Betroffener
08.07.2005, 03:20
Ich möchte hier kurz die Geschichte eines ALG II Antrages einer Bekannten erzählen und mehr gegen Ende meine eigene über jetzt 3 Tage.
Story 1:
Anfang Februar endete der Bezug von ALG I.
Am 28. erfolgte zusammen mit anderen Themen die Antragsabgabe für ALG II und anteilige Kdu (Wohngemeinschft) bei der ARGE Teltow-Fläming.
Sicherheitshalber erfolgte eine private Weiterversicherung bei der Krankenkasse zu ALG II Empfänger Konditionen Ab Anfang Februar.
Am 13. April immerhin lag der Bescheid im Briefkasten.
Zwischenzeitliche Anrufe verliefen im Nirgendwo mit "kein Anschluß unter dieser Nummer", Dauerbesetzt, usw. Briefe wurden nicht beantwortet.
Nach Prüfung des Bescheides erneuter Versuch von Telefonaten - erfolglos. Also Widerspruch am 14. April.
Es fehlte das Übergangsgeld von ALG I zu ALG II und eine falsche Krankenkasse war eingetragen. KdU war korrekt.
Bis Ende Juni erfolgten wöchentliche Anrufsversuche, die wie oben im Sande verliefen. Dazu wurde parallel die Hartz IV Hotline der brandenburgischen SPD-Fraktion eingeschaltet, die über die Berliner Arbeitsagentur auf die ARGE einwirken wollte. Nach einer Woche keine Reaktion und erneute Mahnung. Nach der zweiten Woche erneute Anmahnung aus Berlin ohne Reaktion aus Teltow-Fläming.
Am letzten Arbeitstag vor den Ferien versuchte dann die Hartz IV Hotline sich selber bei der ARGE Teltow-Fläming einzuwählen - und oh Wunder. Es ging jemand ans Telefon, konnte aber Freitag nach 12 Uhr nicht mehr weiter verbinden.
Also am Montag 27.06.05 nach Ferienbeginn selber angerufen - und das zweite Wunder geschah. Die Sachbearbeiterin in der Leistungsstelle änderte während des Telefonates die Krankenkasse und auch die Versichertennummer war bekannt !?
Die Akte schien im Computer jetzt einen "VIP"-Vermerk zu haben.
Nun war nur noch das Übergangsgeld offen, aber der Kollege vom Widerspruch käme erst morgen.
Und am nächsten Tag 28.06.05 wurde bestätigt, dass der Kollege den Widerspruch positiv beschieden hätte. Das war vor fast zwei Wochen.
Bis heute allerdings kein neuer Bescheid und keine Nachzahlung. Auch von der falschen "neuen" Krankenversicherung war in fast 5 Monaten nichts zu hören gewesen.
Dafür aber eine "Einladung" zum Gespräch über §428 (58iger Regelung) zum 05.07.05, bei der auch der mitgebrachte Folgeantrag höchstpersönlich vom Sachbearbeiter an die ALG II Bearbeiter eine Etage tiefer übergeben wurde.
Die Krankenkasse bestätigte auf den periodischen Anruf heute am 07.07.05, dass meine Bekannte ab dem 28.02.05 jetzt angemeldet sei von der ARGE. Sie könne jetzt die Rückzahlung der Doppelzahlungen anfordern.
Irgendwie schimmert Hoffnung durch, daß nun irgendwann doch alles gut wird bei meiner Bekannten und sie die zuviel bezahlten Krankenkassenbeiträge für 3 Monate zurückbekommt + dem Übergangsgeld für die ganze Zeit als Nachzahlung und dann auch bei der Fortzahlung.
Was mir bei den Telefonaten und auch vor Ort immer wieder aufstiess.
Die Leute sind regelrecht lieb und bemüht, scheitern aber vielfach an der hausinternen und bundesweiten Organisation, die offensichtlich keine geordnete Aktenablage kennt und niemand weiß, wo die jeweilige Akte wirklich ist (da auch die Daten im Computersystem mit den Akten selten übereinstimmen).
Die Widerspruchsstellen fordern Akten von der Leistungsstelle ab, die aber weder Zeit noch Lust haben, diese im Chaos zu suchen ebenso wie die Sachbearbeiter der Widerspruchstelle. Das scheint aber bundesweit symptomatisch zu sein.
Was ich auch noch gelernt habe, dass die 2 Damen am "Empfang" die Besucher im 45 Sekunden Takt abfragen und weiterschleusen sollen.
Auch am 05.07.05 war das Amt noch mit Menschen gefüllt, die auf das Vorsprechen zur Erlangung eines Schecks warteten, da am 30.06.05 eben immer noch keine Überweisung kam.
Ach ja - heute gab es grosse Hoffnung. Ein dicker Brief von der ARGE im Briefkasten - aber es war nur der Folgeantrag (jetzt 3 Wochen vor Ablauf mitten in der brandenburgischen Ferienzeit) statt 4 bis 6 Wochen vor Ende der ersten ALG II Periode.
Story 2:
Im Rahmen dieser ganzen Aktion hatte ich mich selber am 05.07.05 als arbeitslos gemeldet - weil die Geschäfte momentan ganz mau laufen und ich für ein bis zwei Monate ohne Projekt bin (und noch 580 Tage Leistungsanspruch habe).
Die Dame, die meine Daten aufnahm, fand zwar noch die "Kundennummer" aber sonst nichts mehr im Computer und nahm erst mal alles auf. Dazu machte mir sie gleich noch einen Termin, wo ich dann die ausgefüllten Anträge zur weiteren Bearbeitung mitbringen sollte am 07.07.05 und erzählte etwas von der neuen Hotline-Nummer in Brandenburg, über die man Termine machen könne, sich krank melden usw.
Beim Besuch am 07.07. landete ich bei einer netten Arbeitsvermittlerin, der ich mein Anliegen versuchte klar zu machen, die etwas in meinen Anträgen herumpinselte, und sich dann entschied aus meinem vorgelegten Profil keine Berufe auszuwählen, sondern in einer Bildschirmmaske Häkchen zu setzen für eine Vielzahl meiner breiten Fähigkeiten. Wobei wir auch erstmal nur von regionalem Umfeld sprachen.
Der Computer fand jedoch trotz der breiten Basis nichts.
Ob ich auch englisch drauf hätte: Yes.
Anschliessend druckte sie mir ein paar Seiten mit höchstkomplexen Jobs aus, wo z.B. international agierende (Projekt-)Manager (nur Akademiker, Alter egal für Einsätze in multikultureller Umgebung) gesucht wurden, wo ich mich erstmal als Einstieg drum kümmern sollte.
Ich bin aber kein Akademiker! War ich nie und wrde ich mit 57 auch nicht mehr. Das würde aber nicht so schlimm sein, meinte die Vermittlerin.
Auf meine spätere Frage, ob jetzt mit diesem Gespräch auch meine Leistungsanforderungen geklärt seien, kam dann:
Nö, dazu brauchen sie einen Termin bei der Leistungsabteilung. Genau deshalb hatte ich mir aber für diesen Tag den Zweittermin geben lassen.
Die Termine könnte ich über die brandenburgische Hotline-Nummer vereinbaren.
Nun gut - jetzt habe ich am 14.07.05 den dritten Termin beim Amt zur Leistungsfeststellung.
Fazit: 3 Besuche erforderlich mit dem Auto mit jeweils insgesamt 3 Stunden Zeitaufwand, jeder Besuch 50 km Fahrtstrecke (ohne Erstattung, da keine Einladung), aber bislang noch nichts erreicht.
Dieses neue System dient wohl der Abschreckung. In 2003 reichte ein Besuch zur Anmeldung und daraus kam dann auch der Leistungsanspruch als Bescheid raus + zwei Besuchen wegen der Selbständigkeit.
Jetzt sind mindestens 3 Besuche für einen Ersteinstieg nötig.
Wohlgemerkt - ich hatte jedesmal alles dabei, die alten Bescheide, wo praktisch nur die Leistung rekativiert werden müsste.
Versteh einer diese Welt.
Story 1:
Anfang Februar endete der Bezug von ALG I.
Am 28. erfolgte zusammen mit anderen Themen die Antragsabgabe für ALG II und anteilige Kdu (Wohngemeinschft) bei der ARGE Teltow-Fläming.
Sicherheitshalber erfolgte eine private Weiterversicherung bei der Krankenkasse zu ALG II Empfänger Konditionen Ab Anfang Februar.
Am 13. April immerhin lag der Bescheid im Briefkasten.
Zwischenzeitliche Anrufe verliefen im Nirgendwo mit "kein Anschluß unter dieser Nummer", Dauerbesetzt, usw. Briefe wurden nicht beantwortet.
Nach Prüfung des Bescheides erneuter Versuch von Telefonaten - erfolglos. Also Widerspruch am 14. April.
Es fehlte das Übergangsgeld von ALG I zu ALG II und eine falsche Krankenkasse war eingetragen. KdU war korrekt.
Bis Ende Juni erfolgten wöchentliche Anrufsversuche, die wie oben im Sande verliefen. Dazu wurde parallel die Hartz IV Hotline der brandenburgischen SPD-Fraktion eingeschaltet, die über die Berliner Arbeitsagentur auf die ARGE einwirken wollte. Nach einer Woche keine Reaktion und erneute Mahnung. Nach der zweiten Woche erneute Anmahnung aus Berlin ohne Reaktion aus Teltow-Fläming.
Am letzten Arbeitstag vor den Ferien versuchte dann die Hartz IV Hotline sich selber bei der ARGE Teltow-Fläming einzuwählen - und oh Wunder. Es ging jemand ans Telefon, konnte aber Freitag nach 12 Uhr nicht mehr weiter verbinden.
Also am Montag 27.06.05 nach Ferienbeginn selber angerufen - und das zweite Wunder geschah. Die Sachbearbeiterin in der Leistungsstelle änderte während des Telefonates die Krankenkasse und auch die Versichertennummer war bekannt !?
Die Akte schien im Computer jetzt einen "VIP"-Vermerk zu haben.
Nun war nur noch das Übergangsgeld offen, aber der Kollege vom Widerspruch käme erst morgen.
Und am nächsten Tag 28.06.05 wurde bestätigt, dass der Kollege den Widerspruch positiv beschieden hätte. Das war vor fast zwei Wochen.
Bis heute allerdings kein neuer Bescheid und keine Nachzahlung. Auch von der falschen "neuen" Krankenversicherung war in fast 5 Monaten nichts zu hören gewesen.
Dafür aber eine "Einladung" zum Gespräch über §428 (58iger Regelung) zum 05.07.05, bei der auch der mitgebrachte Folgeantrag höchstpersönlich vom Sachbearbeiter an die ALG II Bearbeiter eine Etage tiefer übergeben wurde.
Die Krankenkasse bestätigte auf den periodischen Anruf heute am 07.07.05, dass meine Bekannte ab dem 28.02.05 jetzt angemeldet sei von der ARGE. Sie könne jetzt die Rückzahlung der Doppelzahlungen anfordern.
Irgendwie schimmert Hoffnung durch, daß nun irgendwann doch alles gut wird bei meiner Bekannten und sie die zuviel bezahlten Krankenkassenbeiträge für 3 Monate zurückbekommt + dem Übergangsgeld für die ganze Zeit als Nachzahlung und dann auch bei der Fortzahlung.
Was mir bei den Telefonaten und auch vor Ort immer wieder aufstiess.
Die Leute sind regelrecht lieb und bemüht, scheitern aber vielfach an der hausinternen und bundesweiten Organisation, die offensichtlich keine geordnete Aktenablage kennt und niemand weiß, wo die jeweilige Akte wirklich ist (da auch die Daten im Computersystem mit den Akten selten übereinstimmen).
Die Widerspruchsstellen fordern Akten von der Leistungsstelle ab, die aber weder Zeit noch Lust haben, diese im Chaos zu suchen ebenso wie die Sachbearbeiter der Widerspruchstelle. Das scheint aber bundesweit symptomatisch zu sein.
Was ich auch noch gelernt habe, dass die 2 Damen am "Empfang" die Besucher im 45 Sekunden Takt abfragen und weiterschleusen sollen.
Auch am 05.07.05 war das Amt noch mit Menschen gefüllt, die auf das Vorsprechen zur Erlangung eines Schecks warteten, da am 30.06.05 eben immer noch keine Überweisung kam.
Ach ja - heute gab es grosse Hoffnung. Ein dicker Brief von der ARGE im Briefkasten - aber es war nur der Folgeantrag (jetzt 3 Wochen vor Ablauf mitten in der brandenburgischen Ferienzeit) statt 4 bis 6 Wochen vor Ende der ersten ALG II Periode.
Story 2:
Im Rahmen dieser ganzen Aktion hatte ich mich selber am 05.07.05 als arbeitslos gemeldet - weil die Geschäfte momentan ganz mau laufen und ich für ein bis zwei Monate ohne Projekt bin (und noch 580 Tage Leistungsanspruch habe).
Die Dame, die meine Daten aufnahm, fand zwar noch die "Kundennummer" aber sonst nichts mehr im Computer und nahm erst mal alles auf. Dazu machte mir sie gleich noch einen Termin, wo ich dann die ausgefüllten Anträge zur weiteren Bearbeitung mitbringen sollte am 07.07.05 und erzählte etwas von der neuen Hotline-Nummer in Brandenburg, über die man Termine machen könne, sich krank melden usw.
Beim Besuch am 07.07. landete ich bei einer netten Arbeitsvermittlerin, der ich mein Anliegen versuchte klar zu machen, die etwas in meinen Anträgen herumpinselte, und sich dann entschied aus meinem vorgelegten Profil keine Berufe auszuwählen, sondern in einer Bildschirmmaske Häkchen zu setzen für eine Vielzahl meiner breiten Fähigkeiten. Wobei wir auch erstmal nur von regionalem Umfeld sprachen.
Der Computer fand jedoch trotz der breiten Basis nichts.
Ob ich auch englisch drauf hätte: Yes.
Anschliessend druckte sie mir ein paar Seiten mit höchstkomplexen Jobs aus, wo z.B. international agierende (Projekt-)Manager (nur Akademiker, Alter egal für Einsätze in multikultureller Umgebung) gesucht wurden, wo ich mich erstmal als Einstieg drum kümmern sollte.
Ich bin aber kein Akademiker! War ich nie und wrde ich mit 57 auch nicht mehr. Das würde aber nicht so schlimm sein, meinte die Vermittlerin.
Auf meine spätere Frage, ob jetzt mit diesem Gespräch auch meine Leistungsanforderungen geklärt seien, kam dann:
Nö, dazu brauchen sie einen Termin bei der Leistungsabteilung. Genau deshalb hatte ich mir aber für diesen Tag den Zweittermin geben lassen.
Die Termine könnte ich über die brandenburgische Hotline-Nummer vereinbaren.
Nun gut - jetzt habe ich am 14.07.05 den dritten Termin beim Amt zur Leistungsfeststellung.
Fazit: 3 Besuche erforderlich mit dem Auto mit jeweils insgesamt 3 Stunden Zeitaufwand, jeder Besuch 50 km Fahrtstrecke (ohne Erstattung, da keine Einladung), aber bislang noch nichts erreicht.
Dieses neue System dient wohl der Abschreckung. In 2003 reichte ein Besuch zur Anmeldung und daraus kam dann auch der Leistungsanspruch als Bescheid raus + zwei Besuchen wegen der Selbständigkeit.
Jetzt sind mindestens 3 Besuche für einen Ersteinstieg nötig.
Wohlgemerkt - ich hatte jedesmal alles dabei, die alten Bescheide, wo praktisch nur die Leistung rekativiert werden müsste.
Versteh einer diese Welt.