PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bedenken gegen Anruf von der Arbeitsagentur


ALN - Robot
27.07.2006, 11:40
Bedenken gegen Anruf von der Arbeitsagentur
Datenschutzbeauftragte übt Kritik an der Telefonabfrage / Ministerin spricht sich für Fortführung aus

Der Artikel zur Meldung hier... (http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=94399&IDC=5)

Trish
27.07.2006, 11:45
Wie soll denn eine Telefonabfrage aussehen, wie muss ich mir das vorstellen?

border
27.07.2006, 13:03
Hallo trish,

da wird man plötzlich und unerwartet von einem Call Center Mitarbeiter angerufen, der dann versucht seinen Fragebogen abzuarbeiten.

(diesen Fragebogen gab es mal als pdf Datei, kann ihn nun nicht mehr finden, aber vielleicht hat ja jemand noch den link dazu)

Vorher wird man noch gefragt ob man dieses denn möchte da es freiwillig ist, wenn man es aber nicht mit macht bekommt man eine Einladung zur persönlichen Vorsprache.

- also ich habe abgelehnt vor ca. 3 Monaten und leider keine Einladung bekommen.

MfG

border

Trish
27.07.2006, 13:14
Danke für die Antwort, die Fragen würden mich ja echt mal interessieren.

Codeman
27.07.2006, 13:38
Es gab doch auch mal so ne art "gegen-leitfaden" für solche anrufe.vielleicht findet den ja einer noch.ich glaub irgendjemand hat den hier mal irgendwo gepostet.zumindest verlinkt.

MfG
Codeman

Betroffener
27.07.2006, 14:24
Die liebe Frau Ministerin Ziegler (auch Ausschussmitglied für Hartz IV bei der Bundesregierung) aus Ihrem MASGF in Potsdam, Brandenburg gibt sich mal wieder der Lächerlichkeit preis:

Ziegler betont, dass es bei der von der Bundesregierung betriebenen Verschärfung von Hartz IV darum gehe, Fälle herauszufiltern, wo Leute durch falsche Angaben Leistungen erhalten, auf die sie keinen Anspruch haben. Gleichzeitig muss sie einräumen, dass sich bei 7,5 Millionen Überprüften in ganz Deutschland gerade einmal in 22 900 Fällen Verdachtsmomente für eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat ergeben haben. Dennoch tritt Ziegler für weitere Überprüfungen ein, denn es habe sich gezeigt, dass dies dazu dienen könne, die These einer hohen Missbrauchsquote zu widerlegen. Die Linkspartei hält dagegen, die Debatte um die Missbrauchsquote sei erst aufgekommen, als die Überprüfungen angeordnet wurden. Die Linkspartei verlangt von der Landesregierung, sich auf Bundesebene für die Abschaffung von Hartz IV stark zu machen.

7,50 Mio überpürfte ergeben 22.900 Verdachtsmomente - nicht Betrug oder Mißbrauch, die auch noch detailiert zu überprüfen sind. Davon kommen sicher nur noch die Hälfte in Frage.

Die Mißbrauchsdebatte und Verschärfungsfreunde basieren auf einer Zahlenbasis, das es einem graut vor solchen Politikern.

Es geht inzwischen um Zahlen im Promillebereich (nicht Prozent) von 1,5 bis 3 Promille = 0,0015 oder 0.003 Prozent der überprüften 7,5 Millionen.

Das ist nur noch lächerlich. Jeder Statistiker wirft sowas sofort als nicht relevant in die Tonne - besessene Politiker basteln wegen sowas ein Hartz -IV-Fortenwicklungsgesetz mit dem Plan weiterer Verschärfungen im Herbst für 2007.

Einfach nur unglaublich.

StephanK
27.07.2006, 15:34
Dennoch tritt Ziegler für weitere Überprüfungen ein, denn es habe sich gezeigt, dass dies dazu dienen könne, die These einer hohen Missbrauchsquote zu widerlegen.Wenn nur 1 % aller Arbeitslosen (das wären also ca. 50 000 Menschen) sich beim Bundesfinanzminister über die Steuerhinterziehung und -verkürzung durch Unternehmen eifrig beklagen, und wenn einige Medien sich dieses Themas annehmen, dann haben wird ganz massiv die "These von der verbreiteten Steuerhinterziehung" in der Welt. Nach der zieglerschen Logik wird dann die Steuerfahndung ganz massiv ausgebaut, Großunternehmen am besten online mit den Finanzämtern verknüpft, damit alle sehen, dass dass es in Wirklichkeit kaum Steuerhinterziehung gibt...
Der Präventionsgedanke treibt die absurdesten Blüten aus... :patsch:

Upsala
27.07.2006, 23:59
Die Frankfurter Allgemeine schreibt unter http://www.fr-aktuell.de/in_und_ausland/dokumentation/?em_cnt=936760&em_cnt_page=1 „Der Missbrauch ist ein Mythos“: Der aktuell konstatierte Anstieg der Ausgaben für die Grundsicherung kann nicht mit massivem Missbrauch erklärt werden. Über den tatsächlichen Missbrauch von Leistungen nach dem SGB II gibt es keine repräsentativen Statistiken. Als einzig zuverlässige Erhebungsmethode hat der automatisierte Datenabgleich vom Oktober 2005 einen vorläufigen Fehlbetrag bei ALG-II-Zahlungen von 27 Millionen Euro ergeben, das würde hochgerechnet einem Anteil von 0,2 Prozent der Summe, die 2005 für das ALG II ausbezahlt wurde (rund 25 Milliarden Euro), entsprechen. Die Berichte einzelner Kommunen über den Leistungsmissbrauch stützen die Annahme, dass Missbrauchsfälle eher selten vorkommen. Massiver Missbrauch von Leistungen aus der Grundsicherung ist also ein Mythos und kein Faktum.
Wird jetzt die Presse langsam wach?
PS: Sorry kriege den obigen Link nicht sauber verpackt!