PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rückantwort eines Arbeitgebers


SID1
12.07.2006, 00:09
Hallo
Ich habe mich letzte Woche bei einer Firma als Bauhelfer beworben.
Es wurde ein vielseitiger Handwerker in Vollzeit gesucht.
Ich bin schon über die 50er Grenze.
Bewerbung per E Mail wurde erwünscht.

Hier die Antwort.(kein Witz)


Hallo Herr J....

In ihrem Lebenslauf fällt mir ihr heufiger wechsel auf !!!

Ich wäre dennoch bereit sie unter nachfolgenden bedingungen einzustellen

1. Ist ihnen bewusst wo Büßlingen bei Tengen ist ? sie müßten ab und an schon in`s Geschäft kommen weil nicht alle BV: sind in KN oder umgebung

2. die Stelle wird erstmal nur (3 Monate) auf 400 Euro ( evtl. rest des anfallenden Betrages wird verrechnet ) ausgeschrieben danach bei entsprechender Leistung fest

3. kennen sie das Gewerk "Schornsteinbau" dh. Schwindelfrei, kondition, ( vom Keller in`s Dach sind es öfter mal 120 Stufen die 20-30 mal gelaufen werden müßen ) usw.

Sollten sie trotzdem noch interesse haben können sie mich unter der Nr. 0160xxxxxxx anrufen um einen Termin abmachen

Ferner könnte ich ihnen ab morgen bis Freitag ein Probearbeiten anbieten um sich von dieser Arbeit mal ein Bild zumachen ! Die entsprechenden Baustellen sind zufällig in Konstanz somit für sie kein Weg. Dafür müßten sie mir aber noch heute unter der og. Nr. anrufen



mfg

B.....


Was hält ihr davon?
Ich kenn diese Arbeit.
Wenn der Typ meinen Lebenslauf richtig Durchgelesen hätte wäre er darauf gestoßen :patsch:

StephanK
12.07.2006, 08:18
Ich denke, es ging ihm weniger darum, Deine fachliche Eignung anzuzweifeln als vielmehr darum, Dir seine Bedingungen "schmackhaft" zu machen, obwohl die einem arg sauer aufstoßen:
- erst Probearbeit umsonst für einige (?) Tage
- dann drei Monate 400 €-Biligjob (mit Schwarzgeld obendrauf, wenn ich es recht verstehe)
- dann vielleicht endlich ein regulärer Arbeitsvertrag

Mir scheint, da schreibt ein Arbeitgeber, wie man ihn gerade im baden-württembergischen Mittelstand nicht ganz selten antrifft. Bei diesen Leuten mischen die üblichen und verbreiteten Vorurteile gegen Arbeitslose sich mit einer gewissen Gutwilligkeit ("ich bin ja gar nicht so!"), über der aber natürlich immer die Geschäftstüchtigkeit steht ("rechnen muss es sich aber!").
Deswegen würde ich nicht von vornherein unterstellen, dass nach den drei Monaten sowieso Ende wäre - aber wohl nur dann, wenn Du für mindestens 2 Leute schaffst. Ob Dir das gelingen könnte, weiss ich natürlich nicht.

Verschämt ist das Ganze nicht. Aber die Verhältnisse sind so... :cry: