Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sittenwidrige Löhne, kann ich den AG abmahnen?
Guten Morgen,
ich hätte eine Frage was Löhne betrifft und ob man den AG auch Abmahnen kann.
Erstmal zum Lohn.
Mein Mann erhält einen Grundlohn von 1380 Euro Brutto. Vollzeitjob mit Arbeitszeiten von 10 -13 Stunden täglich.
weiterhin
Prämie für schadenfreies Fahren 160 Euro
Prämie für Arbeitsqualität lt.§ 4 : max 130
Diese Prämien sind kann Leistungen.
Die Höhe der Prämie liegt allein im Ermessen der Geschäftsleitung und hängt insbesondere von folgenden Faktoren ab:
-einwandfreie Pflege des und Sauberkeit des zugeteilten Fahrzeugs
-Pünktlichekeit bei der Arbeitsdurchführung
-freundlicher Umgang mit den Kunden der Firma
-Beachtung spezieller Arbeitsanweisungen wie ''Nachtexpress'' oder KVN-Abwicklungsfaden.
- Schadensverhüttung der Ladung durch ausreichende Sicherung
- klares und vollständiges Führen der Transportaufträge sowie der Tachoscheiben
- kraftstoffsparendes und materialschonde Fahrweise
-im Kreankheitsfall wird die Prämie nicht vergütet.
War der Angestellte nur teilweise krank, so erfolgt die Vergütung anteilig.
Der Angestellte hat sich selbstständig über seine Obligenheiten zu informieren.Die Einrede ,nicht über die Verpflichtung informiert worden zu sein, kann nach der Probezeit nicht erhoben werden.
so weit so gut.
Mein Mann hat echt ein Probelm .
ständig zieht der Chef Geld ab und wen man nach fragt warum keine Antwort.
Gerade was die Prämien betrifft.
Letzen Monat war mein Mann 9 Tage krank und die Prämie für schadenfreies Fahren wurde mit 67 Euro gekürzt,Prämie für Arbeitsqualität über haupt nicht gezahlt obwohl der Av was anderes sagt.
Zum besseren verstehen bei Prämien werden selbstverständilch noch versteuert.
Unterm Strich bleibt nicht viel über.
Im AV ist geregelt das mit diesem Grundlohn selbst Überstunden abgegolten.
Angestellt ist mein Mann bei Firma ....diese Firma verleiht ihre Leute an Fremdfirmen.
Seit einger Zeit wird mein Mann jedoch regelrecht von dem Stellvertretenden Geschäftsführer gemoppt.
Auslieferung und Rückholungen dauern ihm zu lange.Hier sagte er wen sie nicht nachkommen müssen sie halt schneller fahren.
Gestern wurde ihm unterstellt er hätte ein Paket nicht ausgeliefert.
Erst nach dem mein Mann sagte halt Stopp hier fahre ich sofort zu dieser Firma und frage selber nach gab die ser Mensch zu das das Paket doch ausgeliefert worden ist .
Desweiteren sollen die Männer mit Ihren Privathandys ständig erreichbar sein.
Jetzt möchte ich gern den Chef der Firma auf diese Missstände aufmerksam machen.
Es kann doch nicht sein das hier gelogen und betrogen wird.
Eine Abmahung hat mein Mann schon wegen diesem Stellvertretenden Geschäftsführer erhalt.Ich bin der Meinung es reicht man muss sich doch net alles gefallen lassen.
Was meint Ihr.
mfg
Bastet
Hallo,
hier geht es scheinbar um Zeitarbeit.Da du geschrieben hast,dass dein Mann verliehen wird.Um weitere Auskünfte zu geben,würde ich gerne wissen nach welchen Tarifvertrag dein Mann bezahlt wird. BZA,IGZ oder AMP ? Oder wird überhaupt kein Tarifvertrag angewandt ? Desweiteren würde ich gerne mal wissen,wieviele Stunden dein Mann wirklich pro Monat arbeitet.
MfG
Codeman
Hallo Codeman,
es wird nach keinem Tarifvertrag gezahlt.
Bei interesse könnte ich den AV hier gern reinstellen.
Eine wöchentliche Arbeitszeit von 60 und mehr Stunden sind aus der Sicht des AG normal.Oder besser gesagt als normal betrachtet.
Er bekommt Freitagsabends einen Anruf ab nächster Woche fahren sie für Firma so und so.
Der LKW ist da und da abzuholen.So darf mein Mann Samtags oder Sonntags losfahren und dieses Fahrzeug holen.
Über den Zustand dieser Fahrzeuge lasse ich mich jetzt besser nicht aus.
mfg
Bastet
Hallo,
ich finde es höchst interessant,dass wir hier von Zeitarbeit reden und er als zeitarbeiter eingesetzt ist,allerdings ohne TV.Das gibt euch ne menge in die Hand.
Von den Arbeitsbedingungen (lohn,urlaub etc) her muss dein Mann mit den normalen AN im Entleihbetrieb gleich gestellt werden.Das heisst das es hier ggf. sehr viel Lohn nachzuzahlen gibt.Auch Überstunden sind,wenn sie vom AG angeordnet wurden,zu bezahlen.
Fazit: Da ihr sehr viel aus der sache noch rausholen könnt,würde ich euch auf jedenfall,falls dein Mann Gewerkschaftsmitglied ist,euch raten dorthin zu gehen.Ist er das nicht - sofort Rechtsanwalt f. Arbeitsrecht konsultieren.
Ich weiss ja nicht wie lang dein Mann da schon beschäftigt ist,aber die Verjährungsfrist,da ja kein TV zur anwendung kommt,liegt bei 3 Jahren.Das heisst ihr könntet 3 Jahre rückwirkend so ziemlich viel Geld geltend machen.Aber das wird euch sicherlich der RA mitteilen bzw. der Gewerkschaftssekretär.
MfG
Codeman
Das das im Speditionsgewerbe auch Zeitarbeit ist, hab ich noch nie so gesehen. Ist doch da so, oder nicht? Ein Bekannter ist seit über 20 Jahren als Kraftfahrer bei vielen Firmen beschäftigt. Fahrer wird eingestellt bei Firma A, schließt da einen Arbeitsvertrag ab und wird auch von dieser bezahlt. Diese Firma A hat eigene LKWs . Firma A muss jetzt Aufträge beschaffen, dies geht meist über die Dispo z.B von Firma B. Firma A bekommt nun von Firma B den Auftrag z.B. Ware von München nach Hamburg zu fahren. Dafür wird der LKW von Firma A eingesetzt. Von Firma A hört der Fahrer die ganze Woche nichts, er hat den Weisungen von Firma B zu folgen. Es gibt aber auch Firmen, die haben nicht mal einen LKW. Da werden dann die LkWs der Firma B benutzt. Da war es so, wenn Firma B keinen Auftrag hatte, dann fuhr der Fahrer für Firma C oder D.
Es stimmt aber, das viele Firmen die Fahrer ausnutzen und auffordern zu fahren, ohne auf die Zeiten und Geschwindigkeiten zu achten. (10 Uhr morgens: Ach, du bist in Stuttgart und leer? Dann fahr mal nach Hamburg, um 13 Uhr hast du dort Ladetermin)
Da muss der Fahrer schon ein dickes Fell haben beim Neinsagen.
ratsuchende
22.06.2008, 15:26
Hallo!
Zeitarbeit wäre es aber nur, wenn nur der Fahrer verliehen wird. Wird aber die ganze Fuhre abgerechnet, sieht es anders aus. Fahrer von A fährt mit Lkw von B die Ware von Auftraggeber C, dann sieht es auf dem Papier doch so aus, als wäre es keine AN-Überlassung. Wenn es AÜ wäre, müßte der AG doch dazu eine Erlaubnis haben! Hat der Mann denn mit dem AV auch den Merkzettel für AÜ bekommen? Damit könnte man dem AG ziemlich Schwierigkeiten bereiten. Also erst mal klären, ob es sich überhaupt um AÜ handelt...
60 Stunden die Woche ? Abenteuerlich, wenn man da in ne Kontrolle kommt und die Tachoscheiben vorlegen soll.
manchmal dürfen die 60 Stunden, nur im Monatsdurchschnitt muss es passen
Morgen zusammen,
Merkzettel für Aü ?????
Nein hat er nicht.
Selbst der Anwalt dem wir den AV vorgelegt hatten war über diesen erstaunt.Und meinte sowas hat er in seiner langen Laufbahn noch nie gesehen.
Zum bessern verständnis schreibe ich heute etwas zur Arbeit.
Angestellt ist mein Mann bei Firma A.Diese verleiht Ihrer Fahrer an Firma B aus LKW's werden von Firma A gestellt .Hier fährt mein Mann das Material aus.Für das Ausleihen des Fahrers und des Fahrzeugs bekommt Firma A Geld.Bei Firma B ist es so das die Fahrer ständig gegängelt werden schneller zu fahren und es wird auch mit anderen Methoden gearbeitet.
Es wird den Fahren unterstellt Pakete net ausgeliefert zu haben und erst nach dem die Fahrer dann terror machen wird zugegeben ach die Pakete wurden doch noch gefunden.Aber das Fax an Firma A ist raus.Mit der Überschrift Paket wurde nicht ausgeliefert.Was passiert die Männer bekommen Lohnabzug.Es wird gelogen das sich die Balken biegen.
Das ist die eine Stelle.
Die andere Stelle hier werden nur Fahrer ausgeliehen die LKW's stellt die Firma C selber.
Tachoscheiben bekommt Firma A.
Hier muss die Firma C die Stunden bezahlen die der Fahrer der Firma A ( also mein Mann) gefahren ist.Hier ist es so das die Fahrer sich an bestimmte Zeiten halten müssen bei Ausliefern der Ware.Kommt der Fahrer 5-10 min zu spät können die Händler den Fahrer wieder zurück schicken.
Händler weigert sich Ware entgegen zu nehmen das Ende vom Lied Fahrer bekommt Lohnabzug.Aber Firma A fragt garnicht was warum wiso.
Es ist Firma A egal.
Firma verdient sich dumm und dämlich.
mfg
Bastet
Rotkäppchen
23.06.2008, 12:13
Ich kann dir das mit den Tarifen leider nicht genau erklären. An der Stelle deines Mannes würde ich mir aber dringend einen anderen Arbeitsplatz suchen. Schon allein eine Abmahnung bedeutet: "Mein Lieber, wir versuchen dich loszuwerden".
Jeder Wechel ist mit einem Risiko verbunden. Manchmal kommt man vom Regen in die Traufe. Dann muss man eben nochmal wechseln. Wer das aber nicht riskiert, muss so weiterleben.
So lange man einen Arbeitsplatz hat, muss man nicht gleich nach der ersten besten Chance greifen. Mit einem Arbeitsplatz findet man auch schneller Arbeit, als ohne. Bei einem neuen Arbeitgeber würde ich auch nicht so genau die Umstände für den Wechsel angeben, denn dann vermutet der sofort ein Schnäppchen. Ich würde als Grund nur angeben,dass ich mich verbessern will. Ich sei mit dem Gehalt nicht sehr zufrieden und es sei bei so vielen Stunden eine sehr hohe Belastung gewesen.
Wer es mit sich machen lässt, ist selbst dran schuld.
Die Tachoscheiben würden bei mir die gesamte vorgeschriebene Zeit am Mann bleiben, denn wenn die POL oder Grauen Deinen Mann anhalten und die Dinger sehen wollen, hat nämlich in erster Linie erstmal er das Problem. Und wie ich die Firma einschätze, werden sie ihm das Bußgeld nicht ersetzen.
Ebenso siehts mit den Lenkzeiten aus, sollen doch Druck machen wie sie wollen, deren Führerschein ist es nicht, ich würde da völlig gelassen bleiben und nur die maximal zulässige Zeit fahren, zur Not eben vorgeschriebene Pausen einhalten. Soll die Firma doch mal deswegen abmahnen, oder kündigen, dass gibt ein echtes Freudenfeuerwerk vorm Arbeitsgericht.
Das Thema Lohnabzug würde ich mir ebenfalls nicht bieten lassen, bzw. hätte einen Vertrag in dem das beinhaltet wäre, niemals unterschrieben. Dafür gibt es schlicht und ergreifend Versicherungen, die der Unternehmer abschließen kann um seinen Schaden bezahlt zu bekommen.
Zur Not immer schön brav mit dem Onkel Anwalt für Arbeitsrecht gegen den Laden vorgehen. Das beste was Deinem Mann dabei passieren kann ist, dass er irgendwann gekündigt wird und sich damit Magengeschwüre und nen Herzkasper erspart.
Auf arbeitssuche ist er schon.
Leider ist mein Göttergatte schon 50 .
Die Belastung ist schon sehr hoch,zumal wir zwei kranke Kinder haben der eine ist schwerstbehindert 100 % und Pflegestufe II (Stiefsohn)und unser Zwerg ( leibliches Kind)hat von Geburt an ein Loch im Herzen.
Werden jetzt wegen der Sache nochmal den Anwalt aufsuchen.
Kündigen werden die sich net trauen ,der AG weiß genau das er damit nicht durchkommen würde.
Hier reden ja die Tachoscheiben auch ein Wörtchen mit.
Soviel mir auch bekannt ist stand der AG schon öfters vor Gericht und hat jedesmal verloren ist dem Gericht also kein unbeschriebenes Blatt.
Ich ärgere mich jeden Tag aufs neue bei dem was er so erzählt.Diese Firma braucht wirklich einen Denkzettel.Ich spreche ja nicht nur für uns sondern auch für die anderen Fahrer.Ein Großteil sind Ausländer und die tun alles nur um nicht entlassen zu werden.
mfg
Bastet
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