zu tun hat, aber vielleicht kann jemand anders diese Frage mit mehr praktischem Hintergrund beantworten.
Und Befehle erteilt hier keiner... :engel:
TestAmenT
05.07.2006, 20:17
Hallo Stephan!
Danke für deine interesse.
Nun das sind gute fragen, die du mir da stellst.
Manchmal kommt es mir vor als ob ich andere menschen besser kennen würde als mich selber.Wahrscheinlich kein einzelfall.
Ja nun, das Kaufmännische liegt mir einfach nicht, und hatte nie wirklich eine interesse dafür.Trotzdem war allein durch meine ziele, Motiviert und so hab ich auch ein gutes Arbeitszeugnis.Die motivation war eine Ausbildung, doch jetzt ist alles anders. Ich habe nun lange haare, sehe aus wie ein Metler, und fühle mich auch so. Damit wird man kaum Verkäufer bleiben, ausser in speziellen geschäften die aber kaum zu besetzten sind.
Da ich glaube für mein leben, niemals eine arbeite zu besitzen das auch spass macht, orientiere ich mich auf das zukunftsträchtige. Damit meine ich die metal branche in verbindung mit der auswanderung nach österreich.
Schulisch war ich nie ein ass, vermutlich eine lernschwäche ohne mich damit konkret damit befasst zu haben. Vllcht Teufelskreis? :twisted:
Bei einem IQ test, den ein Psychologe bei mir gemacht hat, ergab ein schnitt von 115, daher denke ich an die lernschwäche oder "einfach"nur faulheit.
Ein praktikum ist in sofern wichtig, das ich schonmal mit erfahrung argumentieren kann, in einem gespräch oder bei der bewerbung.
Vieleicht aber ist das problem, einfach nur der unwissenheit welchen Beruf zu mir passen könnte, den mir dann auch spass macht. Gibt es sowas für jeden menschen überhaupt?
Tim
StephanK
05.07.2006, 21:29
Damit wir hier nicht aneinander vorbei schreiben: Geht es um Schwermetall oder um heavy metal? Denkst Du an voeastalpine (http://www.voestalpine.com/ag/de.html) oder mehr an Folterkammer (http://www.folterkammer.at) & Co.? Ich dachte erst mal an das erste, aber da haben vielleicht meine Antennen versagt... :?
Da ich glaube für mein leben, niemals eine arbeite zu besitzen das auch spass macht, orientiere ich mich auf das zukunftsträchtige.Wirklich? Oder geht es mehr darum, "das Hobby zum Beruf zu machen"? Das gelingt nur sehr, sehr wenigen Menschen. Und sobald's zum Beruf geworden ist, ist der Zwang da, seine Brötchen damit zu verdienen - und das hobbymäßige, der Spaßfaktor ist weg.
Trotzdem: wenn das Kaufmännische nicht Dein Ding ist und Du auch nicht sagen kannst: das beiß ich trotzdem durch und bin nach den acht Stunden halt ein anderer Mensch, dann bleibt Dir nix über, als was anderes anzupacken.
Was das sein könnte, kann ich nicht sagen. Dazu muss man einen Menschen umfassender wahrnehmen können als es hier möglich ist und Erfahrung in der Berufsberatung haben.
Dass Du ein nur mäßiger Schüler warst, hat erst mal nix zu sagen, das war auch ein Einstein. An Deinem IQ wird's jedenfalls nicht liegen, vielleicht an einseitiger Begabung oder Konzentrationsproblemen (die oft in Wahrheit hinter vermeintlichen Lernschwächen stecken).
Wenn Du schon Kontakt mit einem Psychologen hast oder hattest: Diese Leute (oder viele von ihnen) beschäftigen sich auch mit Problemen einer beruflichen Neuorientierung, manche sind sogar Fachleute für solche Fragen. Vielleicht wäre es nicht schlecht, die Fragestellung mal von dieser Seite her anzugehen.
Eigentlich sollte eine Gesellschaft so organisiert sein, dass man - gerade in jungen Jahren - verschiedenes ausprobieren kann und dass es einem nicht angekreidet wird, wenn man nach einer Weile sagen musste (oder sagen konnte): X war für mich nix, also habe ich Y angepackt. Aber diese Gesellschaft ist nicht so organisiert. Ein bisschen ausprobieren wird ganz gern gesehen oder wenigstens toleriert, aber nicht zu viel und nicht zu lange. Das gilt für den Arbeitsmarkt genau so wie für soziale Hilfen, sei es Arbeitsagentur oder sonst was. Ich finde das nicht gut, aber es ist so und wir müssen damit irgendwie klar kommen.
Auf Unterstützung durch die Arbeitsagentur (oder ARGE, denn Du müsstest eigentlich auf Alg II sein, oder?) wirst Du für eine komplett neue Ausbildung kaum rechnen können - wenn Du nicht sehr gut begründen kannst, warum als Verkäufer nix mehr geht. Schon viel eher möglich sind Weiterbildungen. Da ließe sich vielleicht an das Ziel Kaufmann/-frau für Audiovisuelle Medien (http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/resultList.do?resultListItemsValues=7018_7016&suchweg=begriff&doNext=forwardToResultShort) denken, zu dem es verschiedene Wege gibt. (Ein Kaufmann ist etwas anderes als ein Verkäufer, obwohl er sich auch mit verkaufen beschäftigt!) Dazu würdest Du am besten mal in der Bildungsdatenbank KURSNET der Arbeitsagentur (http://infobub.arbeitsagentur.de/kurs/index.jsp) recherchieren (dabei auf genaue Berufsbezeichnungen achten).
Dabei kannst Du um so besser verhandeln, je klarer Deine eigenen Vorstellungen über Deinen weiteren Weg sind. Die Mühe, die es macht, Dir darüber klar zu werden, kann Dir niemand abnehmen - aber Du kannst natürlich Menschen suchen, die das mit Dir diskutieren und so dazu beitragen, dass es für Dich klarer wird.
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