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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bewerbungsunterlagen zurückfordern?


BSchmidt
28.06.2005, 15:12
Hallo,

ich denke, so wie mir wird es noch einigen mehr gehen.

Ich bin schon seit einiger Zeit dabei, mich um einen Arbeitsplatz zu bewerben. Da man ja nicht als "letzte Sau" dastehen will gibt man sich auch ein wenig Mühe mit den Unterlagen, d. h. man kauft sich Bewerbungsmappen und alles was dazu gehört - einfache Hefter haben ja bekanntlich schon längst ausgedient. :?

Soweit so gut, aber was passiert mit den Unterlagen nach der Bewerbung? Mir passiert es immer wieder, dass Unternehmen die Unsitte haben, sich gar nicht mehr zu melden oder die Unterlagen mal zurückzuschicken - die landen dann wahrscheinlich einfach im Müll. Und was es für Leute ohne Arbeit heisst, jedesmal zig Euro für neue Mappen auszugeben, muss ich ja keinem erklären ... Und wenn man dann Unternehmen bittet, die nicht mehr benötigten Unterlagen zurückzusenden, wird sowas einfach ignoriert. :shock:

Nun meine Frage:
Besteht irgendein Anspruch (Gesetz?), dass man die Unterlagen zurückbekommen muss? Vor 2-3 Jahren habe ich sowas mal in einem Zeitungsartikel gelesen, dass der Arbeitgeber die Unterlagen kostenfrei zurückschicken muss - leider weiss ich aber nicht, ob das heute auch noch gilt.

Und die lächerlichen 260 € Bewerbungskostenerstattung ist ja wohl der Witz des Jahrhunderts ... damit bekommt man noch nicht mal das Porto zusammen, geschweige denn ein paar vernünftige Bewerbungsmappen und Passbilder ... :cry:

Kann man gegen diese Unsitte irgendwie vorgehen?

JackWolf
28.06.2005, 17:03
Bei größeren Unternehmen ist es bisher nie vorgekommen, dass ich meine Unterlagen nicht zurückbekommen habe (immer zu ihrer Entlastung :p) Allerdings kam es bei kleineren und mittelständischen Unternehmen häufiger dazu, dass ich nichts zurückbekam. Eine Verpflichtung zum Zurückschicken der Unterlagen gibt es meines Wissen nicht. Versuche halt die Kosten gering zu halten. Ich habe nie echte Passbilder mitgeschickt (eingescannt und gedruckt) und Unterlagen wie Zeugnisse wiederverwendet.

Pepino
28.06.2005, 17:27
Hallo BSchmidt,

Nun meine Frage:
Besteht irgendein Anspruch (Gesetz?), dass man die Unterlagen zurückbekommen muss?

Grundsätzlich würde ich sagen: Ja.
Es wird folgendes Angeführt ...
Zitat: "Die Bewerbungsunterlagen des Bewerbers bleiben sein Eigentum. Er kann Rückgabe seines Eigentums nach § 985 BGB verlangen. Es handelt sich hierbei um eine Holschuld nach § 269 Abs. 1 BGB. Rücksendung der Bewerbungsunterlagen kann nur verlangt werden, wenn dies vereinbart wurde. Zu den Bewerbungsunterlagen zählen neben Schul- und Arbeitszeugnissen, ein polizeiliches Führungszeugnis nach §§ 28 ff BZRG." Zitat Ende.

Wo Du ggf. aufpassen musst ...
Wenn z.B. in der Stellenanzeige schon was steht wie ...
"können nicht Zurückgesandt werden" ... oder ... "nur bei Beilage eines Rücksendekuverts" ... oder so irgendwas.

Reicht das soweit mal? :roll:
(Quelle: http://www.unister.de/Unister/wissen/sf_lexikon/ausgabe_stichwort9341_165.html)

Colatrinker
29.06.2005, 16:57
Also in meinen Umfeld ist ein Bekannter der einen kleinen Betrieb hat -ca. 15 Mitarbeiter (Handwerk).

Er bekommt ca. 50!!!! Bewerbungen unaufgefordert obwohl er nicht sucht !
Also initiativ Bewerbungen in der Woche.

Anfangs hat er ´die Bewerbungen noch zurückgeschickt - aber jetzt macht er das nicht mehr.

Das kann ja keiner Bezahlen rechen dir mal aus was das so einen kleinen Betrieb im Monat kostet an Porto!!!

Wahnsinn - ich würde das auch nicht machen.

Anders ist es natürlich wenn eine Firma eine Stellenanzeige aufgibt und dann nicht mehr von sich hören lässt, keine Absage, nicht mal die Bewerbungen zurückschicht, gar nix- Funkstille.
Das ist eine Frechheit und sagt mir schon einiges über diese Firma.
Aber das ist ja mittlerweile auch schon normal - leider!

imported_Du-weisst-schon-wer
30.06.2005, 19:51
Nö. Sobalt du die Unterlagen verschickt hast, hast du keinen Anspruch auf diese sofern du es nicht ausdrücklich in der Bewerbung erwähnst (Was ich auch jedenfall unterlassen würde).
Das ist das Leben. Du musst halt schauen, das du möglichst viel mit wenig Material herstellst. Aber im Endeffekt zählt die Sauberkeit, die Formalen dinge und vor allem natürlich deine Qualifizierung.


EDIT: IANAL. ;-)

Kathrin
31.08.2005, 16:56
Hallo,


das leidige Thema Bewerbungsunterlagen :patsch:

Du glaubst gar nicht, wie wenige wir davon in den letzten 1 1/2 Jahren wiederbekommen haben.

Wir haben verschiedene Methoden gewählt.
Erst haben wir die Firmen angerufen und nach Stellen gefragt.
Aber dann wurde man halt immer gleich am Telefon abgewimmelt.

Dann haben wir einfach "blinde" Bewerbungen rausgeschickt.
Und davon kamen dann immer weniger zurück :wut: :wut: :wut:

Aber: Ce la vie!!!

-Nun haben wir auch keine richtigen Bewerbungsbilder drin.
Wir kopieren die Bilder im Fotoshop oder am PC und schicken nur noch kopierte Fotos mit.
- Die Zeugnisse, die wieder reinkamen, wurden auch wieder neu vershickt.
- Die Plastikfolie um die Blätter herum haben wir uns auch gespart.
Wir heften die Bewerbungsunterlagen nur noch mit solch einer Plastikschiene zusammen.


In den Unterlagen haben wir nicht und werden wir nie reinschreiben, dass wir die Unterlagen zurück haben möchten. Ich finde, dass macht einen schlechten Eindruck und sieht so aus, als ob man eh nicht mit einer Arbeitsstelle rechnet.


Liebe Grüße

Blume33
09.09.2005, 12:19
Du hast einen Anspruch auf Rücksendung deiner Unterlagen wenn die Stelle eine öffentliche Ausschreibung war und in der Stellenasschreibung nicht vermerkt wurde,
dass die Unterlagen bei einer Absage abgehölt werden müssen
oder man einen frankierten Rückumschlag beilegen soll.

Das kannst du dann sogar dem Unternehmen in Rechnung stellen.
Was ich auch schon mit Erfolg gemacht habe.

Bei Initiativbewerbungen sieht es anders aus, da hast du keinen Anspruch auf Rücksendung.

heimfahrer
11.04.2006, 18:06
Liebe Leidensgenossen,

ich habe mit großem interesse eure Beiträge gelesen, und kann nur zu gut mitfühlen. Die Agentur für Arbeit schreibt vor das man sich pro Woche bei drei Stellen bewerben soll, genügend eigeninitiative zu zeigen hat, und man als Arbeitsloser ja sowieso zu faul ist wenn man nix bekommt. :Respekt:
Man gibt Unsummen für Bewerbungsmaterial aus, Fotos, natürlich ein persönliches Anschreiben was exakt auf die Firma und die Position zugeschnitten ist und und und... Wenn mir dann einem die Unterlagen nicht mehr zugesant werden, kocht mir auch die Galle hoch. :kotz:

Rein Rechtlich kann ich Blume33 nur beipflichten, bei Initiativbewerbungen hat man keine Chanche seine Unterlagen zurück zu bekommen.

Hingegen bei aufgeforderten/Anzeigen etc. müssen die Unterlagen zurück gesendet werden. Ganz ehrlich, wenn ich 3 Monate auf eine Antwort warten muss, wenn die Sendung eingeworfen wurde, kann ich schon davon ausgehen, das meine Unterlagen in einem Schreibtisch vor sich hin gammeln und ich nicht unbedingt in der engeren Auswahl bin. Wenn man mal nett bei der Sekritärin anruft und höflich nach Monaten nach seinen Unterlagen fragt, sind die meisten Unternehmer eigentlich nicht so, das sie sie nicht mehr zurück senden (man hätte es dann meistens nur vergessen :sad: .
Wenn Sie aber rumzicken, oder wie mir es schon passiert ist, das man gesagt bekommt "Die Bewerbung können wir leider nicht mehr finden" das die liebe Büro Dame dann auch zu hören bekommt "das ich in einem solchen Unternehmen eh nicht arbeiten möchte, wenn es beim Start schon so schlampig zu geht." Ist dann eine kleine Danksagung meinerseits...

Die Agentur für Arbeit:
Da die lieben Mitarbeiter des Amtes lieber darüber sprechen welche Pflichten man als Arbeitssuchender hat, anstatt auch einmal die Möglichkeiten aufzuzeigen, tue ich es jetzt einfach mal:

Mir wurde gesagt, unter der Vorlage jedes Bewerbungsanschreibens mit Anschrift des potenziellen Arbeitgebers, bekommt man wohl Pauschal 5,-€ von der Agentur.
Egal ob per Post oder per Email versendet!

Ich verschicke nur noch Email Bewerbungen. Hat den Vorteil das es den "meisten" Arbeitgebern lieber ist als in Hardware, ich gleich eine Liste habe wann ich mich wo beworben habe, geringere Kosten, schneller etc.

Schöne Grüße und weiterhin viel Glück vom heimfahrer

harrj
24.07.2006, 01:09
Mir wurde gesagt, unter der Vorlage jedes Bewerbungsanschreibens mit Anschrift des potenziellen Arbeitgebers, bekommt man wohl Pauschal 5,-€ von der Agentur.
Egal ob per Post oder per Email versendet!

Ich verschicke nur noch Email Bewerbungen.

Tja, aber wie weist man EMail-Bewerbungen nach? Ist ja noch schwieriger als bei telefonischen Bewerbungen, wo man im Zweifelsfall die Telefonrechnung mit Einzelverbindungsnachweis vorlegen kann.

Die Logs des Mailservers vorzeigen? :D

Betroffener
24.07.2006, 02:38
Per Ausdruck der Mail vielleicht?

Sicher wirst Du den ganzen Mails auch nachtelefonieren - oder etwa nicht?

Die Grundlage der Mailbewerbung kann man auch ausrucken oder ausschneiden.

Dazu noch eine schöne Liste der Bewerbungen mit Datum, Firma, Ansprechpartner, Telefonnotiz (vom Ergebnis des Nachtelefonierens).

Also Möglichkeiten der Belegbarkeit gibt es einige.

Das ganze muss vorher angemeldet werden und dann gibt es jährlich bis zu 230 € (wobei meist von 5 € pro Bewerbung ausgegangen wird).

SID1
24.07.2006, 12:03
Das Bewerbungsunterlagen nicht zurück gesendet wurden daran hatte ich mich fast gewöhnt.
Deshalb habe ich fotos immer aufkopiert.(sollte man machen.viele firmen bei denen gute pc kenntnisse erwünscht werden legen heimlich wert darauf.)
Auf teure Mappen habe ich verzichtet.
Im letzten blatt hatte ich einen hinweis: Bei nichtgefallen email an u...@blabla.de.

Trish
24.07.2006, 12:58
Offensichtlich hat man ja nun schon das Recht geforderte schriftliche Bewerbungen zurück zu bekommen, aber was wenn die Fa sich weigert oder gar die gesendeten Unterlagen unauffindbar sind bzw. bereits kostengünstger entsorgt wurden?
Was nicht da ist, kann auch nicht zurückgeschickt werden.
Kann man da irgendeine Art von Ausgleich fordern?

SID1
31.07.2006, 21:55
was der hammer ist .ein bekannter hat damit angefangen frankierte umschläge mit zusenden.bei einigen firmen sind sogar die verschwunden.als er reklamierte bekam er seine mappe zurück in seinem umschlag aber mit anderer briefmarke.

StephanK
31.07.2006, 22:38
Kann man da irgendeine Art von Ausgleich fordern?Im Grundsatz ist es schon so: Wenn ich jemandem einen Brief schreibe, ist der Brief (korrekterweise: das beschriebene Papier) ein Geschenk, er erwirbt also das Eigentum daran und kann ihn folglich auch behalten.
Bei Bewerbungen ist es allerdings üblich, dass sie zurückgeschickt werden, wenn sie erfolglos bleiben. Deswegen lässt sich durchaus argumentieren, dass sie nicht in's Eigentum des Empfängers übergehen. Das "Übliche" ändert sich aber im Laufe der Zeit, und man kann sich schon fragen, ob es noch mit Selbsverständlichkeit erwartet werden kann, dass Bewerbungsunterlagen zurückgeschickt werden.

Man kann natürlich an einer Stelle, die einem passend erscheint, einen Vermerk anbringen: "Die Bewerbungsunterlagen bleiben bis zum Abschluss eines Arbeitsvertrages mein Eigentum. Ich bitte höflich um Rückgabe, falls Sie an meiner Bewerbung nicht mehr interessiert sind." oder so ähnlich. Dann kann man sie im Zweifel auch zurückverlangen. Ob das "gut kommt" ist aber halt die andere Frage... :?

Uli Sazkotten
10.08.2006, 08:27
Habe heute euch Stellenanzeigen gefungden wo steht:

Zurücksendung der Bewerbungsunterlagen nur wenn ausreichend frankierter Rückumschlag anbei. :evil:

Armes Deutschland wohin sind wir gekommen! :patsch:

Eine Stellenanzeige ist meiner Meinung nach eine Willenserklärung
auf die eine Bewerbung folgt. Die Bewerbungsmappe stellt einen
Wertgegenstand dar. Also ist bei Absage der Empfänger meiner Meinung
nach verpflichtet diese zurückzusenden.

Sarkastisch gemeint: :lol:
Wir könnten uns ja alle selbstständig machen, gründen eine Bewerbungsgesellschaft und schicken den Betrieben mit jeder Bewerbung eine Handelsrechnung über 5€ / pro Bewerbungsmappe.
Diese mahnen wir nach 4 Wochen an und übergeben unsere Forderungen
dann an ein Inkassounternehmen.

Unternehmerisches Denken. :Respekt:


Mit sarkastischen Grüßen
Uli

MollRops
10.08.2006, 09:28
Einer Freundin von mir ist auch mal was Blödes passiert.

Sie hat sich bei einer Bank beworben. Eine super Bewerbungsmappe gemacht, Gespräch gehabt und telefonisch eine Ablehnung bekommen.

Die engesandte Bewerbungsmappe war grau, 3-teilig und sehr dezent. Die Blätter waren da eingeklemmt.

Was bekommt die Freundin zurück?
Alle Unterlagen gelocht :!: in einem Plastikschnellhefter :!:

Sie hat dann angerufen und denen ein paar Takte erzählt. Sie bekam dann zähneknirschenderweise 5 € auf ihr Konto überwiesen.

Codeman
10.08.2006, 10:22
Bei so was kann ich auch nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen.

Nun was mich auch mal interessiert: Es wird ja gefordert das Anschreiben immer auf die Firma bezogen zu halten.Ich bin nun gelernter Bäcker und zur Zeit in Ausbildung zum Konditor.Was soll ich schreiben,wenn ich mich in einen kleinen cafe irgendwo am ende von deutschland bewerbe? Im Grunde interessiert mich die Firma nur zweitrangig.Das was mich interessiert ist der Job und nichts anderes.

Mein Hauptaugenmerk liegt nun mal auf dem Job und nicht auf der Firma.

Was soll man denn da schreiben?

MfG
Codeman

StephanK
10.08.2006, 10:59
Es wird ja gefordert das Anschreiben immer auf die Firma bezogen zu halten.Na ja... kommt meiner Meinung nach immer drauf an. Ich denke, der Bezug sollte in erster Linie zur konkreten Aufgabe hergestellt werden, für die jemand gesucht wird. Schließlich bewirbt man sich in der Regel, weil man meint, Stellenprofil und das eigene Profil würden zusammenpassen und eher selten, weil man unbedingt beim Unternehmen XYZ arbeiten will.

Weil aber die konkreten Aufgaben je nach Betrieb und je nach Beruf ausfallen, ist es kaum möglich, allgemeine Regeln aufzustellen.

Ein Bäcker und Konditor hat in einem handwerklich geführten Café relativ identische Aufgaben, egal, ob dieses Café in Berlin oder in Berchtesgaden ist (von kulturellen Schrippen-/Semmeln-Unterschieden mal abgesehen... :wink: ). Allenfalls wenn Codeman sich in einem Traditionshaus mit großem Namen à la Sacher bewerben würde wäre es vielleicht angebracht, als Sahnehäubchen ein paar Worte "Wiener Schmäh" dazuzuschreiben, als welche große Ehre er es empfinden würde, gerade in diesem Haus... bla bla.

Wenn man einen Beruf mit einem breiteren Einsatzfeld hat, sieht es aber meiner Meinung nach schon anders aus: Bei der Bewerbung eines Marketing-Betriebswirts z.B. kann es durchaus angebracht sein, in eine Bewerbung einfließen zu lassen, dass man sich mit dem Marketing-Konzept des Unternehmens schon beschäftigt hat. Allerdings muss man dabei sehr aufpassen, nicht zu weit vorzusprechen und nicht altklug zu erscheinen. Das ist ein sehr schwieriges Thema und manche Stellenanzeigen muss man fast psychoanalytisch lesen, um zu erspüren, ob jemand gesucht wird, der sich nahtlos in bestehende Strukturen und Konzepte einpasst oder jemand, der eine dröge Abteilung aufmischen soll.

Fazit: Ich denke, vor allem muss man Stellenanzeigen äußerst gründlich, auch mehrfach lesen, sich sozusagen erst mal seinen Reim darauf machen und "Witterung aufnehmen". Das Hauptaugenmerk sollte darauf liegen, dass konkretes Stellenprofil und die eigenen Fähigkeit zusammenpassen und das herausgestellt. "Warme Worte" über die "Unternehmenskultur", das "Renommé" oder den "Weltruf" einer Firma dürften nur recht selten am Platz sein. Wenn man zu viel Honig um den Bart schmiert, tropft er runter und man ist selbst bekleckert...

MollRops
10.08.2006, 13:03
Es wird ja gefordert das Anschreiben immer auf die Firma bezogen zu halten.Na ja... kommt meiner Meinung nach immer drauf an. Ich denke, der Bezug sollte in erster Linie zur konkreten Aufgabe hergestellt werden, für die jemand gesucht wird. Schließlich bewirbt man sich in der Regel, weil man meint, Stellenprofil und das eigene Profil würden zusammenpassen und eher selten, weil man unbedingt beim Unternehmen XYZ arbeiten will.

Da kann man aber auch sehr auf die Nase fallen.

Ich habe mal eine Absage bekommen, mit der Begründung, dass mein Anschreiben ja nicht im Geringsten Interesse an der Firma gezeigt hätte, in der ich mich beworben habe.

Seither gucke ich mich vorher immer ein wenig im Internet um und schreibe dann zumindestens sowas wie "Da mir Ihr Unternehmen als führendes Unternehmen in der Flanschenverarbeitung bekannt ist und ich der Presse entnehmen konnte, dass Sie im Jahre 2004 als Arbeitgeber des Jahres prämiert wurden, habe ich erfreut von Ihrer Stellenanzeige Kenntnis genommen."

Oder so... *Schleimspurwegwisch*

clasen67
22.08.2006, 18:49
Die am längsten dauernde Absage die ich je bekommen habe war bisher unschlagbare 368 Tage!

Ich hatte mir während der Ausbildung lediglich um ein Praktikum beworben, dass der Firma nichts gekostet hätte, weil es der Träger übernommen hätte. Ich war bereits qualifiziert. Die Firma hatte mir dennoch meine veralteten Unterlagen zurückgeschickt, worauf ich ihnen eine Urkunde gestaltete mit allen Dingen, die in historischer Sicht bereits seit dem passiert waren :wink:

Nun ist diese Firma immer mal wieder in den Stellenangeboten. Eine unendlich hohe Fluktuation, wenn man mich fragt.

Worüber ich mich aber maßlos ärgere:

Immer häufiger bekommt man "unbrauchbare" Unterlagen zurück. Kaffeeränder, Eselsohren, verknickte Mappen, Notizen auf den Zeugnissen und in den Lebensläufen (die ja eh immer neu erstellt werden, aber hier geht es ums Prinzip). Man kann da eigentlich alles nur noch entsorgen. Sorgfalt scheint in manchen Büros ein echter Mangel zu sein.

Vom ARGE bekam ich mal den Tipp, mir die Bewerbungen immer gleich zu schreiben, in Klarsichthüllen mit Büroklammer würde reichen! Hallo? Ich bin Bürokauffrau und wollte in diesem Leben noch eine Stelle bekommen. Wozu dann die Leute ins "Bewerbungstraining" schicken bei soooo guten Ratschlägen.

Übrigens sind Passfotos heute nicht mehr nötig. Das Foto kann als Teil des Lebenslaufes einfach mit ausgedruckt werden. Es ist inzwischen völlig anerkannt.

Auch kommt es nicht immer auf "echte Bewerbungsmappen" an, die einen Haufen Geld kosten. Ein schöner Hefter mit einem toll gestalteten Deckblatt kann auch ein Hingucker sein.

Die Pauschale vom ARGE ist dagegen ein schlechter Witz. Es sei denn, man schreibt auf Klopapier und schickt ne Brieftaube. Eine Chance im sehr großen Bewerberpool hat man damit nicht. Allein in meiner Gegend kommen ca. 180 Bewerber auf eine Stelle. Der Bessere gewinnt da nur.

Ich fand es besser, als man noch Quittungen einreichen konnte und die tatsächlichen Kosten erstattet bekam. Macht man ja beim Finanzamt auch und es klappt. Beschränkt man sich auf die Pauschale, ist man nicht so flexibel in seinen Bewerbungen.

E-Mail Bewerbungen werden lt. ARGE übrigens nicht erstattet. Dies wurde mir mitgeteilt. Auch bei den Fahrkosten zu Bewerbungsgesprächen liegt einiges im Argen, wenn man das immer vorher beantragen muss. Man rechnet sichtlich damit, dass diese Anträge eben dauern und nicht mehr in Frage kommen, wenn man schnell reagieren muss. Im Zeitalter der Kommunikation hinkt man da dezent hinterher. E-Mails und sowas wie Eula Formulare wie beim Finanzamt wären hier echt hilfreich. Aber wer weiß, was noch kommt.

So, dann drück ich uns allen mal kräftig alle vorhandenen Daumen! :mrgreen:

Kastanie87
11.03.2009, 11:36
Also ich habe jetzt von einigen Stellen gehört dass diese einfach Geld, für ihre nicht zurück gesendete Bewerbungsunterlagen, gefordert haben. Mir ist das ehrlich gesagt auch zu doof x-mal bei den Firmen anzurufen und um mein Eigentum zu betteln. Deswegen möchte ich denen gleich eine kleine Rechnung zukommen lassen V-)

Ich hatte mir überlegt als Gebühr 5,- € zu nehmen, genau so viel wie man vom Amt bekommen würde. Da die Bewerbungen nun auch einige Zeit zurück liegen und ich zwischenzeitlich gearbeitet habe, bekomm ich die Pauschale ja auch nicht von der ARGE erstattet.

Meine Frage ist: Hat jemand einen Vorschlag wie man solch eine Rechnung aufstellt bzw. schreiben könnte? Weil eine Steuer-Ident-Nr. etc. habe ich ja nicht :confused: Soll ich denen meine Bankverbindung durchgeben (was mir eigentlich nicht so recht ist) oder auf einen Scheck, etc. bestehen? :)

Dirk_.
11.03.2009, 11:43
Hallo Kastanie87,

Deswegen möchte ich denen gleich eine kleine Rechnung zukommen lassen

Das ist jetzt aber ein Scherz oder??
Wenn nicht, dann sag ichs mal so. Das kannst du vergessen!!!


Und so nebenbei, hast du mal auf das Datum des letzten postings geschaut, auf welches du da geschrieben hast?


Gruß
Dirk

Kedeli
12.03.2009, 15:21
Hi,

wurde doch schon im Thread beantwortet.

Bei ausgeschriebenen Stellen ohne Hinweis darauf dass Unterlagen nicht zurückgeschickt werden, besteht durchaus ein Recht auf Zurücksendung.

Bei Initiativ- oder Blindbewerbungen besteht kein Anspruch. In dem Fall könnt Ihr euch an die Arge wenden. Aber die 5€ pro bzw. max 260€ im Jahr machen den Verlust auch nicht wett.

Ganz anders schauts aus mit Fahrtkosten zum Vorstellungsgespräch. Wenn im Einladungsschreiben nicht ein Ausschluss steht, kann man die durchaus einklagen. Allerdings sollte man dem potentiellen Arbeitgeber erst mal 14 Tage Zeit geben. Wenn Du beim Vorstellungsgespräch bist, bist Du eigentlich schon auf dem A-Stapel. :) Wenn die Absage kommt, dann sofort einfordern.

efge
12.03.2009, 22:26
Bei ausgeschriebenen Stellen ohne Hinweis darauf dass Unterlagen nicht zurückgeschickt werden, besteht durchaus ein Recht auf Zurücksendung.

So ist es.

Eine Rechnung hingegen, ob nun 5 Cent oder 5 Euro, ist ein Irrweg.

Schlange
29.03.2009, 13:33
Hi Kedeli,

Du kannst die Portokosten in der Einkommensteuererklärung geltend machen, als Aufwand. Die Belege mußt Du natürlich alle sammeln.

Du brachst auch nicht alle Bewerbungsunterlagen an eine Firma zu senden, es recht, wenn Du ein Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und das letzte Zeugniss Deines Arbeitgebers an die Firma sendest.

In Deinen Bewerbungsschreiben, sollest Du jedoch angeben: "Sollten Sie an ausführlichen Unterlagen meines Beruflichen Werdegangs interessiert sein so, rufen Sie mich unter der Nr. ... an, darauf hin werden Ihnen umgehend die Unterlagen zugesand."

LG Schlange

Dirk_.
29.03.2009, 13:56
Du brachst auch nicht alle Bewerbungsunterlagen an eine Firma zu senden, es recht, wenn Du ein Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und das letzte Zeugniss Deines Arbeitgebers an die Firma sendest.

Wobei dies nun immer unterschiedlicher wird.
Die eine Firma sagt " bitte keine Bewerbungsmappen mehr, wir wissen nicht wohin damit" also in diesem Fall eine Kurzbewerbung.


Und andere Firmen hingegen wollen immer noch das "volle Programm" haben, also eine komplette Mappe.
:confused:

Schlange
29.03.2009, 16:43
Hi Dirk,

da ich in 2 Personalabteilungen (immer für ein Jahr von der Zeitarbeitsfirma aus) gearbeitet habe, und mit den jeweiligen Abteilungsleiter gesprochen habe so, stellte ich fest, das man nicht immer alle Bewerbungsunterlagen zusenden muß. Wenn man sich unverbindlich bei einer Firma bewirbt reicht eine kurz Bewerbung.

Wenn man wie ich vom AA 2 Adressen bekommen hat, so sendet man das komplett-Pakte.

Wenn aber das AA (27.03.2009) sagt, so und wo haben Sie sich noch beworben, dann reicht eine Kurzbewerbung aus.

Dies ist meine praktische Erfahrung.
Schlange