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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Allgemeines & erste Maßnahme


Karlzone
16.06.2008, 23:13
Hallo zusammen,
erstmal danke schon mal für die Hilfe hier im Forum!!

also, ich habe das erste mal mit dem AA zu tuen und bin relativ aufgeschmissen. Das Internet gibt zu vielen Informationen, in dieser Flut finde ich einfach nicht das richtige.

Kurz zu den Rahmenbedingungen:
ich habe nach dem Studium die letzten Jahre ein volle Stelle an der Uni gehabt. Die Stelle ist jetzt ausgelaufen, meine Doktorarbeit braucht aber noch 2 bis 3 Monate. Das heißt, in der nächsten Zeit kann ich nicht arbeiten da die Arbeit erst fertig werden muss.
Beim ersten Besuch auf dem AA sagte die Dame, das wäre kein Problem. Erste Bewerbungen habe ich auch schon rausgeschickt. Da das alles Konzerne sind sind Responsezeiten jenseits von 4 Wochen vollkommen normal.

Beim letzten Gespräch (vor 1,5 Wochen) gab es keine Infos. Ich soll in 2 Monaten wiederkommen.
Vor 4 Tagen die Zusage zum ALG 1 - sogar etwas mehr als gedacht.
Gestern dann ein schreiben, ich sollt kommende Woche wiederkommen, wg einer Maßnahme??

Zu meinen Fragen:
Was ist eine Maßnahme?
Was ist wenn ich die Maßnahme ablehne - eigentlich will ich ja meine Doktorarbeit fertig schreiben?
Ist es nicht besser, wenn ich meine Arbeit fertigstelle, da dann ja meine Chanchen besser sind?

Danke und Gruß
Karl

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Ach so, die Maßnahme soll eine Spezialmaßnahme für Akademiker sein...

Codeman
17.06.2008, 09:50
Hallo,

also du solltest erstmal hingehen und schauen um was es sich dreht.Dort beim Termin solltest du mitteilen,dass diese Massnahme dir derzeit noch nicht viel bringt,da du noch deine Doktorarbeit schreiben musst und diese dir bessere Vermittlungschancen bringt,als eine Massnahme.

Diese sogenannte Massnahme kann z.b. ein spezielles Bewerbungstraining sein.Im Grunde ist sie nur dazu dar,dich für bestimmte Zeit aus der ALG Statistik zu kippen.

Du kannst allerdings nur hoffen,dass der SB das genauso sieht wie du,andernfalls musst du wohl durch und diese Massnahme mitmachen,auch wenn sie noch so unsinnig ist.

MfG
Codeman

Karlzone
18.06.2008, 20:46
Vielen Dank für die erste Antwort, ich werd mal sehen und dann berichten.
Ich habe etwas bammel davor die Karten auf den Tisch zu legen, da ich dann ja quasi dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehe und damit kein ALG "verdiene". Das ich den letzten 6 Jahren voll eingezahlt habe und nach der Promotion auch wieder kräftig einzahlen werden ist leider nicht von belang :wut:

Gruß
Karl

Codeman
19.06.2008, 09:07
Doch du stehst den Arbeitsmarkt voll zur Verfügung.Du stehst ihn erst dann nicht mehr zur Verfügung,wenn du länger als 15std. in der Woche arbeiten gehst.

Wie lange dauert denn das Schreiben an so einer Doktorarbeit ? Ich denke dafür muss auch ein SB verständnis haben,dass dies nicht von jetzt auf gleich erledigt ist.

Paraell wirst du nicht drum herum kommen dich trotzdem zu bewerben.

MfG
Codeman

x_anonymus_x
20.06.2008, 17:48
Hallo zusammen,

Doch du stehst den Arbeitsmarkt voll zur Verfügung.Du stehst ihn erst dann nicht mehr zur Verfügung,wenn du länger als 15std. in der Woche arbeiten gehst.

leider ist es nicht so einfach, denn §119 SGB III regelt ganz genau, wann jemand arbeitslos ist. Dazu gehört, dass ...

§119

(1) Arbeitslos ist ein Arbeitnehmer, der

1. nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit),
2. sich bemüht, seine Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen) und
3. den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).

[...]

(5) Den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit steht zur Verfügung, wer

1. eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende zumutbare Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des für ihn in Betracht kommenden Arbeitsmarktes ausüben kann und darf,
2. Vorschlägen der Agentur für Arbeit zur beruflichen Eingliederung zeit- und ortsnah Folge leisten kann,
3. bereit ist, jede Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 anzunehmen und auszuüben und
4. bereit ist, an Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung in das Erwerbsleben teilzunehmen

Zu meinen Fragen:
Was ist eine Maßnahme?
Was ist wenn ich die Maßnahme ablehne - eigentlich will ich ja meine Doktorarbeit fertig schreiben?
Ist es nicht besser, wenn ich meine Arbeit fertigstelle, da dann ja meine Chanchen besser sind?

Eine Maßnahme kann alles mögliche sein, angefangen von Maßnahmen zur Überprüfung der Verfügbarkeit über Bewerbungstraining bis hin zu Qualifzierungsmaßnahmen.

Wenn Du die Maßnahme ablehnst, weil Du Deine Dissertation schreiben möchtest, dann kannst Du das zwar tun, bist aber eben nicht verfügbar und somit auch nicht arbeitslos.

Selbstverständlich wäre es - selbst mittelfristig - besser, wenn Du erst Deinen Doktor fertig machen könntest, um dann auf Arbeitssuche zu gehen. Aber die Arbeitslosenversicherung ist eben in erster Linie eine Versicherung und agiert demzufolge so. D.h. wenn der "Schadensfall" eintritt, dann steht sie einem zur Verfügung, aber eben nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen.

Dummerweise hängt man als Doktorand zwischen zwei Institutionen: einmal den Unis, die es leider nur zu gerne mit ihren Verträgen so takten, dass die überwiegende Anzahl der Leute eben nicht in der Vertragszeit ihre Dissertationen fertig bekommen (zumindest von denen die ich kenne hat es keiner geschaft, alle aus dem technischen und IT Bereich) und der Arbeitsagentur, die sich für Menschen, die dem Arbeitsmarkt - aus welchen Gründen auch immer - nicht zur Verfügung stehen, nicht zuständig sieht.

Ich würd' den Termin erst einmal wahrnehmen und mich informieren, was genau das für eine Maßnahme ist und zu welchem Zweck Du dort teilnehmen sollst. Geschickterweise hast Du ihm Vorfeld bereits Bewerbungen getätigt und kannst - bei Bedarf - eine Aufstellung Deiner Bewerbungen vorlegen. Ebenfalls ist außerdem nicht ganz unklug, wenn man zu verstehen gibt, dass man grundsätzlich dazu bereit ist jede zumutbare Arbeit anzunehmen, aber selbstverständlich parallel dazu die Beendigung der eigenen Doktorarbeit forciert. Ob - je nach Maßnahme - die Teilnahme an einer Maßnahme zum jetztigen Zeitpunkt angeraten ist, hängt manchmal auch ein wenig vom eigenen Argumentationsgeschick ab.

HTH

x_anonymus_x

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