Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Boykott!
Schneida
20.03.2005, 22:19
Hallo Leute!
Deutschlands Arbeitnehmer sollen immer weiter ausgepresst werden! Fleischverarbeitende Unternehmen holen sich illegal Osteuropäer für 5 Euro/Stund (Steuer und Sozialabgabenfrei) Und entlassen tausende Mitarbeiter! Siemens verlängert die Arbeitszeit obwohl die Gewinne erheblich steigen! DC, eines der profitabelsten Unternehmen verschlechtert die Arbeitsbedingungen ohne gegenleistungen! Das bayrische Elektrohandwerk hält die Gewerkschaften für nicht Tariffähig! Die Liste liesse sich unendlich fortführen. Und was tuen wir???? NICHTS! Wir gehen los, kaufen uns ein Siemens Handy und Wiesenhof Geflügel! Das muss aufhören!
Die Manager der Unternehmen sind der Meinung, es wird kein Geld für den Konsum benötigt. Geben wir Ihnen Recht! Meiden wir doch einfach die Produkte der Unternehmen, die der Meinung sind, die Lohnsklaven müssen billiger arbeiten!
Geldentzug ist doch anscheinend die einzige Sprache, die die Herrschaften verstehen! Helft mit, ein Netzwerk aufzubauen, in dem der Boykott solcher Firmen organisiert wird! Meldet Euch gleich an. Die ersten Aktionen finden statt, wenn genügend Mitglieder vorhanden sind und ein relativ dichtest Netz entstanden ist, damit auch offline (z.B. mit Flyern) auf diese Aktionen aufmerksam gemacht werden kann!
Hier gehts zum Portal (http://www.verbraucher-protest.info/portal)
Vielen Dank für Eure Mithilfe!
__________________
Gruß
Stefan
Das ist doch nicht Wahr ?? - Die deutsche Wirtschaft hat doch gerade deshalb ihre Probleme, weil wir keine deutschen Produkte mehr kaufen. Die meisten hier verkauften Waren sind doch bereits im Ausland hergestellt. Made in Germany ist doch nicht mehr zu bezahlen !! Ein VW in Deutschland hergestellt (ich meine alles was dazu gehört) würde in der Regel 20% teurer sein als der tatsächliche Preis.
Neu ist mir auch, dass es in Deutschland seit neuestem um AG vs. AN geht ... so ein Schmarrn wird uns auch nicht weiter helfen.
*ggg*
Ich möchte mich da eher der obigen Meinung anschließen. Es geht hier rein um Gewinnoptimierung und dazu ist jedes Mittel recht. Damit muß Schluss sein.
Es kann nicht angehen dass jedes mal die Börsenkurse steigen wenn ein Unternehmen entläßt. Was hlft ist dass die Manager merken dass ihr Verhalten die Gewinne schmälert - nichts anderes !
Ich denke aber kaum, dass genug "Erperssungskraft" entsteht. Die Aktien der Gesellschaften steigen ja nicht nur wenn die Produkte verkauft werden, sondern wenn Aktien gelauft werden. Und dei meisten AG's handeln international.
Ich würde z.B. gerne einem Boykott gegen die Deutsche Bank aufrufen, ist für mich auch kein Problem, da ich seit 4 Jahren nicht mehr Kunde der Deutschen Bank bin. Nur was hilft es, dann gehen alle zu einer anderen Bank und dort wird es wieder das selbe Spiel geben wie bei der Deutschen Bank. Oder kann ich mir auch einen Boykott gegen die Krankenkassen vorstellen, nur irgendwo muss ich eben Krankenversichert sein.
Was mich am Aufruf oben stört - die Verallgemeinerung - es gibt ja nicht nur Manager die wie der Deutsche Bank Manager Kohle einschieben und Leute entlassen - es gibt auch genügend die zwar richtig Kohle verdienen, aber gleichzeitig auch um ihre Mitarbeiter kämpfen.
Betroffener
23.03.2005, 22:19
Ich denke mal, so ein Boykott geht vollkommen am Problem vorbei und fördert eher den beschleunigten Abzug von Arbeitsplätzen.
Die westlichen EU-Länder sind keine Industrienationen im ursprünglichen Sinne mehr (in der Industrie waren auch zu besten Zeiten nach der Landflucht nur relativ kleine Teile der Bevölkerung beschäftigt - die große Masse arbeitet in den kleinen und mittleren Betrieben) - nur sehen die Größenordnungen der Zahlen hier spektakulärer aus.
Als es damals um die Shell-Ölplattform ging, konnte ein europäischer Boykott von Shell seine Wirkung zeigen und das Teil wurde halbwegs geordnet entsorgt.
Mir scheint, daß viele in Deutschland das Problem verkennen oder einfach nicht sehen wollen (inklusive unserer geschätzten Politiker), das sich seit Jahrzehnten immer stärker entwickelt hat.
Seit über 30 Jahren predigen einige gute Leute, daß wir uns in eine Dienstleistungsgesellschaft entwicklen müssen, da die Industriearbeitsplätze (hierzu zähle ich jetzt mal alles inkl. Banken, was über den Mittelstand hinausgeht (obwohl der auch betroffen ist) weniger werden. Das wollte weder in der Politik noch in der Bevölkerung niemand sehen und hören.
Sonst hätte man frühzeitig anfangen müssen, vernünftig und langfristig darauf zu reagieren:
durch Änderung der Renten"versicherung" von linke Tasche, rechte Tasche zurück zu einer Versicherung im Sinne des Wortes, statt der Rentenversicherung die Gelder im wahrsten Sinne zu stehlen
vernünftige Arbeitslosenversicherung (ebenfalls als Versicherung) mit wählbaren Optionen zu Höhe und Laufzeit
dito für Krankenversicherung und das Gesundheits(un)wesen
diverse andere Begleitmaßnahmen
bei der Wiedervereinigung wurde auch der nicht marode Teil der ex-DDR-Wirtschaft gezielt kaputt gemacht von den Firmen in den alten Bundesländern, damit die erst gar nicht groß zur Konkurrenz heranwachsen konnten.
bei der Wiedervereinigung wurde weiterhin versäumt daran zu denken, daß unser komplettes Sozialsystem mit 17 Millionen neuen Bürgern (die nie etwas dafür bezahlt haben - wie denn auch) aus den Fugen geht. Es geht nicht darum, da Ansprüche streitig zu machen, sondern um zu zeigen, welchen Mist die Politiker da verbockt haben)
Bonmot am Rande: Kohl hat blühende Landschaften versprochen (was er gehalten hat) - von Arbeit hat er nie was gesagt :-( (frei nach Pispers)
Ich verstehe auch das blödsinnige Geschwafel nicht, daß in Deutschland zu wenige Kinder in die Welt gesetzt werden, weil ansonsten die Bevölkerung überaltert und zu wenige Junge für die zu vielen Alten aufkommen müssen. Das hätte bei einer vernünftigen Planung nicht so sein müssen (siehe oben)
Im Gegenteil: Da schon jetzt viele Junge keinen Ausbildungsplatz finden, danach wieder keine Arbeit, wäre es widersinnig zu verlangen, das diese Gruppe durch mehr Geburten vergrößert wird, da dann eine immer kleiner werdende andere Gruppe dann noch mehr sowohl für die Jungen als auch für die Arbeitslosen und Renter zahlen muß (jetzt mal unabhängig davon, daß denen auch die Zuwendungen gekürzt werden), was wir aktuell in Form der Hartz IV Gesetzgebung und der langfristigen Reduzierung und zusätzlichen Besteuerung bei Senkung der prozentualen Rentenhöhe erleben.
In den letzten Jahren wurden wenigsten noch "deutsche" Produkte (die irgendwo in Asien gefertigt mit deutschem Know How) in einer Verpackung eines deutschen Anbieters mit dessen Support verkauft. Das ist heute vorbei. Heute handeln die nur noch mit vollständig in Asien hergestellten Produkten in der Originalverpackung des Herstellers und der Support besteht im Austausch. Ähnliches gilt auch für andere Märkte.
Hier entfallen also massiv Glieder in der Wertschöpfung, was jede Menge Arbeitsplätze kostet, Firmenpleiten erzeugt - aber der schwachsinnige Schrei: "Geiz ist geil" und die "Ich bin doch nicht blöd"- oder "uns können Sie immer runterhandeln"-Märkte forcieren das weiter - obwohl die dort angebotenen Produkte sehr oft beim Händler um die Ecke das gleiche oder gar weniger kosten und es dort zumindest minimale Produktberatung gibt (gab).
Das Spiel fing seinerzeit innereuropäisch mit den ausländischen Arbeitskräften (Gastarbeiter) an, als für die Industrie diese preiswert waren, Roboter noch zu teuer oder nicht verfügbar und der heimische Arbeitsmarkt fast leergefegt war. Statt diese mit (zugegeben inhumanen) Zeitarbeitsverträgen nach ein oder zwei Perioden (wie z.B. in der Schweiz und auch anderswo) wieder nach Hause zu senden, wurde durch unsere Politiker größtenteils erfolglos versucht, die Leute zu integrieren und für immer bei uns zu behalten.
Die technische Entwicklung und das "immer schneller, immer besser, immer billiger" unserer Gesellschaften hat den Wegfall von (inländischen) Arbeitsplätzen immer weiter forciert. Auch waren wir uns alle zu fein für bestimmte Arbeiten, die dann von den "Untermenschen" der Gesellschaft - den Gastarbeitern bestimmter Länder - oder eben Robotern und Automaten erledigt wurden.
Hätte z.B. nie jemand Geldautomaten genutzt sondern statt dessen massiv eingefordert, daß die Bankschalter zu den Zeiten geöffnet sind, die die Bevölkerung als Dienstleistung benötigt, hätten wir heute viele sicher schlechter bezahlte Arbeitsplätze in diesem Marksegemt, aber es gäbe viel mehr davon. Zugegeben - das Fräulein vom Telefonamt oder die Schreibsäle in größeren Firmen werden wir wohl nie wieder in dieser Form erleben - aber in Form der Callcenter sind sie eigentlich in anderer, reduzierter Form wieder da (meist leider nur in Meck.-Pom. oder Irland).
Jede weitere Öffnung des EU-Marketes verschlimmerte die Situation weiter auf allen Ebenen bei den Ländern mit einem aktuell noch höheren Lebensstandard. Andererseits kriege ich einen dicken Hals, wenn die EU zur Marktregulierung die Schutzzölle für Bananen zum Schutz der heimischen Pflanzer erhöhen will - was wohl ein paar 100 Leute auf den Canaren als auch in der Türkei betreffen könnte. Hier sehe ich den Nutzen für 100erte Millionen Bürger in der EU über dem Schutz vor einigen 100 stehen.
Heute stehen wir also an einer Stelle der langfristigen Entwicklung, wo fast nur noch die äusserst unbequeme Angleichung der Lebensstandards nach unten für große Teile der Bevölkerung in Frage kommt, damit nicht weiter oder immerhin verzögerter in nähere oder fernere Regionen ausgelagert wird mit einem deutlich schlechteren Lebensstandard (meine Hoffnung, die ziehen schneller nach und es bleibt wenigstens etwas im Land, weil es dann dort (fast) gleich viel kostet). Solange ein Arbeiter bei Dacia in Rumänien für 50 Cent zu haben ist, lohnt dort kein Roboter - aber viele in Europa wollen das "preiswerte" Auto namens Logan kaufen. Und schon beißt sich die Schlange wieder selber in den Schwanz.
Und genau hier verstehe ich unser Politiker nicht, die den Marktzugang von noch nicht mal zur EU gehörenden Staaten im Osten noch massiv forcieren statt mögliche Eingliederungen zu verzögern und möglichst sanft durch zu führen.
Aber die sind sehr wahrscheinlich auch nur von der Industrie getrieben, weil die in diese Länder verkaufen will. Dass wir dann hinterher z.B. etwa 10% der Ukrainer, neben anderen osteuropäischen Firmen und Arbeitsuchenden hier am Hals haben, ist dann wieder ein Problem für die Politiker und die deutsche Gesellschaft.
So das ist jetzt Superlang geworden - keine Entschuldigung für die akteulle Situation - und wird keinem weiter helfen der arbeitslos ist und/oder mit ALLG-II nicht klar kommt.
Aber leider haben wir ALLE auch ein bißchen Mitschuld durch unser bisheriges Konsumverhalten in den letzten Jahrzehnten ebenso in der unterlassenen Inanspruchnahme der sich inzwischen weitgehend verstelbstständigten Politik, die viel weiter vom Volk entfernt ist als sie glaubt.
Hier können wir nur gegenwirken, wenn wir uns ebenso wie die Lobbyisten der Industrie mehrmals in der Woche mit unseren Abgeordneten aus einander zu setzen, um das bestehende Vakuum zu beenden, Gegengewichte zu schaffen und denen zu zeigen, das das was die Bevölkerung erwartet und will in den meisten Fällen konträr zu den Wünschen der Industrie ist - woraus sich dann ein anderer Kompromiß entwickeln dürfte als derzeit, wo nur die Industrie fordert und vielleicht das eine oder andere Abgeordnetengewissen dagegensteht.
Wer meint, Terroristen bekämpfen zu können, indem er europaweit entgegen überall vorhandener gesetzlicher Schutzregelungen und garantierter nationaler und EU-Bürgerrechte sämtliche Kommunikationsdaten von 100erten Millionen Bürgern auf Vorrat speichert oder seinen Behörden Zugriff auf die Bankdaten seiner Bürger ohne deren Wissen das Bankgeheimis hinterrücks preisgibt, seine Bürger durch Gewährung des Lobbyismus einzelner Industrien ohne Not kriminalisiert oder zulässt, daß so schwachsinnige Regelungen wie Softwarepatente in Europa eingeführt werden können oder nichts gegen die massiv ansteigenden abzockerischen Abmahnwellen tut, ist meines Erachtens eh am falschen Platz.
Mit lieben Grüßen an Frau Zypries, Frau Schmidt, Herrn Clement und Herrn Schily, von denen ich oft den Eindruck habe, sie wissen nicht, worüber sie da eigentlich reden (davon aber eine ganze Menge) und was sie damit in Deutschland anrichten. Mich würde auch nicht wundern, wenn der Herr Clement privat ähnliche Gedanken und Meinungen hat wie seine geschätzte Gattin.
Leider wird auch eine Farbveränderung im Bundestag hier nichts - aber auch gar nichts - ausser einer minimalen Nuancierung verändern können.
Das Gerede von der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen für fast 5 Millionen Menschen ist und bleibt schwachsinnig - so einen Aufschwung kann es nicht geben - es sei denn, wir erleben eine riesige Katrastrophe, die es wieder aufzuarbeiten gilt. Dann brauchen wir aber über Begriffe wie Lebensstandard mit allem was ringsum dazu gehört auch nicht mehr diskutieren - der ist dann einfach weg.
Leider traut sich das keiner öffentlich zu sagen, sondern erhofft sich Wählerstimmen durch bewußtes Verschweigen der Wahrheit. Ich bin der festen Überzeugung, daß in Bezug auf unsere Arbeitslosigkeit KEIN Politiker die Wahrheit sagt - weil, dann würde ihn keiner mehr wählen.
Ein fettes RESPEKT ... sehr gut geschrieben und in fast allen Punkten genau meine Meinung. :!: :!: :!:
Bleibt die Frage von wo aus man das Problem oder besser die Probleme aufrollen soll. Bei den Benzinpreisen konnte man jedenfalls feststellen dass die Jungs sehr sensiebel reagieren wenn die Leute nur noch für 10 € tanken ( was ja völlig schwachsinnig ist wenn eh' fahren muß ).
Mit einem Boykott beginnend könnte man einleuten dass jetzt etwas passiert.
Danach müßte ein neuer Geist durchs Land ziehen. Ein Mindestmaß an plitischer Bildung müßte sich in den Köpfen feststzten. Wenigstens soviel dass ein jeder weiß für was die einzelnen Parteien stehen. Solidarität müßte wieder in Mode kommen. Ich kann dieses " Da können wir eh' nix machen - die Plotiker sind alle gleich " nicht mehr hören. Die Politiker sind von uns gewählt und können auch wieder abgewählt werden - wir müssen es nur tun.
So kramt jeder für sich 'rum und hofft dass der Kelch noch ein wenig Zeit lang an ihm vorgehen wird. Neben her freut jeder sich dass er vielleicht doch noch ein paar Cent mehr als der Nachbar hat. Dabei kreist das Schwert schon über ihm und er hilft nebenher noch fleissig mit seinen eigenen Sarg zu zimmern.
Ja, sehr blauäugig und fantasievoll aber ein Boykott würde den Menschen vielleicht vermitteln dass sie sehrwohl etwas unternehmen können und gemeinsam eben stärker sind.
... währe eben besser als auf den dritten Weltkrieg zu warten.
Betroffener
25.03.2005, 04:16
@ulysses,
und damit sind wir beim Kernpunkt des allgemeinen Problems.
Jeder jammert mehr oder weniger still im kleinen oder größeren Kreis vor sich, geht mit der geballten Faust in der Tasche zu Behörden und kommt dort auch nicht weiter, weil das System des "anonymen Beamtentums" das gar nicht zulässt.
So bewundernswerte Aktionen wie seinerzeit in der ex-DDR konnten auch nur funktionieren, weil sich die regierenden nicht mehr so recht getraut haben dagegen anzugehen - obwohl die Mittel dafür vorhanden waren. Sowas kann ich mir in der wiedervereinigten Bundesrpublik nicht vorstellen. Anscheinend ist der Leidensdruck immer noch nicht groß genug dafür.
Mein Ansatz wäre da eher, daß sich jeder Arbeitslose und die Leute aus deren Umfeld massiv und dauerhaft mit ihren lokalen Abgeordneten und den Parteien auseinandersetzen und auf die gewählten Volksvertreter einen ähnlich Druck ausüben wie die Lobbyisten der Industrie.
Die Frage - die Du auch gestellt hast - wohin der Druck zielen soll, ist allerdings offen. Auch ich kann das anonyme Gerede über die Politiker nicht mehr hören, die mehr oder weniger alle gleich sind (egal welche Partei). Aber woran liegt das?
Die große Masse der Politiker kommt aus dem Beamtentum und hat damit schon mal in den meisten Fällen einen ganz anderen Denkansatz, eine etwas andere Sprache und kennt den Begriff Existenzangst eigenlich nicht. Auf der anderen Seite snd die Leute aber gewöhnt, Entscheidungen von "oben" irgendwie auszuführen, in Fraktionszwänge gepresst zu werden ("der Abgeordnete entscheidet frei und unabhängig und ist nur seinem Gewissen verantwortlich"). Macht das mal einer (letztes Beispiel Kiel), dann werden "heimtückische Verräter" gesucht. Dieser "Hammelherde" nehmen sich dann Lobbyisten an, um die einzeln oder in Gruppen auf bestimmte Ziele der Industrie auszurichten, die parallel dazu bereits über Brüssel durch Lobbyistenkollegen in die EU einfliessen und nur noch abgenickt werden müssen.
Ein paar Tausend Lobbyisten mit Millionen im Hintergrund bewegen da mehr, als einige Millionen Menschen mit 345 Euro n der Tasche, die sich aus der "anonymen grauen Masse" nicht heraustrauen, um sich einzeln oder in kleinen Gruppen nacheinander ihren Abgeordneten auf den Schoß zu setzen. Es wird nun mal eher dem persönlich nahen "Einflüsterer" gelauscht, als einem weitgehend anonymen und entfernten Millionenhaufen Haufen (egal ob arbeitslos oder nicht).
Also fehlt der (Gegen)Druck von der anderen Seite für ausgewogenere Kompromisse und andere Zielsetzungen. Die ganze Kiste ist m. E. inzwischen so verfahren, daß keiner mehr weiß wie er den Karren wieder in Bewegung kriegt.
Ich habe kein Rezept, um wieder Arbeitsplätze in ausreichender Zahl zu schaffen. Die Binnenwirtschaft sieht momentan wieder trauriger in die Zukunft und die Bevölkerung übt sich weiter in massivem Konsumverzicht - man weiss ja nicht, was noch alles kommt und hält sein Geld zusammen - was ich für einen langfristigen Effekt von Hartz IV und auch eine Auswirkung der Überregulierung in Deutschland halte ebenso wie dem maßlosen Zugriff in die Bürgertaschen durch den Staat, der mit allen Mitteln versucht auch noch die letzten kleinen Schlupflöcher zu schliessen. Dabei aber auch gerne die Grundrechte seiner Bürger teilweise massiv beschneidet, was wieder zu dem anonymen "die da oben" Denken führt.
Hier könnte nur eine allgemeine positive und optimistische Stimmung das Ruder umwerfen - aber wie kommen wir da hin? Wie haben das die Niederländer geschafft ohne grossartig Industrie zu haben, dafür Landwirtschaft, Handel und Dienstleistung? Die denken irgendwie grundsätzlich positiver und sind in vielen Dingen einfach flexibler als wir Deutschen.
Schneida
26.03.2005, 17:17
massiv und dauerhaft mit ihren lokalen Abgeordneten und den Parteien auseinandersetzen und auf die gewählten Volksvertreter einen ähnlich Druck ausüben
Als Mensch mit politischem Background kann ich nur sagen dass es dort noch weniger geht. Wenn man in die Parteien 'reinschaut was dort los ist möchte man komplett verzweifeln. Jeder ist dort so sehr um irgendein winziges Pöstchen bemüht und schützt dieses mit all seinen Kräften. Wenn man dort arbeiten will und jemanden fragt ob er Hilfe benötigt glaubt der Gefragte gleich man wolle ihm den Posten wegnehmen. Fragt man jemanden nach der Uhrzeit glaubt dieser gleich man will kritisieren. Hat man einen wirklich guten Denkansatz wird man geschasst weil man ja einen Tick schlauer seien könnte als die Anderen. Sagt man mal die Wahrheit wird man gleich als Ketzer verschrien weil man die Anderen ja aus ihrer Starren Ruhe reißt und sie zum Nachdenken zwingt und ihnen bewußt wird wie spät es schon ist. Damit sich etwas ändert müßten sie ja aktiv werden und Rüchgrat zeigen u.s.w.
In politischer Hinsicht hätte ich schon Ansätze aber ich glaube nicht dass es gut ist hier einem Thread einen politischen Aspekt zu geben. Eher denke ich dass Aktionismus draussen beim Volk gefragt ist und Schritt für Schritt ein neuer Zeitgeist einziehen muß.
obiger Gast-Beitrag wurde gepostet von ulysses
pardon, ich war nicht eingeloggt
Alles beginnt in America
wo vornehmlich die Ölbarone mit ihren Vasallen den 'Eliten' und ihrem Fußvolk dem 'Bibelgürtel' ihr imperialistisches Unwesen treiben. Mit Georg W. Bush als eher ahnungslose Marionette dieses Treibens versuchen sie die gesamte Welt Untertan zu machen und sich die Ölreserven zu sichern.
Man muß gegensteuern
mit einem geeinten Europa. Aber anstelle einen Gegenpol zu bilden und zu
zeigen dass es auch anders möglich ist greifen wir zu den gleichen Mitteln
wei der Americaner und treiben es, um das Rennen gewinnen zu können, noch viel bunter als dieser. 'Made in Germany' war doch mal was, damit hätte man alles erreichen können. Nein, vom Americaner schon unterwandert läßt man sich einreden man müsse es ihm gleichtun und nebenher alles was 'Made in Germany' ausmacht an ihn verhökern. Zugleich ist noch Ausverkauf an die Allierten die sich den Rest 'auf den Zahn tun'.
Zwischenbilanz
Jüngst ist ja dann auch klar geworden dass es nichts mehr wird bis 2010 dem Americaner den Rang abzulaufen, was Wunder ?
Der neoliberale Kurs
scheint eventuell wohl doch nicht so toll zu sein. Plötzlich kommt die kalte
Hand und man bekommt es mit der Angst. Die Gesellschaft zeigt erste Ansätze sich aufzusplitten. Es besteht plötzlich die Gefahr dass es ganz Deutschland raus auf die Straße treibt. Das währe etwas dass man gar nicht will.Vorsichtig werden bereits erste Fluchtmöglichkeiten gesucht. Und wohin flüchtet man ? Natürlich nach vorne. Weiter mit dem Sozialabbau, weiter mit der Entlastung der Konzerne u.s.w. nebenbei wenn man nachrechnet, bleibt von den jetzigen jüngsten Entlastungen für den Mittelstand nichts über, dieser aber macht zwei Drittel der Firmen aus die Jobs zu Verfügung stellen können.
Wer kann da noch helfen.
Da kann sich das Volk nur selbst helfen. Meiner Meinung nach um etwas zu
bewegen ist es nötig einen klaren Gegenpol zu installieren damit die Herren 'da oben' wissen dass sie nicht mehr einfach über die Köpfe der Leute hinweg handeln können und sich besser überlegen was sie tun.
Das Volk muß natürlich entsprechend handeln und sich durchsetzten.
Zunächst aber muß das Volk erst einmal wissen was es will. Das Bewußtsein der Bürger muß geweckt werden. Ich will hier keinen Klassenkampf beschwören aber wenn ich erst mal weiß wer ich bin weiß ich auch was ich möchte.
Darauf aufbauend könnte eine Meinungsbildung stattfinden und darauf folgend sollte dann bewußt gewählt werden.
Die Bürger sollten überdies dazu angehalten werden mehr am offiziellen
Treiben teil zu haben über Ehrenämter und dergleichen. Jeder sollte sich
irgendwie kümmern. Dann lernen die Leute dass sie sehr wohl etwas machen können.
Bleibt immer noch die Frage wie ich sowas anstoße. Habt ihr Vorschläge ?
Also nicht zu einem Boykott sondern um die Bürger wach zu rütteln ??
Betroffener
27.03.2005, 03:12
Ich habe den ganzen Thread mal in die Plauderecke verschoben. So richtig toll finde ich es hier in der Plauderecke auch nicht aufgehoben, aber besser als bei den "anonymen" auf jeden Fall.
@ulysses,
danke für Deine Info zu den Partei-Internas. Ich hatte mir zwar sowas auch schon gedacht, aber nicht geglaubt, daß es so schlimm ist.
Zum Thema wachrütteln des Volkes fällt mir nur spontan eine Glossierung von Alexander Spoerl ein aus einem seiner Bücher - sinngemaß:
Da draussen liefen Leute durch den Ort und riefen "Deutschland, erwache!". Aber leider war es schon zu spät.
Wenn ich mir so anschaue, wieviel in den "anonymen Bereich" reinschreiben und wie wenige in die anderen Bereiche, wird das mit dem wachrütteln und dabei also auch aus der Anonymität heraustreten und Bewußtsein entwickeln wahrscheinlich ein sehr langwieriger und schwieriger Prozeß.
Es wird wohl eher auf einen "Macher" gewartet, den man Beschimpfen und Verurteilen, aber dem man auch nach laufen kann. Das spart das eigene Denken :twisted:
Betroffener
28.03.2005, 23:03
@ulysses,
Das hier könnte ganz interessant für Dich (und natürlich auch andere) sein:
In einem Enthüllungsbuch beschreibt John Perkins seine Arbeit als "ökonomischer Auftragsmörder" der USA: Er sollte, behauptet er, Dritte-Welt-Staaten ruinieren und so politisch gefügig machen.
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,348103,00.html
Aber sooo Dritte Welt-haft kommt mir das nicht vor, sondern auch sehr real für Europa an einigen moderneren Themen wie Urherberrecht und Softwarepatente und natürlich nach wie vor: Öl
Nach der Wirtschafts-Kritik von SPD-Chef Müntefering hat die stellvertretende SPD-Chefin Vogt zum Boykott von Unternehmen aufgerufen, die Arbeitsplätze abbauen.
quelle:http://www.n-tv.de/49.html
Tolle Sache. Die SPD kraucht den Unternehmen in den Hintern und die Bürger sollen konsumierender Weise für ihre Rechte eintreten und für die Demokratie streiten.
Ist das Sozialdemokratie ? Wie lange wird Volk überhaupt noch etwas machen oder sagen dürfen ? Wird 'sozial' und 'demokratisch' dann im Zuge einer neuen Rechtschreibreform dann völlig aus dem Vokabular gestrichen ?
Betroffener
19.04.2005, 18:34
@ulysses,
das bestimmt nicht - aber "sozial" und demokratisch" wird dann auf jeden Fall getrennt geschrieben :twisted:
Der einfache undifferenzierte Boykott von Unternehmen die Arbeitsplätze abbauen durch Konsumverzicht, wird nur dazu führen, das da noch mehr Arbeitsplätze abgebaut werden.
Hier müsste es eigentlich mehr darum gehen, gezielt nur Unternehmen zu berücksichtigen, die das nur zur Gewinnmaximierung machen, denn als Anpassung der Strukturen an die Auftragslage zur Sicherung der restlichen arbeitsplätze. Ich sehe das durchaus differenziert.
Aber solange unsere Regierung jährlich mit weit mehr als 7 Milliarden Euro den Arbeitsplatzexport fördert und unterstützt, sehe ich für den Boykott der Bürger kaum sinnvolle Möglichkeiten.
Was käme denn so in Frage für solche eine Aktion ? Spontan fallen mir hier diese ein:
- Deutsche Bank (wäre mir egal - habe da kein Konto)
- Telekom (ist vielerorts der einzige nutzbare Anbieter - klappt also nicht)
- Opel (neben den Problemen bei GM können die dann gleich zu machen)
- DaimlerChrysler (hat wohl kaum einer der Betroffenen, Smart geht eh unter, Deutsche Bank ist auch beteiligt)
- Berliner Sender Hundert, 6
Weitere Ideen ?
Weitere Ideen ?
Zum Beispiel Wiesenhof, die fast alle deutschen Mitarbeiter entlassen haben um billige polnische Kräfte zu beschäftigen! Das wäre ein Unternehmen, das jeder boykottieren kann! VW zum Beispiel. Auf der Aktionärsversammlung wurden die Rekordgewinne wieder angepriesen. Ausserdem wurde der neue VW Markenchef Wolfgang Bernhard vorgestellt, über den nur gesagt wurde, das er weitere Einsparungen plane... rate mal, wo gespart werden soll?!?!
Und nochmal an alle: Es steht auf der Seite
Achtung! Nicht jedes Unternehmen kürzt Löhne aus Profitgier!
Gruß
Stefan
Betroffener
21.05.2005, 23:59
@vh2004
Wiesenhof - sind das nicht die, deren Geflügelwurst z.B. bei Rewe und Penny in den Kühlregalen steht ?
Meinst Du alle 13 Standorte oder nur den in Brandenburg (Niederlehme / Königs Wusterhausen)?
Momentan suchen die eine(n) SoftwareentwicklerIn.
VW zum Beispiel. Auf der Aktionärsversammlung wurden die Rekordgewinne wieder angepriesen
Ach VW - die richten sich ja selber zu Grunde. In China läufts nicht mehr, in Amerika haben sie gerade aus Spargründen dem neuen Jetta den Start versaut und die gelieferten Autos sind alle in extremer Vollausstattung, die kaum ein Händler für 25.000 Dollar los wird - für 21.750 € hingegen hätten die Teile vielleicht hier auf dem heimischen Markt eher eine Chance, aber der Jetta ist hier wegen Opa-Habitus nicht so der Renner.
Und Wolfgang Bernhard ist ja schon von seinen bisherigen Arbeitgebern her als umstrittener "Durchschläger" gut bekannt.
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