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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zeitarbeit - Tipps!?


Knifte
13.07.2006, 06:13
Hallo,

ich war nun fast ein Jahr nach meiner Umschulung arbeitslos und habe mich dann entschlossen meinen alten Beruf über eine Zeitarbeitsfirma wieder aufzunehmen, denn irgendwann möchte man ja wieder auf einen grünen Zweig kommen und sieht keine andere Lösung mehr.

Nun bin ich in dieser Zeitarbeitsfirma und komme mir dort irgendwie verarascht vor. Ich habe manch eine Woche gehabt, in der ich mit Überstunden 50 Stunden gearbeitet habe, bekomme pro Woche aber nur 35 Stunden ausgezahlt, alle anderen Stunden wandern auf ein Zeitkonto für das es angeblich keine begrenzung gibt, damit ich bei Auftragsmangel daraus bezahlt werden kann. Eigentlich eine gute Sache, aber so komme ich nie auf einen grünen Zweig.

Dann habe ich atm eigentlich Urlaub, wurde jetzt aber angerufen das ich doch heute und morgen für jemanden einspringe. Wäre ja soweit auch kein Problem, wenn nicht ein Wochenendausflug anstehen würde, welchen ich aufgrund des vermeidlichen Urlaubs ja geplant habe.

Meine Frage hier in die Runde ist nun... muß man sich a) solche Dinge gefallen lassen und b) könnt Ihr mir Tipps geben wie man sich in einer solchen Zeitfirma verhalten sollte, was man machen muß und lassen sollte? Versteht es nicht falsch, ich bin froh wieer Arbeit zu haben, möchte mich aber nicht ausnehmen lassen. Da mir alles nicht so ganz sauber in dieser Firma vorkommt, würde ich am liebsten kündigen - habe aber Angst dann vom Amt erstmal auf die Bank gesetzt zu werden.

Ich habe auch gute Aussichten auf eine Festeinstellung in einem der Betriebe in denen ich zuletzt vermittelt wurde, dies dauert aber noch mindestens bis September und da wäre mir eine Kündigung zu riskant. Im Moment weiß ich nicht so genau was ich machen soll und wie ich mich verhalten soll.

SID1
13.07.2006, 11:24
Du solltest dich mal mit deinem "neuen Chef" zusammensetzen.
Wenn du was vorhast solltest du es ihm mitteilen.
Das mit der Überzeit auf Reserve legen ist normal.
Ich bin auch in Teilzeit bei einer Zeitfirma.
Das man einspringen muß daran solltest dich gewöhnen.
Es kommt darauf an ob du in Vollzeit oder Teilzeit arbeitest.
Es ist auch wichtig zu wissen für was du dich verpflichtet hast.
Wenn du auch für Samstag und Sonntag unterschrieben hast solltest du mindestens am Montag der woche bescheid geben was du am Samstag eventuel vorhast.
Wenn du selber kündigst bekommst du Sperre.
3 Monte ohne Geld ist hart.

Ich arbeite Samstag und Sonntag. Muß aber jeden Tag damit Rechnen das man mich auch unter der Woche einsetzen will.
Die Zeitarbeitfirma bestimmt dein Leben mit.
mfg -SID-

Knifte
13.07.2006, 13:12
Also ich arbeite Vollzeit, 6 Tage die Woche, 3 Schicht, es ist auch vollkommen ok wenn ich für jemanden einspringe, sollte ich selbst atm nicht vermittelt sein, aber ich bin zu einer Firma vermittelt worden, hier habe ich die letzten 8 Monate ohne einen freien Tag gearbeitet und bin jetzt mit der Firma in den Betriebsurlaub gegangen. Der Urlaub war abgemacht, daher finde ich es sehr unfair mich dann dennoch einzusetzen, Zeitarbeit hin oder her, auch Zeitarbeiter planen etwas für Ihre Freizeit und nach 8 Monaten 6 Tage Woche in einem Dreischichtbetrieb könnten die sich das ja wohl denken?

Auch das Zeitkonto finde ich eine gute Sache, es ist besser als wenn man im Fall der Fälle gleich gekündigt wird, aber das dieses Zeitkonto nach oben keine Grenze hat ist unnötig. Mein alter Arbeitgeber hat dieses Konto auf maximal 100 Stunden begrenzt. Im Durchschnitt arbeite ich in der Woche zwischen 48-50 Stunden. Wenn ich von 48 Stunden ausgehe, sind das im Monat 52 Stunden und das macht mal 8 Monaten 416 Stunden auf dem Zeitkonto, ich denke sowas ist nicht mehr normal, überdimensioniert oder übertrieben. Dann sollen sie mir lieber 40 Stunden pro Woche auszahlen, dann lebe ich besser und die Dimensionen sind nicht so enorm.

Mir kommen solche Dinge nicht normal vor, da ich es halt anders kenne.

claridge
14.07.2006, 16:57
Mal nachfragen welcher Tarifvertrag gültig ist.
Auf Auszahlung deiner Stunden bestehen.
Die angesammelten Stunden sind nicht dafür da um auftragsfreie Zeiten zu überbrücken!! Auftragsfreie Zeiten sind das Risiko der Firma.
Du solltest dir aber darüber im Klaren sein das du ganz schnell ohne Job sein kannst wenn du mit Forderungen kommst.
Lies dich mal hier ein wenig schlauer:
http://www.igmetall-zoom.de/Forum/
und
http://www.chefduzen.de/board.php?boardid=75&sid=b534c96df7ab00c07da5f72f08fa2ed4

Knifte
14.07.2006, 19:09
Super, thx für die Links, da werde ich mich mal durchlesen.

Codeman
26.07.2006, 14:29
Zeitarbeitsfirmen sind lohndrücker.

wie mein vorredner schon sagte,lies dir durch was im gültigen tarifvertrag steht.Da gibs allerdings 3 verschiedene.

IGZ,BZA und die christlichen.Checke welchen AG-Verband dein AG angehört und welcher tarif für ihn gilt.Das erfragst du am besten bei deiner gewerkschaft.allerdings solltest du da mitglied sein,ansonsten besteht kein rechtsanspruch auf tarifliche vergütung.in den tarifverträgen ist auch festgehalten,wieviel plus-stunden du haben kannst.

Ferner ist auch richtig,dass einsatzfreie zeiten NICHT mit den überstunden ausgeglichen werden dürfen.Lies dazu mal im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) nach.

Zum Urlaub.Ich würde mir den immer schriftlich genehmigen lassen.dann bist du auf der sicheren seite.immer nur mündlich ist ungünstig,weil dann der chef sagt,davon weiss ich nichts und dann stehst du da.

MfG
Codeman

PS: chefduzen.de ist dafür das perfekte forum rund um die ausbeuter von zeitarbeit & co.