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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Welche Pflichten bei Zeitarbeit-Bewerbung?


dumpfbacke
11.04.2008, 17:08
Hallo Leute,

ich habe von der Arge einige Vermittlungsvorschläge bekommen und soll mich unter anderem auf einen bestimmten Job bewerben, der von einer Zeitarbeitsfirma vermittelt wird.

Ich da also, wie vom "Arbeitsberater meines Vertrauens" vorgeschlagen, erstmal angerufen und mich erkundigt, ob die Stelle überhaupt noch frei ist.

Zur Antwort bekam ich, dass man mir das so nicht sagen könne, ich müßte ja sowieso vorbeikommen und mich vorstellen und vielleicht hätte man ja 'ne andere Stelle für mich.

Nun hat mir meine Erfahrung mit Zeitarbeitsfirmen gezeigt, dass viele, wenn nicht gar alle, in erster Linie darauf aus sind, ihren Personalbogen ausgefüllt zu bekommen und man dann sehr oft nie wieder was von denen hört (vielleicht treiben sie ja auch Adressen-Handel mit den Daten und verdienen sich so noch was nebenbei); bevor man den nicht ausgefüllt und unterschrieben abgegeben hat, erfährt man nichts.

Ich gebe zu, dass ich der Zeitarbeit sehr kritisch gegenüber stehe und mir das auch nicht von irgendwelchen pfeifenköpfigen Politikern schönreden lasse, aber das ist ein anderes Thema.

Ich würde gerne von Euch wissen, was ich nun machen kann und was ich machen muß (wozu ich also als Hass 4ler verpflichtet bin).

Lt. meines Arbeitsberaters und des Vermittlungsvorschlag-Schreibens, soll ich mich auf eben diesen aufgeführten einen speziellen Arbeitsplatz bewerben.

Kann ich denen also sagen:
"Ich möchte mich nur für diesen einen Arbeitsplatz bewerben, der in dem Vermittlungsvorschlag steht und wenn der nicht zu haben ist, dann will ich nichts weiter von ihnen."?

Dann müßte doch der Zeitarbeitsmensch in sein Feedback-Formular für die Arge schreiben, dass ich mich bei ihm auf die Stelle beworben habe. Und gut is... Pflicht erfüllt.

Oder ist es vielleicht sogar gängige Praxis, dass die Arbeitsberater ihre Kundschaft mit Vermittlungsvorschlägen zu Zeitarbeitsfirmen schicken und sich in Wirklichkeit denken:

Irgendwas werden die dem schon andrehen, Hauptsache raus aus der Arbeitslosen-Statistik.

Denn ich habe es in der Vergangenheit schon oft erlebt, das Zeitarbeitsfirmen Stellengesuche ausschreiben, die es garnicht gibt, mit dem einzigen Ziel, Kundschaft in ihre Fänge zu bekommen und denen dann z.B. auch Sachen anzubieten, die weitab von dem sind, wofür man sich ursprünglich bewerben sollte (zu Sklaven-Lohn natürlich).

Im Voraus schonmal herzlichen Dank für Eure Hilfe!!!

restart
11.04.2008, 17:38
Hallo dumpfbacke,

erstmal ist die Frage ob es eine Rechtsfolgebelehrung zu dem Stellenangebot gibt.

Wenn ja, dann besteht deine Pflicht nur darin, dich dort zu bewerben. In welcher Form du das tust, kann dir keiner vorschrieben.

Demnach würde ich nie bei solchen Firmen anrufen. Die können gern ein Anschreiben und den Lebenslauf, per Brief oder Mail bekommen. Unnötige Daten (Tel.) würde ich dabei weglassen. Wenn sie dich gerne sprechen möchten, können sie dir eine Einladung schicken.

Auch müsstest du dann dir sowieso erstmal einen Antrag auf Fahrkostenerstattung von der ARGE holen.

In die Bewerbung gehört nichts, was darauf schließen ließe, dass du die Stelle gar nicht willst. Also auch kein Anzweifeln des Vorhandenseins. Aber recht hast du mit deiner Vermutung schon, habe das selbst schon mehrmals erleben dürfen.

Den Rest musst du einfach abwarten.

fragi
11.04.2008, 17:47
Also ich habs immer so gemacht:

Dies ist eine Bewerbung auf die von ihnen bei der Agentur für Arbeit unter der Referenznummer xxx ausgeschriebenen Stelle. Mit einer Speicherung meiner Daten abweichend von diesem Stellenangebot bin ich nicht einverstanden und verlange, sollte ich bei dieser Stelle nicht berücksichtigt werden, die Löschung der Daten unter Beachtung des BDSG.

Habe ich bei ZA immer dazu geschrieben. Mich hat keiner von denen vorgeladen, da es wirklich leider hauptsächlich darum geht, den Bewerberpool zu füllen...
Du bist aber auch mit Rechtsfolgenbelehrung nur zur Bewerbung auf Job x verpflichtet und kannst natürlich auf die rechtlich zustehende Dinge wie der verweis auf das BDSG normal dazunehmen.
Leider ists ja heutzutage leider alltag, dass mit Adressen gehandelt wird!

Letztens hab ich gehört:
"Ich wollte mit der Ausschreibung nur ausloten, was der Arbeitsmarkt noch so hergibt."
Hab mich totgelacht und bin auf den Haken wieder umgedreht!

dumpfbacke
11.04.2008, 17:56
Hallo restart,

vielen Dank für die schnelle Antwort und für Deine Tipps !!!

Wenn ich mich aber bei der Zeitarbeitsfirma schriftlich bewerben würde, könnte ich doch bestimmt davon ausgehen, dass meine Unterlagen dort in irgendeiner abgrundtiefen Schublade verschwinden, ich also im Zweifelsfall kein Absageschreiben bekomme, welches ich dann der Arge vorlegen könnte, als Beweis meiner Bewerbungsbemühung.

Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass man von einer Zeitarbeitsfirma jemals ein ablehnendes Schreiben bekommt, denn sie wollen dich doch fangen, damit sie ihren Personalbogen von dir ausgefüllt kriegen und alle deine persönlichen Daten in ihrer Kundenkartei haben.

Also wird man dann wohl "eingeladen" und dann hagelt's Angebote von unterbezahlter Sklaven-Arbeit, womit wir jetzt wieder beim Ausgangspunkt meiner Frage sind...


Hallo fragi,

hier kommen die Antworten ja schneller als ich schreiben kann...

Das ist 'ne super Idee, mit diesem Zusatz werde ich's auf jeden Fall auch probieren !!!

Ich habe mehrere Vorschläge für Zeitarbeitsfirmen bekommen und gleich nach diesen Stellen auf den jeweiligen Homepages dieser Firmen geschaut; bei keiner einzigen waren die vorgeschlagenen Jobs aufgeführt - alles Luftschlösser !!!

fragi
11.04.2008, 18:02
Ich kann mir nämlich kaum vorstellen, dass man von einer Zeitarbeitsfirma jemals ein ablehnendes Schreiben bekommt, denn sie wollen dich doch fangen, damit sie ihren Personalbogen von dir ausgefüllt kriegen und alle deine persönlichen Daten in ihrer Kundenkartei haben.

Ich hab jedes mal eins bekommen und zwar immer sehr schnell wegen meinem passus darunter :)

restart
11.04.2008, 18:06
Wenn ich mich aber bei der Zeitarbeitsfirma schriftlich bewerben würde, könnte ich doch bestimmt davon ausgehen, dass meine Unterlagen dort in irgendeiner abgrundtiefen Schublade verschwinden, ich also im Zweifelsfall kein Absageschreiben bekomme, welches ich dann der Arge vorlegen könnte, als Beweis meiner Bewerbungsbemühung. Eine Kopie deines Anschreibens reicht als Beweis aus. Von den kleinen Firmen, egal welchen Bereiches bekommt man sehr oft keine Absagen (kostet ja was).

Also wird man dann wohl "eingeladen" und dann hagelt's Angebote von unterbezahlter Sklaven-Arbeit, womit wir jetzt wieder beim Ausgangspunkt meiner Frage sind... Angebote kann es von denen doch ruhig hagel, die musst du ja nicht annehmen, denn die Rechtsfolgebelehrung bezieht sich nur auf Angebote von der ARGE.
Ohne Rechtsfolgenbelehrung keine Sanktion.

Auch finde ich den Text von fragi vorsorglich nicht schlecht.

dumpfbacke
11.04.2008, 18:54
Welche Sachen habt Ihr denn bei Euren Bewerbungen an Zeitarbeitsfirmen mitgeschickt?

Alles komplett - Anschreiben - Deckblatt - Lebenslauf - Zeugnisse?

Und dann so gestalten, dass man nur schriftlich erreicht werden kann?

Und habt Ihr die Referenznummer aus dem Vermittlungsvorschlag auch mit angegeben, damit die Leute die Bewerbung auch ihrem Stellengesuch zuordnen können?

Denn ich kann mir vorstellen, dass die da stapelweise Vermittlungsvorschläge von verschiedenen Kreisen rumliegen haben und da die Stellenbeschreibungen ja auch oftmals recht nebulös formuliert sind, wissen die vielleicht garnicht welche ihrer Gibtsgarnicht-Stellengesuche gemeint ist...

Ach ja, wenn ich diesen Passus von fragi auf dem Anschreiben mit druntersetze und dann, falls ich keine Antwort bekommen sollte, als Beweis meiner Bewerbungsbemühungen der Arge eine Kopie des Anschreibens vorlege, dann wäre mein "Geheimtrick" doch gegenüber meines Sachbearbeiters entlarvt, was ich eigentlich, wenn möglich, gerne vermeiden möchte.

Habt Ihr auch dafür 'ne Lösung?

fragi
12.04.2008, 10:25
Alles komplett - Anschreiben - Deckblatt - Lebenslauf - Zeugnisse?

Und dann so gestalten, dass man nur schriftlich erreicht werden kann?

Und habt Ihr die Referenznummer aus dem Vermittlungsvorschlag auch mit angegeben, damit die Leute die Bewerbung auch ihrem Stellengesuch zuordnen können?

Alles 3, ja!

Denn ich kann mir vorstellen, dass die da stapelweise Vermittlungsvorschläge von verschiedenen Kreisen rumliegen haben und da die Stellenbeschreibungen ja auch oftmals recht nebulös formuliert sind, wissen die vielleicht garnicht welche ihrer Gibtsgarnicht-Stellengesuche gemeint ist...

Bewerbung für den Arbeitsplatz als "Kloputzer für 3€ Brutto", Referenznummer BA "XYZABC"

Das in den " hab ich mir ausgedacht, aber so kann mans doch schreiben als überschrift um nen Zusammenhang herzustellen!

Ach ja, wenn ich diesen Passus von fragi auf dem Anschreiben mit druntersetze und dann, falls ich keine Antwort bekommen sollte, als Beweis meiner Bewerbungsbemühungen der Arge eine Kopie des Anschreibens vorlege, dann wäre mein "Geheimtrick" doch gegenüber meines Sachbearbeiters entlarvt, was ich eigentlich, wenn möglich, gerne vermeiden möchte.

Das ist kein Geheimtrick, sondern dein gutes Recht, auf Datenlöschung zu bestehen, sollten sie dich auf den Job nicht haben wollen.

Wenn du der ARGE das Anschreiben vorlegen willst, dann häng doch hinten an die Bewerbung noch ne Extra-Seite an, wo du entsprechende Passus ein wenig ausformulierter aufnimmst und drauf hinweist, dass du kein Interesse an ner Datensammlung in nem Pool hast. So beugst du evtl. Vorstellungsgespräch, wo du unterschreiben musst (vorm Gespräch) dass sie deine Daten speichern...

Jedenfalls ist so meine Erfahrung!

restart
12.04.2008, 12:12
Welche Sachen habt Ihr denn bei Euren Bewerbungen an Zeitarbeitsfirmen mitgeschickt?

Alles komplett - Anschreiben - Deckblatt - Lebenslauf - Zeugnisse? Anschreiben und Lebenslauf reicht bei einer Zeitarbeitsfirma auch, wenn du im Anschreiben die weiteren Unterlagen auf Verlangen in Aussicht stellst. Dann reicht also ein 55 Cent Brief.

Ein Deckblatt ist nur sinnvoll, wenn man eine komplette Bewerbungsmappe verschickt.

Codeman
12.04.2008, 13:10
Schliesse mich meinen Vorrednern an.Weniger gut kommt es auch,wenn du verschachtelte Sätze benutzt,die der Leser erst beim 2ten oder 3ten mal lesen versteht.

Ich habe jahrelang in Verkauf gearbeitet,heute arbeite ich überings ehrenamtlich bei der örtlichen XX, und habe dort,bei der XX,wie auch während meiner Zeit,wo ich dort und dort war,erfahrungen sammeln können.

Bringt nicht viel Lust wenn man als Personaler sich jeden Satz rausdenken muss.Auch schlecht ist die Referenznummernangabe.Damit hast du alle Anforderungen erfüllt und den Personaler erstmal wieder zusätzliche Arbeit bescherrt.Das wollen wir doch nicht.

Aber auch der Lebenslauf gibt ja wenig brauchbares her.Zum Beispiel steht bei mir unter Hobbys,falls ich diese hätte:

- aktiver Gewerkschaftler
- langjähriger Vertreter der JAV
- Mitglied Linkspartei

Das sind alles nicht grade sachen,die dazu führen eingestellt zu werden.Ein klassisches No-Go ist auch:

"Medikamtenbedingt ist mir das Führen schwerer Maschinen und Anlagen untersagt."

MfG
Codeman

dumpfbacke
13.04.2008, 11:43
Tolle Tipps und Anregungen - herzlichen Dank dafür !!!

restart, knickst Du echt Dein Anschreiben und Deinen Lebenslauf und stopfst ihn in einen kleinen Briefumschlag (2x falten)?
Gab es da noch nie Probleme mit der Arge? Ich könnte mir vorstellen, dass der Empfänger dann in sein Feedback-Formular einträgt, dass die Bewerbungsunterlagen nicht ordnungsgemäß waren...
Ist allerdings 'ne echte Portoersparnis.

Eine Frage habe ich jetzt doch noch...

Ich habe nämlich gerade auf einem meiner Vermittlungsvorschläge für Zeitarbeitsfirmen den nachfolgenden Satz gelesen:

"Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin. Ihr Ansprechpartner ist Herr X."

Ist mit diesem Satz festgelegt, dass ich mich wirklich nur per Telefon an den Herrn wenden darf (was dann natürlich 100%ig in einem: "Na dann kommen'se doch erstmal vorbei und stellen sich vor." enden wird) und es mir , falls ich mich "nur" schriftlich bewerbe, von den Arge Arbeitsberatern negativ ausgelegt werden kann, also Sanktionen aus der Rechtsfolgebelehrung drohen?

Ich habe nämlich auch Vermittlungsvorschläge für Zeitarbeit bekommen wo draufsteht, dass ich mich entweder schriftlich, per Email oder persönlich bewerben soll, ich also 'ne freie Entscheidung treffen kann.

restart
13.04.2008, 12:15
"Bitte vereinbaren Sie telefonisch einen Termin. Ihr Ansprechpartner ist Herr X." Du kannst dir wohl von deinem ALG II ein Telefon leisten? :)

Aber Spaß bei Seite. Klar "sollte" man eine Bewerbung in der Form machen, wie sie erwartet wird, ABER Kosten für ein Telefonat werden bekanntlich nicht von der ARGE übernommen. Du kannst nicht vorher wissen wie lang das wird und daher auch nicht die Kosten abschätzen, also bleibt nur die Aufforderung dich zu bewerben. Das kannst du eben auch schriftlich tun, Hauptsache du hast es (umgehend) getan. So kann es auch keine Sanktion geben.