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error0815
27.06.2008, 19:03
Ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch bei einem rennomierten Einzelhandelsbetrieb. Das Gespräch ging insgesamt ca. 20 Minuten und lief wie folgt ab:
Ich sollte kurz meinen beruflichen Werdegang schildern. Danach las sich mein Gesprächspartner mein Zeugnis durch und fragte mich, warum ich denn bei meinen alten Arbeitgeber entlassen wurde, da ich ja hervorragende Referenzen habe. Nachdem ich ihm den Grund für die betriebsbedingte Kündigung nannte, fragte er mich, ob er eine Telefonnummer von meinen ehemaligen Vorgesetzten bekommen könnte, um dies zu überprüfen. Ich nannte ihm diese und das restliche Gespräch drehte sich im Großen und Ganzen nur noch um den Kündigungsgrund und das er sich erkundigen würde. Kurz vor Beendigung des Gespräches sagte er, daß ich nächste Woche anfangen kann. :??: Bei der Verabschiedung warf er noch ein, daß er auf jeden Fall noch meinen ehemaligen Arbeitgeber anrufen wird.

Meine Frage ist jetzt, ob ich dort wirklich anfangen sollte. Erstens weiß ich nicht, was mein alter Chef dem erzählen wird und zweitens, was ist das denn für eine Art und Weise. :confused: Wie soll das denn erst sein, wenn ich dort tatsächlich arbeite, stehe ich dann ständig unter Kontrolle? Das kommt mir alles sehr suspekt vor.

123hans
27.06.2008, 19:38
Hallo,

so ein Verhalten ist natürlich nur denkbar, wenn der Bewerber arbeitslos ist.
Es ist aus Datenschutzgründen sowieso fraglich, ob es überhaupt erlaubt ist, beim ehemaligen AG anzurufen. Auf jeden Fall ist es frech und er wollte dich halt einschüchtern.
Mir persönlich wäre das zu unseriös, aber wenn man keine Arbeit hat, ist man auch mal gezwungen, solche Angebote anzunehmen.

error0815
27.06.2008, 19:46
Zum Glück bin ich auf dieses Jobangebot nicht angewiesen und werde mich wahrscheinlich auch nicht dafür entscheiden. Trozdem habe ich ein solches Vorstellungsgespräch noch nicht erlebt. :shock:

123hans
27.06.2008, 20:04
Hallo,

ich weiß zB aus sicherer Quelle, daß ich schon morgen einen Job (Dutzende Jobs) hätte und rund um die Uhr arbeiten könnte, wenn ich NICHT arbeitslos wäre. Es ist einfach so, daß Arbeitslose für AG offenbar DIE Haßobjekte sind; egal, welche Referenzen sie nun vorweisen können oder nicht.
Ich hatte in den letzten 2 Jahren Dutzende Gespräche und 90% der Personaler reiten halt auf der Arbeitslosigkeit herum; Prinzip ist es, immer die Schwachstelle des Kandidaten ausfindig zu machen (ob er nun arbeitslos, schwanger, behindert oder was auch immer ist). Das ist einerseits verständlich (wer etwas anzubieten hat, spielt seine Stärken aus), andererseits schwachsinnig, weil ich als Arbeitsloser meine Arbeitslosigkeit halt nicht wegdiskutieren kann.

Wenn du die Finger von dem Angebot lassen kannst, dann lass es sein.
Dieses Verhalten ist absolut unseriös und dreist.

Gruß

ela1953
27.06.2008, 20:25
Ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch bei einem rennomierten Einzelhandelsbetrieb. Das Gespräch ging insgesamt ca. 20 Minuten und lief wie folgt ab:
Ich sollte kurz meinen beruflichen Werdegang schildern. Danach las sich mein Gesprächspartner mein Zeugnis durch und fragte mich, warum ich denn bei meinen alten Arbeitgeber entlassen wurde, da ich ja hervorragende Referenzen habe. Nachdem ich ihm den Grund für die betriebsbedingte Kündigung nannte, fragte er mich, ob er eine Telefonnummer von meinen ehemaligen Vorgesetzten bekommen könnte, um dies zu überprüfen. Die hätte er auch sich auch selbst raussuchen können ohne dich darüber zu informieren.Ich nannte ihm diese und das restliche Gespräch drehte sich im Großen und Ganzen nur noch um den Kündigungsgrund hast du nur gut über deinen ehemaligen AG gesprochen? dann wollte er vielleicht versuchen, ob du doch schlecht über ihn redest und das er sich erkundigen würde. Kurz vor Beendigung des Gespräches sagte er, daß ich nächste Woche anfangen kann. :??: Habt ihr schon einen Vertrag gemacht und/oder über die Bezahlung gesprochen?Bei der Verabschiedung warf er noch ein, daß er auf jeden Fall noch meinen ehemaligen Arbeitgeber anrufen wird.

Meine Frage ist jetzt, ob ich dort wirklich anfangen sollte. Erstens weiß ich nicht, was mein alter Chef dem erzählen wird und zweitens, was ist das denn für eine Art und Weise. :confused: Wie soll das denn erst sein, wenn ich dort tatsächlich arbeite, stehe ich dann ständig unter Kontrolle? Das kommt mir alles sehr suspekt vor.
Ich habe mal gehört, dass es öfter vorkommt, dass sich ein neuer AG bei dem alten AG über den Bewerber informiert, einige kennen sich auch. Es ist nur äußerst selten, dass darüber mit dem Bewerber gesprochen wird.(für dich ein Pluspunkt, dass du die Tel.Nr. gegeben hast) Aber vielleicht solltest du ja nur getestet werden.Vielleicht wollte der neue AG beim Rausgehen von dir hören, dass er den alten AG von dir grüßen soll. ;-)

error0815
27.06.2008, 21:01
Ich habe nur gut über meinen alten Arbeitgeber geredet (obwohl ich keinen Grund dazu hätte, dies nur am Rande). Die Fragen waren zu 80% nur über meine alte Arbeitsstelle (selbe Branche): Anzahl der Mitarbeiter, Umsatzzahlen, durchschnittlicher persönlicher Monatsumsatz, täglicher Arbeitsablauf, Name der Vorgesetzten, ehemaliges Gehalt, Betriebsrat im Unternehmen,...
Kam mir so vor, als hätte ihn mein alter Arbeitgeber mehr interessiert als Informationen über mich.
Über Bezahlung haben wir kurz geredet, Vertrag wurde noch nicht gemacht.

123hans
27.06.2008, 22:34
Die Fragen waren zu 80% nur über meine alte Arbeitsstelle (selbe Branche): Anzahl der Mitarbeiter, Umsatzzahlen, durchschnittlicher persönlicher Monatsumsatz, täglicher Arbeitsablauf, Name der Vorgesetzten, ehemaliges Gehalt, Betriebsrat im Unternehmen,...
Kam mir so vor, als hätte ihn mein alter Arbeitgeber mehr interessiert als Informationen über mich.



Ich persönlich würde im Interview nicht auf derart datenschutzrelevante Fragen eingehen. Du mußt bedenken, daß es sich auch um Fangfragen handeln könnte a la "mal sehen, wieviel er von dem Unternehmen preisgibt".
Erzählst du viel über das alte Unternehmen, kann es für den neuen ein Zeichen sein, daß du leicht geschäftliche Dinge preisgibst. Und dies ist natürlich für jedes Unternehmen bedenklich (du willst ja auch nicht, daß dein alter AG mit anderen über dich redet).
Rudimentäre Antworten: ja; wenn es aber zu sehr ins Detail geht: einfach Gegenfrage: "Wieso ist ein Betriebsrat in meinem alten Unternehmen relevant für die Stelle?" oÄ
Du bist im Bewerbungsgespräch nicht auf der Psychocouch.

ela1953
28.06.2008, 00:13
Ich habe nur gut über meinen alten Arbeitgeber geredet (obwohl ich keinen Grund dazu hätte, dies nur am Rande). Die Fragen waren zu 80% nur über meine alte Arbeitsstelle (selbe Branche): Anzahl der Mitarbeiter, Umsatzzahlen, durchschnittlicher persönlicher Monatsumsatz, täglicher Arbeitsablauf, Name der Vorgesetzten, ehemaliges Gehalt, Betriebsrat im Unternehmen,...
Kam mir so vor, als hätte ihn mein alter Arbeitgeber mehr interessiert als Informationen über mich.
Über Bezahlung haben wir kurz geredet, Vertrag wurde noch nicht gemacht.

das ist sehr merkwürdig - wenn er jetzt gefragt hätte, ob du diese Dinge über die neue Firma weißt, aber so.....

ich bin auch neulich gefragt worden, was ich gemacht habe, wie das Verhältnis zu Kollegen und Chef war, warum ich aufgehört habe, ob ich selbstständig oder nur auf Anweisung entschieden habe, wie ich reagieren würde, wenn der Chef eine andere Meinung gehabt hätte wie ich usw.
so Fragen nach Umsatzzahlen der Firma gehören da nicht hin
du schreibst, dass er auch nach deinem persönlichen Umsatz gefragt hat - ich weiß ja nicht genau, was du gemacht hast, aber du erwähntest, dass beide Firma das gleiche machen. Da kommt bei mir der Verdacht, dass du die alten Kunden abwerben sollst?

Rotkäppchen
28.06.2008, 11:12
Wahrscheinlich ist der Kündigungsgrund in dem Zeugnis deines letzten Arbeitgebers nicht klar. Das gibt immer Anlass zu Rückfragen, denn es kann ja sein, dass du dort etwas gestohlen hast. Sehr oft schreiben Arbeitgeber nämlich den Grund bewusst nicht oder nur unklar in das Zeugnis, damit man sie fragt. Man darf ja ins Zeugnis nichts Schlechtes reinschreiben.

Wenn du diese Stelle jetzt nicht bekommst, dann hast du Pech gehabt. Trifft das zu, was ich über das Zeugnis soeben schrieb, dann rate ich dir, zu deinem alten Arbeitgeber zurückzugehen und das Zeugnis zu reklamieren. Wenn er dich betriebsbedingt gekündigt hat, dann sollte der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Zeugnis wie folgt lauten:

"Wegen Wegfall der Geschäftsgrundlage mussten wir Herrn ..... leider zum (DAtum) betriebsbedingt kündigen."

Und dann kann ja anschließend noch stehen: "Wir bedauern dies sehr, und wünschen Herrn.... alles Gute für seine private und berufliche Zukunft".

Oder: "Wir sind jederzeit bereit, bei Veränderungen der Geschäftsgrundlage ein neues Arbeitsverhältnis mit Herrn .... einzugehen".

Aber auf jeden Fall sollte der 1. Satz mit dem Wegfall der Geschäftsgrundlage drinstehen. Dann hat der nächste Arbeitgeber keinen Anlass, deswegen nochmal nachzufragen, weil der Grund klar ist.

Zu deiner Info: Ein Zeugnis hat nicht nur "wohlwollend", sonder auch "sonnenklar" zu sein. Es ist besser ein nicht so gutes Zeugnis, als ein unklares Zeugnis.

Zum Thema "Zeugnis" hat auch so manch einer, der glaubt sich darin auszukennen, eine ziemlich verkehrte Meinung. Vor allem was das mit der "vollsten Zufriedenheit" betrifft. So etwas gibt es nämlich nicht.