Betroffener
19.07.2006, 08:08
Folgende Meldung der MAZ vom 19.07.06 stimmt bedenklich.
Mit der Arbeitsagentur schien es geklappt zu haben, die ArGen mauern aber anscheinend:
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Niemand interessiert sich für Jobs in der Luftfahrt
Märkische Allgemeine Zeitung vom 19.07.06 (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10749859/485072/)
Weiterbildungsträger Trainico bleibt auf mehr als 100 Stellen sitzen / Arbeitsagenturen zur Kooperation bereit
SCHÖNEFELD Rainer Schillo hat, was viele suchen: attraktive Arbeitsplätze. Schillo ist Geschäftsführer der Trainico GmbH in Schönefeld (Dahme-Spreewald). Seit Jahren schult das Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Lufthansa und der Berliner Flughafen-Gesellschaft äußerst erfolgreich Arbeitslose in Luftfahrtberufe um: Luftverkehrskaufleute, Fluggerätemechaniker oder Elektroniker. Die Absolventen sind gefragt: 91,5 Prozent von ihnen konnten dauerhaft auf dem ersten Arbeitsmarkt untergebracht werden.
Trainicos Kunden sind die allerersten Adressen der boomenden Branche: Airbus, die Lufthansa oder der Motorenhersteller MTU. Auch für die Produktion des neuen Triebwerks V-2500 bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz (Teltow-Fläming) hat Trainico 60 Fachkräfte ausgebildet.
In diesem Jahr aber ist irgendwie der Wurm drin. Anfang dieses Monats haben die neuen Ausbildungsgänge begonnen, 150 Plätze in insgesamt sechs Klassen werden angeboten. "Und wir haben derzeit gerade mal 30 Teilnehmer", sagt Schillo fassungslos. Wenn nicht bis zum 4. August weitere Bewerber aufspringen, muss die Maßnahme für dieses Jahr gestrichen werden.
Über die Ursachen für den plötzlichen Bewerberschwund kann Schillo nur mutmaßen: "Vielleicht ist es der tolle Sommer, vielleicht die Fußball-WM." Vielleicht aber auch die Änderungen in der Arbeitsverwaltung: Seit der Einführung von Hartz IV sind für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen nicht mehr die Arbeitsagenturen, sondern Arbeitsgemeinschaften (Arge) mit den Kommunen zuständig. "Die Agenturen kennen uns schon lange, die Argen kennen uns noch nicht so", seufzt Schillo. Und vielleicht sei manchen von ihnen auch der Spatz in der Hand - eine Vermittlung in einen Ein-Euro-Job - lieber als die Taube auf dem Dach, eine zweijährige Umschulungsmaßnahme bei Trainico.
Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, verweist darauf, dass alle Arbeitslosen, die bei Trainico eine Umschulung antreten, einen Bildungsgutschein in Anspruch nehmen können. Das gelte auch für Langzeitarbeitslose. Ob eine solche Maßnahme sinnvoll sei, müsse aber immer "individuell zwischen Arbeitsvermittler und Arbeitslosem" geklärt werden, so Möller. So müsse gewährleistet sein, dass der Arbeitslose durch die Teilnahme an der Bildungsmaßnahme "wieder eine neue Arbeit erhält". Im Fall Trainico komme möglicherweise erschwerend hinzu, dass die meisten Jobs nicht in der Region angesiedelt seien.
Schillo sieht das anders. Bisher habe es auch niemanden gestört, dass 80 Prozent der Stellen anderswo in Deutschland angeboten würden, sagt er. "Die Leute sind mobiler, als man glaubt."
Mit der Arbeitsagentur schien es geklappt zu haben, die ArGen mauern aber anscheinend:
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Niemand interessiert sich für Jobs in der Luftfahrt
Märkische Allgemeine Zeitung vom 19.07.06 (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/10749859/485072/)
Weiterbildungsträger Trainico bleibt auf mehr als 100 Stellen sitzen / Arbeitsagenturen zur Kooperation bereit
SCHÖNEFELD Rainer Schillo hat, was viele suchen: attraktive Arbeitsplätze. Schillo ist Geschäftsführer der Trainico GmbH in Schönefeld (Dahme-Spreewald). Seit Jahren schult das Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Lufthansa und der Berliner Flughafen-Gesellschaft äußerst erfolgreich Arbeitslose in Luftfahrtberufe um: Luftverkehrskaufleute, Fluggerätemechaniker oder Elektroniker. Die Absolventen sind gefragt: 91,5 Prozent von ihnen konnten dauerhaft auf dem ersten Arbeitsmarkt untergebracht werden.
Trainicos Kunden sind die allerersten Adressen der boomenden Branche: Airbus, die Lufthansa oder der Motorenhersteller MTU. Auch für die Produktion des neuen Triebwerks V-2500 bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz (Teltow-Fläming) hat Trainico 60 Fachkräfte ausgebildet.
In diesem Jahr aber ist irgendwie der Wurm drin. Anfang dieses Monats haben die neuen Ausbildungsgänge begonnen, 150 Plätze in insgesamt sechs Klassen werden angeboten. "Und wir haben derzeit gerade mal 30 Teilnehmer", sagt Schillo fassungslos. Wenn nicht bis zum 4. August weitere Bewerber aufspringen, muss die Maßnahme für dieses Jahr gestrichen werden.
Über die Ursachen für den plötzlichen Bewerberschwund kann Schillo nur mutmaßen: "Vielleicht ist es der tolle Sommer, vielleicht die Fußball-WM." Vielleicht aber auch die Änderungen in der Arbeitsverwaltung: Seit der Einführung von Hartz IV sind für die Betreuung der Langzeitarbeitslosen nicht mehr die Arbeitsagenturen, sondern Arbeitsgemeinschaften (Arge) mit den Kommunen zuständig. "Die Agenturen kennen uns schon lange, die Argen kennen uns noch nicht so", seufzt Schillo. Und vielleicht sei manchen von ihnen auch der Spatz in der Hand - eine Vermittlung in einen Ein-Euro-Job - lieber als die Taube auf dem Dach, eine zweijährige Umschulungsmaßnahme bei Trainico.
Olaf Möller, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, verweist darauf, dass alle Arbeitslosen, die bei Trainico eine Umschulung antreten, einen Bildungsgutschein in Anspruch nehmen können. Das gelte auch für Langzeitarbeitslose. Ob eine solche Maßnahme sinnvoll sei, müsse aber immer "individuell zwischen Arbeitsvermittler und Arbeitslosem" geklärt werden, so Möller. So müsse gewährleistet sein, dass der Arbeitslose durch die Teilnahme an der Bildungsmaßnahme "wieder eine neue Arbeit erhält". Im Fall Trainico komme möglicherweise erschwerend hinzu, dass die meisten Jobs nicht in der Region angesiedelt seien.
Schillo sieht das anders. Bisher habe es auch niemanden gestört, dass 80 Prozent der Stellen anderswo in Deutschland angeboten würden, sagt er. "Die Leute sind mobiler, als man glaubt."