Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rente / Riester Rente / Rente Plus
MisterTwister
18.03.2008, 21:42
Hallo allerseit! Ich hoffe, dass mir jemand hier helfen kann.
Frage1)
Meine Familie ist seit 11 Jahren in Deutschland und weil meine Oma nach dem Umzug keine Arbeit finden konnte, hat sie noch nie in Deutschland gearbeitet (nicht aus Behinderungsgründen). Nun geht sie im nächsten Jahr in die Rente! Wird sie Anspruch auf Rente haben, obwohl sie keine Steuerbeiträge gezahlt hat?
Frage 2)
Kann mir bitte jemand den Unterschied zwischen Riester Rente und Rente Plus erläutern? (Wenn möglich die Vor- und Nachteile auch).
Danke im Voraus!!!
StephanK
19.03.2008, 00:16
:welcome: Mister Twister
Zu Frage1): Diese Frage kann ich nicht mit ja oder nein beantworten. Eine Rente von der Deutschen Rentenversicherung steht ihr sicherlich nicht zu, wenn sie hier nie gearbeitet und damit auch keine Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat. Es ist aber denkbar, dass sie einen Anspruch hat dadurch, dass sie in dem Land, in dem ihr früher gelebt hat, längere Zeit gearbeitet hat. Wenn dieses Land zur Europäischen Union gehört, dann ist das sogar relativ unproblematisch, aber Deutschland hat auch mit vielen anderen Ländern Verträge (Sozialversicherungsabkommen), die das möglich machen.
Ich empfehle deswegen, dass Ihr Euch mal die Internet-Seite der Deutschen Rentenversicherung (http://www.deutsche-rentenversicherung.de/) anschaut und vielleicht auch mal einen Termin mit der nächstgelegenen Beratungsstelle vereinbart (ist über diese Internet-Seite möglich).
Zu Frage 2): Leider kann ich das nicht. "Rente Plus" ist mir kein Begriff. Es könnte gut sein, dass das ein Angebot einer Versicherung ist, das diese Versicherung einfach so genannt hat.
Übrigens ist auch eine "Riester-Rente" ein Vertrag mit einer privaten Versicherung, hat also nichts zu tun mit der öffentlichen Sozialversicherung. Das besondere daran ist nur, dass es eine staatliche Förderung dafür gibt. Diese Förderung ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. In Kurzfassung:Riester-Förderung Seit 2002 fördert der Staat den Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge in Form von Zulagen und Steuervorteilen. Dafür stellt der Staat ab 2008 rund 12 Mrd. € zur Verfügung.
Wer ab 2008 einen Anlagebetrag (Eigenbeitrag plus staatliche Zulage) von insgesamt 4 Prozent seines maßgeblichen Vorjahreseinkommens (max. 2.100 €) im Jahr zusätzlich anspart, erhält die maximale Zulage: 154 € im Jahr für jeden Förderberechtigten und 185 € (bzw. 300 €, s. "Kinderzulage") im Jahr für jedes kindergeldberechtigte Kind. Außerdem kann der Anlagebetrag im Rahmen der Einkommensteuererklärung als zusätzliche Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden. Der Zulagenanspruch wird dann allerdings gegengerechnet. Im Jahr 2008 bis zu einer Höhe von 2.100 € pro Jahr.
Quelle: Sozialministerium (http://www.rentenlexikon.bmas.de/sites/generator/21544/riester__foerderung.html#Riester-F%C3%B6rderung)
Betroffener
19.03.2008, 01:37
Da explizit auch nach Nachteilen gefragt wurde: Hier wird kräftig (nachvollziehbare) Kritik geübt:
„Riestern lohnt sich nicht!!“ Überprüfen Sie Ihre eigenen Verträge, falls Sie welche haben. (http://www.nachdenkseiten.de/?p=3053)
Auf der Seite ist auch ein Link zu jemandem, der sich die Effektivität selbst nachgerechnet hat und zu erschütternden Ergebnissen kommt.
Bevor man mit einem Versicherungsvertreter spricht (wenn es dann noch dazu kommt), sollte man auf jeden Fall auch die Kritiker gehört und gelesen haben.
Ach ja. Die Riesterrente wird nachträglich - also bei Auszahlung - versteuert, was die schon sehr schmale Rendite zusätzlich dann verringert, wenn man drauf angewiesen ist. Bei Tod nur ganz bedingt vererbungsfähig. Das Geld ist weg.
Einziger Vorteil ist die (derzeitige) Hartz IV Festigkeit
StephanK
19.03.2008, 10:54
Einziger Vorteil ist die (derzeitige) Hartz IV FestigkeitGerade das ist halt für viele ein Argument, denn eine nachgelagerte Besteuerung in Kauf nehmen zu müssen ist immer noch besser als aktuell sein Vermögen weitgehend "verfrühstücken" zu müssen.
Wenn man das ganze unter dem Aspekt sieht, welche Möglichkeiten zur Altersvorsorge verschiedene Bevölkerungsgruppen haben, kann man darin eine weitere Benachteiligung von Menschen sehen, die auf Alg II angewiesen sind. :mad:
MisterTwister
20.03.2008, 00:04
:danke: Vielen lieben Dank, für die Antworten! Die Bildungslücke wurde auf jeden Fall gefüllt aber nicht ganz!
@Stephan
Meine Familie kommt aus Uzbekistan. Das Ärgerliche ist nur, dass die uzbekische Regierung nun sagt, dass es ihr (meiner Oma) nur 40% der eigenlichen Rente, aus welchen Gründen auch immer, zusteht. Und wenn man jetzt das Geld in Euro umrechnet, sind es gerade mal 90€ im Monat. Davon kann kein Mensch leben. Und man kann auch nichts mehr machen.
@Betroffener
Ich habe mir schon gedacht, dass da irgendwo einen Hacken gibt! Der Vater Staat will auch seine kleine Gewinne haben!
Ist es nicht vorteilhafter, wenn ich über mein ganzes Leben, hart erarbeitendes Geld, Monat für Monat auf die Sparbücher anlege, anstatt dass ich über die Riester Rente das Geld später teilwiese versteuern muss?:confused:
Es gäbe noch ner Möglichkeit sein Geld zu mehren, allerdings nicht Hartz IV sicher und zwar über RV oder LV mit Einmalbeitrag - sprich größere Beitrag an die Versicherung, diese packt die Kohle dann über mehrere Jahre (Depot) in nen Vertrag (wegen der Steuer) und dann lässt mans einfach stehen und sich verzinsen - je länger es steht, desto höher ist das was am Ende rauskommt.
Der Nachteil man sollte mindestens 12 Jahre bevor man Kohle sehen will damit anfangen.
Am besten aber bei ner sehr großen Gesellschaft abschließen, denn ich hab auch schon kleinere Versicherungsunternehmen pleite gehen sehen.
StephanK
20.03.2008, 11:29
Meine Familie kommt aus Uzbekistan. Das Ärgerliche ist nur, dass die uzbekische Regierung nun sagt, dass es ihr (meiner Oma) nur 40% der eigenlichen Rente, aus welchen Gründen auch immer, zusteht.Das ist nun leider ein Problem, dem ich ebenso macht- wie hilflos gegenüber stehe. So weit ich weiss gibt es kein deutsch-usbekisches Abkommen über Fragen der Sozialversicherung, so dass sich das wahrscheinlich allein nach usbekischem Recht (und hoffentlich nicht nach usbekischer Willkür...) richtet.
Ist es nicht vorteilhafter, wenn ich über mein ganzes Leben, hart erarbeitendes Geld, Monat für Monat auf die Sparbücher anlege, anstatt dass ich über die Riester Rente das Geld später teilwiese versteuern muss?Es ist sehr schwer, heute vorherzusehen, wie in 20 oder 30 Jahren die Besteuerung von Vermögenserträgen aussehen wird. Du bist wahrlich nicht der einzige, den diese Situation verunsichert. Mir geht es kein bisschen besser, und ich habe einen Riester-Vertrag nur abgeschlossen, weil er "Hartz IV-fest" ist, nicht aber, weil ich ihn für wirtschaftlich vorteilhaft hielte. :cry:
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