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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gedanken zur "Wartezone"


Survivor
04.08.2006, 13:57
Mir geht im Moment so viel durch den Kopf. Da wollte ich mal einfach so meine Gedanken aufschreiben, die mir so kommen, wenn ich in der Wartezone der ARGE (bzw. hier BAgIS) warte.


Mir tun die Leute immer Leid, die dort warten müssen. Ich schaue ihnen in die Augen und sehe diese ganze Auswegslosigkeit. Diese Sehnsucht nach ordentlicher Behandlung. Ich komme mir auch immer wie ein Bittsteller und Bettler vor wenn ich dort bin, so dass ich froh bin wenn ich wieder heraus bin. Dabei ist es doch eigentlich unser aller gutes Recht, dieses Geld zu bekommen. Also jetzt vielleicht mal von ein paar schwarzen Schafen abgesehen. Aber so wie ich viele von den Leuten dort einschätze, sind die bestimmt nicht da, weil sie von dem Geld in Saus und Braus leben. Man sieht Menschen manchmal, finde ich, wirklich die Armut an.
Also ohne das jetzt beleidigend zu meinen.
Manche Menschen sind irgendwie auch immer wieder da. Die haben wohl genausoviel Ärger mit denen wie ich. Teilweise sind es aus ausländische Mitbürger, deren Namen ich kaum aussprechen kann. Wie schwer muss es erst für sie sein mit diesen Behörden? denke ich dann.
Ich habe ein ganz gutes Verständnis der deutschen Sprache, habe mal Abitur gemacht. Wie muss sich jemand fühlen, der nur unzureichend deutsch kann? Mit diesem Menschen können die doch alles machen....
Ich sehe immer wieder die gleichen Leute. Leute die ihrer Würde beraubt werden. Ich glaube allen ist es unangenehm.
Und man kann ja nicht einmal sagen, dass die Angestellten der BAgIS dort wirklich unfreundlich wären. Schon mal ein wenig genervt, aber ich wurde eigentlich immer ganz nett behandelt. Außer, dass man eben dann nie das Versprochene einhielt.
Ein bisschen kommen mir diese Leute wie Assasinen vor. Sie lächeln dir ins Gesicht, erklären, dass alles in Ordnung wäre, und dann, kurz nachdem du ihnen den Rücken zugedreht hast bekommst du sprichwörtlich den "Dolch in den Rücken gerammt".

Später mehr...

Die Ägypter
04.08.2006, 14:30
Als ich das erste Mal bei der BAgIS West war ging es um meinen Zuzug nach Bremen. Mein Ex hatte mich seinerzeit in Ahlden/Aller mit 7-Monats-Baby in einer unangemessenen Wohnung sitzen lassen, die er zudem noch mit verkürzter Frist gekündigt hatte - ich als Mitmieter wurde dann seitens Vermieter ebenfalls gekündigt mit eben dieser Frist (er wusste ja dass ich nicht arbeiten kann mit Säugling)...

Das die optierende Kommune dort mir den Mietanteil nicht bewilligt hat und ich diesen aus meinem Regelsatz bestreiten musste, war nur eine der vielen Ungerechtigkeiten (über die das Verwaltungsgericht in Bremen hoffentlich bald befinden wird....)

Nun - mit 6 verschiedenen Aussagen zur Angemessenheit von Bremer Wohnungen seitens der BAgIS, habe ich dann einen Wohnungsbesichtigungsmarathon mit meinem Vater und Baby durchgezogen - waren so 21 Wohnungen an 2 Tagen - bei brütend sommerlicher Hitze - tja und dann ging es zur BAgIS West... in besagte Wartezone... Schlimm

Seinerzeit wurde im "Empfangszimmer" gruppenweise "betreut" - das bedeutete, man hat mitbekommen, wie der "Kunde" neben einem abgefertigt wird und umgekehrt...

Meine Wohnungsangebote - waren bis auf eins unangemessen - Keine Sau hat sich dafür interessiert, dass wir in 4 Wochen obdachlos werden, wenn sich nichts bewegt...

Dann wurde mir immer wieder aufgetragen, ich hätte eine sog. "Notwendigkeitsbescheinigung" für die Notwendigkeit meines Zuzuges nach Bremen von der opt. Kommune beizubringen = die bloße Kündigung des Vermieters hat also nicht ausgereicht unsere Not darzulegen.

Die opt. Kommune in Ahlden/Aller hat diese Notwendigkeitsbescheinigung übrigens bis heute nicht ausgestellt - meine Anforderung zog sich über mehrere Anträge bis Schriftwechsel bis Widersprüche -inzwischen ist diese Notwendigkeitsbescheinigung Bestandteil meiner Klage ...

Zuziehen durfte ich dann trotzdem - aaaaaaber... meinen Erstantrag wollte man in Bremen erst nach pol. Anmeldung abschließend bearbeiten - der Umzugstermin war am 26.07.05 - angemeldet habe ich mich aber schon am 14.07.05, obwohl ich noch in Ahlden lebte...

Mit der pünktlichen Zahlung hat es dann trotzdem nicht geklappt und vermutlich bekomme ich wegen der verfrühten Ummelderei noch eine Rückzahlungsaufforderung bzw. es wird vor Gericht thematisiert. Wenigstens habe ich die Anforderung der BAgIS hierzu schriftlich vorliegen....

Ich bin inzwischen, auch durch nachfolgende Erlebnisse, derart genervt, dass ich wirklich alles nur noch schriftlich per Einschreiben/RS regele - ich kann weder den hässlichen Fussboden in der Wartezone, noch die unfreundlichen Mitarbeiter der Leistungsabteilung wirklich ertragen!

Survivor
04.08.2006, 14:47
Ah

Jetzt versteh ich auch besser, warum du mir in dem anderen thread so gute Tips geben konntest.
Hast alles schon fast genau so wie ich vorher mitmachen dürfen.
Ja :sad:
es ist wirklich schlimm, was da mit einem abgezogen wird. Und das passiert ja anscheinend gerade hier in Bremen ständig und mehrfach.
Bescheide weg, Wohnung angeblich nicht angemessen, keine Sau interessiert es, dass man sich echt kaputt macht bei der Wohnungssuche und es einfach keine "bezahlbare" Wohnung gibt.
Schlimm! :-x

Die Ägypter
04.08.2006, 15:27
Jap - hier in Bremen geht es nach Wohngeldtabelle - Mietstufe IV, wobei die rechte Tabellenspalte "abgeriegelt" ist... - angemessene Warmmiete für 2 Personen 421 Euro - ich zahle 419 Euro, bin also kurz vor dem Cut... Wenn ich mit den Nebenkosten nicht hinkomme (die ich außer Heizung wenig beeinflussen kann), bleibt wohl nur noch Osterholz-Tenever alias Klein Manhattan.

Sozialer Wohnungsbau interessiert genauso wenig wie - ob die Wohnung B-Schein-fähig ist... Mietspiegel gibt es nicht und ... Bremen ist Uni-Stadt - demzufolge sind die kleinen Wohnungen schnell weg...

jack
04.08.2006, 16:53
Mir geht im Moment so viel durch den Kopf. Da wollte ich mal einfach so meine Gedanken aufschreiben, die mir so kommen, wenn ich in der Wartezone der ARGE (bzw. hier BAgIS) warte.


Solche und auch viele andere Gedanken habe ich ständig!
Zwar kann ich deutsch. Wort und Schrift (mit Fehler, aber...),
aber ich lasse mich nicht unterkriegen.
Ich habe Jahrelang gearbeitet, auch Steuer bezahlt... und
es tut mir Leid (manche werden vilelleicht genervt) aber
ich hole (versuche zumindest) das was mir zusteht.
Besonders jetzt (2 Monate ohne Leistung) muss ich kämpfen.
Ich frage mich warum müssen wir kämpfen?
Ist das richtige weg? Müssen wir vorm JobCenter in der Schlagen
stehen um schlecht behandelt zu werden ?
Es fehlt nur staat der Name JobCenter - grosse schriftzug
"Arbeit macht frei". Was kommt noch auf uns zu?
Müssen wir das alles zulassen?
Das wird nix - sagt man in Bayern. Und das bringt wirklich
nichts gutes. Ich hoffe nur, das ich aus diese masche früh
genug rauskomme.
Gruss für alle
jack