Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erfahrungen bei 400 Euro Jobs
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht, wie ich? Bin etwas über 50, Mutter und Hausfrau und habe ein abgeschlossenes Studium. Ich war immer auf geringfügiger Basis tätig und habe in diesen Jobs vielfältige Fähigkeiten erworben. Seit etwa 3 Jahren finde ich keinen 400 € Job mehr, der seriös ist. Gesetze sind wohl dazu da, dass man sich nicht danach richtet. Entweder kann man nur auf Abruf arbeiten und wird dann bei Urlaub, Krankheit zufällig sowieso nicht gebraucht, damit entfällt dann auch die Bezahlung. Überstunden muss man machen und schiebt sie dann als Berg vor sich her. Stundenlohn liegt bei 5 €, man braucht aber für den Job ein eigenes Auto. Sozialabgaben muss man komplett selbst tragen. Der neuste Knaller: Probearbeiten ohne Geld! Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen. Und das gilt nur, wenn man überhaupt mal eingeladen wird. Für die meisten bin ich mit knapp über 50 viel zu alt. Würd mich echt mal interessieren, ob es anderen auch so geht. Hab daher auch ein Webtagebuch gestartet und will mal ein bißchen sammeln. Wer also Lust hat mit mir zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen ist gerne eingeladen!!
http://www.miniflop.de
StephanK
11.07.2006, 16:51
:welcome: Karin,
auch mit etwas unter 50 gibt's die gleichen Probleme schon... :x
Kritische Äußerungen über und überwiegend (aber nicht ausschließlich) schlechte Erfahrungen mit Zeitarbeitsunternehmen wirst Du hier an einigen Stellen lesen können, auch über die sich ausbreitende Unsitte der ausgedehnten "Probearbeiten", "Praktika" und ähnliche Abzock-Praktiken.
Ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen und finde es gut, dass Du das Internet damit bereichest.
Probearbeiten ohne Geld.
Das Thema kenn ich.
Da reist man sich der A.... auf und Arbeitet sich krumm um zu erfahren das man nicht geeignet ist.
Ich ruf zurück.Das war es.
Alter egal?
Alles verlogen.
Da fährt man 50 km zur Vorstellung um gesagt zu bekommen das man zu alt ist ,obwohl es in der Bewerbung stand.
Einfach nur um den Lohn zu drücken.
Ich habe in einer Leiharbeiter Firma als Teilzeitkraft angefangen.
Meine mommentane Arbeitzeit ist Samstag und Sonntag.
Tommi NRW
13.07.2006, 20:08
Auch meinerseits erstmal ein :welcome: , Karin.
Zu dem Liedchen kann ich mich einstimmen.
Seinerzeit hatte ich einen Aushilfsjob als Taxifahrer auf 400 Euro-Basis.
Mein Stundenlohn betrug Euro 4.50.
Der extra dafür gemachte Personenbeförderungsschein, kostete mich über Euro 330.- .
Entgegen dem, was mir der Chef versprochen hatte, wurde ich nur dann angefordert, wenn es eng wurde.
Folglich musste ich mit meinem Privat-Pkw gute 5 Km für jeden Taxiauftrag bis zur Zentrale zurücklegen und das Taxi abholen.
Nach der Taxifahrt dann wieder die 5 Km mit meinem Privat-Pkw zurück.
Kilometergeld gab es nicht.
Angerechnet wurde mir ausschliesslich die Zeit, in der ich hinter dem Taxisteuer sass.
Im Schnitt dauerten 3 Fahrten ca. 1 Std. = Euro 4.50.
Die erforderlichen 3 Fahrten mit meinem Pkw zur Zentrale machten 30 Kilometer.
Inoffiziell hatte ich immer Bereitschaft....auch Nachts.
Hatte ich offizielle Bereitschaft bekam ich das Taxi mit nach Hause.
8 Stunden Wartezeit vor dem Telefon waren angesagt und eine Bezahlung erfolgte ebenfalls nur dann, wenn ich von der Zentrale einen Auftrag bekam. Bereitschaftsgeld....Fehlanzeige.
Mein bester Bereitschaftsverdienst lag bei Euro 6.-, mein Schlechtester bei Euro 1.50 für knappe 10 Stunden Bereitschaft.
Statt etwas dazuzuverdienen, habe ich dem Taxiunternehmer durch meine Fahrtkosten, noch mein ALG2 mitgebracht.
Ich musste diesen Job also aufkündigen, weil ich daran verhungert wäre. Zu diesen Konditionen werde ich auch keinen 400 Euro-Job mehr annehmen.
Zu dem Problem ab 50 kann ich mich nur an StephanK anschliessen.
Schon mit Mitte 30 hatte ich dieses Problem, dass man mich als zu alt abgestempelt hat.
Das galt insbesondere für Stellen in der EDV, wo man je nach Bereich, mit Ende 20 bereits als unbrauchbar gilt.
Das mit der Gratisprobearbeit ist mal wieder ein neuer Hammer.
Eine Gratisprobearbeit kann ich nur dann annehmen, wenn ich weder mein Auto einsetzen muss, noch irgendwelche anderen Kosten habe, die mir nicht erstattet werden. Schliesslich wird mir niemand ein Gratisauto mit Gratisreparaturen, Gratisversicherung, Gratissprit und...und...und...geben. Um solche Spielchen selber zu finanzieren, ist Hartz IV zu knapp.
Interessant fände ich die Reaktion der Arbeitgeber, die Gratisarbeiter einstellen, wenn man den Spiess mal umdrehen wollte.
Ich gehe z.B. zu einem Bäcker, der eine Bedienung auf 400 Euro-Basis erstmal gratis arbeiten lässt um sich von ihren Qualitäten zu überzeugen.
Diesem Herrn Bäcker erkläre ich, dass ich eventuell künftig meine Brötchen bei ihm kaufen werde. Weil ich mir aber nicht sicher bin, ob er sein Handwerk beherrscht und die Brötchen allen Regeln der Bäckerskunst entsprechen, bezahle ich ihm meine Einkäufe in den ersten Wochen noch nicht.
Erst wenn ich mir sicher bin, dass sein Produkt kontinuierlich etwas taugt, könnte dies zu künftigen Einkäufen bei ihm führen. Sollten mir die Brötchen nicht munden, werde ich bei einem anderen Bäcker die gleiche Masche abziehen.
Klar, das es nicht funktionieren wird. Allenfalls der Rauswurf aus dem Ladenlokal wird erfolgen. Komisch aber, dass es umgekehrt funktioniert und sich darüber niemand in den Medien aufregt. Statt gegen Arbeitslose zu hetzen, wäre doch mal eine Nachmittagsshow angebracht, in der sich Unternehmer zu ihren Schandtaten am Volk äussern müssten.
So schafft man richtige Arbeit, so käme wieder was in die Kassen.
Arbeitgeber, die Gratispersonal brauchen, brauchen wir nicht. Das sind die wahren Schmarotzer, die ihr Unternehmen gerne schliessen dürfen.
Natürlich würde keiner dieser Gratis-AG Rede und Antwort stehen wollen und erscheinen. Dank Politik und Medien habe sie eine Lobby, die sie vor Konfrontationen mit der Wahrheit schützt.
SID schrieb:
Da fährt man 50 km zur Vorstellung um gesagt zu bekommen das man zu alt ist ,obwohl es in der Bewerbung stand.
Das passiert mir auch häufig. Es handelt sich dabei z.T. um den Spass einer ganz besonderen Gattung Chef. Man kann im Nachhinein froh sein, diese Stelle nicht bekommen zu haben, weil ausser dem Chef auch das Betriebsklima dort i.d.R. die Hölle ist. Privat ulken diese Chefs darüber, wie sie Bewerber schikanieren, ihnen Hoffnung machen und sie dann abblitzen lassen. Es ist eine Form des Sports von besonders arroganten Unternehmern und manchmal auch Personalchefs. Ob sie damit nur persönliche Defizite kompensieren (weil sie z.B. bei der Ehefrau nichts zu sagen haben) oder einfach ihre Stellung in der Gesellschaft präsentieren müssen, wie es ein Rüde auch per Instinkt macht, ist schwer zu sagen.
Fest steht, dass mit solchen Elementen, die mit ihren schmutzigen Spielchen Kosten bei Bewerbern und ARGEN verursachen, eher aufgeräumt werden muss, als mit irgendwelchen angeblich faulen Arbeitslosen.
Gruß Tommi
Heute jemanden geschockt.
Ich mußte wiedermal zum Arzt.(Gehe ungern muß aber sein)
Im Wartezimmer unterhielten sich 2 Männer .Beide mir bekannt. Beide Chefs.
Da fragte der eine ob er nun jemanden Gefunden hätte?(Suchte Bauhelfer)Er meinte: Nöö ,bis jetzt nicht.Soviele Arbeitslose und keiner will einen Job.
Ich mischte mich ein und meinte :Ich hab mich vor 4 Wochen bei ihnen Beworben.Bis heute noch keine Antwort.
Er schaute mich groß an und verließ den Warteraum.
Draussen meinte er zur Sprechstunden Hilfe :Er hätte einen Dringenden Termin fast vergessen.Er ruft nochmal an wegen anderen Termin beim Arzt.Und weg war er.
Tommi NRW
14.07.2006, 17:00
Das war dann so ein "Vogel", der seine Position als Arbeitgeber nutzt, Arbeitslose zu verunglimpfen.
Schön, dass Du ihm vor seinem "Unternehmerkumpel" die Hosen runtergelassen hast, SID :applaus: .
Interessant auch, wie feige so ein Heuchler dann ist, sich schnell per Ausrede zu verkrümeln.
Es gibt auch Unternehmer die soweit gehen, unter arbeitsagentur.de Stellen anzugeben, die es gar nicht gibt.
So hatte ich an einem Freitag Morgen dort eine neue Stellenanzeige gefunden, in der man zwei Maschinenbediener suchte. Unter den möglichen Bewerbungsarten war "ausschliesslich per Telefon" angegeben.
Ich rief sofort bei der Firma an.
Eine Dame nahm das Gespräch entgegen und teilte mir mit, dass die Stellen bereits vergeben seien. Ich fragte nach: "Beide Stellen?". Ja, meinte sie, vor ungefähr 15 Minuten.
Ich hakte nochmals nach: "Dann mit einem mündlichen Arbeitsvertrag per Telefon, ohne Vorstellungsgespräch?". Nochmals bejate sie dies und ich merkte an ihrer Stimme, dass sie verlegen wurde.....weil es eine Lüge war. Nach meiner Meinung hat es diese Stellen nie gegeben. Zumindest habe ich niemals gehört, dass auf diese Art ein Arbeitsverhältnis zustande kommt. Ich vermute, dass auch hier ein Chef dahintersteckt, der die Verunglimpfung Arbeitsloser mit Freude fördert.
In einem anderen Fall fuhr ich trotz telefonischer Absage (Die Stelle ist bereits vergeben) mal bei dieser Firma vorbei. Ich wollte mir ein Bild von dem Laden machen, der binnen 1 Stunde seine Leute per arbeitsagentur.de gefunden hat.
Was ich sah, konnte ich nicht fassen. Eine leere Produktionshalle, die ringsherum komplett ausgeschachtet war, so dass man sie nicht hätte betreten können :shock: .
Auch mein Berater bei der ARGE schaute mich ungläubig an. Ich gab ihm die Adresse zur Überprüfung. Am nächsten Tag war die Stelle aus dem Internet verschwunden. Was dahinter steckte, habe ich leider nie erfahren.
Ich frage mich, bei wievielen solcher Betriebe ich mich womöglich schon beworben habe, von denen ich diese Umstände gar nicht kannte.
Auch dort steckt womöglich ein Chef dahinter, der anderenorts erzählt, wie sehr er sich erfolglos bemüht hat, einen Mitarbeiter zu finden.
Das Schlimmste ist, dass so ein Nichtsnutz andere Unternehmer beeinflusst, die vorher noch eine bessere Meinung über Arbeitslose hatten.
Gruß Tommi
StephanK
14.07.2006, 17:24
@ SID: Deine Reaktion finde ich sehr gut und wünsche Dir, dass Dir weiterhin diese Zivilcourage erhalten bleibt!
@ Tommi NRW: Irgendwo hab' ich mal 'ne Schätzung gelesen, derzufolge bis zu 30 % der veröffentlichten Stellenanzeigen fakes sind und die ausgeschriebenen Stellen entweder gar nicht existieren oder in Wirklichkeit schon unter der Hand vergeben sind (letzteres ein im öffentlichen Dienst nicht ganz seltenes Phänomen).
Tommi NRW
14.07.2006, 17:41
StephanK schrieb:
Irgendwo hab' ich mal 'ne Schätzung gelesen, derzufolge bis zu 30 % der veröffentlichten Stellenanzeigen fakes sind
Die Tatsache, dass man dies dultet und nicht unter Strafe stellt, zeigt noch einmal mehr, wie sehr die Politik daran interessiert ist, Arbeitslose zu verunglimpfen.
In dem von mir zuletzt geschilderten Fall, wäre es ja kein Problem gewesen, dem Arbeitgeber dies nachzuweisen.
Weil man dort aber nicht ansetzt, werden wir demnächst einmal mehr per Fernsehen erfahren, wie faul wir sind :evil: .
Gruß Tommi
tansania1
04.08.2006, 21:48
Hallo ... ich würde auch gerne Erfahrungen mit einem 400 Euro Job machen, doch die Chefin meinte, ich dürfte ja eh nur 165 Euro behalten, also machen wir einen 165 E Job draus - dafür solle ich 60 Std. im Monat arbeiten ...natürlich ohne sonstige Ansprüche wie Urlaubs-und Krankentage - mehr zahlen würde ja heißen, es dem Arbeitsamt zu schenken ... und man darf ja 15 h die Woche arbeiten (u/o. 400 Euro neben-verdienen...) ... mit meinem Alg2 würde ich aber ja auf fast 10 Euro Std.lohn kommen, so müßte ich das rechnen .... ich rechne da eher, daß da ein Arbeitgeber sich alle Kosten sparen will und einen Sklaven für 2,50 Euro /h sucht .... was meint ihr dazu? :?: :?: :?: Wird das so gehandhabt mit Alg2 Empfängern
Hallo Tansania,
netter Nickname übrigens. :-) Ich habe einen 400 € - Job nicht bekommen, da sich die (ebenfalls) Chefin nicht vorstellen konnte, dass ich für nur 165 € den Job gut machen würde.
Zu Deinem „400 € - Job“-Angebot:
.... ich rechne da eher, daß da ein Arbeitgeber sich alle Kosten sparen will und einen Sklaven für 2,50 Euro /h sucht ....
Du hast Dir damit Deine Frage selbst beantwortet. Vergiss schnell :!: dieses „sagenhafte“ Arbeitsangebot und versuche einen Arbeitgeber zu finden, der keine Schwarzarbeit bzw. sittenwidrige Arbeitsangebote macht.
Schade, dass man/frau dieser Dame wahrscheinlich nicht das perfide Handwerk legen kann. :evil:
…also machen wir einen 165 E Job draus Wirklich pfiffig diese Chefin. Bei einem 400 Euro Job sollten auch 400 Euro dem Konto gutgeschrieben werden. „Nur“ das ALG II wird entsprechend angepaßt.
Wird das so gehandhabt mit Alg2 Empfängern Ich hoffe nicht, daß „das perfide Handwerk“ Schule macht !
StephanK
04.08.2006, 22:56
(Zitat der Möchtegern-Arbeitgeberin) mehr zahlen würde ja heißen, es dem Arbeitsamt zu schenken ..,Mehr verdienen würde heißen, mehr selbst verdientes Geld in der Tasche zu haben. Das scheint für diese Frau kein verständliches Anliegen zu sein, und da fragt man sich schon, bei wem eigentlich die von manchen Politiker so gerne beklagte "alles-rausholen-Mentalität" angesiedelt ist. Diese Frau will nämlich in Berlin Löhne wie in Tansania zahlen (Entschuldige das Wortspiel, wenn Tansania Dein Heimatland sein sollte; ich will damit nichts Schlechtes über dieses Land sagen, und wahrscheinlich sind die Löhne dort noch niedriger...).
Leider greifen solche Dinge immer mehr um sich und die Sitten verwildern zusehends... :cry:
tansania1
05.08.2006, 13:00
:-) Vielen Dank für eure schnellen Antworten ... ich war mir ja selbst schon nicht mehr sicher, ob ich nicht ein "faules Stück" bin ... aber ich denke auch, wenn so ein Beispiel erstmal Schule macht, dann sieht es für die, die noch Arbeit haben bald sehr schlecht aus ... ich werde dieses "unmoralische" Angebot also ablehnen und lieber weiter nach einem "ordentlichen" Job suchen...Euch allen ein schönes Wochenende gewünscht :engel:
MollRops
07.08.2006, 22:43
Irgendwo hab' ich mal 'ne Schätzung gelesen, derzufolge bis zu 30 % der veröffentlichten Stellenanzeigen fakes sind und die ausgeschriebenen Stellen entweder gar nicht existieren oder in Wirklichkeit schon unter der Hand vergeben sind (letzteres ein im öffentlichen Dienst nicht ganz seltenes Phänomen).
Viele Unternehmen haben solche pro forma Anzeigen auf ihren Webseiten. Wofür das gut sein soll, weiß ich aber nicht. Ich kenne ein Unternehmen, da stehen seit dem 1.1. Stellen ausgeschrieben, die nicht existieren. Hat wohl was mit dem "Bild nach außen" zu tun. (Wir stellen ein und sind wer)
Ach und öffentlicher Dienst. :patsch:
Ich hab mich im Februar auf eine Stelle im öffentlichen Dienst beworben. Bekam sehr rasch ein Schreiben, man würde die Bewerbung bearbeiten. Ende Juni Schreiben Nummer 2, es tät ihnen leid, aber man bearbeite immer noch. Ich hab dann dort angerufen, weil sich an meiner Adresse was geändert hat und der Nachsendeauftrag ausläuft - da meinte die Sekretärin so zu mir: "Ganz im Vertrauen - wir haben auf diese Stellenausschreibung 25 Umzugskisten voller Bewerbungen bekommen".
Da isses wohl wahrscheinlicher, dass ich im Lotto gewinne, bevor ich da eingeladen werde.
Hallo,
Zeitarbeit ist die moderne Pest des 21.Jahrhunderts.
Kritische Äußerungen über und überwiegend (aber nicht ausschließlich) schlechte Erfahrungen mit Zeitarbeitsunternehmen wirst Du hier an einigen Stellen lesen können, auch über die sich ausbreitende Unsitte der ausgedehnten "Probearbeiten", "Praktika" und ähnliche Abzock-Praktiken.
In der Tat.Mal zum Thema Zeitarbeit.Zeitarbeit ist nix anderes als Lohndrückerei.Es wird dir suggeriert,dass du bei deinen Entleiher irgendwann mal fest eingestellt wirst.Wer´s glaubt wird seelig.Man verdient dort nicht selten einen Hungerlohn,der fast 1/3 bis 1/2 des Lohns des Festangestellten ausmacht.Löhne von 4-6 euro hier in meiner Region sind keine Seltenheit.Neuste perfide Masche der Zeitarbeit: Wollen einen Facharbeiter haben,ihn aber nur als Helfer einstellen.Logisch,wieder ein weiterer Aspekt der Lohndrückerei.
Dann gibs da noch die so genannten "Überstundenkonten".*lach*...ja genau.Du häufst dir Überstunden an,die dort aufgeschrieben werden.Jetzt denk aber nicht,dass du die irgendwann mal ausbezahlt bekommst,egal ob es dein Ausbeuter...ähm Zeitarbeitsdisponent verspricht oder nicht.Die meisten dieser ZA´s sind Tarifgebunden und da steht meistens drin,dass Überstunden erst ab einer bestimmten anzahl an Überstunden ausbezahlt werden.So dann gibs noch die sogenannten "einsatzfreien Zeiten".Hört Hört.Die gibs deswegen,damit dir die ZA nicht die Überstunden ausbezahlen muss.Da wirste einfach nen Tag zu hause gelassen und die 8 std. ziehen sie dir einfach ab,was ja nicht sein darf.Ein einfacher Blick ins AÜG hilft da schon weiter.
Im grunde müsste man diese Unternehmen mal an den Pranger stellen.So ne art schwarze liste.Habe da mal etwas gestöbert und ein paar Seiten gefunden,wo die unternehmen zu finden sind.
www.bza.de
www.ig-zeitarbeit.de
Für Probearbeiten gilt dies
Ich gehe z.B. zu einem Bäcker, der eine Bedienung auf 400 Euro-Basis erstmal gratis arbeiten lässt um sich von ihren Qualitäten zu überzeugen.
Diesem Herrn Bäcker erkläre ich, dass ich eventuell künftig meine Brötchen bei ihm kaufen werde. Weil ich mir aber nicht sicher bin, ob er sein Handwerk beherrscht und die Brötchen allen Regeln der Bäckerskunst entsprechen, bezahle ich ihm meine Einkäufe in den ersten Wochen noch nicht.
Erst wenn ich mir sicher bin, dass sein Produkt kontinuierlich etwas taugt, könnte dies zu künftigen Einkäufen bei ihm führen. Sollten mir die Brötchen nicht munden, werde ich bei einem anderen Bäcker die gleiche Masche abziehen.
Respekt und genau so sollte man vorgehen.Moderne Ausbeutung und Sklaverei gibs schon wieder zur genüge und man muss sich dagegen wehren.
Das einzige was man hat ist seine Arbeitskraft und die sollte man so teuer wie möglich verkaufen - und nicht umsonst.
Arbeitgeber die euch so was anbieten solltet ihr das mal fragen: Wozu Probearbeiten? Wozu gibt es schließlich ne Probezeit.Die ist ja schließlich dazu da,dass man sich näher kennenlernt und die arbeitsleistung einschätzen kann.
Arbeitsleistung kann man auch einschätzen ohne das man "umsonst","für lau" oder einfach nur "schwarz" arbeitet.
MfG
Codeman
InquisitorII
09.08.2006, 22:22
Es gibt noch eine andere Facette von Zeitarbeit. Es ist ein Geschäftsmodell für Existenzgründer: Was kann ich machen, was läuft denn so?
Für Veganer wie mich nicht drin....
Eine Bekannte von mir ist Floristin und auf Job suche. Letztes Jahr hatte sie auch ein tolles Erlebnis zum Thema Probearbeiten.
In einer Berliner Tageszeitung stand ein Jobangebot für einen Blumenladen "Floristin gesucht" und ne Telefonnummer,sie rief an und ihr wurde gesagt das sie 3-4 Tage Probearbeiten sollte unentgeldlich versteht sich.
Sie nahm das Angebot an und gab ihr bestes.
Sie wurde natürlich nicht eingestellt.
Hinterher hat sie festgestellt das dieser Blumenladen das ganze Jahr über eine Anzeige in Unterschiedlichen Zeitungen aufgibt.
Sie rief mit falschen Namen noch mal an und wie ihr schon ahnt wurde sie wieder zur Probearbeit aufgefordert.
So kommt man auch günstig das ganze Jahr über an billige Arbeitskräfte.
Wir haben das mal überprüft und Tatsache stehen da alle paar Tage andere Proberarbeiterin drin drin.
Sie hat das dem Jobcenter gemeldet, die sagen dazu nur das es völlig legal ist hauptsache der Bewerber teilt es dem Jobcenter vorher mit dso das er bei einer zufälligen Kontrolle nicht der Schwarzarbeit beschuldigt wird.
Übrings darf Probearbeit kein Gewinn für den Betrieb bringen. Die Blumensträuße die sie gebunden hatte hätten nicht verkauft werden dürfen aber genau das ist ja der Fall worum es solchen "Arbeitgebern" geht.
Wenn ich mich irgendwo bewerbe und der Chef verlangt von mir zur Probe zuarbeiten, frag ich jetzt sofort immer nach ein Probegehalt ohne Gegenleistung , so nach dem Motto " Erst mal cheken ob der Betrieb über haupt zahlungsfähig ist" naja könnt ja sein das er schon kurz vor der Pleite steht und ich später meinem Geld hinterher laufe.
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