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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Spag(h)etti" mit oder ohne "h"?


ALN - Robot
23.07.2006, 21:26
Am 1. August tritt die neue Rechtschreibung - mit einigen Änderungen - verbindlich bundesweit in Kraft. Grund genug für eine weitere Auflage des Dudens. Denn noch immer ist die Verwirrung bei vielen groß. Und so gibt das Standardwerk jetzt auch Empfehlungen für die korrekte Schreibweise.

Der Artikel zur Meldung hier... (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5738298_REF1,00.html)

StephanK
23.07.2006, 21:53
Genau so wie ich das französische Fremdwort Friseur auch französisch schreibe (aber mit großem Anfangsbuchstaben), werde ich das italienische Fremdwort spaghetti weiter mit "h" schreiben - ohne müsste es bei korrekter italienischer Ausspache nämlich [:spadschetti:] gesprochen werden... :wink:
So radikal wie die Türken, die den französischen coiffeur gnadenlos kuaför schreiben, bin ich einfach nicht... :D

Upsala
23.07.2006, 22:27
Und wenn du in 30 Jahren als Forum-Opa StephanK hier moderierst versteht dich keiner! :sad: Gut, daß sich das mit dem Frisör für dich dann wahrscheinlich erledigt hat. :oops:

Trish
23.07.2006, 22:27
Ich schreib weiter wie ich es gelernt habe & gedenke nicht es zu ändern. :wut:

SID1
23.07.2006, 23:15
Ich schreib weiter wie ich es gelernt habe & gedenke nicht es zu ändern. :wut:
einen kleinen vorteil hat die neue rechtschreibform.
schreibfehler fallen nicht so schnell auf :lol:

Betroffener
24.07.2006, 02:45
Ich werde auch so weiter schreiben, wie ich es mal gelernt habe.

"Filosofie" werde ich auch weiter als Philosophie schreiben und denken. Ansonsten denke ich von viel Sofie :-)

Nur die Kinder tun mir leid, die zur Hälfte nach einer Ordnung und nun wieder nach einer anderen Ordnung lernen sollen. Und auch die Lehrer können einem um diesen Irrsinn leid tun.

Da offensichtlich fast alle Zeitungen die Rechtschreibprüfprogramme abgeschafft haben - die meisten Artikel auch in seriösen Medien strotzen von mehr Schreibfehlern und zuviel oder zuwenig Wörtern, als wir früher in Aufsätzen und Diktaten hatten - scheint das eh alles ziemlich egal zu sein.

efge
24.07.2006, 08:16
Ich wehre mich auch dagegen „Delfin“ statt „Delphin“ zu schreiben – kein Mensch kann mehr erahnen aus welcher Sprache das Wort kommt.

Und zu Spag(h)etti fällt mir nix mehr ein. Wie wird denn dann neuerdings Penne Rigate oder Fussili geschrieben?

Ürgendwie scheint mir die Rächtschreibrevorm nicht konsekwent genuhg zu sein, dänn dann müsste mann doch
Schpagetti schreiben oder
Schammps Eliseh,
Londonn Tauer,
Püramieden,
Kremmel,
Pürienäen oder gar
Allfred Hitschkock???

Erbarmen. ;-)

StephanK
24.07.2006, 09:17
Ich habe diesen Diskussionsfaden mal in die Plauderecke verschoben, weil er mir hier besser am Platz zu sein scheint als unter "Aktuelle Politik".
Ich wehre mich auch dagegen „Delfin“ statt „Delphin“ zu schreiben – kein Mensch kann mehr erahnen aus welcher Sprache das Wort kommt.Dieses Argument ist mir auch sehr sympathisch. Aber wenn man es kritisch beleuchtet, kommen einem natürlich auch Zweifel. Viele Wörter mit ph, th und ähnlichen Schreibungen haben ihren Ursprung im Griechischen, das bekanntermaßen ein anderes Alphabet kennt. Warum man sich irgendwann einmal darauf verständigt hat, den griechischen Buchstaben phi so umzuschreiben, weiss ich gar nicht - aber letztlich ist es nichts als Konvention. Beim theta hat es noch eher seine Berechtigung, weil es im Original ähnlich wie das englische th ausgesprochen wird - jedenfalls heutzutage; wie man in der Antike gesprochen hat, können wir nur ahnen und spekulieren.

Mit der Erkennbarkeit des Ursprungs ist es aber dennoch so eine Sache, weil viele Wörter lateinischen oder griechischen "Ursprungs" Neubildungen vor allem aus dem 19. Jahrhundert sind - aus einer Zeit, in der man der irritierend schnellen Entwicklung der Moderne ganz gerne eine sprachliche Verankerung auf dem vermeintlich festen Boden der klassischen Bildung und der Antike entgegensetzte.
Ich schreibe lieber Telephon, wie es unsere französisch- und englischsprachigen Mitmenschen auch tun (na ja, sie packen noch ein "e" dazu...), aber natürlich kannten Aristoteles (http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles) oder Thukydides (http://de.wikipedia.org/wiki/Thukydides) niemals einen solchen Apparat, sondern mussten zum Diskutieren mit ihren Zeitgenossen schon selbst zur Agora gehen. Entwickelt wurden diese Dinger auch nicht von modernen Griechen, sondern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von den Herren Reiss und Bell, die eben Kinder ihrer Zeit waren und ihrer höchst modernen Erfindung einen antikisierenden Namen verpassten, wie es damals sprachliche Mode war.

Die Frage ist nicht unberechtigt, ob man diese Mode auf ewig mitschleppen muss, denn wir laufen heute auch nicht mehr mit Gehrock und Zylinder herum. Dennoch hat dieser "orthographische Ballast" wenigstens seinen Charme. Wenn ich mich in einem vorherigen Beitrag auf die türkische Sprache bezogen habe (ähnliches ließe sich im übrigen von der indonesischen mit ihrer konsequenten Laut-Schreibung von Fremdwörtern berichten), dann muss man auf einen wichtigen Unterschied hinweisen: In beiden Ländern hat die Schriftkultur sich auf der Basis der arabischen Schrift entwickelt, und die Einführung der lateinischen Schrift war ein gewollter Akt der Modernisierung. In einem solchen Rahmen fällt es wesentlich leichter, Traditionen hinter sich zu lassen. Mir jedenfalls fällt es deutlich schwerer... :?

Tommi NRW
27.07.2006, 14:32
Effge schrieb:

Ich wehre mich auch dagegen „Delfin“ statt „Delphin“ zu schreiben – kein Mensch kann mehr erahnen aus welcher Sprache das Wort kommt.

Und zu Spag(h)etti fällt mir nix mehr ein. Wie wird denn dann neuerdings Penne Rigate oder Fussili geschrieben?

Auch ich bleibe bei der alten Rechtschreibung. Dank Rechtschreibreform, fallen meine paar Fehler kaum noch auf :lol:

Betroffener schrieb:

Nur die Kinder tun mir leid, die zur Hälfte nach einer Ordnung und nun wieder nach einer anderen Ordnung lernen sollen.

Hier wird die Geschichte sehr ernst. Wir ziehen nicht nur eine Generation heran, die kaum über eine richtige Rechtschreibung verfügen wird. Selbst wenn irgendwann eine einheitliche Form gefunden wäre, würde es lange dauern, bis die Fehler ausgemerzt sind.
Wie oft kommt es z.B. vor, dass der Grundschüler mal fragt:"Papa, wie schreibt man das?".
Wenn Papa Wert auf die Rechtschreibung seines Sprösslings legt, muss er den Duden auspacken, weil er es selber nicht können wird. Legt man zu Hause keinen Wert darauf oder ist niemand da, weil Mama und Papa einem Billiglohnjob nachgehen müssen um das Überleben zu gewährleisten, dann gute Nacht. Hmmmm....wahrscheinlich werden deshalb Arbeitsplätze vernichtet, damit mindestens ein Elternteil noch zu Hause sitzt und seinem Nachwuchsreformopfer helfen kann....ich glaube ich kriege Paranoia..oder schreibt man es jetzt "Paraneua", weil ich das ja dann "neu" hätte :mrgreen: . Wenn nicht, sollte das Wort "neu" auf alle Fälle in "noi" reformiert werden, damit ein weiterer Rechtschreibfehler ausgemerzt würde :lol:.

Wenn ich daran denke, dass man mit der Rechtschreibreform die deutsche Rechtschreibung vereinfachen wollte, wird mir ganz anders.
Schliesslich handelt es sich dabei um ein für jedes Volk allerwichtigstes Kulturgut, an dem unsere Politiker dilletantisch herumfummeln.
Oder ist das Absicht?

Diese Reform ist das Spiegelbild nahezu aller Reformen, die bisher verhackstückt wurden.
Ich will hoffen, dass wir am Ende der Rechtschreibreform wieder auf unsere ursprüngliche Rechtschreibung zurückgreifen werden.
Die Wahrheit steht nicht selten an zweiter Stelle:
1.) Der Politiker sagt, der Bürger ist ein Dummkopf.
2.) Der Politiker, sagt der Bürger, ist ein Dummkopf.

Gruß Tommi

AMüller
03.08.2006, 19:17
Ich schreib weiter wie ich es gelernt habe & gedenke nicht es zu ändern. :wut:
einen kleinen vorteil hat die neue rechtschreibform.
schreibfehler fallen nicht so schnell auf :lol:

RECHT HAST DU... :lol: