Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Meine Gegenwehr
Ich bekam einen Brief vom Arbeitsamt. Dort stand, dass ich zu einer Info für einen 1- Euro- Job am 22.06.05 erscheinen soll. Die Maßnahme beginnt voraussichtlich am 01.07.05. Um diesen Job aus dem Wege zu gehen, meldete ich mich beim Arbeitsamt per Krankenschein krank. Am 25.06.05 erhielt ich wieder ein Schreiben vom Arbeitsamt. Darin wurde mir mitgeteilt, dass ich eine 10% Sperre für 3 Monate bekomme, wegen Nichterscheinen zu diesem Termin. Ich hätte auch keinen wichtigen Grund angegeben.
Meine Frage wäre dazu: Muss ich meinen "Fallmanager" noch extra anrufen oder bin ich im Recht, in dem ich den Krankenschein bei der Anmeldung (so ist es bei uns üblich) abgegeben habe? Was kann ich tun?
Am 30.06.05 soll ich bei meinem "Fallmanager" zum Gespräch antanzen. Muss ich einen Widerspruchschreiben mitnehmen? Wie ist der Werdegang?
Betroffener
27.06.2005, 11:59
:welcome: venus
mit einer Krankschreibung kommst Du nicht grundsätzlich um die "Arbeitsgelegenheit" herum.
Egal wie man/frau zu diesr Art von Maßnahmen steht ist dies der falsche Weg.
Nun stellt sich die Frage, ob die Abgabe des Krankenscheines beim Amt unstrittig ist (also belegbar ist oder nicht).
Wenn Du die Abgabe nachweisen kannst, bist Du (erstmal) aus dem Schneider.
Zu allererst (vorrangige Maßnahem in der Amtssprache) sollte überhaupt erst mal eine Eingliederungsvereinbarung abgeschlossen werden (die möglicherweise daraus entstehenden Arbeitsgelegenheiten sind nachrangig und eigentlich das letzte der zur Verfügung stehenden Instrumente)
Zum Thema Eingliederungsvereinbarung solltest Du Dich hier informieren und auf gar keinen Fall sofort unterschreiben, sondern Dir erst Bedenkzeit zur Prüfung erbitten.
Bitte hier nachlesen - und auch die PDF-Datei runterladen (ggf. Anmeldung im Portal nötig!)
Eingliederungsvereinbarung - was will das Amt -was wollen wir? (http://www.arbeitslosennetz.de/forum/faq.php#22)
Dann weisst Du genau, worum es geht.
Auf jeden Fall darf es keine einseitige Veranstaltung des Forderns werden, sondern Du musst Deine Belange (Fördern) da auch berücksichtigt finden und darfst auch nicht überfordert werden (z.B. Vorgabe 50 Bewerbungen monatlich) und auch Dinge wie Abewesenheitszeiten (Urlaub) usw. in Deinem Sinne berücksichtigen.
Dass eine "Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung" eine Förderung ist, stellt zwar in 99,9% aller Fälle den Witz des Jahrhunderts dar, aber das kann nur die Politik wieder ändern.
Zum Gespräch musst Du nichts besonderes mitnehmen. Du kannst alles auch vor-Ort (im Zimmer des Sachbearbeiters) zur Niederschrift geben - das heisst, Du diktierst ihm das und er muss es es aufnehmen - wobei er Dich auch noch beraten und unterstützen muss.
Wenn er das nicht tun will - den Teamleiter verlangen.
Die Eingliederungsvereinbarung habe ich schon vor langer Zeit unterschrieben. Es sind aber keine Zahlen in punkto Bewerbungen darin. ch denke auch im nachhinein, dass der Vertrag i.O. ist. Die Abgabe des Krankenscheins habe ich mir nicht quittieren lassen. Die Abgabe kann ich also nicht beweisen. Wie sieht es aus, wenn ich andersherum komme und so tue als ob ich keine Einladung ihrerseits erhalten habe? Können die einfach so, ohne eine Anhörung mir das Geld abziehen? Bis jetzt wurde ich nicht mal angehört.
Betroffener
27.06.2005, 14:08
Hallo venus,
das ist ein schwieriges und weites Feld.
Es steht Aussage gegen Aussage in jedem Fall.
Bei der Post verschwinden täglich und immer mehr Sendungen (auch durch Outsourcing an Subunternehmer mit machmal zweifelhaften Mitarbeitern - dazu gabe es auch im Forum mal einen längeren Bericht aus dem Spiegel-Online: "Post im Teich" oder so ähnlich) und im Gegenzug kannst Du nicht beweisen, das die Krankschreibung im Amt eingetroffen ist - falls diese dem "Fallmangler" nicht inzwischen vorliegen sollte - was zu hinterfragen ist wegen der langen hausinternen Laufzeiten.
Vielleicht hat er diese ja inzwischen auf dem Tisch und möchte auch darüber mit Dir gerne sprechen für einen neuen Termin für eine "Arbeitsgelegenheit" und die Leistungskürzung zurücknehmen?
Auf jeden Fall solltest Du Deine Kopie der Krankschreibung mitnehmen und ggf. Stein und Bein schwören direkt nach dem Arztbesuch diese beim Amt bei Frau/Herrn xyz (vorher nochmal an der Rezeption nach dem Namen schauen!) persönlich am Tage X abgegeben zu haben. Vielleicht hast DU ja zusätzlich noch die Quittung über die 10 Euro Praxisgebühr - wenn es Dein Erstbesuch im Quartal war.
Ein schaler Restgeschmack und Restzweifel werden trotzdem bleiben ...
Schneida
27.06.2005, 22:21
Unterlagen immer quittieren lassen
Bitte an alle Nutzer und alle Menschen, die damit zu tun haben:
Gebt als Parole heraus, mündlichen Auskünften nicht einfach zu vertrauen und immer alles schriftlich bestätigen zu lassen. Alle eingereichten Schriftstücke immer in Kopie mit Empfangsbestätigung. Bitte weiter verbreiten.
Biberzahn
28.06.2005, 12:30
Hallo,
ich kann da nur zustimmen. Ich habe von Anfang an alles kopieren, stempeln und gegenzeichnen lassen. Wie sich im nachhinein gezeigt hat war das Goldrichtig, den so konnte ich jeden Gang zum Amt, jedes Schreiben usw. belegen und lückenlos aufzeigen was bisher alles gelaufen ist.
Gruß
Biberzahn
Hallo alle zusammen,
Hier mein Bericht über den Ausgang: Der Krankenschein hat sich angefunden und um die Maßnahme kam ich erstmal herum, ich sollte "im Grünen" arbeiten. Da mein Fallmanager aber unbedingt für mich etwas tun wollte, habe ich ein anderen Ein-Euro-Job bekommen. Dieser gefällt mir aber, da er in mein Hobbybereich liegt. Ich soll für Schulen etc. Computer reparieren.
Das macht mir soviel Spass, dass ich gern eine Verlängerung haben möchte, die mir aber vom Arbeitsamt verwehrt wird.
Gibt es hierzu irgendwo Gesetze oder Vorschriften auf die man sich berufen kann?
Mit freundlichen Grüßen
venus
Betroffener
11.12.2005, 17:04
Hallo Venus,
leider nein - aber da es sich auch um eine Ermessensfrage handelt, hilft nur Bohren am richtigen Brett ....
@ Venus,
hallo Venus, ich mach auch einen 1 euro Job an einer Schule, warte Schüler-PCs in den Klassen und deren Computerraum, mach ich jetzt 4 Monate, ist super, kann man noch was dazulernen. (auch wenn ich jetzt hier von einigen wieder als "ausgenutzter Naivling" in der Luft zerrissen werde...)
Ich möchte auch unbedingt verlängern, da ich auf 1 Euro Job in einer Frittenbude oder so nicht die geringste Lust habe.
Als ich bei meinem Fallmanager vorsprechen wollte wegen der Verlängerung, hat man mich nichtmal vorgelassen: "Nein, es gibt keine Verlängerung, andere wollen auch mal ran ... etc bla bla" .
Nun, wenn es wirklich auch Ermessenssache ist, dann auch andersherum versuchen, was wir demnächst auch so machen wollen:
Der Schulleiter soll den Antrag auf Verlängerung beim Schulamt einreichen, denn das sorgt ja für den Jobber-Nachschub, am besten mit dem Argument, daß ja "die Einarbeitung im PC bzw. Schulnetzbereich sehr lange dauert bla...lohnt sich nicht, extra jemand neuen anzulernen bla..."
Könnte mir vorstellen, daß das hinhauen würde, hoffe ich jedenfalls für uns beide. Wenn du Erfolg hast, poste nochmal, ich wünsch dir Glück.
Es ist auch gut, daß hier einige sehen, daß es auch 1 Euro Jobs gibt, mit denen man wirklich was anfangen kann - ich komm aus der Schulung, mir fehlt die offizielle "praktische Erfahrung" - hier kann ich sie kriegen.
Na denn Gut bastel... Meli
:engel:
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