Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sozialempfänger dürfen keine Ausländer heiraten
Tommi NRW
15.07.2006, 15:23
Gegen 14.00 Uhr strahlte NTV ein neues Vorhaben unserer grossen Koalition aus.
Nach bisher geltendem Recht, darf ein(e) deutscher Bundesbürger(in), der/die eine(n) ausländische(n) Bürger(in) heiratet, diese(n) nach Deutschland mitbringen. Ausländische Bürgerinnen und Bürger haben nach der Heirat mit dem/der deutschen Bürger(in), automatisch das Aufenthaltsrecht.
Dies soll auch so bleiben. Ausser der/die deutsche Bürger(in) lebt vom Sozialamt. Dann soll der/die ausländische Ehefrau(mann) kein Aufenthaltsrecht mehr bei uns bekommen.
Angeblich sollen dadurch Scheinehen verhindert werden.
Wer vom Sozialamt lebt, ist also ein potentieller Scheineheneingeher?
Verliebe z.B. ich mich in eine ausländische Frau, die hier kein Aufenthaltsrecht hat, soll ich künftig Deutschland verlassen, wenn ich sie heiraten will.
Wie weit darf der Staat noch in unsere Grundrechte eingreifen?
Per Hartz IV hat man ja schon viele Ehen und Partnerschaften getrennt, weil durch diese Gesetzgebung häufig beide Teile nicht mehr das Geld zum Überleben hätten, würden sie zusammen bleiben.
Es wird nicht mehr lange dauern, da wird man uns vorschreiben, in welcher finanziellen Situation ein(e) deutsche(r) Partner(in) zu sein hat, damit man sich mit ihm/ihr auf eine Beziehung einlassen darf.
Das kann doch alles nicht mehr wahr sein :patsch:
Gruß Tommi
StephanK
15.07.2006, 16:10
Der dahinter stehende Gedanke ist keineswegs neu und keineswegs "typisch deutsch". Es geht darum, Zuwanderung zu vermeiden, die allein oder überwiegend der Sozialleistungen wegen geschieht. Deswegen muss, wer ein Visum für Deutschland (aber auch für zahlreiche andere Länder) beantragt, nachweisen, wovon er hierzulande leben will. Das kann durch einen Arbeitsvertrag geschehen oder durch eine Art Bürgschaft eines hierzulande lebenden Menschen; das frühere Verfahren mit den "Schutzbriefen" (man erinnere sich der Querelen um die Erteilung von Visa durch deutsche Auslandsvertretungen in Südosteuropa) hat man aufgegeben. Einem Alg II-Bezieher ist die Abgabe einer solchen Bürgschaftserklärung praktisch nicht möglich - auch dann nicht, wenn die einreisende Person keineswegs die Absicht hat, hier Alg II zu beziehen (worauf sie ohnehin nur Anspruch hätte, wenn sie hier eine Arbeitserlaubnis bekommen kann).
Nun könnte man jemandem unterstellen, er oder sie würde, um dieses Problem zu umgehen, den oder die Ausländer/in eben heiraten. Wegen der mit einer Eheschließung einhergehenden weitreichenden Unterhaltspflichten halte ich eine solche Unterstellung allerdings für reichlich abwegig.
Die sog. Scheinehen-Problematik tauchte bisher vor allem im Zusammenhang mit Asylsuchenden auf, die vor (negativem) Abschluss ihres Asylverfahrens deutsche Staatsbürger/innen geheiratet hatten. Diese Eheschließungen haben in etlichen Fällen die ausländischen Ehegatten nicht vor der Abschiebung bewahrt, weil die Verwaltungsgerichte urteilten, den deutschen Ehegatten sei es zuzumuten, die Ehe im Heimatland ihres ausländischen Ehepartners zu führen.
Auf die Idee, die Eheschließungsfreiheit (ein durch Art. 6 des Grundgesetzes verbürgtes Grundrecht!) einzuschränken, ist allerdings bisher noch niemand gekommen. Aber es geht ja auch "nur" um das Aufenthaltsrecht, und man wird dann wohl genau so argumentieren wie bei den abgeschobenen Asylsuchenden... :x
Wenn man das nun wieder vorgesetzt bekommt, diesmal von der Kanzlerin höchstselbst! Das von Vizekanzler Franz Müntefering vorgelegte Hartz-IV-Fortentwicklungsgesetz hält sie für nicht ausreichend. "Ich glaube, dass wir bei der Überholung von Hartz IV über das Fortentwicklungsgesetz hinaus noch an den endgültigen Antworten arbeiten müssen."
Quelle (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,426873,00.html)
Das obige mit dieser Quelle (http://www.de.indymedia.org/2006/06/149090.shtml) zusammenbringt, wo es heißt:
Zusätzlich zu den bereits beschlossenen Verschärfungen beim Arbeitslosengeld-II planen derzeit offenbar einige CDU-geführte Bundesländer und Teile der Großen Koalition, im Rahmen eines weiteren "SGB-II-Optimierungsgesetzes" den Bezug von "öffentlichen Hilfeleistungen", namentlich Arbeitslosengeld-II ("Hartz-IV"), auf BesitzerInnen der deutschen Staatsangehörigkeit, oder allenfalls noch EU-BürgerInnen, zu begrenzen.
Ein entsprechendes Papier wurde in den vergangenen Tagen in die laufenden Verhandlungen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingebracht und erörtert.
Das Institut der Deutschen Wirtschaft liefert auch gleich mal ein paar aktuelle Zahlen:
Ausländer sind in den deutschen Arbeitsmarkt längst nicht so gut eingebunden wie ihre deutschen Mitbürger. Die Arbeitslosenquote der Menschen mit einem fremden Pass ist mit 23 Prozent momentan rund doppelt so hoch wie die der Deutschen. Dementsprechend nehmen Ausländer auch häufiger Sozialleistungen in Anspruch als Inländer. Unter den gut 5,2 Millionen Empfängern von Arbeitslosengeld II sind knapp 970.000 Ausländer. Das entspricht einem Anteil von 18,5 Prozent.
Quelle (http://www.iwkoeln.de/home.aspx?i=19426&t=27)
Ich denke da braut sich ordentlich was zusammen! Selbst, wenn du noch heiraten darfst, wirst du es aus finanziellen Gründen kaum noch können, bzw. eine Fernbeziehung führen müssen.
Die „endgültigen Antworten“ stehen aber noch aus! :shock:
Da Frage ich mich was sind eigentlich noch Menschenrechte und ein Recht auf ein Freies Leben. :patsch: :patsch:
Ich finde, man sollte keine Blockade den Ausländern gegenüber stellen. Einerseits finde ich das unfair von den ganzen Grundrechten her, aber andererseits geht das in Ordnung. Es können gerne Ausländer kommen, sie sollten aber auch sich selbst finanzieren können.
Von daher finde ich, dass der Ansatz schon in Ordnung geht.
Wenn du einen Menschen Liebst und ihn Heiraten willst dann macht man das auch. Egal aus welchem Land er oder sie kommt. Und das zu Verbieten grenzt schon an eine Zeit die wir Nie wieder haben wollen. :patsch: :patsch:
Von daher finde ich, dass der Ansatz schon in Ordnung geht.
Dem widerspreche ich.
Alle diese „Ansätze“ dienen dazu, unserer Gesellschaft in
eine 2-Klassen-Gesellschaft umzuwandeln und mehr und mehr Menschen auszugrenzen.
Was meine ich wohl damit? Es gab eine Zeit in unserem Land da wurden Menschen ausgegrenzt soll diese Zeit wieder kommen wenn wier nicht Aufpaßen ist es bald wieder so weit. Denn alle Kriege und Menschen Mord wurde immer von dem Großkapital Angezetelt unsere Regierung ist nur ein Spielball der Wirtschafts Bosse, der Börse , und dem Supper Mann oder auch Batmann genant ein Hura auf George aus USA. :shock: :shock:
Stimme Effge zu!
Möchte aber noch das „Dem widerspreche ich! unterstreichen!!!
Tommi NRW
20.07.2006, 11:53
Effge schrieb:
Alle diese „Ansätze“ dienen dazu, unserer Gesellschaft in
eine 2-Klassen-Gesellschaft umzuwandeln und mehr und mehr Menschen auszugrenzen.
Genau darin sehe auch ich das Hauptproblem. Weil man nicht in der Lage ist Arbeitsplätze zu erhalten, geschweige denn welche zu schaffen, sollen die Hartz IV-Opfer dieser Schildbürgerpolitik einmal mehr durch eine Entrechtung bestraft und ausgegrenzt werden.
Natürlich ist es in Ordnung das ein ausländischer Bürger, der zu uns kommt, auch für seine Existenz sorgen muss.
Gehe ich zwecks Arbeit ins Ausland, werden mich die Behörden u.A. auch auf meine finanzielle Absicherung hin (Arbeitsstelle) überprüfen, bevor ich eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung erhalte.
Das ist auch richtig und gut, aber eine andere Geschichte.
In diesem Fall hat man aber etwas anders vor. Deutsche Staatsbürger, die aufgrund sehr schwerer politischer Fehler zu ALG-2-Empfängern geworden sind, einmal mehr in ihren Rechten gegenüber denen zu beschneiden, die glücklicher Weise noch ihren Arbeitsplatz haben.
Dies stellt eine Diskriminierung von über 5 Mio. Menschen dar.
Was wäre, wenn ich zur Zeit der Heirat noch Arbeit habe, aber kurz nach der Eheschliessung arbeitslos werde?
Nach derzeit geltendem Recht hätte ich Anspruch auf mehr Wohnraum, Nebenkosten und ....und...und, als hätte ich eine deutsche Ehepartnerin.
Wie soll das künftig geregelt werden?
Wer ernährt dann meine ausländische Ehefrau, wenn ich ALG-2-Empfänger geworden bin?
Verbiete ich dem ALG-2ler diese Heirat, ist es für meine Begriffe nicht vertretbar, dem nach der Heirat zum ALG2-ler gewordenen, diese Gelder zukommen zu lassen. Schliesslich haben beide ALG-2ler, entsprechend ihres Einkommens, in unser System eingezahlt.
Wird ggf. in einem weiteren Schritt entschieden, dass der ausländische Ehepartner in diesem Fall wieder in seine Heimat geschickt wird....evtl. samt den aus der Ehe hervorgegangenen Kindern?
Die Eheschliessungsfreiheit würde damit für alle eingeschränkt, die Arbeitslos werden könnten.
Im Übrigen wäre eine Prozentzahl von Interesse, bei wievielen ALG-2-Empfängern diese nicht gerade gängige Konstellation, der Fall ist.
Meines Erachtens geht man zum X-ten Mal an irgendwelche belanglosen Kleinigkeiten heran, von denen niemand etwas haben wird (Arbeit schon gar nicht). Der Ausweitung unserer 2-Klassen-Gesellschaft wird es dagegen sehr zuträglich sein.
Allenfalls bekommt man mit diesem Herumgekrümel seine Amtszeit herum. Am geschicktesten ist unsere Politik sowieso nur dann, wenn es um die Lügen zur Wahl geht, damit man sich nochmal satt durchdiäten kann.
Gruß Tommi
StephanK
20.07.2006, 12:58
Im Übrigen wäre eine Prozentzahl von Interesse, bei wievielen ALG-2-Empfängern diese nicht gerade gängige Konstellation, der Fall ist.
Meines Erachtens geht man zum X-ten Mal an irgendwelche belanglosen Kleinigkeiten heran, von denen niemand etwas haben wird (Arbeit schon gar nicht). Der Ausweitung unserer 2-Klassen-Gesellschaft wird es dagegen sehr zuträglich sein.Damit dürftest Du sehr recht haben. Ich denke auch, dass das nur wenige Menschen betreffen würde (und dass es folglich um nicht nennenswerte Summen geht). Das macht es freilich nicht "harmlos", denn diese wenigen Menschen wären sehr schwer betroffen.
Unter dem Aspekt der Menschenrechte ist die Sache also durchaus ernst zu nehmen und sollte auch laut und deutlich angeprangert werden.
Unter dem Aspekt "Ausgaben für Sozialleistungen im Bundeshalt" hingegen handelt es sich schlicht um Kleckerkram; wahrscheinlich kostet die Einführung eines einzigen neuen Formulars bei den Alg II-Trägern mehr.
Es geht also einfach um Stimmungsmache - genau so wie letztes Jahr mit der Broschüre des Wirtschaftsministeriums über den angeblich so verbreiteten Missbrauch von Alg II-Leistungen. Genau deswegen sind solche Äußerungen auch ernst zu nehmen: sie sind ein Mosaiksteinchen der sozialen Ausgrenzung von Menschen, die durch Arbeitslosigkeit aus dieser "Erwerbsgesellschaft" ausgegrenzt werden. Besonders perfide ist daran, dass an Vorurteile gegenüber zwei Menschengruppen (Arbeitslose und Ausländer) appeliert wird. In dafür anfälligen Köpfen verstärken und festigen sich dadurch die entsprechenden Vorurteile.
Kugelkatzi
01.08.2006, 18:13
Also auch wenn ich Euch alle auf die Barrikaden bringe, aber ich denke, dass diese Idee nicht abwegig ist.
Klar, jeder kann sich verlieben wie er will. Und heiraten auch.
Aber wenn jemand hier in Deutschland von Hartz IV lebt, dann bekommt er damit gerade mal sich durch, wenn überhaupt.
Holt derjeinige nun einen ausländischen Partner nach Deutschland, dann wird der zu 99% nicht sofort am ersten Aufenthaltstag einen Job bekommen. Und dann fällt er dem deutschen Staat zur Last. Und das meist über Jahre.
Woher soll das Geld denn kommen? Aus welchem der leeren Töpfe soll man es denn kratzen?
Ich würde diese Regelung allerdings nicht so rausbringen, wie sie durch die Presse geistert.
Ich wäre für ein Prinzip wie Australien - um reinzukommen, musst Du Geld mitbringen. Und zwar so viel (und so angelegt), dass Du dem australischen Staat auch bei längerer Erwebslosigkeit nie auf der Tasche liegen wirst.
Ich wäre für ein Prinzip wie Australien - um reinzukommen, musst Du Geld mitbringen. Und zwar so viel (und so angelegt), dass Du dem australischen Staat auch bei längerer Erwebslosigkeit nie auf der Tasche liegen wirst.
Oder aber, wer Arbeit hat (zu deutschen Bedingungen & entsprechender Bezahlung) darf rein & bleiben. Wenn der Job verloren geht, ist das Land nach 1 Jahr Arbeitslosigkeit, also nach Auslauf der Arbeitslosenversicherung, zu verlassen.
Glaube da gibt es auch Länder die es so praktizieren & damit, soviel ich weiß, nicht schlecht fahren.
Die Ägypter
01.08.2006, 19:16
Wie theoretisch ist das - wenn es ohnehin nicht genügend Arbeit für alle gibt... oder sollen die Einheimischen dann auch das Land verlassen, wenn der angeheiratete Partner weg muss????
Bei einigen Beiträgen muss ich mich sehr wundern...
*Ironie on* vielleicht sollten wir alle das Land verlassen (müssen) bei anhaltender Arbeitslosigkeit *Ironie off*
In diesem Thread geht es auch um Ausgrenzung. Und ich finde nicht, dass gerade wir uns hier der Argumente der Politiker/Medien bedienen sollten, die eine Politik der Entsolidarisierung betreiben.
Dieser Staat ist nicht das Armenhaus der Welt und wir werden nicht an ausländischen Mitbürger/innen zugrunde gehen.
Wenn die gesamtgesellschaftliche Diskussion hin zu den alten verheerenden Traditionen des „Tretens“ auf den sozial noch Schwächeren gehen sollte, dann kann man/frau nur noch „Gute Nacht“ schreien, denn es ist aus meiner Sicht absolut ätzend, dass ALG II -Empfänger/innen diesen Irrsinn hier öffentlich unterstützen. :evil:
Die Ägypter
01.08.2006, 19:41
@effge, war mein Beitrag missverständlich =?
ich denke nicht... Sozialneid nach unten ist immer ein (negatives) Merkmal... Zielsetzung ist klar - oder?
Man nennt das Gegeneinander-Ausspielen...
Ausländer gegen ALG II-Bezieher - Grusi gegen ALG II Bezieher - ALG I-Bezieher gegen ALG II-Bezieher und Arbeitnehmer (die wenig verdienen) gegen ALG II-Bezieher und ALG II-Bezieher gegen ALG I-Bezieher etc pp.
man könnte die Liste endlos fortsetzen... lenkt "schön" von den wirklichen Ursachen ab! Schon traurig das alles!
Kugelkatzi
01.08.2006, 21:02
Ich unterstütze keinen Unsinn.
Und zum Thema "Dieser Staat ist nicht das Armenhaus der Welt" möchte ich auch noch was schreiben:
Wir haben hier einen Sozialstaat. Das haben wir alle uns erarbeitet, denn jeder hier in diesem Forum stand oder steht im Berufsleben und hat seinen Teil zur sozialen Absicherung getan.
Jahrelang ging das gut. Und Arbeitslosengeld diente zur Erhaltung des Lebensstandards. Dass dieses nun nicht mehr geht, sondern schlichtweg einfach nur eine Grundsicherung im allerkleinsten Rahmen passieren kann, ist nun mal so. Drauf rumzumeckern bringt gar nichts.
Nun schauen wir mal auf den Markt derer, die Deutschland wegen eines Jobs verlassen:
Akademiker, Ärzte, Leute mit irrsinnigem Arbeitswillen und dem Mut, irgendwo ins kalte Wasser zu springen. Oder Leute, die einfach ein schweinegeiles Angebot im Ausland bekommen haben und nun mal den Schritt wagen.
Diese Menschen überlegen sich das lange. Machen Sprachkurse, legen im Einwanderungsland Tests ab und steigen dort sofort in den Beruf ein.
Wer kommt aber hier her?
Sicherlich auch qualifizierte Leute, aber der Teil der Einwanderer, der mit dieser neuen Regelung angesprochen wird, kann weder deutsch, noch hat er eine Ausbildung, mit der man in Deutschland qualifiziert arbeiten kann.
Viele denken sich doch nur, hauptsache wir sind erstmal da.
Letzte Woche - diese Flüchtlingsboote vor der spanischen Küste. Marrokkaner drinnen.
"Wo wollt Ihr hin?" - "Deutschland"
"Warum?" - "Da gibts Arbeit"
"Kannst Du deutsch?" - "Nein, aber brauche ich doch auch nicht, ich will doch nur auf den Bau oder so"
Hola, ich denke "nur auf den Bau oder so" wollen zigtausende ALG II Empfänger auch. Und noch nicht mal die, die deutsch können, meist ne super Ausbildung haben und bereit sind, sich den Rücken krumm zu ackern - noch nicht mal die bekommen einen Job auf dem Bau.
Ich denke nicht, dass diese Regelung die Ausländer anspricht, die hierher kommen und schon einen Job in der Tasche haben und sofort ihre eigene Grundsicherung leisten können. Sondern es geht um die, die sich denken, wenn sie erstmal hier sind, dann kommen sie ja schon irgendwie an Kohle.
Bevor ich hier mit faulen Eiern beworfen werde:
Ich bin NICHT rechtsradikal. Jeder Flüchtling, der in seinem Land um Leib und Leben fürchten muss oder zu verhungern droht, soll meiner Meinung nach angemessene Hilfe erhalten, dazu sind wir Menschen untereinander verpflichtet.
Doch mit dieser Regelung wird ein Klientel angesprochen, was wirklich heikel scheint. Und irgendwo muss man den Riegel vorschieben.
Und nun was persönliches:
Ich bin keine ALG II Empfängerin und werde es auch nicht werden, da ich aufgrund meiner Ehe in einer Bedarfsgemeinschaft lebe.
Ich bin berufstätig und zahle fleissig in die Arbeitslosenversicherung ein. Nutzen werde ich sie höchstwahrscheinlich eh nie, denn so wie es aussieht, sind wir in ein paar Monaten eh nicht mehr hier in Deutschland.
Abgeworben. Nach Kanada. So schnell kanns gehen.
@Kristin, mein Beitrag bezog sich auf die Beiträge von Kugelkatzi und Trish. Das hätte ich besser herausstellen sollen. *Grummel* :oops:
Ich unterstütze keinen Unsinn. Hat keine/r geschrieben.
Wir haben hier einen Sozialstaat. Das haben wir alle uns erarbeitet, denn jeder hier in diesem Forum stand oder steht im Berufsleben und hat seinen Teil zur sozialen Absicherung getan.
Dem stimme ich nur bedingt zu, denn jede westliche Industrienation hat an der Ausbeutung der sog. 3. Welt reichlich Reichtümer angehäuft und betreibt dieses ehrenwerte Geschäft auch heute noch.
Und nicht erst seit der Gesetzgebung rund um Hartz I-IV kommen Flüchtlinge aus den sog. 3. Weltländern zu uns. Wir bedienen uns seit Jahrhunderten dieser Länder und ihrer Menschen. Und wenn ich das Wort „Ausbeutung“ hier schreibe, heißt dies nicht, dass ich ein „Linksradikaler“ bin.
Es ist schön, dass Du (wie wir alle) eine fleißige Beitragszahlerin bist, es ehrt Dich auch, dass Du Dir Gedanken um den Staatsruin machst, der durch Nichtbeitragszahler verursacht wird.
Bedenke aber, dass vielleicht gerade diese Menschen schon längst ihren „Beitrag“ bezahlt haben, denn so schnell kanns gehen.
Die Ägypter
01.08.2006, 22:28
Bevor ich hier mit faulen Eiern beworfen werde:
Ich bin NICHT rechtsradikal.
Irgendwo hatte ich so eine ähnliche Diskussion kürzlich... wo war das gleich...
Nein - das Thema war ein gänzlich anderes - da handelte es sich um bedürftige Kinder und die Unterscheidung woher sie kommen und wonach sich Bedürftigkeit eigentlich bemisst - am Grad des Verhungerns oder an anderen Dingen...
Und ich würde es nicht wagen, jemanden direkt als rechtsradikal zu bezeichnen... allerdings wirft auch deine sehr harsche Meinung Fragen auf, die ich allerdings zum Wohle dieses Forums besser runterschlucke (man lernt ja).
Wir haben hier einen Sozialstaat.
WO???
Wer kommt aber hier her? ….kann weder deutsch, noch hat er eine Ausbildung, mit der man in Deutschland qualifiziert arbeiten kann. Genau wie meine Frau vor einigen Jahren! Und?
Sondern es geht um die, die sich denken, wenn sie erstmal hier sind, dann kommen sie ja schon irgendwie an Kohle. Woran denkst du, wenn du an Kanada denkst?
Bevor ich hier mit faulen Eiern beworfen werde: Hab gerade keine!
Meine Frau hat anschließend die Sprache hier erlernt, ein Hochschulstudium absolviert und jobbt hier für ein paar Euro rum. Ihr Gehalt wird, weil ich arbeitslos bin, in der Bedarfsgemeinschaft angerechnet. Deshalb, weil ich arbeitslos bin, ist sie Hartz IV-Empfängerin.
Marrokkaner drinnen. Ach so!
„großes Kopschüttel“ stundenlang!
PS: @Kristin
Was bitte ist ein Grusi?
Kugelkatzi
01.08.2006, 22:42
@effge
Ich will Deine Meinung nicht in Frage stellen, denn schliesslich bist Du genau so erwachsen wie ich.
Aber ich habe meine eigene Meinung. Zu vielem, was hier im Forum diskutiert wird, äußere ich mich gar nicht, denn manches hier widerstrebt mir so dermaßen.
Ich gebe nur mal als Beispiel, dass hier, wenn hier von "Presse" die Rede ist, andauernd "Das neue Deutschland" und die "Junge Welt" zitiert wird. Schon alleine das finde ich so erschreckend, denn diese beiden Blätter sind in meinen Augen sogar noch eine Stufe unter der BILD. Ich bekomme das kalte Grausen, echt. Kein Wunder, dass hier manche rasend werden, wenn sie solchen Blättern Glauben schenken.
Aber schwenken wir zurück zu dem Thema hier.
Wir (Deutschland) haben nun mal nicht das Geld, um alle durchzubringen, die gerne davon was ab hätten. Wer daran Schuld ist, sei dahin gestellt. Ich sag nur "Rauchen für die Rente" :mrgreen: . Wir stopfen mit dem einen Geld Löcher, die wir gleichzeitig woanders wieder aufreißen.
Ich vertrete die Meinung, dass ein Land nach dem Prinzip "Macht auf die Tür´ die Tore" nicht auf Dauer überleben kann. Irgendwann knallts.
Es tut mir leid, um die Leute, die irgendwo in Slums dahinvegetieren müssen und sich nach den Beträgen, die wir hier Arbeitssuchenden zahlen, alle Finger lecken würden. Aber wir können davon nicht endlos abgeben.
Die Alternative wäre doch dann, Hartz IV und alle möglichen anderen Leistungen (Kindergeld ect) noch weiter zurück zu schrauben. Und wenn sowas in Deutschland durchkommt - Gnade uns Gott.
Und wenn Du meinst, wir hätten uns da schon genug "bedient".
Hä?
Egal was wir aus anderen Ländern geholt haben - man kann doch nicht alles Geld eines Staates (Deutschland) einfach in einen Topf werfen und daraus Sozialleistungen zahlen?
Das ist doch total unsinnig.
Kugelkatzi
01.08.2006, 22:51
Wir haben hier einen Sozialstaat.
WO???
Was soll das denn?
Es wird doch wohl keiner bestreiten, dass wir in einem Sozialstaat leben.
Wer kommt aber hier her? ….kann weder deutsch, noch hat er eine Ausbildung, mit der man in Deutschland qualifiziert arbeiten kann. Genau wie meine Frau vor einigen Jahren! Und?
Und? Wer hat damals Deiner Frau alles finanziert? Du doch sicherlich. Von dem Geld, was Du verdient hast.
Sondern es geht um die, die sich denken, wenn sie erstmal hier sind, dann kommen sie ja schon irgendwie an Kohle. Woran denkst du, wenn du an Kanada denkst?
An meine neue Arbeitsstelle und den Arbeitsvertrag, den ich unterschreiben werde, bevor ich hier die Zelte abreisse. Ich würde nie in ein fremdes Land auswandern, ohne von hier aus nicht zu wissen, wie ich mein Geld verdiene.
Du hast es übrigens gut verstanden, meinen Beitrag beim Zitieren so zu zerreissen, dass Du ihn falsch verstehen kannst.
Hier in diesem Forum scheint es nicht angebracht zu sein, eine andere Meinung zu haben und diese auch zu verkünden. So kann doch keine Diskussion entstehen.
Die Ägypter
01.08.2006, 23:00
PS: @Kristin
Was bitte ist ein Grusi?
:oops: sorry...
nicht ein Grusi sondern eine Grusi = Gundsicherung....
aber... grus(i)elig ist es allemal.... :engel:
Die Ägypter
01.08.2006, 23:05
Egal was wir aus anderen Ländern geholt haben - man kann doch nicht alles Geld eines Staates (Deutschland) einfach in einen Topf werfen und daraus Sozialleistungen zahlen?
Das ist doch total unsinnig.
Das wäre auch gar nicht nötig, wenn wir und andere Industrie-Nationen respektive ehem. Kolonialherren für das "Rausholen" zu irgendeiner Zeit auch nur annähernd angemessen bezahlt hätten... So haben wir uns aber lediglich bedient - und irgendwann rächt sich das - denn auch wir haben viele Jahre reichlich bon gelebt davon!
Übrigens.... bei den meisten Völkerwanderungen wurde in der Vergangenheit eher nicht nach dem "Willkommen" gefragt....
Kugelkatzi
01.08.2006, 23:13
Übrigens.... bei den meisten Völkerwanderungen wurde in der Vergangenheit eher nicht nach dem "Willkommen" gefragt....
Ich hab doch nicht gesagt, dass sie nicht willkommen sind.
Wenn wir doch wenigstens Arbeit für alle hätten. Dann könnte man sagen "Okay, komm her, bekommst n Sprachkurs und für 6 Monate ne Grundabsicherung und danach gehst Du in den Job".
Aber so ist es doch nicht. Das ist doch Utopie. Und deswegen kann es nicht auf Dauer gut gehen.
Und viele Länder der Erde lassen sowas nicht zu. Große Industrienationen. Größer als Deutschland.
Die Ägypter
01.08.2006, 23:22
ja... Europa liegt halt "ungünstig" dicht an Afrika... - ich meinte das mit dem "Willkommen" auch eher anders....
und...
... ich meinte schon auch uns in unserer Verantwortung - wir hatten reichlich Kolonien (http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kolonien) und mischen uns auch jetzt dort in Dinge ein die uns nichts angehen!
Sie werden uns nicht nach Arbeit fragen, wenn sie kommen, sondern nach Wasser und Brot.
Und viele Länder der Erde lassen sowas nicht zu. Große Industrienationen. Größer als Deutschland.
Mag sein... die Auswirkungen hingegen werden auch sie indirekt spüren.
Es wird doch wohl keiner bestreiten, dass wir in einem Sozialstaat leben. Auf dem Papier schon. Aber wenn ein Arbeiter 30 Jahre Arbeitslosenversicherung gezahlt hat und heute nur ein paar Monate Stütze bekommt, nenne ich das Betrug. Auch wenn ein Mitarbeiter im gehobenen Dienst bei einer Krankenkasse für die Nachbearbeitung von Sitzungen/Besprechungen bis zu 275€ täglich vergütet bekommt, während ein Arzt der seine Therapie gründlich macht dafür bestraft wird. Usw. …!
Wer hat damals Deiner Frau alles finanziert? Nein sie hat gejobbt und sich alles hart erarbeitet! Auch die Sprache.
Ich würde nie in ein fremdes Land auswandern, ohne von hier aus nicht zu wissen, wie ich mein Geld verdiene. Aha! Und, wenn du krank wirst, die Firma kränkelt oder…? Was soll daran falsch sein, wenn ein Marokkaner um sein Leben rudert?
Du hast es übrigens gut verstanden, meinen Beitrag beim Zitieren so zu zerreissen, dass Du ihn falsch verstehen kannst. Konnte man den falsch verstehen? Du hast ihn unzerissen hereingestellt, deshalb konnte ich ihn nur so verstehen, wie du ihn eingesetzt hast.
@Kristin
Ah, bin nicht drauf gekommen! Danke!!!
Hier in diesem Forum scheint es nicht angebracht zu sein, eine andere Meinung zu haben und diese auch zu verkünden. So kann doch keine Diskussion entstehen.
Das stimmt so nicht! Eine Diskussion kann auch nur dann entstehen, wenn man/frau auch auf Argumente/Einwürfe anderer eingeht.
Ich gebe nur mal als Beispiel, dass hier, wenn hier von "Presse" die Rede ist, andauernd "Das neue Deutschland" und die "Junge Welt" zitiert wird. Schon alleine das finde ich so erschreckend, denn diese beiden Blätter sind in meinen Augen sogar noch eine Stufe unter der BILD.
Das sei Dir unbenommen. Nur das zitieren aus anderen Publikationen sprich einer anderen Sichtweise ist noch lange kein Indiz für irgendwelche „Stimmungsmache“. Hier geht es um journalistische Vielfalt und ich bin froh (da ich nicht jede Zeitung kaufen kann) auch andere Meinungen zu lesen. Dem solltest Du Dich vielleicht auch stellen und es auch aushalten.
Wenn nicht, bleibt nur noch die Auswanderung. Vielleicht nach Kanada? ;-)
Egal was wir aus anderen Ländern geholt haben…
Und das ist in meinen Augen eine Ausblendung der tatsächlichen Geschehnisse und Gegebenheiten, nicht nur was die Vergangenheit betrifft, sondern was tagtäglich noch immer aus anderen Ländern herausgeholt wird. Wir „holen“ nicht die Menschen aus diesen Ländern, sondern Rohstoffe und Erzeugnisse, die auch Du für „kleines“ Geld beim Discounter und Billig-Klamotten-Laden kaufen kannst. Wen wundert es, dass die Menschen, die ihrer Bodenschätze beraubt werden auch mal „live“ erleben wollen, wie ihre hergestellte Ware in unseren Läden angeboten werden? So könnte man es sehen, war aber nur ein Bildnis!
Fakt ist und bleibt, dass diesen Menschen die Lebensgrundlage von „uns“ genommen wird und „wir“ uns über die daraus entstehenden Konsequenzen nicht allzu lauthals mokieren sollten. Und da ist es von erheblich geringem Interesse, ob Du 1 oder 100 Jahre in die „Sozial“kasse eingezahlt hast.
Von wesentlich größerem Interesse scheint mir die Frage zu sein, warum ehemalige Arbeitslose, die endlich wieder Arbeit gefunden haben, größte Wertsteigerung auf die Betonung „Leistungen“ und das „fleißige“ bezahlen der Arbeitslosenversicherung legen? :shock:
Kugelkatzi
01.08.2006, 23:43
Aber wenn ein Arbeiter 30 Jahre Arbeitslosenversicherung gezahlt hat und heute nur ein paar Monate Stütze bekommt, nenne ich das Betrug.
Das siehst Du so. Ich nenne es Sozialstaat, wenn dieser Arbeitnehmer dann bis zur Rente eine Grundsicherung bekommt.
Und wenn gleichzeitig auch derjeinige, der gleich nach 3 Jahren Ausbildung arbeitslos wird und nicht mehr auf die Füße kommt, dieses Geld eben über 40 Jahre bezieht.
Aha! Und, wenn du krank wirst, die Firma kränkelt oder…?
Klar, das kann alles passieren. Aber mit dem Moment, in dem ich dort meinen ersten Arbeitstag habe, zahle ich in eine Krankenkasse und diverse Versicherungen ein. Das regelt alles der Arbeitgeber, die wissen, was man braucht und stellen einem das aufgeschlüsselt dar.
Nur habe ich als Ausländer dann keinen Anspruch auf staatliche Leistungen wie Sozialhilfe oder so. Rente schon, wenn ich bis zum Rentenalter zahle. Doch wenn ich arbeitslos werde, dann muss ich gucken, wo ich bleibe.
Das Risiko ist mir bewusst. Ich weiß doch aber heute noch nicht, ob ich mein restliches Leben in Kanada verbringe. Ich werde diese Woche 30 und habe schon des öfteren im Ausland gearbeitet. USA, Israel, Schweiz. Mal mit deutschem Arbeitgeber und entsprechenden Absicherungen, mal bei inländischen Firmen mit dem entsprechenden Risiko.
Was ich mir in all dieser Zeit aber beibehalten habe, sind Versicherungen wie eine Kapital-Lebensversicherung, eine Unfallversicherung die auch im Ausland zahlt, eine Berufsunfähigkeitsversicherung die mich auch im Ausland absichert. Kostet alles ein Schweinegeld, aber ich bin ja auf meine Sicherheit bedacht.
Was soll daran falsch sein, wenn ein Marokkaner um sein Leben rudert?
Nichts. Das finde ich schrecklich entsetzlich, was diese Menschen mitmachen müssen.
Doch würde mich mal interessieren, was denen in ihrer Heimat erzählt wird. Denn wenn ich mich zB mit ehemaligen Kollegen aus Israel austausche, die wissen gar nicht, dass wir hier Massen von Arbeitslosen haben und selber alle am Rudern sind.
Die Ägypter
01.08.2006, 23:55
Aber wenn ein Arbeiter 30 Jahre Arbeitslosenversicherung gezahlt hat und heute nur ein paar Monate Stütze bekommt, nenne ich das Betrug.
Das siehst Du so. Ich nenne es Sozialstaat, wenn dieser Arbeitnehmer dann bis zur Rente eine Grundsicherung bekommt.
Ach ja? Weil der Betreffende sich das folgende bereits nach einem Jahr nicht mehr leisten kann:
Was ich mir in all dieser Zeit aber beibehalten habe, sind Versicherungen wie eine Kapital-Lebensversicherung, eine Unfallversicherung die auch im Ausland zahlt, eine Berufsunfähigkeitsversicherung die mich auch im Ausland absichert. Kostet alles ein Schweinegeld, aber ich bin ja auf meine Sicherheit bedacht.
denn:
Kostet alles ein Schweinegeld
ja... eben...
Und manchmal kosten 12 Monate ALG I und knapp 6 Monate ALG II sogar ein "Klein-Häuschen"....
Nicht wirklich sozial - gell?
.................................................. .................................................. .
aber das ist hier ja nicht Thema - lassen wir die rudernden Marokkaner doch mal beiseite.... wie sieht es denn mit rudernden Nigerianern aus = immer noch die gleiche Meinung?
die wissen gar nicht, dass wir hier Massen von Arbeitslosen haben und selber alle am Rudern sind.
Eben... wir rudern - aber noch hungern wir nicht!
Kugelkatzi
01.08.2006, 23:57
Nur das zitieren aus anderen Publikationen sprich einer anderen Sichtweise ist noch lange kein Indiz für irgendwelche „Stimmungsmache“. Hier geht es um journalistische Vielfalt und ich bin froh (da ich nicht jede Zeitung kaufen kann) auch andere Meinungen zu lesen. Dem solltest Du Dich vielleicht auch stellen und es auch aushalten.
Ich halte das auch aus, doch wundert es mich, dass ich alleine heute, wo ich hier quer gelesen habe, nur aus der "Jungen Welt" und dem "Neuen Deutschland" gelesen habe. Wo sind die anderen Zeitungen? Ich meine, es ist klar, dass gerade diese beiden Zeitungen sehr reißerisch schreiben, denn sie sind ein Überbleibsel der DDR und sprechen natürlich bevorzugt die Leute an, die sie kaufen - und das sind nunmal zumeist die Leute aus den neuen Bundesländern, in denen das Thema Hartz IV ja noch mehr brennt als in NRW oder Bayern.
Gut, hier reden wir von NTV. Immer noch besser als die Leute von Sat1, die heute Morgen allen Ernstes verkündet haben, ab 1.1. müsste jeder ALG II Empfänger Mo - Fr von 8 bis 20 Uhr zu Hause bleiben.
Einfach mal die Rubrik ALN-Robot betrachten!
Denn wenn ich mich zB mit ehemaligen Kollegen aus Israel austausche, die wissen gar nicht, dass wir hier Massen von Arbeitslosen haben und selber alle am Rudern sind.
Danke für die Vorlage!
Von Israel ist es ja nicht allzu weit nach Palästina oder Libanon und selbst der Norden von Israel müsste ja noch zu Israel gehören?
Und auch in diesen Ländern ist der jahrzehntelange Konfliktherd ursprünglich durch westliche Länder und insbesondere durch das 1000-jährige Reich (welches glücklicherweise nur 12, dafür aber umso schlimmere, Jahre gewährt hat) entstanden.
Ich bin mir sicher, dass die Menschen lieber hier bei uns „rudern“ würden.
Ich denke du schweifst ab. Meine Frau ist hier, wie tausend andere auch, mit Null angefangen. Warum nicht ein Marokkaner? Was ich mir in all dieser Zeit aber beibehalten habe, sind Versicherungen wie eine Kapital-Lebensversicherung, eine Unfallversicherung die auch im Ausland zahlt, eine Berufsunfähigkeitsversicherung die mich auch im Ausland absichert. Kostet alles ein Schweinegeld, aber ich bin ja auf meine Sicherheit bedacht.
Dazu hast du, so scheint’s, die finanziellen Mittel. Hat halt nicht jeder. Die Ruder(Rettungs)boote der Titanic waren auch nicht voll besetzt. Geld verleiht Auftrieb!
Das finde ich schrecklich entsetzlich, was diese Menschen mitmachen müssen. Wie wäre es mit einer Spende, bei so viel Mitleid?
Kugelkatzi
02.08.2006, 00:14
Und auch in diesen Ländern ist der jahrzehntelange Konfliktherd ursprünglich durch westliche Länder und insbesondere durch das 1000-jährige Reich (welches glücklicherweise nur 12, dafür aber umso schlimmere, Jahre gewährt hat) entstanden.
Das stimmt so nicht.
Der Konfliktherd dort unten entsteht nicht durch die Einmischung vom Westen. Sondern weil dort uralte religiöse Konflikte schlummern. Die jetzt aufzudröseln, würde den Rahmen sprengen.
Auf jeden Fall kloppen die sich da schon seit über 1000 Jahren immer mal wieder. Der Eine beruft sich auf die Bibel, der Andere ist der Meinung, Moses hätte aber was ganz anderes gewollt.
Das 1000jährige Reich hat damit nichts zu tun. Auch der Westen an sich nicht, denn als die Konflikte dort unten losgingen, hat sich hier bei uns noch Ronja Räubertochter mit den Galliern gekloppt.
Kugelkatzi
02.08.2006, 00:21
Ich denke du schweifst ab. Meine Frau ist hier, wie tausend andere auch, mit Null angefangen. Warum nicht ein Marokkaner?
Okay, halt:
Deine Frau kam nicht hierher, nachdem Du sie geheiratet hast, sondern sie war schon hier, als Ihr Euch kennen gelernt habt?
Und wenn Du nun fragst, was das für einen Unterschied macht:
Diese Regelung hier ist dafür gedacht, aus Hartz IV Empfängern keine Bedarfsgemeinschaften mit einem ausländischen Ehepartner zu machen.
[ot]
Der Konfliktherd dort unten entsteht nicht durch die Einmischung
vom Westen.
Nun, war es nicht der "Westen" der die armen, armen, von aller Welt verfolgten, herzensguten & überheiligen Israelis nach da runter geschickt hat, die eigentlichen Länder zerschlagen, den Israelis etwas davon zugesprochen, obwohl sie gar kein "Recht" darauf hatten?
So seh ich das...
Wie würdest Du reagieren, wenn Du plötzlich einfach enteignet würdest? Glücklich wärst Du da auch nicht drüber & würdest Dich wehren.
Da aber die Israelis auf den "Schätzen" des Landes sitzen & mal eben nach Bedarf, schließlich müssen ja die Gärten gewässert werden, dem Rest des Landes das Wasser abstellt, ist es doch kein Wunder das die anderen sich "mit ihren Mitteln" wehren.
Natürlich hängt da auch ein Religionenkonflikt mit dran, aber der "Auslöser" ist & wird immer wieder sein, das Verhalten der Israelis...
Diese Regelung hier ist dafür gedacht, aus Hartz IV Empfängern keine Bedarfsgemeinschaften mit einem ausländischen Ehepartner zu machen.
Ich breche den Dialog hier erst mal ab.
:shock:
Die Ägypter
02.08.2006, 01:11
... und ich bin ziemlich geschockt...
Rufen wir uns doch mal in´s Gedächtnis zurück, wie schnell man im ALG II-Bezug sein kann... die 12 Monate (18 Monate bei über 55-jährigen) ALG I-Gnadenfrist sind immer noch - und werden zunehmend Maximalwerte darstellen!
Irgendwann werden die erzielten Löhne und Gehälter (und somit die Sozialabgaben!!!!) so niedrig sein, dass ALG I ohne aufstockenden ALG II-Bezug nicht zum Leben reicht...
Das heißt - man manövriert sich von einem Niedrig-Aufstocker-Job zum anderen ALG I-Ergänzer ALG II-Bezug hin und her - und hätte theoretisch so nie das Recht, sich in einen Ausländer zu verlieben - jedenfalls nicht so, dass man ihn auch heiraten dürfte...
Ich glaube es hackt... und klinke mich hier auch erst einmal aus...
Ich breche den Dialog hier erst mal ab.
Ich glaube es hackt... und klinke mich hier auch erst einmal aus...
Schließe mich Euch beiden an.
:shock: :shock: :shock:
VIERZEHNNOTHELFER
02.08.2006, 08:41
bitte, bitte mal ein Geschichtsbuch lesen! Bitter nötig.
Mein Vater hätte gesagt "Ein durch keinerlei Sachkenntnis
getrübtes Urteil"
Tommi NRW
05.08.2006, 12:34
nefertari1968 schrieb:
*Ironie on* vielleicht sollten wir alle das Land verlassen (müssen) bei anhaltender Arbeitslosigkeit *Ironie off*
Das wird aus meiner Sicht schon bald keine Ironie mehr sein, Nefertari ;-).
Man achte mal auf die Häufigkeit der Fernsehsendungen, in denen man uns deutsche Auswanderer vorführt.
Man hat eine regelrechte Werbekampagne zum Thema "Arbeiten im Ausland" aufgezogen.
Was will man uns wohl damit suggerieren?
Für mich sind diese Sendungen ein richtungsweisendes Signal für das, was die Politik künftig mit uns vor hat.
Vorläufig zeigt man es uns noch auf die freundliche Art ......
Gruß Tommi
StephanK
05.08.2006, 13:48
Für mich sind diese Sendungen ein richtungsweisendes Signal für das, was die Politik künftig mit uns vor hat.
Vorläufig zeigt man es uns noch auf die freundliche Art ...... Mit dieser Einschätzung könntest Du durchaus recht haben!
Wenn wir mal 150 Jahre zurück schauen auf die damalige Welle der Auswanderung Deutscher in die USA, dann sehen wir, dass darunter auch eine Menge "Wirtschaftsflüchtlinge" waren, die der ökonomischen Perspektivlosigkeit in ihrem Heimatland einen risikoreichen Neuanfang auf der anderen Seite des Atlantiks vorgezogen haben. Bei den meisten dieser Menschen war es wohl nicht ganz so krass wie bei den zeitgleichen Hungerflüchtlingen aus Irland und es waren bei den deutschen Auswanderern auch einige dabei, die eher politische oder religiöse Motive dafür hatten, aber die Mehrzahl dürfte aus wirtschaftlichen Gründen dieses Land verlassen haben - und bei den damaligen sozialen Verhältnissen wurde ihnen no future auf sehr "unfreundliche Art" signalisiert. Man kann aber schon die eine oder andere Parallele zur Gegenwart sehen...
Nur ist es merkwürdig, dass zur gleichen Zeit in manchen Branchen Fachkräftemangel beklagt und gesteuerte Einwandung durchaus gefördert wird. Ich will mit dieser Bemerkung keinen ausländerfeindlichen Ton hier hineinbringen und kann auch nachvollziehen, dass trotz Massenarbeitslosigkeit Deutschland nach wie vor ein Land ist, dass zumindest in manchen Aspekten attraktiv für Zuwanderer ist. Aber manchmal kommt es einem fast so vor, als ob den Wirtschaftsbossen das Volk nur noch als "großer Lümmel" (Heinrich Heine) erschiene und sie sich lieber ein neues selbst zusammenbasteln würden, frei nach dem Motto: "Ältere, Kranke, Behinderte, Zweifelnde und Nachdenkliche raus, die stören nur die Geschäfte!"
Wenn wir mal 150 Jahre zurück schauen auf die damalige Welle der Auswanderung Deutscher in die USA, dann sehen wir, dass darunter auch eine Menge "Wirtschaftsflüchtlinge" waren, die der ökonomischen Perspektivlosigkeit in ihrem Heimatland einen risikoreichen Neuanfang auf der anderen Seite des Atlantiks vorgezogen haben.
Da möchte ich gerne eine „Anekdote“ zu beisteueren. Ich habe mich im letzten Jahr mit dem Thema Auswanderung eben jener Zeit befasst, insbesondere die Auswanderung der jüdischen Mitbürger/innen. Über einen persönlichen Kontakt zu dem Leiter einer Gedenkstätte in einer ehemaligen Synagoge erfuhr ich Folgendes:
Ende des 19. Jahrhunderts wanderte eine Frau aus Dornum (Ostfriesland) in die USA aus. Sie brachte dort einige Kinder zur Welt, die dann Anfang des 20. Jahrhunderts mit einigen Filmen für Furore sorgten. Nebenbei erhielt Marylin Monroe in dem letzten Filme dieser Truppe ihre erste Leinwandrolle. Es waren die Marx-Brothers. :-)
Tommi NRW
05.08.2006, 17:00
StephanK schrieb:
Nur ist es merkwürdig, dass zur gleichen Zeit in manchen Branchen Fachkräftemangel beklagt und gesteuerte Einwandung durchaus gefördert wird.
Daran kann ich mich noch gut erinnern. Ex-Kanzler Schröder stapfte über die Computermesse in Hannover. Dort vertretene Firmen hatten ihm eingeimpft, dass sie keine Fachkräfte mehr im Bereich EDV bekämen. Sofort beschloss Schröder, per Green-Card die geforderten Fachkräfte ins Land zu holen, während ich als Informatiker arbeitslos zu Hause sitze und aus irgendwelchen, von den Firmen an den Haaren herbeigezogenen Ausreden, keine Anstellung bekam.
Es dauerte nicht lange, bis man auch den Handwerker "importieren" wollte, der hierzulande entsprechend unserer hohen Anforderungen, gut qualifiziert und arbeitswillig auf der Strasse sitzt :patsch:
Letzenendes sind die Fluten von Informatikern und Facharbeitern meines Wissens ausgeblieben.
Einen Fachkräftemangel haben wir auch nicht. Dafür haben wir eine Regierung, die alle Register zieht um die Arbeitsuchende Bevölkerung als faul und dumm hinzustellen. So will man verhindern, dass Politikers Unfähigkeit nicht den Volkswunsch nach "importierten" Politikern aufkommen lässt.
StephanK schrieb:
Aber manchmal kommt es einem fast so vor, als ob den Wirtschaftsbossen das Volk nur noch als "großer Lümmel" (Heinrich Heine) erschiene und sie sich lieber ein neues selbst zusammenbasteln würden, frei nach dem Motto: "Ältere, Kranke, Behinderte, Zweifelnde und Nachdenkliche raus, die stören nur die Geschäfte!"
Genau so denke ich auch darüber. Wobei die Denker und Zweifler die schlimmsten Staatsfeinde im Sinne der Regierung sind, weil man sie nicht so einfach abservieren und gegen das eigene Volk aufhetzen kann.
Gruß Tommi
…Volkswunsch nach "importierten" Politikern…
Je mehr ich darüber nachdenke um so mehr halte ich diese Idee für famos :!:
Das hat was…
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