brainups
17.08.2006, 15:09
SAP – Sinn außer Plan
oder: Denn sie wissen nicht, was sie tun.
Diesen Eindruck habe ich zumindest bezüglich unseres Dozenten gegen Ende des 8-wöchigen SAP-(Selbstlern-)Kurses gewonnen.
Was mit einem fundierten Grundunwissen begann, steigerte sich mit zunehmender Komplexität hin zu einer völligen Ahnungslosigkeit über die behandelten Komponenten und Lösungen des SAP-Systems. Ausrufe wie: „Jetzt hat er´s gefressen!“ scheinen neben dem Ausdruck der Freude auch eine gewisse Verwunderung darüber auszudrücken, dass eine Transaktion tatsächlich funktioniert hat. Diese Verwunderung spiegelt sich auch wieder in Sätzen, wie: „Warum macht er das jetzt nicht?“ Da fragt sich der gemeine Schulungsteilnehmer natürlich erst einmal: „Wer ist er?“. Der Computer vielleicht, das SAP-System, eine göttliche Übermacht. Ich wollte den Dozenten jetzt auch nicht fragen, da er uns soeben mitteilte, dass er nun mit seinem Stoff durch sei und uns nicht länger etwas „vorsingen“ müsse. Die zweite Frage wäre dann: „Wieso weiß ein Dozent, der ständig Angebote mit 400 Euro Tageseinkommen ausschlägt, nicht, warum ER etwas nicht tut?“ Zumal er ja nur die Step-by-step-Anleitung befolgen müsste, die im Rahmen des Selbstlernkurses an jeden Teilnehmer ausgegeben wurde. Wenn man dieser Anleitung folgt, funktioniert (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) nämlich jede der aufgeführten Übungen.
Immerhin schien der Dozent des Lesens mächtig zu sein, was sich schon dadurch äußerte, dass er immer die per Beamer an die Wand geworfenen Texte vorlas. Glücklicherweise konnte man im vorhandenen Skript mitlesen, da die nuschelige Aussprache des Vorsängers nicht immer deutlich den Raum zu durchdringen vermochte. Immerhin wurden zur Entlastung der überforderten Teilnehmer mit zunehmender Dauer der Schulung auch die Pausen immer länger und häufiger. Nachdem seitens des Bildungsträgers klargestellt worden war, dass keiner der Absolventen aus versicherungstechnischen Gründen das Gelände früher als 15.30 Uhr verlassen dürfe, war es auch mit den schönen Zeiten vorbei, als der Dozent gelegentlich zu uns sagte: „Nun dürfen Sie langsam davon diffundieren.“. Selbst, wenn man bedenkt, dass es während der acht Wochen gelegentlich unangenehm heiß war, trifft dieser Ausdruck im Zusammenhang mit Menschen übrigens völlig daneben. Hätte man die unnötigen Pausen weggelassen, und den Stoff auf die Teile beschränkt, die auch in den Skripten vorkamen, wären fünf statt acht Wochen für die Schulung sicher ausreichend gewesen. Eine solche Beschränkung hätte auch dem Dozenten einige Blamagen erspart, bei denen er gelegentlich zu tief in System einstieg, um kurz darauf Sätze im Sinne von „Wo bin ich denn jetzt?“ von sich zu geben. Sehr ehrlich hingegen war seine Aussage hinsichtlich des Teils der Schulung, der sich mit dem Personalwesen befasste. Diese lautete nämlich: „Vom Personalwesen habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung ... und ich möchte auch keine bekommen.“. Bravo! Solche Sätze motivieren den gemeinen Schulungsteilnehmer unheimlich. Man hätte in der überflüssigen Zeit natürlich auch die Übungsklausuren des Bildungsträgers überarbeiten können. Denn dort kamen gelegentlich Sätze vor, bei denen man eigentlich auch bei sachlicher Richtigkeit das Kästchen “Falsch“ hätte ankreuzen müssen. Hier ein paar Beispiele:
· Zur Abbildung des Vertriebsprozesses sind / werden ... Organisationseinheiten verwendet, die sowohl im Vertrieb als auch in den anderen Module an dessen großes R/3 Systems benötigt werden.
· Sie müssen die Lieferkondition in den Belegen manuell aktualisieren. Nur Anschriftsänderungen in den Stammdaten wer kann sich automatisch in den bereits erfassten Belegen aus.
· Die Versandstelle ist in diejenige organisatorischer Einheit im R/3 System, wie für die Abwicklung des Versand zuständig ist.
Dafür waren ja wenigstens die in der Lösung aufgeführten Antworten teilweise definitiv falsch, wie jeder Laie feststellen kann, der in der SAP-Bibliothek nachschlägt.
oder: Denn sie wissen nicht, was sie tun.
Diesen Eindruck habe ich zumindest bezüglich unseres Dozenten gegen Ende des 8-wöchigen SAP-(Selbstlern-)Kurses gewonnen.
Was mit einem fundierten Grundunwissen begann, steigerte sich mit zunehmender Komplexität hin zu einer völligen Ahnungslosigkeit über die behandelten Komponenten und Lösungen des SAP-Systems. Ausrufe wie: „Jetzt hat er´s gefressen!“ scheinen neben dem Ausdruck der Freude auch eine gewisse Verwunderung darüber auszudrücken, dass eine Transaktion tatsächlich funktioniert hat. Diese Verwunderung spiegelt sich auch wieder in Sätzen, wie: „Warum macht er das jetzt nicht?“ Da fragt sich der gemeine Schulungsteilnehmer natürlich erst einmal: „Wer ist er?“. Der Computer vielleicht, das SAP-System, eine göttliche Übermacht. Ich wollte den Dozenten jetzt auch nicht fragen, da er uns soeben mitteilte, dass er nun mit seinem Stoff durch sei und uns nicht länger etwas „vorsingen“ müsse. Die zweite Frage wäre dann: „Wieso weiß ein Dozent, der ständig Angebote mit 400 Euro Tageseinkommen ausschlägt, nicht, warum ER etwas nicht tut?“ Zumal er ja nur die Step-by-step-Anleitung befolgen müsste, die im Rahmen des Selbstlernkurses an jeden Teilnehmer ausgegeben wurde. Wenn man dieser Anleitung folgt, funktioniert (von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen) nämlich jede der aufgeführten Übungen.
Immerhin schien der Dozent des Lesens mächtig zu sein, was sich schon dadurch äußerte, dass er immer die per Beamer an die Wand geworfenen Texte vorlas. Glücklicherweise konnte man im vorhandenen Skript mitlesen, da die nuschelige Aussprache des Vorsängers nicht immer deutlich den Raum zu durchdringen vermochte. Immerhin wurden zur Entlastung der überforderten Teilnehmer mit zunehmender Dauer der Schulung auch die Pausen immer länger und häufiger. Nachdem seitens des Bildungsträgers klargestellt worden war, dass keiner der Absolventen aus versicherungstechnischen Gründen das Gelände früher als 15.30 Uhr verlassen dürfe, war es auch mit den schönen Zeiten vorbei, als der Dozent gelegentlich zu uns sagte: „Nun dürfen Sie langsam davon diffundieren.“. Selbst, wenn man bedenkt, dass es während der acht Wochen gelegentlich unangenehm heiß war, trifft dieser Ausdruck im Zusammenhang mit Menschen übrigens völlig daneben. Hätte man die unnötigen Pausen weggelassen, und den Stoff auf die Teile beschränkt, die auch in den Skripten vorkamen, wären fünf statt acht Wochen für die Schulung sicher ausreichend gewesen. Eine solche Beschränkung hätte auch dem Dozenten einige Blamagen erspart, bei denen er gelegentlich zu tief in System einstieg, um kurz darauf Sätze im Sinne von „Wo bin ich denn jetzt?“ von sich zu geben. Sehr ehrlich hingegen war seine Aussage hinsichtlich des Teils der Schulung, der sich mit dem Personalwesen befasste. Diese lautete nämlich: „Vom Personalwesen habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung ... und ich möchte auch keine bekommen.“. Bravo! Solche Sätze motivieren den gemeinen Schulungsteilnehmer unheimlich. Man hätte in der überflüssigen Zeit natürlich auch die Übungsklausuren des Bildungsträgers überarbeiten können. Denn dort kamen gelegentlich Sätze vor, bei denen man eigentlich auch bei sachlicher Richtigkeit das Kästchen “Falsch“ hätte ankreuzen müssen. Hier ein paar Beispiele:
· Zur Abbildung des Vertriebsprozesses sind / werden ... Organisationseinheiten verwendet, die sowohl im Vertrieb als auch in den anderen Module an dessen großes R/3 Systems benötigt werden.
· Sie müssen die Lieferkondition in den Belegen manuell aktualisieren. Nur Anschriftsänderungen in den Stammdaten wer kann sich automatisch in den bereits erfassten Belegen aus.
· Die Versandstelle ist in diejenige organisatorischer Einheit im R/3 System, wie für die Abwicklung des Versand zuständig ist.
Dafür waren ja wenigstens die in der Lösung aufgeführten Antworten teilweise definitiv falsch, wie jeder Laie feststellen kann, der in der SAP-Bibliothek nachschlägt.