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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Datenschutz beim Arbeitsamt ?????


burschulz
25.06.2005, 23:49
Darf ein Mitarbeiter vom Arbeitsamt fremden Leuten sagen das man Arbeitslos und Arbeitslosengeld 2 Empfänger ist ?
Ein Mitarbeiter hat einer Person erzählt das ich Arbeitslos bin und Arbeislosengeld 2 bekomme und diese Person erzählt diese Auskunft jetzt überall herum. Kann man was dagegen unternehmen?

Betroffener
26.06.2005, 00:39
:welcome: burschulz,

das ist ein ganz schwieriges Minenfeld.

Grundsätzlich darf das ein Mitarbeiter des Arbeitsamtes natürlich nicht. Das verstösst gegen seinen Amtseid (so er beamtet ist), das Dienstgeheimnis und natürlich auch gegen Deine informelle Selbstbestimmung, wenn da mit Deinen Daten rumgetratscht wird.

Nun ist natürlich die Frage, mit wem er sich da ausgetauscht hat und ggf. auch noch warum.
Ein Kollege aus dem Amt, mit dem er einen Fall diskutiert hat (auch das sollte ohne persönliche Daten nur allgemein geschehen) oder ausseramtliche Personen, die zu nichts bezüglich Geheimhaltung verpflichtet sind. Dann stellt sich die Frage nach der Beweisfähigkeit und nicht umfallenden Zeugen.

Wenn das alles sicher abgeklärt ist, könntest Du über eine Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses mit dadurch verursachter Rufschädigung nachdenken.

Da dies dem Mann so richtig Ärger einbringen wird, würde ich mir das gerade in einer kleinen Gemeinde, wo man sich immer wieder trifft, wirklich reiflich überlegen.
Vielleicht gibt es auch noch einen anderen Weg, z.B. die persönliche Aussprache?

ulysses
26.06.2005, 02:52
Das gleiche ist mir auch schon widerfahren. Da hat das Amt einer Person meines ehemaligen Arbeitgebers gegenüber weitreichende Auskünfte erteilt.

Das ärgert ungemein. Vielleicht sollte man in solchen Fällen auch mal die volle Härte walten lassen und 'Leistungskürzung' verhängen.

Sonst wird das noch zu gang und gebe ....


:evil:

Colatrinker
29.06.2005, 18:03
Kommt mir bekannt sehr vor
- je kleiner die Stadt je schlimmer ist das Getratsche.

Was willste machen? Dein "Banker" weiss auch alles über dich - meinst du der erzählt nix?.

Die tun sich alle nichts

Ich spreche da aus Erfahrung!

ALLGOTT
22.07.2005, 16:50
Bei uns in der ARGE sitzen 2 Bearbeiter in einem Raum, also kann der 2. Bearbeiter bwz. desssen "Kunde" alles mithören.
Außerdem können die Mitglieder des Kreistages namentliche Einsicht der ALG 2 Bezieher verlangen.
Schön- Oder?

StephanK
22.07.2005, 17:14
Bei uns in der ARGE sitzen 2 Bearbeiter in einem Raum, also kann der 2. Bearbeiter bwz. desssen "Kunde" alles mithören.Das ist ein häufiges Problem, das man nur dadurch lösen kann, dass man ausdrücklich einen Besprechungsraum ohne Mithörmöglichkeit verlangt. Man macht sich damit bei den Mitarbeitern der ARGE nicht beliebt, aber man hat ein Recht darauf und muss notfalls darauf beharren.
Außerdem können die Mitglieder des Kreistages namentliche Einsicht der ALG 2 Bezieher verlangen.
Schön- Oder?Das ist nun allerdings jenseits von Gut und Böse. Du hast nicht verraten, woher Du dieses Wissen beziehst, aber wenn es so stimmt, dann ist es dicker Skandal, der öffentlich angeprangert gehört.

ALLGOTT
22.07.2005, 17:20
Das wurde bei einer öffentlichen Sitzung selbst zugegeben.

StephanK
22.07.2005, 17:29
Ich denke, darüber solltest Du den Landesbeauftragten für Datenschutz informieren - und wenn die Lokalpresse was taugt und nicht nur ein Verlautbarungsblättchen für die lokalen Honoratioren ist, sollte die sich dafür auch interessieren.

Betroffener
22.07.2005, 18:03
Der Kreistag sitzt ja überlicherweise mit einigen Mitgliedern auch in der Geschäftsführung der ARGE - sodaß auch über diese Schiene vieles möglich ist.

Was ich für viel, viel schlimmer halte, ist die unprotokollierte Zugriffs- und Änderungsmöglichkeit nicht nur auf A2LL (das ist das Programm für die ALG II Bearbeitung und diverser anderer Dinge rings herum) sowie einer handvoll anderer Programme der Bundesagentur für Arbeit von der Nordseeküste bis ins tiefste Bayern hinein für jede(n) SachbearbeiterIn in jedem Amt, das damit zu tun hat bis runter auf die letzte Kommune.

Das ist ein viel schlimmerer Skandal.

Ich möchte nicht wissen, wieviele "gesponsorte" und "nur mal zum gucken" Abfragen da schon gelaufen sind.

Wenn dann auch noch in 2006 die Kontenüberprüfung so richtig funktioniert und massiv eingesetzt werden kann, wird das noch richtig lustig werden (können). Die Privatschnüffler wird es freuen.