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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berechnung der Sanktionen? & Kosten Unterkunft geändert?


resopal
02.07.2005, 12:12
Hallo,
ich habe einen 1,5€ Job nicht angenommen, weil ich das für absoluten Humbug halte, dafür habe ich eine Sanktion in Höhe von 30% bekommen.
Die ja von den Relgelleistungen berechnet werden sollen.

Der Brief kam gleichzeitig mit meiner erneuten Bewilligung. Bei dieser Bewilligung ist meiner MEinung eh etwas falsch gelaufen, da sich bei mir nichts verändert hat aber auf einmal die Kosten für Unterkunft und Heizung nur noch 173,40 sind. Bisher waren es immer 268,28€.
Also kriege ich da auf einmal fast 100€ weniger gezahlt, obwohl sich bei meiner Miete und auch bei meinem Einkommen nichts geändert hat.

Laut dem neuen Bescheid habe ich jetzt nur noch einen Gesamtanspruch von 297,51€. Meine Sanktion, diese 30% sind aber 104€. 30% von 297 sind aber nicht 104.

Und so wie ich das Lese werden die Sanktionen ja eh nur von den Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts errechnet und nicht von Miete oder gar beidem. Und diese Sicherunge/Lebensunterhalt sind bei mir real ja nur 124,11€


Also nun meine Fragen wie wird die Sanktion berechnet und gibt es noch eine andere Erklärung warum meine Kosten für Wohnung auf einmal anders auffallen wie bislang??

MFG timo

StephanK
02.07.2005, 12:56
Hallo Timo!
(...) dafür habe ich eine Sanktion in Höhe von 30% bekommen. Die ja von den Relgelleistungen berechnet werden sollen.
Ich weiss nicht, wo Du das gehört oder gelesen hast und ich kann auch nicht behaupten, das Gegenteil zu wissen - aber das Gesetz spricht nur davon, dass "das ALG II" abgesenkt werden kann, und das ALG II ist trotz der Zweiteilung eine einheitliche Leistung (§ 19 SGB II: "Erwerbsfähige Hilfebedürftige erhalten als Arbeitslosengeld II Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts einschließlich der
angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung") Ich verstehe das schon so, dass auch diese Sanktions-Abschläge von der Gesamtleistung berechnet werden (was natürlich fies ist, weil Du von der Miete ja nicht mal eben schnell 30 % einsparen kannst :-( ).

Im übrigen sehen die Zahlen fast so aus, als ob man vom Gesamtbetrag nacheinander zwei mal je 30 % abgezogen hätte - wenn Du's mal nachrechnest. Das geht natürlich nicht.
Die Sache mit den Wohnkosten kann ich von meinem heimischen Schreibtisch aus nicht einschätzen... - sorry.

Ich denke, es wird Dir nicht erspart bleiben, am Montagmorgen im Amt auf der Matte zu stehen und mit Nachdruck und Hartnäckigkeit eine Klärung zu erreichen. Viel Glück und gute Nerven dafür!

Betroffener
02.07.2005, 13:09
Leider muss ich hier unserem Stephan einmal widersprechen.

Die Regelung ist so, das bei Sanktionen die Absenkungen zuerst nur auf das ALG II anzuwenden sind.
Erst wenn es hier nicht mehr geht, können auch die Kosten der Unterkunft mit sanktioniert werden. Alles andere wäre nicht angemessen.
Die 30%ige Kürzung kann sich also im ersten Schritt nur auf das ALG II selber auswirken als Reduzierung um 103,50 € (Basis 345 € West)

Aber:
Damit betreffene Familienmitglieder und Kinder nicht in diese harte Sanktion einbezogen werden, muß das Amt parallel dafür Sorge tragen, dass der Bedarf "unbeteiligter" Personen in der Bedarfsgemeinschaft weitestgehend unberührt bleibt - z.B. durch direkte Zahlung der Miete an den Vermieter, Lebensmittelgutscheine für Partner, Kinder usw.

Ganz so einfach ist das alles nicht.

resopal
02.07.2005, 13:40
also wird die Sanktion von 30% auch dann von der REgeleistung 345€ berechnet wenn man gar keine 345 bekommt?
Bei mir ist es ja deutlich weniger was ich bekomme, da mir ja mein 400€ job angerechnet wird.

Ich werde am Montag eh zum Amt, die deppen haben mich jetzt endgültig überzeugt meinen 400€ job zu schmeissen. Ich hab da nix von ausser Ärger.

mfg timo

anni
22.07.2005, 00:01
Hallo Resolan!

Habe ich das jetzt richtig verstanden?
Die kürzen dir das ALG II weil du zusätzlich zu deinem 400 € Job keinen 1,50 € Job annehmen wolltest oder anstatt?

Wobei ich beides absurd finde. Da hat jemand nun das Glück einen Job (zumindest einen kleinen) zu haben, der evtl. sogar seinem Beruf entspricht, und dann soll ihm noch ein gemeinnütziger-meist berufsfremder- "1-Euro Job" zugewiesen werden.

Gemeinnützig bedeutet doch soviel wie : nicht auf Dauer, da nicht voll bezahlbar=keine Berufsaussichten.
So wie ich das verstanden habe, sollen die "1 Euro Jobs" zur "Resozialisierung" und zur minimalen Finanzaufbesserung dienen, was in deinem Fall ja durch den 400 € Job bereits gegeben ist. Warum also eine Sanktion/Kürzung?

Gruß
Anni

resopal
22.07.2005, 10:16
HI,

ja haste schon recht verstanden. Ich hab mich geweigert zu meinem 400€ Job zusätzlich noch den 1€ Job anzunehmen. Und dafür hab ich die Sanktion bekommen.

Unter anderem auch aus den Gründen die du aufgeführt hast. Aber so scheints halt in Deutschland mittlerweile zu sein, es geht einfach darum Leuten irgendwie eins reinzudrücken und nicht zu helfen wirklich arbeit zu finden.

Und da ich halt nen absoluten Dickkopf habe, muss ich mit den Sanktionen leben. Ich hatte der Tante beim Amt auch gesagt wenn sie mir wirklich vernünftige Gründe nennen könnte warum für mich dieser 1€ job wichtig wäre, bzw mir etwas bringen könnte würde ich den machen.
Aber da kam nix ausser sie müssen Resozialisiert werden und das brauch ich wirklich nicht, ich glaube das hätte so mancher vom Amt dringender nötig. Und das Argument das sich so mancher über diesen 1€ job freuen würde. Worauf ich dann gesagt hab, das es mir den Anschein macht das mein Fallmanager wohl eine etwas sadistische Ader hat. Er bzw. Sie könnte ganz einfach 2 Menschen glücklich machen. Indem sie mich mit dem SCheiss verschont und einen anderen indem sie dem meinen Job gibt. Aber anstatt dessen macht die Tante lieber 2 Menschen unglücklich.
Wir hatten eine fast 3 stündige Diskussion wo nicht ein vernünftiges Argument kam, die hat sich immerwieder wiederholt. Das einzige was wirklich irgendwie überzeugt hätte wirken können war die Androhung von Sankionen. Worauf ich allerdings nicht anspringe, ich lasse mich net erpressen. Und wenn dieser Staat es so will, mir alles zu kürzen weil ich mich weigere Sinnlosen Scheiss zu machen und ich dann irgendwann vielleicht immer noch keinen job gefunden hab, kein Geld mehr vom Amt bekomme weil das dritte mal Sanktioniert wurde, wird einem wohl nicht viel übrig bleiben ausser sein Geld auf illegale Weise zu verdienen.
Oder auf der Strasse zu leben. Ich werde mich nicht beugen.

Die vermiesen mir meinen 400€ job wo es nur geht. Von dem Job habe ich nichts ausser Ärger. Mehr Geld bleibt mir ja auch nicht, das wird mir von meinem ALG ja abgezogen. Das einzige was ich davon habe ist das gute Gewissen, das ich das wirklich verdient hab und das ist mir eigenltich auch sehr viel wert. Aber wenn es so weitergeht das mir das so erschwert wird, dann schmeiss ich den Job hin, und mach vielleicht doch den 1€ job, da hab ich jedenfalls keinen Ärger mehr und jeden Monat 180€ mehr inne Tasche.
Wenn ich nicht so ein Problem damit hätte das falsche zu machen, hät ich das schon längst gemacht.

Naja genug Frust ausgelassen.
MFG timo