Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitsamt und ihre Termine
Asmodine
25.03.2005, 11:32
folgendes Problem hat meine Tochter:
Am 17.03.2005 wurde sie vom Arbeitsamt eingeladen. In diesem Gespräch ging es um allgemeine Fragen, Aussichten und wie es bei der Berufsberatung gelaufen wäre.
Sie sollte ein Schreiben unterzeichen, in dem sie sich verpflichtet 8 Bewerbungsschreiben an verschiedene Firmen zu senden und diese beim nächsten Gespräch mitzubringen. Der nächste Termin sollte für April 2005 angesetzt werden, so die Auskunft des Sachbearbeiters.
Am selbigen Tag schrieb selbiger Sachbearbeiter meiner Tochter einen Brief, dass sie am 23.03.2005 den nächsten Termin hat und ihre Bewerbungsunterlagen vorlegen soll.
Meine Tochter war vom 17.03.2005 bis 24.03.2005 bei mir zu Hause, um über das Internet intensive Recherchen nach Ausbildungplätzen zu führen. Den Comuter zu schreiben der Bewerbungen zu nutzen und hat auch diese Bewerbungen vor dem 23.03.2005 abgesandt. Dadurch hat sie aber den Termin (weil nicht in ihrem zu Hause) verpasst.
Ist es zulässig, dass die Mitarbeiter sich nicht an ihre eigenen Vorgaben halten müssen und Arbeitlose in dieser Art und Weise unter Druck setzen? Eine Zeuge kann die Terminbenennung zum April 2005 bestätigen.
Ein schönes Osterfest
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Lieben Gruss
Asmodine
Betroffener
25.03.2005, 14:00
@Asmodine,
grundsätzlich geht das Arbeitsamt davon aus, daß seine "Kunden" verfügbar sind und daß versandte Post somit ihren Empfänger mit der üblichen Postlaufzeit erreicht. Ausnahmen gelten bei gemeldeter Abwesenheit wie stationären Behandlungen und Urlaub. Auch Krankheiten durch Krankschreibung doumentieren und ans Arbeitsamt einsenden.
Wegen der nicht angemeldeten Abwesenheit von über 7 Tagen war Deine Tochter nun eben nicht erreichbar und muss mit Sanktionen rechnen. Die Aussage "im April" ist zu unbestimmt und sollte eben auch durch die schriftliche Terminbestätigung - leider vorgezogen - konkretisiert werden. Eine Reduzierung von mehr als 14 Tagen auf nur eine Woche erscheint mir aber sehr knapp. Warum der Termin dann so stark vorgezogen wurde, eröffnet Spielraum für Vermutungen:
- der Sachbearbeiter hat eine interessante Maßnahme gefunden, die er vorzeitig besprechen möchte
- für Anfang April hat der Sachberater Urlaub genommen oder selber andere Aufgaben / Termine vom Chef reingedrückt bekommen.
- Schikane
- denk Dir selbst ??? aus
Wenn Ihr Euch mit dem Sachbearbeiter nicht freundlich und gütig einigen könnt, gibt es also ein Problem. Hier könnte man noch den Vorgesetzten ansprechen, aber ob das was bringt, ausser erst so richtig auf sich aufmerksam zu machen? Der wird sich auch auf den rechtzeitig versendeten Brief berufen, auf dessen Grundlage sicher auch ein anderer Termin hätte vereinbart werden können.
Fazit: Bei Abwesenheit täglich den Briefkasten von einer Vertrauensperson kontrollieren lassen, die dann informiert.
Ein schönes Osterfest
Asmodine
31.03.2005, 23:12
Hallo Betroffener,
meine Tochter ist mittlerweile dazu über gegangen gegen den Sachbearbeiter eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzureichen.
Der Sachbearbeiter hat meine Tochter seit Februar bis zum heutigen Tag vier mal zu sich eingeladen. Er hat ihr doch tatsächlich beim ersten Termin angeraten, den 400-Euro-Job zu kündigen, damit sie einen 1-Euro-Job ausübt. Siehe hierzu auch http://www.arbeitslosennetz.de/forum/viewtopic.php?t=45
Auf Grund dieser Erfahrung sind wir jetzt dazu über gegangen, dass bei jedem neuen Termin auch ein Zeuge dabei ist. Diese Gespräche sind so oberflächlich, dass man sich unter normalen Umständen so etwas hätte sparen können. Der Sachbearbeiter stellt immer wieder die gleichen Fragen und schaut nur auf seinen PC, anstatt mal die Akte in die Hand zu nehmen in der viele Details enthalten sind, die der alte Sachbearbeiter bis Ende 2004 vorbildlich geführt hatte.
Dem Sachbearbeiter sind offensichtlich alle Mittel Recht, um auf die eine oder andere Art Leistungskürzung zu erwirken. Dazu zählt bei ihm auch die Termine sehr kurzfristig zu versenden, zum Beispiel am 07.02 versendet, am 09.02. Termin. Ein Termin, der schon lange auf den 09.02. um die gleiche Uhrzeit gelegt war, musste wegen dem Sachbearbeiter verschoben werden, weil er auch hier gleich wieder mit Leistungskürzung drohte.
Sämtliche Forderungen, die das AA an meine Tochter (Termine beim Berufsberater, Praktikum, Bewerbungen) gestellt hat, wurden von ihr zu 100 % erfüllt. Bis eben diesen einen Termin, bei der meine Tochter bei mir war und die Bewerbungen geschrieben hat. Jedenfalls hat der Sachbearbeiter nun endlich erreicht, was er wollte - meiner Tochter wurden die Leistungen auf Grund dessen um 10% gekürzt. Wer weiss, vielleicht ist ihm das aber noch nicht genug(?)
Davon abgesehen, das AA kann doch nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass ein Arbeitsloser sämtliche Ressourcen (Schreibmaschine oder PC mit Drucker) bei sich zu Hause stehen hat und damit seine Bewerbungen schreibt.
Ich persönlich empfinde dieses Verhalten des Sachbearbeiters nur noch als Schikane....... und meine Tochter ist nicht mehr wirklich gewillt, mit ihm zusammen zu arbeiten.
Lieben Gruss
Asmodine
Betroffener
01.04.2005, 15:19
Hallo Asmodine,
meine Tochter ist mittlerweile dazu über gegangen gegen den Sachbearbeiter eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzureichen.
Ich hoffe das wirkt sich nicht kontraproduktiv aus.
Ich persönlich hätte erst mal versucht mit dem Amtsleiter ein Gespräch zu führen und um die Zuweisung eines anderen Sachbearbeiters/Fallmanagers gebeten (und dabei mit der möglichen Dienstaufsichtsbeschwerde gespielt).
Aber Du hast natürlich vollkommen Recht mit der Annahme von Schikane und Repression.
Dem Sachbearbeiter sind offensichtlich alle Mittel Recht, um auf die eine oder andere Art Leistungskürzung zu erwirken. Dazu zählt bei ihm auch die Termine sehr kurzfristig zu versenden, zum Beispiel am 07.02 versendet, am 09.02. Termin. Ein Termin, der schon lange auf den 09.02. um die gleiche Uhrzeit gelegt war, musste wegen dem Sachbearbeiter verschoben werden, weil er auch hier gleich wieder mit Leistungskürzung drohte.
Das wird intern teilweise auch vorgegeben und fördert die Karriere bei hohen "Quoten" eingesparten Geldes. Je nach persönlicher Einstellung (und auch Anteilnahme am persönlichen Schicksal seiner "Kunden") der Sachbearbeiter kommt es hier zu manchmal sehr merkwürdigen Ergebnissen. Zum Glück sind die meisten Sachbearbeiter/Fallmanager mehr "Mensch" als einige wenige andere.
Offensichtlich habt ihr hier einen jüngeren karierregeilen Typen erwischt, der sich durch "Terror" profilieren will, um seinen eigenen möglicherweise befristeten Job zu behalten.
Ich finde es gut, daß ihr Euch das nicht gefallen lasst und dagegen Maßnahmen eingeleitet habt. So sollten viel mehr Leute reagieren.
Viel Erfolg
Zwischenfrage:
Was passiert wohl wenn die Beamten nach Leistung bezahlt werden ?
Betroffener
02.04.2005, 03:55
@ulysses,
Spassvogel, der 1. April ist schon vorbei, als Du das geschrieben hast.
Aber im Ernst - was soll passieren - natürlich noch mehr Fehler und krude Entscheidungen durch die "Hetze".
Offiziell wird ja jetzt auch das Leistungsprinzip im öffentlichen Dienst eingeführt. Mir ist nur nicht klar wonach das bemessen werden kann.
Unkündbarkeit führt nun mal zu gewissen Eigenheiten, die um so ausgeprägter werden, je weniger Publikumsverkehr an die Leute herankommt (gerade bei letzterer Spezies scheint es auch kaum aufzufallen, wenn die mal ein paar Tage, Wochen oder Monate nicht da sind.)
Wobei ich hier wahrlich nicht verallgemeinern will. Ich kenne auch etliche Leute die sehr bemüht sind und noch dazu freundlich, aber gegen den eigenen Apparat auch nicht ankommen und dadurch erheblich gefrustet sind.
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